Autor Thema: Nahverkehr in den Zeiten der Corona  (Gelesen 34758 mal)

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Offline Fahrer

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Re: Nahverkehr in den Zeiten der Corona
« Antwort #330 am: 13.07.2020, 12:06:25 »

Wenigstens lässt man die  /SL.010 im 15 min Takt fahren.

Ist für mich eher ein Nachteil als ein Vorteil, da so nicht jede 2. sondern nur jede 3.  /SL.011 verstärkt wird, da alle 30 Minuten  /SL.010 und  /SL.011 direkt hintereinander fahren. Wenn man einschränkt, dann fände ich es sinnvoller, dass die  /SL.010 von Lößnig bis mindestens zum Connewitzer Kreuz alle 10 Minuten fährt und dann alle 20 Minuten weiter nach Wahren.

Offline xXx

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Re: Nahverkehr in den Zeiten der Corona
« Antwort #331 am: 13.07.2020, 12:40:17 »
@Fahrer
Ich will die Einschränkungen auch gar nicht schön reden, sie sind in ihrer Gesamtheit eine einzige Zumutung den Fahrgästen gegenüber und werden den ÖPNV in Leipzig noch auf Jahre hinaus auf die Füße fallen. Allerdings fährt man momentan auf etlichen Streckenabschnitten die selbe Platzkapazität spazieren, egal ob es sich um die HVZ, spätabends oder sonntagvormittags handelt. Dass das nicht sinnvoll sein kann, sollte klar sein und das war es schon vor 3 Monaten im "harten Lockdown" nicht. Mittlerweile wäre zwar längst der Punkt erreicht, an dem man das Paradoxon durch Verdichtungen im Tagesverkehr auflöst, aber selbst dann hielte ich als Kompensation momentan punktuelle Ausdünnungen in der absoluten Schwachverkehrszeit (besonders abends aufgrund fehlender kultureller Veranstaltungen) durchaus für angemessen, zumindest für deutlich angemessener als in der HVZ.

Die /SL.010 ist momentan ohnehin völliger Humbug und hätte längst wieder auf ihre Stammstrecke umgelenkt werden müssen, nachdem klar war, dass der 10-Minuten-Takt während der BM nie eingeführt werden wird und die K.-Schumacher-Straße demnach mehr als genug Kapazität frei hat. Und genauso sinnfrei ist es, dass die Linie zu allen Tagesrand- und Nachtzeiten überwiegend heiße Luft durch die Auwald befördert, während andernorts dicht gedrängt gestanden werden muss.

Offline Fahrer

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Re: Nahverkehr in den Zeiten der Corona
« Antwort #332 am: 13.07.2020, 12:58:47 »
Okay, natürlich ist es angemessener als in der HVZ, da bin ich klar bei dir. Problem ist nur, dass viele Leute, oder zumindest diejenigen, denen ein Auto zur Verfügung steht genau vergleichen, was für sie persönlich am besten wäre, ist die Fahrzeit von A nach B kurz, kommt dann doch eher das Auto in Betracht, da durch Weg zur Haltestelle und die Umstiegszeiten echte Zeitfresser sind. Verdopplung der Fahrzeit  ist halt nicht attraktiv. (Mir ist klar, dass der ÖPNV oftmals etwas langsamer ist, -wobei die reine Fahrzeit absolut konkurrenzfähig  ist da ist jetzt keine nennenswerte Mehrzeit in Betracht zu ziehen -  derjenige, dem ein Auto zur Verfügung steht, vergleicht das vielleicht doch etwas kritischer).

Wenn man nicht aufpasst könnte der Weg von einzelnen Taxifahrten über Carsharing langfristig doch eher zum eigenen Auto führen, als zum ÖPNV zurück. UNd zumindest in Sachsen sind kleine Familienzusammenkünte möglich, Restaurants... Die großen Sachen wie Konzert,Oper, Theater haben ja Lastspitzen, die allenfalls kurzzeitig (d.h. oft bis zu 1 h) einen dichten Takt rechtfertigen. 

Offline Thomas L.E.

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Re: Nahverkehr in den Zeiten der Corona
« Antwort #333 am: 13.07.2020, 14:53:04 »
Weshalb fährt eigentlich die /SL.001 immer noch nach „Corona-Fahrplan“ im 15min-Takt? Hängt das mit dem längeren Fahrtweg und dem damit verbundenen Mehrbedarf an Fahrzeugen für einen 10min-Takt zusammen oder besteht (noch) kein Bedarf zur Wiederherstellung des ursprünglichen Taktes?
Die (Service-) Wüste lebt!

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Re: Nahverkehr in den Zeiten der Corona
« Antwort #334 am: 13.07.2020, 15:10:13 »
Offiziell "kein Bedarf", wobei es fehlender Wille eher trifft. Der ursprünglich geplante Umleitungsfahrplan sah selbstverständlich auf allen Linien (mit Ausnahme der /SL.002) Mo-Sa einen 10-Minuten-Takt vor.

Offline Fahrer

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Re: Nahverkehr in den Zeiten der Corona
« Antwort #335 am: 13.07.2020, 15:39:26 »
auf der  /SL.014 meine ich auch nicht.

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Re: Nahverkehr in den Zeiten der Corona
« Antwort #336 am: 13.07.2020, 16:05:43 »
^ Die gibt es ja momentan auch nicht.

Offline opi

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Re: Nahverkehr in den Zeiten der Corona
« Antwort #337 am: 13.07.2020, 18:38:44 »
Weshalb fährt eigentlich die /SL.001 immer noch nach „Corona-Fahrplan“ im 15min-Takt? Hängt das mit dem längeren Fahrtweg und dem damit verbundenen Mehrbedarf an Fahrzeugen für einen 10min-Takt zusammen oder besteht (noch) kein Bedarf zur Wiederherstellung des ursprünglichen Taktes?

Im Bereich Grünau ist der Mehrbedarf schon vorhanden, zumal Stadteinwärts ein 9/6 Minutentakt mit der /SL.002 besteht. Da die /SL.001 auch noch in Lausen startet und ab Ratzelbogen mindestens die 9 Minuten Wartezeit bestehen ist sie zumeist gerammelt voll und sammelt Plusminuten und die /SL.002 fährt bis WLP halb leer hinterher. Im Abendprogramm Richtung Grünau hört die /SL.002 jetzt schon 1h eher auf, so dass dann ab Westplatz nur noch eine Bahn aller 15 Minuten den ganzen Ast bedienen darf. Jubel! Der Sommerfahrplan macht es noch schlimmer.

Offline Jens

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Re: Nahverkehr in den Zeiten der Corona
« Antwort #338 am: 13.07.2020, 19:02:30 »
Hallo,

Fährt die  /BL.079 eigentlich Mo-Fr generell zum Cospudener See oder nur (wie jedes Jahr) aller 60 min.

MfG
Jens

Offline Fahrer

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Re: Nahverkehr in den Zeiten der Corona
« Antwort #339 am: 13.07.2020, 20:17:10 »
alle 60 Minuten, wenn man den Fahrplan der  /BL.079 zwischen Connewitz und Cospudener See sieht man es.
@Opi, ich möchte widersprechen ganz leer ist die  /SL.002 mittags nicht. Zumindest im Bereich MArschnerstraße <-> Neues Rathaus. Aber die  /SL.001 ist natürlich deutlich voller.

Offline opi

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Re: Nahverkehr in den Zeiten der Corona
« Antwort #340 am: 14.07.2020, 09:06:40 »
@Opi, ich möchte widersprechen ganz leer ist die  /SL.002 mittags nicht. Zumindest im Bereich MArschnerstraße <-> Neues Rathaus. Aber die  /SL.001 ist natürlich deutlich voller.

Ich schrieb HALB leer und nicht ganz leer, auch um den Adler herum. Es entspricht schon einer /SL.009 nach MBerg-West, kann man also getrost einstellen. :-D

Offline Sven

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Re: Nahverkehr in den Zeiten der Corona
« Antwort #341 am: 14.07.2020, 20:50:06 »
Die LVB sind ein Witz - positiv ausgedrückt  >:(
Wie kann man sich auf die Fahne schreiben, einen ÖPNV-Anteil von 25% an den Verkehren in dieser Stadt zu erreichen? Wie besoffen muss man dabei gewesen sein? Schizophren wäre noch die gute Umschreibung. In meinen Worten würde ich den Begriff bekloppt verwenden.

Ehrlich, macht den Laden zu, schmeisst die gesamte (!) Führungsriege raus. Am besten ab nach Afrika zu Hr. Heinemann.

Peinlich ist die Verwaltung dieser Stadt. Wie kann man sich solch einen Blödsinn anschauen? Das ist ein städtischer Betrieb. Wo bleibt die Aufsichtsfunktion.

Grüße
Sven


Offline Laany Toke

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Re: Nahverkehr in den Zeiten der Corona
« Antwort #342 am: 14.07.2020, 21:22:44 »
Im Grunde würde ich dir dabei zustimmen. Von der Tapete bis zur Wand gedacht und so weiter. Und den planenden Leuten einen Kurzlehrgang zu Kundenverhalten geben. Aber:

Der ganze Mist ist auf Geheiß der Stadt gewachsen! Die letzten Schätzungen sehen einen Verlust von rund 18 Mio Euro vor, der entstand. Und die Stadt hat den LVB freie Hand (oder die Order) gegeben, diesen Schaden so gut es geht zu minimieren. Ja bloß keinen Euro mehr hineinstecken als man muss, die werden sonst noch verwöhnt! An die Langfristschäden verschwendet da keiner auch nur einen Gedanken.
Hier gehört die Säge also noch an ganz anderer Stelle angesetzt. Heiße Luft können die in der Stadtverwaltung alle produzieren, wenn es dann aber knallhart um das Leben der Stadt geht, wird sich schnell geduckt. Hat Herr Jung in den letzten Monaten ja gut bewiesen.

Zu schade ist es, dass man genau das nicht den Kunden so kommuniziert. Das würde ein ganz anderes Licht werfen. Aber so stecken die LVB sämtliche Prügel ein und die Stadt ist fein raus.
Das Schönste an Dresden: Das Ortsausgangsschild.

Offline RoSchoLe

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Re: Nahverkehr in den Zeiten der Corona
« Antwort #343 am: 15.07.2020, 08:14:02 »
Das Herr Jung und seine Leute nicht viel mit dem ÖPNV am Hut haben, haben wir ja 14 Jahre lang erleben dürfen - faktischer Stillstand beim Ausbau.
Aber leider waren die Leipziger der Meinung, dass das ruhig so weiter gehen soll.
Und die, die es hätten ändern können (Kreft, Riedwald) haben ja feige gekniffen, haben sich mit hohlen  Worten und Versprechungen des Herr Jung abspeisen lassen. Und das Ergebnis sieht man jetzt.
Sicher auch die Gelegenheit, den gerade noch drohende tatsächlichen Ausbau und die Verdichtung des ÖPNV nun wieder vom Tisch zu wischen.

Offline opi

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Re: Nahverkehr in den Zeiten der Corona
« Antwort #344 am: 15.07.2020, 10:32:29 »
Da sollte man wohl doch eine Dauerdemonstration auf der Kreuzung am Augustusplatz organisieren (bei Freihaltung der Gleisanlage). Bis endlich harte Fakten im Rathaus geschaffen werden, für die Kunden aber auch fürs Personal.