Autor Thema: Diskussionen rund um die Fortschreibung Nahverkehrsplan  (Gelesen 163828 mal)

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Offline Radler

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Re: Diskussionen rund um die Fortschreibung Nahverkehrsplan
« Antwort #915 am: 06.06.2020, 18:39:53 »
Mockau West  für eine Buslinie 70 sehe ich schon als wichtig an, denn dort sind Schulen und der 10erTakt ist ein wichtiges Zubringer-Kriterium zur Mockauer Post. Eher sehe ich Bedarf die Friedrichtshafener Str. am Nordende Busdurchlässig zu machen (ca. 20 m Straßenbau + Poller) und den Sachsenpark zu bedienen. Mockau hat mehrere 1000 Einwohner und Netzwirkung, da wäre das eine sinnvolle Verbindung und Anbindung. Die heutige 86 durchs Niemandsland ist da nutzlos. Und zu selten.

Kreuz als Endpunkt im Süden ist o.k., für Mkb ist der Gelenkbus in der Tat Verschwendung.

Die 80er ist schwierig, deine Idee klingt gar nicht mal sooo schlecht. Muss man abwägen, was es insgesamt an Linien und Takten geben wird.

Gruß
der Radler

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Re: Diskussionen rund um die Fortschreibung Nahverkehrsplan
« Antwort #916 am: 06.06.2020, 18:50:05 »
Ideal fände ich für die /BL.070 eine Teilung in zwei Linien, die sich im zentralen und am stärksten nachgefragten Abschnitt (Schönefeld - Naunhofer Straße?) zum 5-Minuten-Takt überlagern. In den nachfrageschwachen Zeiten (abends und sonntags) könnte man mittels Linienwechsel dann auch weiterhin durchgängig die Gesamtstrecke fahren.

Offline Radler

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Re: Diskussionen rund um die Fortschreibung Nahverkehrsplan
« Antwort #917 am: 07.06.2020, 09:10:45 »
so etwas ähnliches hatte ich ja mit der Verstärkerlinie 71 vorgeschlagen, welche ab Löbauer Str. bis Techn. Rathaus (bei Führung der 70 via Semmelweisstr./Eisnerstr. bis Bebelstr. bis dorthin) einen 5er Takt ergibt. Brechpunkte würden aus meiner Sicht zwischen Connewitz Kreuz und Mockau eher schmerzen als helfen. Als Intensivnutzer dieser Linie ist die Pünktlichkeit nicht so schlecht wie die Nachteile. Verzögerungsgrund Nummer 1 ist Überfüllung im zentralen Linienabschnitt.

Gruß
der Radler

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Re: Diskussionen rund um die Fortschreibung Nahverkehrsplan
« Antwort #918 am: 07.06.2020, 10:00:44 »
Brechpunkte würden aus meiner Sicht zwischen Connewitz Kreuz und Mockau eher schmerzen als helfen.
Aber tut sich das wirklich jemand an und nutzt die /BL.070 auf der Gesamtstrecke? Für Connewitz - Schönefeld und Reudnitz - Mockau/Thekla kann ich mir noch ein paar Direktfahrer vorstellen (daher die Idee mit der Linienüberlappung), aber von Connewitz nach Mockau? Da nimmt man doch im Zweifelsfall eher die Straßenbahn bzw. vermutlich gar nicht erst den ÖPNV.

Offline Sven

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Re: Diskussionen rund um die Fortschreibung Nahverkehrsplan
« Antwort #919 am: 07.06.2020, 12:28:38 »
Aber tut sich das wirklich jemand an und nutzt die /BL.070 auf der Gesamtstrecke? Für Connewitz - Schönefeld und Reudnitz - Mockau/Thekla kann ich mir noch ein paar Direktfahrer vorstellen (daher die Idee mit der Linienüberlappung), aber von Connewitz nach Mockau? Da nimmt man doch im Zweifelsfall eher die Straßenbahn bzw. vermutlich gar nicht erst den ÖPNV.

Als einziger Endpunkt im Norden für die  /BL.070 nach Schönefeld wäre der  /S-Bahn Leipzig Nord eine Variante. Da dort aber aktuell nur  /S2 und  /S4 halten ist der Mehrwert sehr gering. Da ist es sinnvoller die  /BL.070 im Norden zu belassen und im Süden dann eben auf Connewitzer Kreuz zu begrenzen. Vorher sehe ich da keine sinnvolle Endstelle.

Grüße
Sven

Offline Fahrer

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Re: Diskussionen rund um die Fortschreibung Nahverkehrsplan
« Antwort #920 am: 07.06.2020, 13:05:46 »
Die Planbarkeit besteht nur für den Verkehrsbetrieb, da man wunderbar Fahrpersonal sparen kann.

Für den Kunden sind langlaufende Linien immer ein Grund mit Verspätung zu rechnen. Das Beispiel der  /BL.080 /BL.082 /BL.086 habe ich ja schon genannt. Die anderen Linien sind  /BL.070 und  /BL.090, welche durch "herausragende" Zuverlässigkeit glänzen.

Einerseits würde mehr Fahrpersonal auch die Kosten hochtreiben, andererseits finde ich es nicht zu unterschätzen, dass ich weiß, wenn ich in das bestimmte Fahrzeug einsteige einigermaßen sicher, wenn jetzt keine großen Störungen passieren, was auch vor der Coronakrise recht selten war, in einem Zeitraum von Fahrplan  +5 Minuten am Ziel ankomme. (Solche Sachen wie Unfälle und Demos mal Ausgenommen)  Diese Sicherheit habe ich in den Fällen, wo ich 2-3 mal umsteigen muss, bevor ich  am Ziel ankomme nicht. Entsprechend große ist dann auch meine Verspätung.  Und so knapp wie die Umstiegszeiten in Leipzig oft sind, reicht eine verpasste Ampelphase wegen erhöhtem Fahrgastaufkommen/eines Rollstuhlfahrers/eines Fahrscheinverkaufs aus, um den Anschluss zu verlieren.

Zur   /BL.074 kann ich sagen, dass ich seit vielen Jahren keine3 Flächendeckenden nennenswerten Verspätungen mehr mitbekomme.  Kleinere Abweichungen ja, aber oft nichts großes.

Und diese genannten Verspätungen auf der 90 sind für meine Begriffe schon lange Vergangenheitl. Ebenso auf der 70, zumindest wenn ich diese beiden Linien nutze, und das ist auch in der HVZ der Fall. (Jetzt durch die Havariebaustelle ist es anders, ich rede aber vom Normalfall.   Ich fahre oft von der Riebeckstraße nach Mockau, das größte ÄRgernis sind nach meiner Beobachtung Störungen auf  /SL.001, oder  /SL.004, da dann die Fahrgäste dieser Linien auch den Bus nutzen, was in der HVZ den Platz und auch die Haltezeiten an den Rand des Machbaren bringt und dadurch auch einige Minuten flöten gehen.

Anschlüsse zu verpassen ist die einzige Konstante im LVB-Universum.

Ja, liegt aber oft nicht an den großen Verspätungen, sondern an den geringen Umsteigezeiten, und dass die Fahrplanauskunft jeden Schrottanschluss anzeigt.  Zum Beispiel an der Kreuzung von K.Liebknecht-Straße und K.-Eisner-Str. Umsteigezeit zwischen Bahn und Bus 1 Minute, klappt natürlich nicht, 5 oder 6 Minuten schon sehr oft. 

Du bist kein Leipziger, oder? Gerade die Linien, welche auf den Hauptachsen unterwegs sind, weisen in der HVZ immer Verspätungen auf! Die Straßenbahn ist deutlich pünktlicher unterwegs.

Doch, bin ich, und kann deine Erfahrungen absolut nicht teilen, wie oben geschrieben. Bei der STraßenbahn  kommt es drauf an, gerade Taktlücken auf einer anderen Bahn, oder wenn ein Wagen verschiedene Busanschlüsse als Zu-oder Abbringer hat, wird es kritisch. Zum Beispiel gab es in der  /SL.015 in der Realität, durch den 20-Minuten-Takt auf der  /SL.008 gerade in der HVZ  oft einen etwa 5/15-Minuten-Takt, da eine Bahn eh schon, meistens  Pünktlich ab Grünau verspätung einfuhr, da sie die Fahrgäste der  /SL.008 mitgenommen hat und dann auch Fahrgäste mitkamen, die sonst 2-3 Minuten nach der Abfahrt eingetroffen wären, was die Verspätung erhöhte und die nächste Bahn dann natürlich wegen weniger Fahrgästen besser durchkam und gerade am Ende des Linienweges oft ein wenig zu früh fuhr, oder halt pünktlich.


Wer fährt komplett nur mit dem Bus? Welche Verbindung ist bei der Nutzung einer Buslinie schneller bei Vermeidung von Umstiegen zu Straßenbahn oder S-Bahn? Kannst du da bitte ein Beispiel nennen?


Zum Beispiel nutze ich für  Schönefeld-Wahren,oder wenn sich es anbietet Gohlis-Taucha oft den Bus, auch wenn es ein paar Minuten länger dauert, da ich keinen Bock auf Umstieg und  dem damit verbundenen Stress habe. Auch 10 Minuten Umsteigeziet müssen bei der S-Bahn nicht reichen.

Offline Sankt Georg

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Re: Diskussionen rund um die Fortschreibung Nahverkehrsplan
« Antwort #921 am: 18.06.2020, 11:52:03 »
Im Nahverkehrsplan werden 71 Tangentialverbindungen aufgelistet, bei denen Mindeststandards festgelegt worden sind. 26 dieser Verbindungen werden schon direkt bedient.

Kann nicht das Busnetz so erweitert werden, dass ein Großteil dieser Verbindungen ohne Umsteigen möglich ist? Die Fahrtzeiten werden ja nur erreicht wenn man sein Anschluss auch erreicht.

Offline Sven

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Re: Diskussionen rund um die Fortschreibung Nahverkehrsplan
« Antwort #922 am: 19.06.2020, 18:15:28 »
Einerseits würde mehr Fahrpersonal auch die Kosten hochtreiben, andererseits finde ich es nicht zu unterschätzen, dass ich weiß, wenn ich in das bestimmte Fahrzeug einsteige einigermaßen sicher, wenn jetzt keine großen Störungen passieren, was auch vor der Coronakrise recht selten war, in einem Zeitraum von Fahrplan  +5 Minuten am Ziel ankomme. (Solche Sachen wie Unfälle und Demos mal Ausgenommen)  Diese Sicherheit habe ich in den Fällen, wo ich 2-3 mal umsteigen muss, bevor ich  am Ziel ankomme nicht. Entsprechend große ist dann auch meine Verspätung.  Und so knapp wie die Umstiegszeiten in Leipzig oft sind, reicht eine verpasste Ampelphase wegen erhöhtem Fahrgastaufkommen/eines Rollstuhlfahrers/eines Fahrscheinverkaufs aus, um den Anschluss zu verlieren.

Die LVB spart am Personal das es quietscht. Die Zuverlässigkeit ist im A*** und der ÖPNV definitiv kein Garant für sicheres Ankommen. Es mag verständlich sein, wenig Umsteigen zu wollen, aber die wenigstens haben 1:1-Beziehungen. Daher ist eine dichte und zuverlässige Taktung viel wichtiger. Dann braucht niemand beim Umsteigen rennen. Gerade im Innenstadtbereich sollte das möglich sein. Das im Außenbereich der Bus auf S-Bahn bzw. Straßenbahn ausgerichtet werden muss, sollte klar sein.

Wer aber solche Konstrukte wie die  /BL.080 /BL.082 /BL.086 konstruiert, nur um einen Fahrer zu sparen, den interessieren Fahrgäste einen Scheissdreck. Warum fahren denn in den Außenbezirken fast alle mit dem Auto? Warum findet man im ÖPNV kaum noch Wahlfreie?

Corona könnte der Scheideweg für den Fortbestand der LVB werden:

Fall A: Offensive Erweiterung mit Qualitätsoffensive, welche Hand in Hand mit der Stadt passiert und durch Maßnahmen zur Verbesserung des ÖPNV flankiert wird, um das Ziel von 25% zu erreichen.
Fall B: Rigoroses Sparen und weiterer Verlust an Fahrgästen und Kürzung von Leistungen. Absenkung des ÖPNV-Anteils in der Stadt zwischen 10%-15% maximal.

Aktuell würde ich nicht auf Fall A wetten.

Grüße
Sven

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Re: Diskussionen rund um die Fortschreibung Nahverkehrsplan
« Antwort #923 am: 25.06.2020, 12:49:08 »
Die Zuverlässigkeit mag bei immens großen Störungen sicher wichtig sein, aber ist es nicht egal, ob man13:03 oder 13:09  das Ziel erreicht?
Da ist der Unterschied zwischen 13:03 und 14:03 noch größer, zumal man da noch schlechter planen kann, wie viele Busse man nun eher zum Ziel nehmen muss.
Und die niedrige ÖPNV-Beteiligung liegt sicher eher am Takt (in den Außenbezirken Sonntags teilweise gar nicht  und auch sonst   nur stündlich). In Stendal und Umgebung, wo ich herkomme, fahren die Busse wie von dir gefordert kurze Strecken und sind fast immer max. 1-2 Minuten verspätet, trotzdem fährt kaum jemand mit. Es liegt am Angebot. Max. alle 120 Minuten ein Bus ist halt nich attraktiv^, erst recht, wenn es nur um kurze Distanzen geht.

Offline Sven

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Re: Diskussionen rund um die Fortschreibung Nahverkehrsplan
« Antwort #924 am: 25.06.2020, 19:06:24 »
Wenn 13:08 Uhr deine S-Bahn fährt, dann ist es eben nicht egal, ob 13:03 oder 13:09 Uhr  :P

In einer Großstadt muss man immer umsteigen. Daher lieber dichte Takte, damit man eben nicht ständig auf die Uhr gucken muss beim Umsteigen.

Grüße
Sven

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Re: Diskussionen rund um die Fortschreibung Nahverkehrsplan
« Antwort #925 am: 25.06.2020, 21:03:43 »
Dass dichte takte Notwendig sind, da bin ich voll  bei dir, aber eine Finanzierung muss auch da sein.  Und wenn der Abstand zur S-Bahn so knapp ist, sollte man in Erwägung ziehen zu laufen oder eine S-Bahn später zu nehmen. (bzw. für das Verkehrsunternehmen mehr Zeit einzuplanen. Ich finde da 15 Minuten durchaus angemessen. Nach meiner Beobachtung ist auch nicht unbedingt die einzelne Behinderung die Ursache des Übels, sondern eher, dass an der Endstelle nicht die Möglichkeit besteht, Verspätungen abzubauen. Ob die  /SO.034 in Stötteritz wirklich mehr als 15 Minuten Wendezeit braucht, wenn ich das richtig in Erinnerung habe, weiß ich nicht, da die Verspätungen  nciht so exorbitant sind, aber wenn die  /BL.080 immer schon zu spät los fährt, sollte vielleicht ein Wagen mehr eingesetzt werden. Selbst wenn es am Ende pro Runde nur 5 Minuten sind über die Dauer summiert sich das.

Offline Radler

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Re: Diskussionen rund um die Fortschreibung Nahverkehrsplan
« Antwort #926 am: 25.06.2020, 21:28:26 »
das funktioniert nicht! großzügige Umsteigezeiten wie von dir vorgeschlagen sind länger als die Fahrzeit mit dem PKW (leicht übertrieben) - Damit kann man nicht mal Marktanteile halten.

Dichte Takte sind nicht soo schwer zu finanzieren, denn sofort kommen auch mehr Einnahmen. Das fehlende Delta ist kleiner als gedacht. Dafür steigt die Brauchbarkeit des ÖPNV insgesamt deutlich an.

Gruß
der Radler