Autor Thema: Diskussionen rund um die Fortschreibung Nahverkehrsplan  (Gelesen 125708 mal)

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Offline DrZott

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Re: Diskussionen rund um die Fortschreibung Nahverkehrsplan
« Antwort #660 am: 02.12.2019, 15:53:58 »
Bei der LIZ wird das Thema "trotz beschlossenem Nachhaltigkeitsszenario passiert mit der Straßenbahnerweiterung in Leipzig nichts" zum Anlaß genommen, ein Konzept "Leipzig Straßenbahnnetz 2035" vorzustellen, bei dem alle möglichen und unmöglichen Straßen mit roten Linien zugespamt sind.

Unserer Stadt und den LVB, ergo dort, wo man am Besten gar nicht extensiv wachsen will, wird damit eine Maximalvariante entgegengestellt, die sowohl mit ihren Ideen als auch mit etlichen meiner Meinung nach überflüssigen Linen erheblich Diskussionsmöglichkeiten bietet.

Here we go:
https://extern.linieplus.de/proposal/leipzig-strassenbahnnetz-2035-gesamtuebersicht/

https://www.l-iz.de/wp-content/uploads/2019/12/Stra%C3%9Fenbahn-Leipzig-2035-ohne-Grafiken.pdf

Offline Radler

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Re: Diskussionen rund um die Fortschreibung Nahverkehrsplan
« Antwort #661 am: 02.12.2019, 16:51:49 »
wow   fast 200 neue Kilometer Strecke!  Das wäre eine Netzverdopplung. Schaut man die Gebiete an, wird das sehr viel Aufwand für erstaunlich wenig Leute und die Nachteile des früheren Netzes werden wieder eingebaut. Was es alles so an Ideen gibt...

Gruß
der Radler

Offline Sven

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Re: Diskussionen rund um die Fortschreibung Nahverkehrsplan
« Antwort #662 am: 02.12.2019, 20:34:31 »
Man fragt sich zurecht, was Ersteller und Journalist geraucht haben müssen, um einen solchen Käse einer "breiteren" Öffentlichkeit als alternative Planung anzubieten.

Linie Plus sind noch mehr Freaks als hier  ;D :P

Grüße
Sven

Offline DAvE LE

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Re: Diskussionen rund um die Fortschreibung Nahverkehrsplan
« Antwort #663 am: 02.12.2019, 20:58:06 »
Und hier der Link zur L-IZ-Entdeckerseite: https://www.l-iz.de/wirtschaft/mobilitaet/2019/12/Wirklich-mal-gross-denken-fuer-ein-Leipziger-Liniennetz-2035-306537

Zunächst: Ich finde es super, dass sich noch mehr Leute - neben uns - für die Zukunft des Straßenbahnnetzes interessieren, beschäftigen und Ideen schmieden, die Hand und Fuß haben. Wobei Hand und Fuß meiner Meinung nach bei Herrn Pohl nicht wirklich zutrifft. Ich bin auf die Diskussionen außerhalb von L-IZ und L-NV sehr gespannt. Vielleicht berichtet eines Tages die L-IZ auch über unsere Ideen und Verknüpfungen, die nicht wie das Berliner Busliniennetz aussehen.

Ich meine ja, wer will zum Flughafen fahren? Klar, wer in der Nähe eine Haltestelle hat, wo die Straßenbahn dorthin fährt, perfekt. Sind dann vielleicht 30 Fahrgäste im Jahr. Ansonsten tut es die S-Bahn bei uns.

Verlängerungen zum Zwenkauer See, Zöbigker Hafen am Cospudener See, zum Nordstrand des Markkleeberger Sees und zum Kanupark Markkleeberg/Modellbaupark Auenhain wären gestalterisch schon traumhaft und für den Tourismus - kommend aus Leipzig - ein Träumchen. Umgekehrt will man eher schnell in die Stadt und keine Weltreise machen. Mittlerweile gibt es ja Buslinien, die einzelne Stationen im Leipziger Neuseenland anbieten, sodass man diese nur weiter ausbauen und verdichten muss. Eine Straßenbahnquerverbindung zwischen Cospudener See und Markkleeberger See halte ich für sinnlos.

Gebiete wie Engelsdorf, Holzhausen und Liebertwolkwitz anzubinden, natürlich Ja, wenn sie eine Straßenbahnauslastung rechtfertigen.

Offline Minol-Pirol

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Re: Diskussionen rund um die Fortschreibung Nahverkehrsplan
« Antwort #664 am: 03.12.2019, 09:49:48 »
Das Netz basiert auf der Idee: man baue überall dort Gleise, wo heute ein Bus fährt!?
Wie viele Leute sollen z.B. bis zu einer Endstelle am Nordufer des Zwenkauer Sees fahren? Oder nach Quesitz und Seebenisch? Da müssten doch alle dortigen Einwohner mehrmals am Tag mitfahren, ob sie wollen oder nicht. ;D

Offline xXx

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Re: Diskussionen rund um die Fortschreibung Nahverkehrsplan
« Antwort #665 am: 03.12.2019, 10:22:31 »
^Spielerei eben. Dagegen ist ja auch nichts einzuwenden, aber warum sowas dann noch in einer Zeitung aufgegriffen werden muss  ::) Andererseits haben es die Schwebebahn-Phantasien entlang des Auwalds (und diverse weitere verkehrspolitische Irrungen) ja auch ins konservative Konkurrenzblatt geschafft ...

Offline opi

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Re: Diskussionen rund um die Fortschreibung Nahverkehrsplan
« Antwort #666 am: 03.12.2019, 11:13:13 »
Im Gegensatz zum Nichts ist dies halt eher die Gegenseite "Alles" ... klar, einiges ist wirklich sehr diskussionsfähig und ohne ein Konzept für "Zubringerbusse" drumherum ist das auch nicht weiter ausführbar, aber irgendwo muss man auch endlich mal anfangen mit dem Ausbau.

Offline Radler

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Re: Diskussionen rund um die Fortschreibung Nahverkehrsplan
« Antwort #667 am: 03.12.2019, 11:16:46 »
Hier sieht man exemplarisch, wie Kostenaufwand (1,2 Mrd Euro) und output (eine neue Tramlinie zzgl. Verlängerungen u.a.) umsetzbar sind. Die in den Beiträgen vorgenannten Super-Erweiterungsideen würden demnach im Bereich zwischen 50 und 100 Mrd. Euro Kosten und 100+ Jahren Bauzeit liegen. 

https://urban-transport-magazine.com/lyon-eroeffnet-sechste-strassenbahnlinie-t6-und-investiert-12-mrd-euro-in-den-oepnv/

Gruß
der Radler


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Re: Diskussionen rund um die Fortschreibung Nahverkehrsplan
« Antwort #668 am: 03.12.2019, 12:48:15 »
^Das in den 1,2 Mrd € neben diversen anderen Dingen auch knapp 2,5 km neue U-Bahn-Strecke drinstecken, haben wir jetzt mal geschickt unter den Tisch fallen lassen? Die neue Tramlinie mit ca. 6,5 km Streckenlänge schlägt inkl. Fahrzeuge "nur" noch mit 160 Mio zu Buche, was immer noch ziemlich luxuriös anmutet und vermutlich noch etliches an Stadtumbau in den betroffenen Straßen beinhaltete. Also selbst dieser Betrag ist nicht unbedingt repräsentativ für Straßenbahnstrecken im Allgemeinen.

Offline Radler

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Re: Diskussionen rund um die Fortschreibung Nahverkehrsplan
« Antwort #669 am: 03.12.2019, 14:08:24 »
na klar stecken da alle möglichen Investitionen drin. Ad hoc weiß ich nicht, ob diese U-Bahn dort offen oder geschlossene Abschnitte umfasst. Sei es drum. Mit allen Zusatzaufwändungen und Unwägbarkeiten kannst du ca. 15 Mio. Euro/km Tramstrecke ansetzen. Also inkl. Unterwerke usw... Bei 200 zusätzlichen Netzkilometern wären dass 3 Mrd. Euro allein Bimmel. Fahrzeuge + Personal... ist ja eh nur ein Gespinnst...

Gruß
der Radler

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Re: Diskussionen rund um die Fortschreibung Nahverkehrsplan
« Antwort #670 am: 03.12.2019, 17:30:00 »
Es geht ja auch nicht um diesen unsinnigen Netzvorschlag, sondern du suggerierst mit deinem Kommentar eine neue Tramlinie würde knapp eine Millarde Euro kosten, was - insbesondere in anderen Kreisen - Wasser auf die Mühlen von Straßenbahngegnern wäre. Dabei weißt du es ja selbst viel besser wie deine zweite Antwort zeigt. Zwischen 3 und 50-100 Mrd € liegen dann doch gleich ein paar Welten ...

Offline Radler

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Re: Diskussionen rund um die Fortschreibung Nahverkehrsplan
« Antwort #671 am: 03.12.2019, 17:46:32 »
Moment!  nein!  Da steckt jetzt eine falsche Deutung drin:

- Lyon investiert 1,2 Mrd Euro und bekommt neben einer U-Bahn (Verlängerung) TramVerlängerungen und eine ! neue Linie + weitere Verbesserungen wie P+R

- Der unsinnige Leipziger Netzvorschlag bringt ca. 200 neue Tram-Kilometer

- ein Kilometer kostet inkl. Peripherie cq. 10 bis 15 Mio Euro

- 200km * 15Euro/km = 3.000 Mio. Euro = 3Mrd. hochgeschätzt für diesen Netzvorschlag, nur Tram-Infrastruktur.

- Fahrzeuge + Personal + Verbrauchskosten kämen hinzu.

Gruß
der Radler

Offline sfn

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Re: Diskussionen rund um die Fortschreibung Nahverkehrsplan
« Antwort #672 am: 03.12.2019, 19:26:38 »
Moment!  nein!  Da steckt jetzt eine falsche Deutung drin:
Nein, keine falsche Deutung. Verfasse Du bitte Deine Postings gründlicher.

Statt
Hier sieht man exemplarisch, wie Kostenaufwand (1,2 Mrd Euro) und output (eine neue Tramlinie zzgl. Verlängerungen u.a.) umsetzbar sind.
 
zu schreiben, wo ausgerechnet die Bauleistung für die U-Bahn im output wohl nur unter "u.a." läuft,

hättest Du gleich das schreiben sollen:
- Lyon investiert 1,2 Mrd Euro und bekommt neben einer U-Bahn (Verlängerung) TramVerlängerungen und eine ! neue Linie + weitere Verbesserungen wie P+R
...anstatt Verwirrung zu stiften, darauf zu beharren und mitdenkenden Lesern noch was vorzuwerfen ("falsche Deutung" - (Wieder vom moralischen Ross herab?))
Im LVB-Netz gibt es nur Große oder keine Anschlüsse.

Sinnlosaktionen: zweistündiger Betriebsausfall und tote FKA zur Jahreswende, Hst.-Umbenennungen in plumpe Namen, Werbeansagen, gekaufte Haltestellennamen, Vorneinstieg (gelbe Flecken schon weg), Sitztest (mit vorgeplantem "Ergebnis"),...
Sinnlosmarketing: Fahrzeugtaufen
Dümmliches aus Antwortmails: DFI+IBIS können um Minuten voneinander abweichen; Lösen von mehr als 3 Zonen an den mobilen FKA softwareseitig nicht möglich,...

28. Oktober 2009: Schwarzer Tag für den öffentlichen Stadtverkehr in Leipzig

Offline Radler

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Re: Diskussionen rund um die Fortschreibung Nahverkehrsplan
« Antwort #673 am: 03.12.2019, 19:50:56 »
Die anfängliche Intention war nicht das Aufrechnen, ob nun eine U-bahnlinie oder ein Stück Tramlinie in Lyon hinzu kommen, sondern der Umstand dass dort offenbar eine pro-ÖPNV-Politik umgesetzt wird, welcher gelingt diese gewaltige Summe zu investieren. Hier stehen die Ideen gegenüber, 8 komplett neue Tramlinien und zahllose Verlängerungen / Verästelungen zu bauen, welche allein mehrere Milliarden Euro teurer werden. Ohne eine solche deutliche Pro-ÖPNV-Politik wie in Lyon. Damit ist neben der fachlichen Wertung auch ein Denkanstoß gemeint, die politischen Rahmenbedingungen nicht ganz zu ignorieren.

Gruß
der Radler

Offline xXx

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Re: Diskussionen rund um die Fortschreibung Nahverkehrsplan
« Antwort #674 am: 03.12.2019, 20:18:12 »
@Radler Das kam so aber nun absolut nicht rüber, zumal dieser spinnerte Vorschlag ja nun wirklich nicht ansatzweise diskussionswürdig ist - egal wie viel oder wenig er kosten würde. Das was als Botschaft beim Leser ankam, war wie von @sfn ausgeführt bzw. bestätigt wurde (Danke!), dass man in Lyon eine Milliarde in eine Straßenbahnlinie verbuddelt hat, ergo neue Straßenbahnstrecken unendlich teuer sind und man sich hier doch bitte gar nicht erst damit beschäftigen möge.

Hättest du sinngemäß geschrieben "Lyon zeigt wie man mit entsprechenden politischen Willen 1,2 Mrd € in den ÖPNV investieren kann, was hierzulande nicht ansatzweise vorstellbar erscheint", wäre deutlich weniger Raum zur (Fehl)deutung gewesen.