Autor Thema: Tarifrunde Öffentlicher Dienst 2020- Auswirkungen auf den Nahverkehr  (Gelesen 5668 mal)

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Offline Sven

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Du glaubst, die sind da immer ehrlich, wenn sie Dir Deinen wohlverdienten Lohn verweigern wollen?? Es wäre doch kein Novum, wenn der CEO auf der Bilanzpressekonferenz von Millionengewinnen prahlt, und wenn die Gewerkschaft ein halbes Jahr später Lohnforderungen stellt jammert der, dass es der Firma schlecht ginge...

Eher andersherum. Novum wäre es, wenn der CEO mal nicht jammern würde, dass sein Personal viel zu teuer ist und nichts können. Personal stört überall nur  :P

Grüße
Sven

Fahrer

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Am Dienstag wird weiterverhandelt, sollte kein Ergebnis erzielt werden, wäre eine Intensivierung der Streiks die logische Konsequenz

Offline MD 612

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Es ist noch nicht vorbei. Nachdem für den öffentlichen Dienst das Ergebnis steht, verweigern sich die ÖPNV-Unternehmen offensichtlich den gefundenen Kompromiss, der an sich schon nicht überragend ist, zu übernehmen:

verdi.de

Gruß Peter
Menschen ohne Rückgrat sind anfällig fürs Gehen krummer Wege.
Ernst Ferstl, österreichischer Schriftsteller

Offline bandit846

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Auch wenn ich es schon mal geschrieben habe, finde ich, dass die Streiks nicht dazu beitragen, mir die Angst von der Arbeitslosigkeit zu nehmen. Nachdem die Fahrgäste wegen Corona ausgeblieben sind, und sich in meinem Portemonnaie trotz Kurzarbeit nicht viel geändert hat, kommen sie jetzt langsam wieder. [...]

Angst um deinen Arbeitsplaz musst du nicht haben. Der demographische Wandel ist auf der Seite der Arbeitnehmer ;)

Ein paar Tage Streik fallen bei 1,5 bis 2 Jahren Tariflaufzeit kaum ins Gewicht. Langsamfahrstellen, heruntergewirtschaftete Gleise, Lärm, Erschütterungen, verpasste Anschlüsse, ein überalterter Fuhrpark, unfreundliches Personal, überfüllte Bahnen und Busse, ... ... ... . Das sind tägliche Ärgernisse die die Fahrgäste in scharen davon jagen!

Noch etwas zum Lohn: Der Mindestlohn wird zum 01. Juli 2022 auf 10,45€ erhöht. Das ist eine Steigerung um 11,8%. Der Monatslohn beträgt somit ca. 1800€. Das müssen auch die Arbeitgeber zur Kenntnis nehmen! Kein Facharbeiter sollte wie ein ungelernter bezahlt werden!

Noch etwas zur Rente: Das Durchschnittsentgelt zur Rentenversicherung Betrug 2018 38212€. Monatlich entspricht dies 3184€. Dann bekäme man einen Rentenpunkt. Jeder der weniger verdient steuert mit hoher Wahrschinlichkeit auf Altersarmut zu.

Ein Appell: Nimm jede Gelegenheit wahr um deine Situation zu verbessern. Das ist die beste Investition in deine Zukunft!

Offline Linie 22

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@bandit846: Ich habe sehr viele Mitarbeiter der LVB erlebt die freundlich und hilfsbereit ihre Arbeit verrichten, etwas was sich seit den 90er Jahren deutlich verbessert hat.
Ansonsten hast du die meisten Problematiken die dem Verkehrsbetrieb zu schaffen machen auf den Punkt gebracht.
Auch wenn manch ein Schreibtischkalkulator schon von "selbstfahrenden" Bahnen und Bussen träumt, das Fahrpersonal ist noch auf lange Sicht ein wichtiger Faktor im ÖPNV und entsprechend auch zu entlohnen!
Apropos: Wie "erfolgreich" verläuft den der "autonome" Bus zum BMW-WERK?
Schon länger nichts mehr davon gehört.