Autor Thema: Ideen zu neuen SPNV/SPFV-Linien nach/über Leipzig  (Gelesen 2788 mal)

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Offline frank_le

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Re: Ideen zu neuen SPNV/SPFV-Linien nach/über Leipzig
« Antwort #30 am: 05.09.2018, 23:44:50 »
Kann es sein das die durchgehenden Züge Dresden - Breslau derzeit nicht in der Auskunft bahn.de drin sind?

Ich habe für den 20.9. gesucht und finde von Dresden nach Breslau nur Umsteigeverbindungen.

Dresden-Neustadt   ab 06:39   3   TL RB60 (74137)   trilex - Die Länderbahn GmbH DLB Richtung: Görlitz
Görlitz   an 08:12   12

Umsteigezeit 55 Min.

Görlitz   ab 09:07   11   R 5825 R 67632   Regionalzug Richtung: Zielona Gora
Wegliniec   an 09:39   

Umsteigezeit 8 Min.

Wegliniec   ab 09:47       KD 69523   Koleje Dolnoslaskie Richtung: Wroclaw Glowny
Wroclaw Glowny   an 11:39



Normalerweise kann man 6.15 Uhr ab DD Neustadt mit dem durchgehenden TRILEX nach Wroclaw (Ankunft 9.49 Uhr) fahren.

Offline Linie 22

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Re: Ideen zu neuen SPNV/SPFV-Linien nach/über Leipzig
« Antwort #31 am: 06.09.2018, 06:37:22 »
@frank_le :Ist mir auch aufgefallen, bei der Deutschen Bahn fehlt sie, beim ZVON ist sie drin.

Über das Drama der Strecke über Görlitz:

https://www.sz-online.de/nachrichten/polen-macht-druck-bei-elektrifizierung-der-bahnlinie-dresden-goerlitz-3954724.html

https://www.mdr.de/sachsen/bautzen/goerlitz-weisswasser-zittau/deutsch-polnischer-bahngipfel-elektrifizierung-goerlitz-100.html

@MD 612: Wieso sagst du ERST ZU ENTWICKELTE Mehrsystemfahrzeuge, es gibt doch Siemens ES64U4 oder die ČD-Baureihe 380
  von  Skoda?
 
 
 
« Letzte Änderung: 06.09.2018, 06:45:49 von Linie 22 »

Offline MD 612

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Re: Ideen zu neuen SPNV/SPFV-Linien nach/über Leipzig
« Antwort #32 am: 06.09.2018, 17:18:50 »
Wieso sagst du ERST ZU ENTWICKELTE Mehrsystemfahrzeuge, es gibt doch Siemens ES64U4 oder die ČD-Baureihe 380 von  Skoda?
Die Frage wäre ja, ob über die Jahre gerechnet ein E-Triebzug (den es aber als Mehrsystemvariante D-Pl m.W. noch nicht gibt) nicht wirtschaftlicher in Anschaffung, Unterhaltung und Energieverbrauch wäre als eine E-Lok mit vier oder fünf Wagen. Und selbst wenn Lok-Wagenzug, es dürfte momentan keine nennenswerte Anzahl mehrspannungsfähiger Wagen verfügbar sein. Damit wären Neubauwagen fällig, und da wird man aus Zulassungsgründen kaum noch auf vorhandene Konstruktionen zurückgreifen können.

Gruß Peter
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Offline Linie 22

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Re: Ideen zu neuen SPNV/SPFV-Linien nach/über Leipzig
« Antwort #33 am: 06.09.2018, 19:14:13 »
@ MD 612: Naja, beim Berlin-Warszawa-Express geht es und die ÖBB kommt mit ihren Railjet-Angebot auch mit Mehrsystemanforderungen klar. Zudem wuppen die in Deutschland schon die Nachtzüge, vielleicht haben die Österreicher Lust drauf  das ganze Deutsche Bahnfernverkehrsnetz zu übernehmen? ;D

Offline Linie 22

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Re: Ideen zu neuen SPNV/SPFV-Linien nach/über Leipzig
« Antwort #34 am: 08.09.2018, 08:44:39 »
@MD 612: Die 380 Kilometer lange Strecke Leipzig - Dresden - Görlitz/Zgorzelec - Wroclaw/Breslau durchzudieseln, wie du es theoretisch ins Spiel gebracht hast, widerstrebt mir nicht nur aus Umweltschutzgründen zutiefst. Die DB und andere Bahnunternehmen legen diese Unart der Ressourcenverschendung öfter an den Tag.
Nicht umsonst habe ich eine 350 Kilometer lange, demnächst durchgängig elektrifizierte Verbindung Leipzig - Riesa - HoyWoy - Wroclaw/Breslau hier angesprochen, die dieses Manko nicht hat.
Bei der von mir favoritisierten Variante handelt es sich um eine Möglichkeit recht zeitnah eine direkte,schnelle Personenfernverbindung auf die Beine zu stellen. Größere Ausbauten der immobilen Infrastruktur (also Gleise und Oberleitung) sind nicht mehr dringlich, da weitgehend vorhanden. Hauptanschaffungsposten sind natürlich die Fahrzeuge, aber die werden nach der Elektrifizierung von Dresden - Görlitz/Zgorzelec ohnehin notwendig.
Ob die allerdings tatsächlich bis 2028 kommen wird, naja, die Verzögerungen bei Bahnbauprojekten in Deutschland sind negativ legendär. DANN kann man nochmals schauen, ob eine oder zwei Fernverkehrsverbindungen nach Wroclaw/Breslau sinnvoll sind, denn erst DANN sind die von dir angenommenen 3 Stunden 30 Minuten zwischen Leipzig - Wroclaw/Breslau über Dresden und Görlitz elektrisch erst möglich!
Allerdings 10 Jahre und mehr Fernverkehrsbrache sollte man sich nicht erlauben!
Welche Banken du kennst, die da soviele Hürden aufstellen das sich die Anschaffung von Mehrsystemfahrzeugen nicht lohnen würde, weiß ich nicht. Ich sehe allerdings das Bahnen in europäischen Nachbarländern damit wohl keine größeren Schwierigkeiten haben.
Vielleicht einfach mal nachfragen welche deren Bank des Vertrauens ist?
Wenn ich in Dresden unterwegs bin, höre ich nicht nur viele tschechisch sprechende Passanten sondern auch viel polnisch sprechende.
Nicht nur die Prager Straße in Dresden ist dafür ein Hotspot, auch die kulturellen Sehenswürdigkeiten.
Diese Gäste aus den Nachbarländern werden wahrscheinlich auch lieber schnelle und direkte Verbindungen bevorzugen und über die Autobahnen zur nächstgelegenen Metropole, also Dresden, kommen solange es im Bahnfernverkehr keine gescheiten Verbindungen gibt!!!
In Leipzig höre ich übrigens nur selten Tschechisch oder Polnisch in der Stadt obwohl wir kulturgeschichtlich insbesondere über die Via Regia auch Richtung Osten unsere Handelsbeziehungen, Weltoffenheit und den städtischen Wohlstand zu verdanken haben.
Es wird Zeit, sich darauf zu besinnen.







Offline MD 612

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Re: Ideen zu neuen SPNV/SPFV-Linien nach/über Leipzig
« Antwort #35 am: 08.09.2018, 13:27:30 »
Die 380 Kilometer lange Strecke Leipzig - Dresden - Görlitz/Zgorzelec - Wroclaw/Breslau durchzudieseln, wie du es theoretisch ins Spiel gebracht hast, widerstrebt mir nicht nur aus Umweltschutzgründen zutiefst.
Mir widerstrebt das grundsätzlich auch. Aber die ökologische Seite ist eben nur ein Teil der Betrachtung. Grundsätzlich muss sich die Verbindung wirtschaftlich selbst tragen. Das heißt wie schon geschrieben, die Einnahmen müssen die Ausgaben mindestens vollständig decken. Um das zu erreichen, müssen alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden um einerseits die Kosten zu minimieren und andererseits die Einnahmen zu steigern. Ich gehe stark davon aus, dass die Einnahmen alleine aus dem Aufkommen aus dem Knoten Leipzig nicht ausreichen, um alle Ausgaben einer Direktverbindung über Hoywoy zu decken. Einnahmen steigern kann man aber, wenn man von Anfang an über Dresden fährt. Nur werden diese Mehreinnahmen die Mehrausgaben eines zweimaligen Lokwechsels in Dresden und Görlitz / Zgorcelec nicht decken. Bleibt also nur die Variante der durchgehenden Dieselbespannung, um die Kosten um die Mehrausgaben für die beiden Lokwechsel zu minimieren und gleichzeitig die Einnahmen aus der Dresdner Ecke mitzunehmen, um so die vollständige Kostendeckung inklusive einer vernünftigen Rendite zu erwirtschaften. Fraglich ist, ob es selbst dann gelingt...

Nicht umsonst habe ich eine 350 Kilometer lange, demnächst durchgängig elektrifizierte Verbindung Leipzig - Riesa - HoyWoy - Wroclaw/Breslau hier angesprochen, die dieses Manko nicht hat.
Ein durchgehender Fahrdraht sieht zwar schön aus, er alleine reicht aber nicht, um eine Fernverkehrsverbindung dauerhaft kostendeckend zu betreiben. Das ist der Punkt, und um den scheinen wir uns im Kreis zu drehen...

Allerdings 10 Jahre und mehr Fernverkehrsbrache sollte man sich nicht erlauben!
Aber 10 Jahre im Minus zu fahren, wird sich kein EVU leisten können.

Welche Banken du kennst, die da soviele Hürden aufstellen das sich die Anschaffung von Mehrsystemfahrzeugen nicht lohnen würde, weiß ich nicht. Ich sehe allerdings das Bahnen in europäischen Nachbarländern damit wohl keine größeren Schwierigkeiten haben.
Man kann doch keine pauschalen Vergleiche mit anderen Strecken und anderen Ländern anstellen. Wenn sich hier und dort eine Verbindung rechnet, dann kann man die auch fahren. Aber grundsätzlich reichen Banken (auch in Osteuropa) nur dann Kredite aus, wenn ausreichend Sicherheiten gegeben sind, dass sie ihr Geld wiederbekommen. Du bekommst doch auch keinen Kredit für ein Eigenheim, wenn die Bank nicht sieht, dass Dein Einkommen bei Berücksichtigung aller Ausgaben ausreicht, um den Kredit zuverlässig zurückzuzahlen. Das heißt, das interessierte EVU muss schon mit nachvollziehbaren Zahlen belegen können, dass die Verbindung in überschaubarem Zeitraum so viel Geld abwirft, dass davon nicht nur Personal, Energie, Fahrzeugunterhaltung und dgl. finanziert werden können, sondern dass auch genug Kohle übrig bleibt, um den Kredit für die Fahrzeuge zurückzuzahlen. Wir reden hier ja nicht von ein paar Tausend Euro, wir reden hier alleine bei den Fahrzeugen von ein paar Millionen. Und die wollen erst einmal erwirtschaftet sein.

Aber wenn Du natürlich eine Bank dafür findest steht es Dir ja frei, ein EVU zu gründen und die Verbindung aufzubauen. Alternativ kannst Du Dich ja gerne an eines der vielen EVU wenden, die hier so rumfahren und Dein Konzept inklusive Finanzierungsmöglichkeiten dort vorstellen. Vielleicht hat ja eins davon Interesse, es muss ja nicht das rote sein.

Wenn ich in Dresden unterwegs bin, höre ich nicht nur viele tschechisch sprechende Passanten sondern auch viel polnisch sprechende.
Und auf die bzw. deren Fahrgelder willst Du verzichten??

Diese Gäste aus den Nachbarländern werden wahrscheinlich auch lieber schnelle und direkte Verbindungen bevorzugen und über die Autobahnen zur nächstgelegenen Metropole, also Dresden, kommen solange es im Bahnfernverkehr keine gescheiten Verbindungen gibt!!!
Es gibt bereits seit einigen Jahren eine durchgehende Verbindung Dresden - Breslau. Aber die läuft trotz der Subventionierung als Nahverkehrslinie derart schlecht, dass sie zeitweise sogar wieder auf der Abschussliste stand und jetzt nur durch ihre Integration in bestehende Taktverkehre überleben kann. Es sind wohl nach wie vor rein politische Gründe, dass die trotz hoher Subventionen weiter betrieben wird. Und dabei war es hauptsächlich die polnische Seite, die ihrerseits nicht mehr bereit war die Verbindung zu subventionieren. Für Leipzig - Hoywoy - Breslau sehe ich daher für ein solches Konstrukt mehr als schwarz. Eine separate Linie wird wohl niemand subventionieren, das wird schon aus rechtlichen Gründen nicht möglich sein, da die aufgrund der Länge und der Entfernung der Zielpunkte nicht als Nahverkehrslinie eingeordnet werden kann und als Fernverkehr per sè eigenwirtschaftlich zu betreiben ist. Eine Integration in bestehende Nahverkehre würde wohl auf eine Verlängerung der S4 (eine S-Bahn Leipzig - Breslau?) oder alternativ auf Umsteigen in Hoywoy hinauslaufen. Wenn sich denn überhaupt jemand findet eine zweite Linie nach Breslau mit öffentlichen Geldern zu subventionieren, wenn schon die eine bestehende nicht läuft.

Noch ergänzend:

Naja, beim Berlin-Warszawa-Express geht es und die ÖBB kommt mit ihren Railjet-Angebot auch mit Mehrsystemanforderungen klar.
Das ist schon richtig, nur sind da die Wagen schon vorhanden. Und ja, man könnte wahrscheinlich sogar auf Railjet-Garnituren setzen, die hatte ich nicht auf dem Sender. Aber gerade die sollen sich nicht gerade als besonders preisgünstig auszeichnen...

Gruß Peter
« Letzte Änderung: 08.09.2018, 20:03:40 von MD 612 »
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Offline klm

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Re: Ideen zu neuen SPNV/SPFV-Linien nach/über Leipzig
« Antwort #36 am: 08.09.2018, 16:41:15 »
[...] da die aufgrund der Länge und der Entfernung der Zielpunkte nicht als Nahverkehrslinie eingeordnet werden kann [...]
Wo genau sind da die Grenzen, wenn es denn welche gibt?

(eine S-Bahn Leipzig - Breslau?)
Sag niemals nie! (siehe Frage oben)

Offline MD 612

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Re: Ideen zu neuen SPNV/SPFV-Linien nach/über Leipzig
« Antwort #37 am: 08.09.2018, 19:54:13 »
Wo genau sind da die Grenzen, wenn es denn welche gibt?
Nahverkehr ist alles, was bis etwa 50km geht. Bei längeren Linien dann, wenn die überwiegende Mehrheit der Fahrgäste die Linie nicht weiter als diese 50km nutzt. Da gibt es sicher eine Menge Interpretationsspielraum . Aber eine Linie, die hauptsächlich die Fahrgäste in der Relation Leipzig - Breslau anspricht, ist kein förderungswürdiger Nahverkehr. Wenn man aber die S-Bahn bis Breslau verlängert, dann könnte man davon ausgehen, dass die überwiegende Mehrheit der Nutzer auf Relationen wie Leipzig - Torgau, Eilenburg - Falkenberg, Ruhland - Hoywoy unterwegs ist und die ganze Linie damit dem Nahverkehr zuzurechnen ist.

Gruß Peter
« Letzte Änderung: 08.09.2018, 19:59:20 von MD 612 »
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