Autor Thema: [Leipzig Hbf] Reisezentrum + DB Lounge - neue Standorte 2019 (1.Änderung)  (Gelesen 7578 mal)

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Offline Jörg.L.E.

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Wundert mich eigentlich, dass die neue Lounge nicht irgendwo in einer Ecke der Lieferantenzufahrt von Saturn und ALDI untergekommen ist...

Mit dem neuen Standort geht die DB schon diesen Weg, weil es nicht mehr im direkten Umfeld Fernbahnsteige <-> Innenstadt bzw. Fernbahnsteige <-> CTL liegt. Die Frequenz wird etwas abnehmen.
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Offline sfn

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Nunja, wenn tatsächlich 4 Beratungsplätze 600000 Einwohnern in Leipzig plus Gästen gegenüber stehen ,dann kann man das nicht mehr sportlich, sondern bescheuert nennen!

Ich kann die DB Bahn  aber schon verstehen.

Diese 600000 Einwohner plus Gäste kriegen es nämlich nicht gebacken, den Leipziger Hauptbahnhof auch nur annähernd so zu beleben, wie es sich für eine Stadt, deren Namen man in Europa ungefähr so gut kennen dürfte wie Bordeaux oder Krakau, gehören würde.

Abends um 23 Uhr ist der Leipziger Hauptbahnhof töter als die S-Bahnstation Offenbach(Main) Marktplatz. zur selben Uhrzeit. :o


Man könnte den Leipzig Hauptbahnhof ohne weiteres in der Zeit 23-4 Uhr schließen und nur über einen Nachteingang zugänglich machen. In den frühen 1990ern habe ich Frankfurt (Main) Hbf (!) auch so erlebt, ich weiß nicht, ob es jetzt noch so ist. Aber um 23 Uhr ist Ffm Hbf immer noch um Längen voller als der Leipziger Hbf überhaupt irgendwann am Tag... eine ganz andere Liga.
Im LVB-Netz gibt es nur Große oder keine Anschlüsse.

Sinnlosaktionen: zweistündiger Betriebsausfall und tote FKA zur Jahreswende, Hst.-Umbenennungen in plumpe Namen, Werbeansagen, gekaufte Haltestellennamen, Vorneinstieg (gelbe Flecken schon weg), Sitztest (mit vorgeplantem "Ergebnis"),...
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28. Oktober 2009: Schwarzer Tag für den öffentlichen Stadtverkehr in Leipzig

Offline Sven

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@sfn:

Der Sachse fährt aber nicht Bahn sondern Auto. Den Restverkehr hat man in den Tunnel gelegt. Es gibt nur noch Restverkehre, welche man auch über eine Bahnhofshalle abwickeln könnte. Lass es von mir aus zwei sein - sehr großzügig in Richtung Zukunft betrachtet.

Die Städte München, Stuttgart, Frankfurt, Hamburg profitieren von den Pendlern. Das sind wirklich Massen, welche dort bewegt werden. Vorteil von Frankfurt ist noch die Lage im Fernverkehrsnetz.

Leipzig ist zwar Boomtown, aber nicht im Bahnverkehr. Da ist der MIV in der Stadt noch viel zu attraktiv für die ganzen "Dörfler".

Grüße
Sven

Offline Fabi

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Leipzig ist zwar Boomtown, aber nicht im Bahnverkehr. Da ist der MIV in der Stadt noch viel zu attraktiv für die ganzen "Dörfler".

Nicht nur das: Versuch erst mal aus nem Dorf mit dem ÖPNV in die Innenstadt zu kommen - gerade am Wochenende oder nach 18 Uhr, wenn die Bürgersteige schon hochgeklappt wurden.
Es muss noch nicht mal weit draußen sein, man muss nur mal bspw. nach Merkwitz gucken. Der 176er fährt Montag - Freitag zwischen 8 und 18 Uhr. Das wars. Kein Samstag, kein Sonntag, kein Feiertag.
Das Dorf ist nicht mal 2 km von der Stadtgrenze entfernt.

Und bevor ich mich dann als Anwohner in das Auto sitze und nach Taucha zur S-Bahn fahre, kann ich auch direkt 15 Minuten länger im Auto sitzen bleiben, direkt bis in die Innenstadt fahren und zahle auch noch weniger Parkgebühren als ein 2-Zonen-Ticket mit der S-Bahn und wieder zurück kostet. Bei mehr als einer Person ist die Ersparnis dann sogar noch größer.

Noch Fragen?

Der Vergleich mit Frankfurt hinkt auch etwas. In der Leipziger Umgebung gibt es nun mal außer Halle, Bitterfeld und Wittenberg (die alle schon relativ weit weg sind) keine wirklich großen Städte aus denen Pendler kommen können. Allein Frankfurt hat Hanau, Wiesbaden, Mainz, Bad Homburg, Neu Isenburg, Darmstadt usw. direkt vor der Haustür. In München ist es mit Fürstenfeldbruck, Freising, Erding, Starnberg, Wolfratshausen, Grafing usw. ähnlich. Da kommen ganz andere Massen zusammen als aus Schkeuditz, Taucha und Markkleeberg. Zumal man auch dazu sagen muss, dass der Leipziger Bahnhof auch einer der größten Bahnhöfe der Welt ist - da fallen 100 Leute gar nicht so stark auf, weil sie sich in diesem riesigen Komplex ganz anders verteilen als bspw. im Münchner Hauptbahnhof.

Offline Linie 22

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@Fabi: Naja, sieh es mal so: Da hat einer der größten Bahnhöfe der Welt eines der kleinsten Reisezentren an einem der verstecktesten Plätze im Bahnhof ;D. Die Bahn will halt unbedingt mit so vielen Rekorden wie möglich ins irische Brauereibuch.
@MD 612: Ist doch ein voller Erfolg für die DB Immobilien Zentrale, seit Eröffnung der Promenaden vor über 21 Jahren hat man ordentlich die fragende und auskunftswillige Reisekundschaft vom DB-Reisezentrum vergrämen können. Dazu brauchte man nicht mal Hukinol, Hagopur und Ultraschall-Erdspieße einzusetzen.
Simpel und einfach dauerhaft unterbesetzte Infoschalter anbieten, wo man den Bärten beim wachsen zusehen kann. 
Außerdem Zuschlaggebühren verlangen wenn man ein Ticket von einem "echten Menschen" erwerben will und  immer wieder mal Kollegen am Schalter deren Ziel es ist, möglichst "bahnfreundliche" Beratungsergebnisse zu erzielen. :P
Hat sich doch gelohnt, die eine Seite Burger King, die andere Seite evtl. Five Guys. Dann wird die Fressmeile langsam komplett!

Offline Jörg.L.E.

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@Linie 22: Die DB ist im Hbf nur noch Mieter. Das Ding bis zu den  Gleisen gehört mittlerweile dem ECE. Ist natürlich doof so ein lukratives Stück Immobilie damals veräußert zu haben.
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Offline MD 612

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Ist natürlich doof so ein lukratives Stück Immobilie damals veräußert zu haben.
Die Frage wäre, ob die DB im Jahr 1996 das Knowhow gehabt hätte, den Bahnhof zum Einkaufszentrum umzubauen und als solchen zu betreiben. Ich vermute mal, wenn das Gebäudeensemble nicht verkauft worden wäre, stünde es heute noch fast leer. Würde das jemand noch wollen, noch dazu vor der Erfolgsgeschichte des Einkaufscenters??

Gruß Peter
Wenn das ganze Jahr über Urlaub wäre, wäre das Vergnügen so langweilig wie die Arbeit.
William Shakespeare (1564 - 1616), englischer Dichter

Offline sfn

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Zu dieser Erfolgsgeschichte gehört auch, dass selbst der Querbahnsteig bis zu den Glaswänden nicht der DB gehört. Infolgedessen stehen dort keine Fahrkartenautomaten, und für die im Laufe der Jahrzehnte mühsam erlangten Stellflächen für Fahrplaninfos wird wahrscheinlich teuer Quadratmetermiete gezahlt. Auf dem Querbahnsteig gibt es nur bei der DB Information (oder wie das jetzt wieder heißen mag) einen vollständigen Aushangfahrplan, sonst nirgends woanders.

Man darf immer minutenlang durch die Gegend stiefeln, nur um mal eine Abfahrt (von Ankünften rede ich schon gar nicht) nachzuschauen, die in einer halben Stunde stattfindet; auf die dynamischen Anzeigen passen ja regelmäßig nur die Abfahrten der nächsten ca. 15-20 Minuten drauf.

Ich kann froh und soll wohl dankbar sein, wenn ich um kurz nach der vollen Stunde auf der großen Tafel schon die Info zum ICE nach Berlin sehen kann; meistens aber erfahre ich erst auf dem Bahnsteig, dass er eine halbe Stunde Verspätung hat...

Schon gut möglich, dass nicht nur die LVB, sondern auch die örtliche Repräsentanz der DB ganz schlecht im Verhandeln ist.

Vielleicht ist es besser, den Leipziger Hauptbahnhof abzureißen und durch einen achtgleisigen Allerweltsbahnhof zu ersetzen - Projekt L21 (Vorschlag: Sachsenseite ganz wegruppen, Preußenseite verschlanken.) Dann hat man kürzere Wege, das passende Miniaturreisezentrum ist schon vorhanden. Und - ganz wichtig in Buhmdaun - es gibt viel Platz für ein abermals neues Wohnviertel, mit Namen "Sachsenseite" oder etwas noch Bomfortionöserem.

Schon möglich, dass eine derartige Privatisierung seinerzeit "nötig" war -  den Berliner Hauptbahnhof hat man jedenfalls besser hingekriegt.
« Letzte Änderung: 17.07.2019, 16:00:00 von sfn »
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28. Oktober 2009: Schwarzer Tag für den öffentlichen Stadtverkehr in Leipzig

Offline Minol-Pirol

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Eins der minimalen Konzepte mit dem City-Tunnel sah im Hbf mal noch 6 Gleise vor.

Der Entfall des Hbf. an jetziger Stelle war auch schon öfter geplant. In den 30/40er träumte man von einem Durchgangsbahnhof im Bereich Wittenberger/Berliner Straße, der es auch noch bis in die 70er in die Stadtplanungen schaffte.

Offline Jörg.L.E.

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Die Frage wäre, ob die DB im Jahr 1996 das Knowhow gehabt hätte, den Bahnhof zum Einkaufszentrum umzubauen und als solchen zu betreiben.

Wenn man kein Knowhow hat holt man sich einen fähigen Betreiber rein, der das organisiert (Planung, Umbau, Vermietung). Aber Eigentümer bleibt weiterhin die DB.

Dann hat sich ja seit 1996 bei der DB in allen Bereichen kein gesteigerter Erkenntnisgewinn ergeben, wie man an den ausufernden Consultingkosten Konzernweit sieht.
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Offline MD 612

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Wenn man kein Knowhow hat holt man sich einen fähigen Betreiber rein, der das organisiert (Planung, Umbau, Vermietung). Aber Eigentümer bleibt weiterhin die DB.
Wem wäre damit geholfen??
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Offline Linie 22

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Stimmt, mit DEM Bahn-Management  wäre hier keinem geholfen (gewesen). Bleibt sicher noch irgendwo eine Besenkammer oder Heizungsraum wo sich die Bahn mit ihrem "Reisezentrum" einmieten kann. Wenn nicht, da reicht demnächst auch Jemand (er,sie,divers) mit einem Bauchladen der freundlicherweise teure Gestattungsgelder bezahlend durch den Bahnhof tingeln darf. Neben Reise-Informationen und Fahrkarten gibt es da dann selbstverfreilich Wurst, Pommes und Cola etc.! Zudem werden Wahrsagekünste aus der Hand, Glaskugel und Tarokarten feilgeboten. Da sind die derzeit geplanten 4 Stellen im Untergeschoss nur rausgeworfenes Geld wenns jetzt schon nicht funzt... Achja, den Paketdienst nicht vergessen, sonst kann der freiberufliche Reise-Informatiker seine Lebenshaltungskosten nicht decken...
Das Reisezentrum im Keller... ein gefundenes Fressen für Satiremagazine!

Offline Radler

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Satire ist es jetzt, mit dem Wissen aus dem Jahre 2019 die Entscheidungen aus den Jahren 1995/96 mit dem Wissensstand einer jüngst vollzogenen Bahnreform 1. Teil zu brandmarken. In West wie Ost musste die Eisenbahn mühsam aus dem Mief der Beamtenbahn und der Materialmangelbahn heraus geholt werden.

Die ursprüngliche Symbiose aus Einkaufszentrum der Otto-Gruppe (ECE) und Eisenbahn gelang doch gut. Verschlimmbesserungen traten erst nach und nach ein.

Gruß
der Radler

Offline Linie 22

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Das Einkaufszentrum für sich war und ist eine Bereicherung für den Bahnhof, keine Frage. Der wunde Punkt war und ist die fehlende Wertschätzung des Reisezentrums welches immer mehr verkleinert und Verschlimmbessert wurde: Von den Entscheidern im Bahnmanagement! Reisezentren werden immer noch als Klotz am Bein betrachtet. Dadurch wurden immer wieder Dinge eingeführt die die Kunden davon fernhalten sollen, wie beispielsweise "2 € Aufschlag bei persönlicher Beratung" bei den Ländertickets. Ich kenne zumindest kein anderes Geschäft in den Promenaden (außer teuer vom Steuerzahler geretteten Banken und Sparkassen) die glauben es sich leisten zu können direkt vom Kunden einen "Aufschlag für persönliche Beratung" verlangen zu können(,schon klar das jeder Unternehmer seine Kosten eintüten muss, nur halt nicht so Arrogant)! Da scheint noch der Mief der Beamtenbahn durch, gepaart mit der trügerischen Selbstherrlichkeit "too Big to fail" zu sein!

Offline Radler

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Alles eine Frage der Sichtweisen!

Das Reisezentrum war 1997 sehr groß, beiderseits des mittleren Eingang. Erst später kam die Verbesserung der Nummerzieherei, denn das ermöglichte sich hinzusetzen oder einzukaufen oder sonstiges. Vorher war immer volles Risiko, denn Schlangenlänge war selten proportional zur Beratungsdauer.

Es ist kein "2 Euro Aufschlag für persönlichen Verkauf". Das heißt, dummerweise wurde es so vermarktet. Wie wären denn "2 Euro Extra-Rabatt am Automat" gewesen?

Der online-Vertrieb, Zeitkarten und ein recht ordentliches Menü an Automaten machen Routine-Käufe entbehrlich. Eine Auslands-Klassenfahrt hingegen braucht schon menschliche Unterstützung, wenn es als Kundengruppe gewollt ist. Nebenbei: Persönlich war mein Eindruck stets, dass das Personal von sich aus nach sehr günstigen Preisen schaut. Die haben sogar mehr heraus gefischt als meine vorab-Recherche. In über 90% der Fälle klappte es auch mit freundlichsein & Co.

Kurzum: Kein Ruhmesblatt, doch aus meiner Sicht weniger schlimm als der fehlende direkte Zugang aus der mittleren Ebene zur S-Bahn!

Gruß
der Radler