Autor Thema: Nahverkehr in den Zeiten der Corona  (Gelesen 26107 mal)

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Offline Service-Champion

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Nahverkehr in den Zeiten der Corona
« am: 17.03.2020, 00:57:32 »
Im Tagesschau-Thema hatte sich dazu bereits eine kleinere Diskussion entwickelt, aber weil dieser Bereich nicht für ausführliche Beiträge zu einem speziellen Thema gedacht war (und man dort bereits die spannende These der Außenastzwangsöffnungsverschleißverursachung besprechen möchte), ist es wohl sinnvoll, für die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den örtlichen Nahverkehr ein eigenes Thema zu starten.
Voraussichtlich wird uns da ja noch eine ganze Weile erhalten bleiben.  :(

Also dieses Plakat ist extrem sinnlos. Zumindest das Exemplar, was ich heute sah

* war VIEL zu textlastig (bestimmt 10-15 Zeilen auf einem A4-Blatt im üblichen LVB-Design blau auf dunkelgelb; zum Durchlesen bin ich nicht gekommen)

* hing viel zu hoch (vom Fahrersitz sicher gut lesbar, aber wer außen nah vor der Tür steht, sieht es gar nicht)

Hätte es nicht ein GROSSER roter Pfeil nach links in Sichthöhe des Einsteigers auch getan? Dass beim Fahrer nicht bezahlt werden kann, merkt man dann innen an den Absperrbändern ohnehin.

So sah es am Sonntag in der  /BL.074 aus:



Wenn die Verkehrsbetriebe vernünftig sind, lassen sie auch die Fahrkartenkontrolle weg - im Sinne der Mitarbeiter der Tochterfirma und auch im Sinne der Fahrgäste.
Das wäre sicher sinnvoll, wobei es auch verständlich wäre, dass man das nicht extra noch offiziell verkündet.


Ich musste heute noch mal raus. Im Bus war alles wie angekündigt (Erste Reihe abgesperrt, Tür öffnet an jeder Haltestelle, Plakat zum Wegfall des Fahrkartenkaufs beim Fahrer). In der Straßenbahn wurde 3 x die Tür nicht zentral geöffnet (von 3 Mitfahrten).

Wo ist das Problem nach drei Tagen die Ankündigung auch bei der Straßenbahn umzusetzen? Dort sollte es doch sogar noch einfacher sein.
Bei meinen Fahrten wurde mir seit Sonntag bei Bus und Bahn immer die Tür geöffnet.

Auf den Monitoren werden zwischen der üblichen Werbung auch Hinweise zur Hygiene eingeblendet, leider teilweise unlesbar und nicht für den ÖPNV angepasst. Z.B. wäre eine konkrete Risikobewertung zur Schmierinfektion über die Haltegriffe usw. deutlich sinnvoller als Tipps zum Händewaschen. Jedenfalls hab ich in der Bahn kein Waschbecken bemerkt.  :P
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Offline Laany Toke

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Re: Nahverkehr in den Zeiten der Corona
« Antwort #1 am: 17.03.2020, 19:27:43 »
In anderen Städten wurde, bzw wird ein reduzierter Fahrplan, wie z.B. der Sonntagsfahrplan, eingeführt. Könnte hier auch noch kommen.
Das Schönste an Dresden: Das Ortsausgangsschild.

Offline Fabi

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Re: Nahverkehr in den Zeiten der Corona
« Antwort #2 am: 17.03.2020, 19:59:59 »
Das nennt sich hier "Ferienfahrplan" - und der gilt ja sowieso gefühlt während 3/4 des Jahres…
Das wundert mich echt, dass der nicht schon längst wieder ausgerufen wurde.

Offline Laany Toke

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Re: Nahverkehr in den Zeiten der Corona
« Antwort #3 am: 17.03.2020, 20:16:38 »
Ferienfahrplan lässt grade einmal die hälfte der Kurse von 2, 8 und 10 wegfallen. Das ist nun nicht die echte Ausdünnung. Da holzt man mit einem Sonntagsfahrplan wesentlich mehr aus...
Das Schönste an Dresden: Das Ortsausgangsschild.

Offline sfn

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Re: Nahverkehr in den Zeiten der Corona
« Antwort #4 am: 17.03.2020, 22:59:02 »
Es gibt ganz frisch eine krasse Allgemeinverfügung der sächsischen Staatregierung.

Hier erstmal der Link, einfach so:
https://www.staatsregierung.sachsen.de/download/allgv-corona-veranstaltungen.pdf

Zum Nahverkehr habe ich hier noch nicht nachgeforscht.

Aus einem anderen Forum entnehme ich eine Lesehilfe, von wegen sozialer Distanz  :-\
Zitat
Hinweise zur Schließung von privaten und öffentlichen Einrichtungen in Sachsen
https://www.staatsregierung.sachsen.de/coronavirus-in-sachsen.html#a-6971


Der Freistaat Sachsen schließt per Allgemeinverfügung fast alle privaten und öffentlichen Einrichtungen und untersagt ebenso alle Veranstaltungen. Die Verfügung des Gesundheitsministeriums gilt ab 19. März 2020, um 0:00 Uhr früh, bis zunächst 20. April 2020.

Ziel ist es, das Ansteckungsrisiko mit dem Corona-Virus weiter zu reduzieren.

Für den Publikumsverkehr werden geschlossen: Theater, Musiktheater, Kinos, Konzerthäuser, Opern, Museen, Ausstellungshäuser, Angebote in Stadtteilkulturzentren und Bürgerhäusern, Angebote der offenen Kinder und Jugendarbeit, öffentliche Bibliotheken, Planetarien, zoologische Ausstellungen in geschlossenen Räumen, Angebote von Volkshochschulen, Angebote von Sprach- und Integrationskursen der Integrationskursträger, Angebote von Musikschulen, Angebote in Literaturhäusern, Angebote öffentlicher und privater Bildungseinrichtungen, Schwimmbäder, Saunas und Dampfbäder, Fitness- und Sportstudios, Spielplätze, Seniorentreffpunkte, Mensen und Cafés der Studentenwerke, Zusammenkünfte in Kirchen, Moscheen, Synagogen und die Zusammenkünfte anderer Glaubensgemeinschaften, Sportanlagen sowie Reisebusreisen.

Der Betrieb von Tanzlokalen, Messen, Spezial- und Jahrmärkten, Volksfesten, Spielbanken und Wettannahmestellen wird untersagt.

Geöffnet bleiben: Gaststätten in der Zeit von 6 bis 18 Uhr einschließlich ihrer Liefer- und Abholdienste für den Außer-Haus-Verkauf. Geöffnet und vom Sonntagsverkaufsverbot ausgenommen werden der Einzelhandel für Lebensmittel, Wochenmärkte, Abhol- und Lieferdienste, Getränkemärkte, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Tankstellen, Banken und Sparkassen, Poststellen, Frisöre, Reinigungen, Waschsalons, der Zeitungsverkauf, Bau-, Gartenbau- und Tierbedarfsmärkte und der Großhandel. Eine Öffnung dieser genannten Einrichtungen erfolgt unter Auflagen zur Hygiene, zur Steuerung des Zutritts und zur Vermeidung von Warteschlangen. Dienstleister und Handwerker können ihrer Tätigkeit weiterhin nachgehen. Alle Einrichtungen des Gesundheitswesens bleiben unter Beachtung der gestiegenen hygienischen Anforderungen geöffnet.

Zitat
Allgemeinverfügung
Vollzug des Infektionsschutzgesetzes
Maßnahmen anlässlich der Corona-Pandemie

Verbot von Veranstaltungen
Bekanntmachung des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhaltvom 18. März 2020, Az.:  15-5422/5
(PDF, 7 Seiten, ~50kB)
https://www.staatsregierung.sachsen.de/download/allgv-corona-veranstaltungen.pdf

Zitat
Das Sächsische Staatsministerium für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt erlässt auf der Grundlage von § 28 Abs. 1 Satz 1 Infektionsschutzgesetz (IfSG) folgende

Allgemeinverfügung

[...]

2. Gewerbebetriebe im Sinne der Gewerbeordnung in der Fassung der Bekanntmachung vom  22.  Februar  1999  (GewO,  BGBl.  I  S.  202,  zuletzt  geändert  durch  Artikel  15  des  Gesetzes vom 22. November 2019, BGBl. I S. 1746) der folgenden Arten dürfen nicht für den Publikumsverkehr geöffnet werden:
a) Tanzlustbarkeiten (wie zum Beispiel Clubs, Diskotheken, Musikclubs; hierzu zählen zusätzlich auch Bars ohne Tanzangebot, in denen bei gewöhnlichem Betrieb Menschenansammlungen mit räumlicher Enge nicht ausgeschlossen werden können),
b) Kneipen,
c) Messen, Ausstellungen,
d) Spezialmärkte und Jahrmärkte,
e) Volksfeste,
f) Spielhallen,
g) Spielbanken,
h) Wettannahmestellen und ähnliche Unternehmen.

3. Gaststätten  im  Sinne  des  Sächsischen Gaststättengesetzes  in  der  Fassung  der  Bekanntmachung vom 3. Juli 2011 (SächsGVBl. S. 198, zuletzt geändert durch Artikel 27 des Gesetzes vom 26. April 2018, SächsGVBl. S. 198), Personalrestaurants und Kantinen sowie Mensen und Cafés der Hochschulen und sonstigen Bildungseinrichtungen im Freistaat  Sachsen dürfen  für  den  Publikumsverkehr  nur  zwischen  6.00  Uhr  und  18.00  Uhr geöffnet  werden,  wenn  die  Plätze  für  die  Gäste  so  angeordnet  werden,  dass  ein  Abstand von mindestens 1,5 Metern zwischen den Tischen gewährleistet ist. Stehplätze sind so zu gestalten, dass ein Abstand von mindestens 1,5 Metern zwischen den Gästen gewährleistet ist.
Erlaubt  ist  auch  der  Außer-Haus-Verkauf  durch  Gaststätten  bzw.  ein  entsprechender  Liefer- und Abholservice ohne zeitliche Beschränkung.   Gegebenenfalls  werden  durch  die  Gesundheitsbehörden  weitere  Auflagen  erteilt,  um  das Risiko einer Verbreitung des Corona-Virus zu minimieren, etwa durch Reglementierung der Besucherzahl, Hygienemaßnahmen und -hinweise.


[...]

Im LVB-Netz gibt es nur Große oder keine Anschlüsse.

Sinnlosaktionen: zweistündiger Betriebsausfall und tote FKA zur Jahreswende, Hst.-Umbenennungen in plumpe Namen, Werbeansagen, gekaufte Haltestellennamen, Vorneinstieg (gelbe Flecken schon weg), Sitztest (mit vorgeplantem "Ergebnis"),...
Sinnlosmarketing: Fahrzeugtaufen
Dümmliches aus Antwortmails: DFI+IBIS können um Minuten voneinander abweichen; Lösen von mehr als 3 Zonen an den mobilen FKA softwareseitig nicht möglich,...

28. Oktober 2009: Schwarzer Tag für den öffentlichen Stadtverkehr in Leipzig

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Re: Nahverkehr in den Zeiten der Corona
« Antwort #5 am: 17.03.2020, 23:55:13 »
In anderen Städten wurde, bzw wird ein reduzierter Fahrplan, wie z.B. der Sonntagsfahrplan, eingeführt. Könnte hier auch noch kommen.
Nach meinem heutigen Eindruck könnte der 15-Min-Takt am Abend vorgezogen werden,
während der HVZ müsste für möglichst viel Platz der normale Fahrplan beibehalten werden.

Zum Nahverkehr habe ich hier noch nicht nachgeforscht.
Warum nicht?
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Offline sfn

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Re: Nahverkehr in den Zeiten der Corona
« Antwort #6 am: 18.03.2020, 00:04:55 »
Warum nicht?

Weil ich mir noch überlegen musste, wie ich an Klopapier komme. Noch Fragen?  ::)
Im LVB-Netz gibt es nur Große oder keine Anschlüsse.

Sinnlosaktionen: zweistündiger Betriebsausfall und tote FKA zur Jahreswende, Hst.-Umbenennungen in plumpe Namen, Werbeansagen, gekaufte Haltestellennamen, Vorneinstieg (gelbe Flecken schon weg), Sitztest (mit vorgeplantem "Ergebnis"),...
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28. Oktober 2009: Schwarzer Tag für den öffentlichen Stadtverkehr in Leipzig

Offline Timotimo

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Re: Nahverkehr in den Zeiten der Corona
« Antwort #7 am: 18.03.2020, 22:58:48 »
Fahrplandaten ab Montag, 23.03. sind online. Trams im 15-Min.-Takt, Busse anscheinend individuell.

Offline Jens

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Re: Nahverkehr in den Zeiten der Corona
« Antwort #8 am: 19.03.2020, 05:55:02 »
Hallo,

Und wo?


MfG Jens

Offline Thomas L.E.

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Re: Nahverkehr in den Zeiten der Corona
« Antwort #9 am: 19.03.2020, 06:36:24 »
Passt zwar nicht ganz zum Thema, aber ich finde es von der LVZ unverantwortlich, dass sie viele wichtige Information zum Corona-Virus als kostenpflichtigen LVZ+ Beitrag vorhält. Solche Informationen sollten in Anbetracht der Krise Allen zugänglich sein.
Die (Service-) Wüste lebt!

Offline Timotimo

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Re: Nahverkehr in den Zeiten der Corona
« Antwort #10 am: 19.03.2020, 08:17:10 »
Und wo?

insa.de -> wenn man sich eine Verbindungsauskunft ausgeben lässt, dann erkennt man es. Fahrpläne oder Infos auf L.de gibt es Stand jetzt - keine.

Offline RoSchoLe

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Re: Nahverkehr in den Zeiten der Corona
« Antwort #11 am: 19.03.2020, 08:46:13 »
Passt zwar nicht ganz zum Thema, aber ich finde es von der LVZ unverantwortlich, dass sie viele wichtige Information zum Corona-Virus als kostenpflichtigen LVZ+ Beitrag vorhält. Solche Informationen sollten in Anbetracht der Krise Allen zugänglich sein.
Es gibt immer Leute die aus einer Katastrophe Kapital schlagen wollen. Ja selbst Leute, die diese Blatt abonniert haben und/oder E-Paper beziehen können, sind bei den aktuellen Nachrichten ausgesperrt, sie können es einen Tag später nachlesen. LVZ+ kostet auch für die extra.

Schau einfach bei MDR nach, dort ist alles durch den Rundfunkbeitrag bezahlt und für jeden zugänglich.

Offline xXx

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Re: Nahverkehr in den Zeiten der Corona
« Antwort #12 am: 19.03.2020, 09:16:02 »
Wieder mal ein schönes Beispiel der Kommunikationsstrategie der LVB mit dem Kunden. Der interessierte Fahrgast muss selbst in der Verbindungsauskunft nach Änderungen suchen, während offiziell Einschränkungen nicht absehbar sind ...

Online opi

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Re: Nahverkehr in den Zeiten der Corona
« Antwort #13 am: 19.03.2020, 09:24:56 »
LVZ+ kostet noch mal extra? Oh mein Gott, dann ist das ja verarsche, wenn ich auf so einen Artikel komme und dort die Werbung für ihr "E-Paper" ABO bekomme.

Zum Thema: Die S-Bahn Mitteldeutschland bekommt Einschränkungen


https://www.l-iz.de/wirtschaft/mobilitaet/2020/03/Ab-19-Maerz-gibt-es-erste-Einschraenkungen-im-Linienbetrieb-des-Mitteldeutschen-S-Bahn-Netzes-322007

Zitat
So kommt es vorerst zur Verlängerung der Taktzeiten auf den Linien S 1 Leipzig Miltitzer Allee–Leipzig-Stötteritz, S 3 Leipzig–Schkeuditz (Berufsschulzüge Leipzig Hbf. oben–Schkeuditz entfallen), S 9 Halle–Delitzsch–Eilenburg und RB 110 Leipzig–Grimma–Döbeln.

Einzelne wenige Fahrten der RB 20 Leipzig–Naumburg–Erfurt und des RE 17 Leipzig–Naumburg entfallen. Hier können parallele Verkehrsangebote genutzt werden, so der ZVNL.

Was auch immer das genau heißt, ich finde die Informationen nirgends bei der DB.

Offline Passagier

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Re: Nahverkehr in den Zeiten der Corona
« Antwort #14 am: 19.03.2020, 10:01:30 »
Ja selbst Leute, die diese Blatt abonniert haben und/oder E-Paper beziehen können, sind bei den aktuellen Nachrichten ausgesperrt, sie können es einen Tag später nachlesen. LVZ+ kostet auch für die extra.

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