Autor Thema: Tarifrunde Öffentlicher Dienst 2020- Auswirkungen auf den Nahverkehr  (Gelesen 5666 mal)

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Offline Rabbit09

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Mh, also als ich jung war wollte ich immer Straßenbahnfahrer werden. Als ich jedoch gehört habe, was dort verdient wird...das war abschreckend. Vor wenigen Jahren kam der Gedanke wieder hoch, ob ein Quereinstieg als Tramfahrer nicht eine Möglichkeit wäre. Erneut war es abschreckend, weil 1500 nun wahrlich nicht die Welt sind, wo man mal etwas zur Seite legen kann oder wovon man gut leben kann.

Die LVB benötigt dringend Fahrer, stellt diese jedoch für wenig Geld ein. Da stellt sich die Frage, wie soll ein Familienvater davon leben können? Richtig, gar nicht. 2200 bis 2400 Brutto und so langsam würde das Umdenken beginnen. Alles was drunter liegt, ist einfach nicht mehr Zeitgemäß, wenn die Preise im Alltag sonst alles von Jahr zu Jahr teurer wird. Ich wünsche es den Fahrern, dass sie damit Erfolg haben und nicht auf Lasten von Einsparungen an anderen Enden. Doch das ist eben einfach geschrieben, wenn man das ganze nur als Außenstehender betrachtet. Ich habe eben Verständnis für die Fahrer und das sagt jemand, der wöchentlich jeden Tag 90 Minuten (gerne) Straßenbahn fährt.

Offline MD 612

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@Fahrer, zusammengefasst nur noch so viel: Man kann alles nur noch schwarz sehen, und man kann deshalb ein Leben in Angst und Schrecken verbringen und froh sein, dass man überhaupt noch existiert. Aber das bringt niemanden weiter. Angesichts der Verantwortung, die der Beruf mit sich bringt und angesichts der schwierigen Arbeitsbedingungen (besonders die unregelmäßige Schichtarbeit) haben die Fahrer mehr verdient, nach meiner Ansicht sogar deutlich mehr als die von ver.di geforderten plus fünf Prozent. Es ist deshalb richtig, dass sie diesen Mehrverdienst hartnäckig einfordern.

Und nochwas: Man redet immer wieder gern von einem "Arbeitsmarkt" in Deutschland, auch wenn man dieses Wort in den Medien zunehmend nicht mehr wahr nimmt. In einem Markt bestimmen Angebot und Nachfrage den Preis. Jahrzehntelang hat man den Fahrern ordentliche Gehälter verweigert, mit Hinweis auf die hohen Arbeitslosenzahlen und der angebliches Sicherheit der Arbeitsplätze, die der öffentliche Dienst mit sich bringt. Heute haben wir eine hohe Nachfrage nach Fahrern (und nicht nur nach denen, denn in anderen Branchen ist es genauso), das Angebot an solchen ist mehr als knapp. In einem Markt würde jetzt der Preis eines Fahrers steigen. Lass sie also für diese Preissteigerung streiten, um den Markt mit Leben zu erfüllen...

Wenn die Fahrgäste wegen des schlechten Angebots wegblieben, wie erklärst du dir den Rückgang auch am Tage?
Kurzarbeit, wenig Touristen, kaum Studenten, die kommen aber alle zurück. Und das derzeit allerorten gehypte Homeoffice wird sich bald relativieren, wenn die Leute merken, dass soziale Kontakte am Arbeitsplatz nicht durch Telefon, Chat und Skype ersetzt werden können. Viel gefährlicher halte ich da den möglichen Rückgang der Stammfahrgäste, die wegen schlechter Anschlüsse, zu langer Taktzeiten und einem nach wie vor mangelhaften Abendverkehr dauerhaft wegbleiben. Nur hat das eben alles nichts mit den zwei Streiktagen zu tun, über die wir hier reden.

Und "Bittsteller" ist das falsche Wort, aber was für mich ganz sicher ist, ist dass man als Angestellter sowohl die Interessen der Kunden und die wirtschaftliche Situation seines Unternehmens im Blick haben sollte.
Und Deine eigenen Interessen stehen hintendran?? Ich würde die ganz vorne setzen, denn die Arbeitgeber kümmern sich gewiss nicht darum, ebenso wenig die Kunden.

Gruß Peter
Menschen ohne Rückgrat sind anfällig fürs Gehen krummer Wege.
Ernst Ferstl, österreichischer Schriftsteller

Fahrer

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Dazu nur soviel: Für mich steht an erster Stelle, dass der Betrieb soweit möglich aufrechterhalten  werden kann und der Kunde/Fahrgast niemals derjenige ist, der Versagen von oben ausbaden muss, das bin dann  doch eher ich als Angestellter.  Und vom Gefühl her hat der MIV deutlich zugenommen. Willst du da mit Sicherheit sagen, dass viele zurückkommen, wenn sie erst gemerkt haben, dass man im Auto schneller Fahren kann?

Interessant finde ich übrigens, dass du Marktregeln auf den Arbeitsmarkt anwendne möchtest, dass die  Stadt aber die Bestellungen nach Marktregeln vergeben könnte, kommt dir nicht in den Sinn?

Und ja, meine Interessen stehen ganz hinten. Und ganz ehrlich: Ich kann das "Nur keine Minute länger als möglich und beste Arbeitsbedingungen" nicht hören. Arbeit ist halt anstrengend, solange ich genügend Erholungszeit habe geht es.  Das wichtigste für mich ist, dass die Leistung, die ich oder das Verkehrsunternehmen dem Fahrgast schulde, bestmöglichst erbracht wird. Ich stehe da ganz hinten.

Offline MD 612

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Dazu nur soviel: Für mich steht an erster Stelle, dass der Betrieb soweit möglich aufrechterhalten  werden kann und der Kunde/Fahrgast niemals derjenige ist, der Versagen von oben ausbaden muss, das bin dann  doch eher ich als Angestellter.
Du bist ein feiner Arbeitnehmer, auf Dich ist jeder Chef stolz. Nur ist es eben nicht Deine Aufgabe, das Versagen der Chefetage auszubügeln. Das sollen die bitte selbst übernehmen, die werden schließlich reichlich dafür entschädigt und geben davon nichts an Dich ab.

Willst du da mit Sicherheit sagen, dass viele zurückkommen, wenn sie erst gemerkt haben, dass man im Auto schneller Fahren kann?
Was hat das mit den Streiks zu tun?? Im Moment fehlen einfach Fahrgäste, die gar nicht fahren müssen oder wollen, weil sie nicht zur Arbeit müssen, weil sie digital zu Hause studieren, weil es kaum Touristenreisen gibt. Und ja, diejenigen, die jetzt merken, dass sie im Moment mit dem Auto besser dran sind, die kommen schwerlich zurück, wenn die Regelfahrpläne wieder uneingeschränkt gelten. Aber auch darauf haben die Streiks keinen Einfluss. Das hat alleine die Chefetage der LVB zu verantworten. Und trotzdem werden die keinen Fahrer entlassen, weil die trotzdem Mangelware sind und in den nächsten Jahren etliche in Rente gehen.

Interessant finde ich übrigens, dass du Marktregeln auf den Arbeitsmarkt anwendne möchtest
Ich möchte die deshalb weiter anwenden, weil sie bisher auch galten. Warum sollen die jetzt auf einmal nicht mehr gelten, wo sie für die Arbeitnehmer Vorteile bringen??

dass die  Stadt aber die Bestellungen nach Marktregeln vergeben könnte, kommt dir nicht in den Sinn?
Erstens haben die das nicht vor, zweitens wäre es nicht zu verhindern, drittens muss das kein Nachteil für die Beschäftigten sein. Auch "neue" Unternehmen am Markt brauchen Fahrer, und genau hier kann der Mangel zu ordentlichen Gehältern führen. Eine starke Gewerkschaft kann mit ihren Mitgliedern dafür sorgen, dass die Beschäftigungsbedingungen bei allen Marktteilnehmern die gleichen sind. Die Lokführer haben es vorgemacht. Wettbewerb um Aufträge ist im SPNV seit 20 Jahren Normalität, und weitgehend gleiche Arbeitsbedingungen sind es mittlerweile auch. Wenn die S-Bahn nach der Neuausschreibung ab Ende 2025 nicht mehr von DB Regio gefahren werden sollte, dann ziehen sich die Kollegen (nicht nur die Lokführer, auch die Zugbegleiter, Werkstattleute, Disponenten) neue Klamotten an und machen ihre bisherige Arbeit im neuen Unternehmen zu weitgehend den gleichen Gehältern. Warum sollte das im Straßenbahnverkehr nicht funktionieren??

Und ja, meine Interessen stehen ganz hinten.
Das ist alleine Dein Problem. Um Dich kümmert sich nämlich dann niemand, weil das weder Deine Chefs noch die Kunden tun.

Arbeit ist halt anstrengend, solange ich genügend Erholungszeit habe geht es.  Das wichtigste für mich ist, dass die Leistung, die ich oder das Verkehrsunternehmen dem Fahrgast schulde, bestmöglichst erbracht wird. Ich stehe da ganz hinten.
Durch welche Gehirnwäsche bist Du denn gegangen?? Du schuldest Deine Leistung dem Verkehrsunternehmen, selbiges schuldet Dir dafür ein angemessenes Gehalt. Das Verkehrsunternehmen schuldet dem Fahrgast eine anständige Leistung, der Fahrgast schuldet dem VU dafür sein Fahrgeld. Der Rest ist Beiwerk. Von dem Dankeschön Deiner Fahrgäste kannst Du nicht leben.

Gruß Peter
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Fahrer

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Erstens verbitte ich mir  solche Ausdrücke wie "gehirnwäsche" und bitte dich zur gebotenen Sachlichkeit zurückzukehren. 

Aber zurück zur Sache: Ich habe  den Eindruck, dir ist der Ruf deines Unternehmens relativ egal, dabei halte  ich eine angenehme Fahrt für eine der wichitgsten Sachen, um Kunden zu binden.

Du bist ein feiner Arbeitnehmer, auf Dich ist jeder Chef stolz. Nur ist es eben nicht Deine Aufgabe, das Versagen der Chefetage auszubügeln. Das sollen die bitte selbst übernehmen, die werden schließlich reichlich dafür entschädigt und geben davon nichts an Dich ab.
Dass ich dann wieder angemault werde, wieso ich z.B. schon wieder zu spät komme/der Anschluss nicht funktioniert...?  Klares Beispiel: Zubringer A hat eine Verspätung ich fahre Abbringer B, weitere Anschlüsse auf dem weiteren Linienweg habe ich nicht.  Dann opfere ich für zufriedene Fahrgäste gerne 1-2 Minuten der Pause, um den Anschluss zu sichern, auch wenn ich es nicht müsste. (Den Fall, dass ich unbedingt per Dienstanweisung  oder um niemandne zu blockierenabfahren muss, lasse ich mal außen vor). Das gleiche gilt für den unteren Abschnitt zur "Gehirnwäsche".  Ich habe es zu großen TEilen in der Hand, ob der Gelegenheitsfahrgast tatsächlich   wieder einsteigt, das geht nur durch eine gute Leistung,  und auch wenn die Arbeitsbedingungne hart sind, versuche ich trotzdem alles, um das geforderte zu übertreffen und gehe nicht mit einer "Jetzt habe ich halt 5 Minuten Verspätung, so what?" Mentalität heran. Das finde ich hochgradig egoistisch und es würde mich auch nicht zufriedenstellen, "stur" meine Runden zu drehen, ohne auf die Fahrgäste zu achten. Müsste ich das so tun, hätte ich schon lange hingeschmissen. Darauf habe ich keinen Bock. Und übrigens, wenn die Coronaprognose der Kanzlerin zutrifft, rechne ich mit längeren Phasen des Lockdowns, was dann die durchschnittliche Jahresarbeitszeit verringern würde, da sicherlich wieder eingeschränkte Fahrpläne gingen. So sicher fühle ich mich nichts.

Und übrigens, eine Einführung der Marktregeln würde auch Nachteile bringen, es ist leider nicht so, dass es reibungslos funktioniert, weil vielleicht Unternehmen A, das Leistungen übernimmt Mitarbeiter mitbringt, die gerne versetzt werden möchten...

« Letzte Änderung: 18.10.2020, 23:48:30 von Fahrer »

Offline Sven

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Du bist ein feiner Arbeitnehmer, auf Dich ist jeder Chef stolz. Nur ist es eben nicht Deine Aufgabe, das Versagen der Chefetage auszubügeln. Das sollen die bitte selbst übernehmen, die werden schließlich reichlich dafür entschädigt und geben davon nichts an Dich ab.

Sollte man wenigstens nicht intern mal den Mund aufmachen und die Missstände ansprechen? Genau dieses Weggucken und "Dienst nach Vorschrift" ist doch der Grund warum es im hiesigen Nahverkehr nicht besser wird. Das Management der LVB ist wohl nur mit sich selbst und sinnlosen Marketingprojekten beschäftigt. Man hört und sieht nichts...

Bei der DB gibt es auch viel Licht und Schatten.

Grüße
Sven

Offline MD 612

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Ich habe  den Eindruck, dir ist der Ruf deines Unternehmens relativ egal
Du hast den falschen Eindruck. Nur bin ich nicht alleine für den Ruf meines Unternehmens zuständig. Vor allem aber habe ich kein Arbeitsverhältnis mit den Fahrgästen, sondern mit meinem Unternehmen. Und all die guten Sachen, die Du herausstellst, möchte ich von meinem Unternehmen angemessen honoriert haben. Denn ich  will wie viele Eurer Fahrer von meinem Gehalt angemessen leben können, inklusive anständigen Urlaub und sonst noch so ein paar Kleinigkeiten. Für ein Dankeschön der Fahrgäste bekomme ich beim Bäcker nunmal keine Brötchen. Wenn Dir das nicht wichtig ist, dann ist das Deine Sache. Da das viele Eurer Fahrer offensichtlich genauso wie ich sehen, die Bezahlung derzeit eben alles andere als angemessen ist und die Unternehmensführung derzeit keinen Gedanken daran verschwendet das zu ändern, bleibt den Kollegen nichts weiter übrig als darum zu streiten. Um nichts anderes geht es hier im Thread.

wenn die Coronaprognose der Kanzlerin zutrifft, rechne ich mit längeren Phasen des Lockdowns, was dann die durchschnittliche Jahresarbeitszeit verringern würde, da sicherlich wieder eingeschränkte Fahrpläne gingen.
Auch diese Phase wäre nur vorübergehend und nicht dauerhaft. Vor allem aber, zehn Prozent mehr Gehalt würden in diesem Fall auch zehn Prozent mehr Kurzarbeitergeld bedeuten...

Und übrigens, eine Einführung der Marktregeln würde auch Nachteile bringen, es ist leider nicht so, dass es reibungslos funktioniert, weil vielleicht Unternehmen A, das Leistungen übernimmt Mitarbeiter mitbringt, die gerne versetzt werden möchten...
Noch so eine Panikmacherei. Was glaubst denn Du, woher die ihre Fahrer mitbringen sollen?? Die haben keine, die wären auf Euch angewiesen.

Und im Übrigen, man kann über Wettbewerb im ÖPNV trefflich diskutieren. Nur hat das nichts, aber auch gar nichts mit dem von mir angesprochenen Thema eines Arbeitsmarktes in Deutschland zu tun. Warum musst Du das durcheinander würfeln??

Sollte man wenigstens nicht intern mal den Mund aufmachen und die Missstände ansprechen?
Natürlich, das hatte ich auch niemandem abgesprochen. Aber was hat das mit dem Thema hier zu tun??

Gruß Peter
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Ich werde nur noch so viel dazu sagen,  dass ich diese Einstellung sehr schade finde. Alles nur fürs Geld, nicht damit derjenige, der eine Leistung im Anspruch nimmt glücklich ist.

Offline 2101

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Sorry, aber warum sollten sich Fahrgäste "glücklich" fühlen nur weil sie eine Leistung der LVB in Anspruch nehmen? Ich erwarte vom Unternehmen LVB dass sie mich sicher von A nach B bringen, wenn es geht auch pünktlich, aber nicht dass sie mich glücklich machen. Kunden "im Nahverkehr" glücklich zu machen ist eher der Job von den Damen im FKK-Laufhaus an der Torgauer Straße, aber nicht von den LVB. Und die Mitarbeiter im Fahrdienst leisten jeden Tag unter anstrengenden Bedingungen gute Arbeit, die auch dementsprechend vergütet werden sollte. Da brauchen sich die Leute auch nicht verstecken, sondern können dies auch ruhig selbstbewusst äußern.

Fahrer

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Vielleicht weil ich eine Arbeit für andere errichte und daran Interesse habe nicht nur gute, sondern ABSOLUT PERFEKTE Arbeit zu leisten. Und das geht nur, wenn ich mindestens 100 % gebe

Offline 2101

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Vielleicht weil ich eine Arbeit für andere errichte und daran Interesse habe nicht nur gute, sondern ABSOLUT PERFEKTE Arbeit zu leisten. Und das geht nur, wenn ich mindestens 100 % gebe

Und die darf dann nicht ordentlich durch deinen Arbeitgeber entlohnt werden? Ich bin auch bestrebt dass Beste für meine Patienten zu bringen und bekomme auch von Seiten der Obrigkeiten gute Rückmeldung für meine Arbeit. Aber da sag ich doch erst recht, "gute Bezahlung für gute Arbeit!" Weil ich weiß was ich kann und dass es sowohl für meinen Arbeitgeber als auch den Patienten von Nutzen ist. Und ich hätte dann bitte auch was davon! Das zu verlangen ist nicht verkehrt.

Online Andreas_W

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@Fahrer
Vielleicht weil ich eine Arbeit für andere errichte und daran Interesse habe nicht nur gute, sondern ABSOLUT PERFEKTE Arbeit zu leisten.
Und warum willst Du dann nicht entsprechend wertgeschätzt werden, für Deine absolut perfekte Arbeit? Und denk' mal auch an die anderen Fahrer, die nicht so denken wie Du - das ist nicht besonders solidarisch, wenn Du Dich unter Wert "verkaufen" möchtest. Du "verdirbst ja faktisch die Preise", machst es den anderen Fahrern schwerer, ihre Interessen durchzusetzen; die für ihre geleistete Arbeit durchaus entsprechend wertgeschätzt werden möchten. Und das steht ihnen auch zu.

Offline MD 612

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Ich werde nur noch so viel dazu sagen,  dass ich diese Einstellung sehr schade finde. Alles nur fürs Geld, nicht damit derjenige, der eine Leistung im Anspruch nimmt glücklich ist.
Du würdest auch für drei Mark fuffzich die Stunde fahren, nur damit Deine Fahrgäste glücklich sind?? Wovon lebst Du dann?? Vom Glück Deiner Fahrgäste?? Dafür verkauft Dir Dein Bäcker am Sonntag ein paar Brötchen und für einen anständigen Urlaub reicht das auch noch??
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Ernst Ferstl, österreichischer Schriftsteller

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naja, für drei Mark fuffzich nicht mehr, aber solange ich einigermaßen über die Runden komme reicht mir das. 

@Andreas_W : Das schöne an einem Markt ist, dass jeder ein Angebot machen kann, was niemand annehmen muss. Es soll ja auch Gewerkschaften geben, die vereinbaren, dass Tarifverträge nur für ihre Mitglieder gelten.  Und ich finde, es sollten immer die Interessen der Mehrheit (in diesem Fall der Allgemeinheit) im Vordergurnd stehen. 

Online Andreas_W

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@Fahrer
Wen meinst Du mit Mehrheit? Ich als Kunde des ÖPNV (Edit: also Teil der Allgemeinheit) möchte von Fahrern und anderen beteiligten Mitarbeitern in guter Qualität von A nach B gebracht werden. Und deshalb erwarte ich vom ÖPNV-Dienstleister, dass er seine Mitarbeiter anständig entlohnt, damit ich nicht von frustrierten Menschen, die nur "Dienst nach Vorschrift" leisten (Du magst gerne eine Ausnahme sein), befördert werde.