Autor Thema: Diskussionen rund um die Fortschreibung Nahverkehrsplan  (Gelesen 120537 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline Sankt Georg

  • Jr. Member
  • **
  • Beiträge: 29
Re: Diskussionen rund um die Fortschreibung Nahverkehrsplan
« Antwort #630 am: 08.11.2019, 08:57:24 »
Selbst wenn die LVB genug Bahnen und Fahrer hätte, wie könnte eine neue Linie ohne Umbauten im Netz aussehen?

Im NVP steht, dass Goerdelerring und Hauptbahnhof keine Bahnen mehr aufnehmen können und dass bis auf  /SL.004 Ost und  /SL.007 West keine Engpässe auf den Außenbereichen gibt.

Also müsse eine neue Linie X von Böhlitz (oder Rathaus Leutzsch) über Waldplatz, Westplatz, Leuschner-Platz, Augustusplatz, Listplatz, Kohlgartenstraße nach Stötteritz fahren.

Offline Radler

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 4220
Re: Diskussionen rund um die Fortschreibung Nahverkehrsplan
« Antwort #631 am: 08.11.2019, 10:04:15 »
^
diese Aussagen halte ich für Unfug! Das Netz verkraftet noch jede Menge Linien. Ohne große Umbauten.

Gruß
der Radler

Offline xXx

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 1562
Re: Diskussionen rund um die Fortschreibung Nahverkehrsplan
« Antwort #632 am: 08.11.2019, 10:07:09 »
Im NVP steht, dass Goerdelerring und Hauptbahnhof keine Bahnen mehr aufnehmen können und dass bis auf  /SL.004 Ost und  /SL.007 West keine Engpässe auf den Außenbereichen gibt.
Steht der erste Teil so wirklich im NVP? Bilde mir ein, dass da durchaus noch Potential für 1-2 Linien wäre und dies auch mal irgendwo verkündet wurde.

Zitat
Also müsse eine neue Linie X von Böhlitz (oder Rathaus Leutzsch) über Waldplatz, Westplatz, Leuschner-Platz, Augustusplatz, Listplatz, Kohlgartenstraße nach Stötteritz fahren.
Klingt doch prinzipiell nicht schlecht, nur anstelle des Schlenkers über Kohlgartenstraße etwas direkter über eine neue Süd-Ost-Kurve am Augustusplatz ;)

Offline DAvE LE

  • Team
  • *****
  • Beiträge: 5090
  • Geschlecht: Männlich
    • Leipziger Stadtverkehr
Re: Diskussionen rund um die Fortschreibung Nahverkehrsplan
« Antwort #633 am: 08.11.2019, 21:28:58 »
Ursprünglich geplant war die Beschlussfassung des neuen NVP am 07.11.2019. Auf Grund von 29 Änderungsanträgen wurde dieser verschoben. In der Ratsversammlung am 21.11.2019 wird dieser nicht behandelt. Vielleicht im Dezember oder erst im neuen Jahr.

Offline Sven

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 1492
  • Geschlecht: Männlich
Re: Diskussionen rund um die Fortschreibung Nahverkehrsplan
« Antwort #634 am: 09.11.2019, 11:48:23 »
Der NVP geht erst einmal in die Fachausschüsse zurück.

Man hat festgestellt, dass der vorliegende Plan wieder nur Murks der überforderten Verwaltung ist. Man hat sich eben nicht mit der Zukunft auseinandergesetzt sondern nur alten Wein in neue Schläuche gepresst.

Man darf gespannt sein. Ich rechne nicht mit einer Abstimmung vor 2020.

Grüße
Sven

Offline nietenzähler

  • Jr. Member
  • **
  • Beiträge: 45
Re: Diskussionen rund um die Fortschreibung Nahverkehrsplan
« Antwort #635 am: 11.11.2019, 00:37:52 »
Mein Vorschlag wäre die  /SL.016 über den Westring fahren zu lassen.
Für alle die vom Roßplatz zum Bahnhof wollen und nicht umsteigen wollen verlängert sich die Fahrzeit um 6 min. Dafür wird die  /HS Hauptbahnhof entlastet und der Westring mit  /HS Leuschnerplatz öfter angefahren.
Absolute Sandkastenidee! Hast Du an die zig Fahrgäste gedacht die mit der aktuellen Verbindung einfach besser dran sind?
Einfach mal 6 Minuten mehr unterjubeln? Umsteigen am Augustusplatz? Umsteiger am Hauptbahnhof, alles von der Westseite zum Vorplatz oder Busbahnsteige Ostseite oder eben auch zurück. Und somit beim Umsteigen nicht nur 6 Minuten mehr unterwegs wären. Und 6 Minuten bedeuten auch mindestens 1 Kurs mehr im Umlauf (große Einheit, woher nehmen) plus nicht nur ein Fahrer am Tag mehr. Eventuell sogar 2 Kurse, wenn die Fahrplanvorgaben für den Umlauf ungünstig zutreffen.
Und der Fahrgast vom Bayrischen Platz bisher mit Kurzstrecke zum HBF, dann mit 1 Stunden Ticket.
Und wie sollen die LVB das an die Kundschaft verkaufen?

Offline Radler

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 4220
Re: Diskussionen rund um die Fortschreibung Nahverkehrsplan
« Antwort #636 am: 11.11.2019, 07:04:29 »
^

bei aller Richtigkeit der Argumentation, vom Bayerischen Bf. bis Hbf gilt immer die Kurzstrecke, dafür halt die S-Bahn nehmen. Und: Dieses Ticket gehört in dieser Form abgeschafft, damit es eben nicht als Begründung für Linienverläufe herhalten muss.

Gruß
der Radler

Offline sfn

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 1169
Re: Diskussionen rund um die Fortschreibung Nahverkehrsplan
« Antwort #637 am: 11.11.2019, 15:14:15 »
Und: Dieses Ticket gehört in dieser Form abgeschafft, damit es eben nicht als Begründung für Linienverläufe herhalten muss.
Deine Argumente gegen das Kurzstreckenticket werden über die Jahre immer schräger.

Bitte nimm endlich zur Kenntnis, dass Deine Aversion gegen das Kurzstreckenticket bei Dir nur eine äußerst haltnäckige fixe Idee ist.

Anderswo redet man über 1-Euro-Innenstadttickets oder hat sie schon (z.B. Osnabrück), und Du willst das Kurzstreckenticket abschaffen - auch wenn Du das Einzelticket dafür verbilligen würdest.

Fahrgastzahlensteigerung geht definitiv anders.




Im LVB-Netz gibt es nur Große oder keine Anschlüsse.

Sinnlosaktionen: zweistündiger Betriebsausfall und tote FKA zur Jahreswende, Hst.-Umbenennungen in plumpe Namen, Werbeansagen, gekaufte Haltestellennamen, Vorneinstieg (gelbe Flecken schon weg), Sitztest (mit vorgeplantem "Ergebnis"),...
Sinnlosmarketing: Fahrzeugtaufen
Dümmliches aus Antwortmails: DFI+IBIS können um Minuten voneinander abweichen; Lösen von mehr als 3 Zonen an den mobilen FKA softwareseitig nicht möglich,...

28. Oktober 2009: Schwarzer Tag für den öffentlichen Stadtverkehr in Leipzig

Offline Minol-Pirol

  • Full Member
  • ***
  • Beiträge: 124
Re: Diskussionen rund um die Fortschreibung Nahverkehrsplan
« Antwort #638 am: 11.11.2019, 17:07:28 »
Das Kurzstreckenticket wurde bei mancher Haltestellenneueinrichtu ng aber auch als Gegenargument gebracht. Vielleicht sollte man wieder zur Minuten-Regelung übergehen? Damit würden solche Diskussionen überflüssig.

Wie hoch ist eigentlich der Anteil des Kurzstreckentickets am Gesamtverkauf von Tickets?

Offline Fabi

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 842
  • Geschlecht: Männlich
Re: Diskussionen rund um die Fortschreibung Nahverkehrsplan
« Antwort #639 am: 11.11.2019, 18:15:43 »
Aus meiner Sicht könnte man das Kurzstreckenticket sowieso abschaffen und stattdessen lieber neue Tickets mit 15- und 30 Minuten-Gültigkeit einführen.

Diese sollten dann auch uneingeschränkt in den S-Bahnen innerhalb Leipzigs gelten.
Zwar kommt man mit der S-Bahn in 15 Minuten deutlich weiter als mit der Straßenbahn, das Ziel sollte jedoch vor allem sein mehr Leute in die Bahnen zu bekommen und auf der anderen Seite würde es vielleicht auch den Druck bei den LVB / der Stadt erhöhen die Fahrzeiten zu optimieren um so attraktiver zu werden.

Diese Tickets sollten dementsprechend günstiger als das 60-Minuten-Ticket sein. Für alle, die länger unterwegs sind, gibt es ja dann die Tickets ab Preisstufe 2 und die bekannten Zeitkarten.

Offline Passagier

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 3615
Re: Diskussionen rund um die Fortschreibung Nahverkehrsplan
« Antwort #640 am: 11.11.2019, 18:44:19 »
Zeittickets... die dann ablaufen, wenn ich in der Rush Hour für 4 Haltestellen 17 Minuten brauche statt 10?

Offline Minol-Pirol

  • Full Member
  • ***
  • Beiträge: 124
Re: Diskussionen rund um die Fortschreibung Nahverkehrsplan
« Antwort #641 am: 11.11.2019, 18:50:49 »
Zeittickets... die dann ablaufen, wenn ich in der Rush Hour für 4 Haltestellen 17 Minuten brauche statt 10?

Gekniffen ist man immer irgendwo. Oder als weiteren Vorschlag: 4 Haltestellen oder 15 min.

Offline Fabi

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 842
  • Geschlecht: Männlich
Re: Diskussionen rund um die Fortschreibung Nahverkehrsplan
« Antwort #642 am: 11.11.2019, 18:52:41 »
Zeittickets... die dann ablaufen, wenn ich in der Rush Hour für 4 Haltestellen 17 Minuten brauche statt 10?

Soweit ich weiß gibt es da heute schon bei den 60-Minuten-Tickets entsprechende Kulanzregelungen des Prüfpersonals.

Am "Gerechtesten" wäre sowieso das niederländische System (OV chipkaart): Basispreis je Fahrt + kilometerabhängiger Preis oder aufgeladene Zeitkarte mit entsprechender räumlicher Gültigkeit.
Da werden dann aber auch die Ersten anfangen rumzuschreien, dass sie bei einer Fahrtrichtung 10 ct mehr bezahlen, da die Haltestellen nicht direkt gegenüberliegen sondern leicht versetzt sind oder dass der Bus "unnütze Schlenker" fährt usw.

Offline MD 612

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 2760
Re: Diskussionen rund um die Fortschreibung Nahverkehrsplan
« Antwort #643 am: 11.11.2019, 19:06:09 »
vom Bayerischen Bf. bis Hbf gilt immer die Kurzstrecke, dafür halt die S-Bahn nehmen.
Ersetze /HS Bayer.Bf durch /HS Härtelstraße, dann zieht Dein "Argument" nicht mehr. Oder nimm eine Tunnelsperrung an.

Dieses Ticket gehört in dieser Form abgeschafft, damit es eben nicht als Begründung für Linienverläufe herhalten muss.
Das könnte man umgehen, wenn man die Gültigkeit flexibler gestalten würde. Auch um Härtefälle zu vermeiden, wie sie bspw. auftreten, wenn die Rentner eines geschlossenen Wohngebietes von der einen Haltestelle bis zum nächsten Einkaufzentrum kommen, von der anderen aber nicht mehr. Oder wenn durch Umleitungen oder alternative Linienführungen in der Schwachlastzeit das Kurzstreckenticket nicht mehr reicht. Einfach als Grundsatz vier Haltestellen, die genaue ggf. erweiterte Gültigkeit ist im Haltestellenfahrplan ersichtlich. Und schon käme man wie jahrelang auch heute noch vom Roßplatz bis zur A.-Hoffmann-/R.-Lehmann-Str. und nicht erst nur noch bis zum Steinplatz und plötzlich nur noch bis zur K.-Eisner-Str. Und man käme von der Ostheimstr. Emmausstr. bis zur Köhlerstr., egal ob die /SL.007 direkt oder über'n Torgauer Platz fährt. Ganz simpel und fahrgastfreundlich.

Gruß Peter

Edith hat einen Irrtum korrigiert
« Letzte Änderung: 11.11.2019, 23:01:13 von MD 612 »
Nichtstun macht nur dann Spaß, wenn man eigentlich viel zu tun hätte.
Noël Coward

Offline Radler

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 4220
Re: Diskussionen rund um die Fortschreibung Nahverkehrsplan
« Antwort #644 am: 11.11.2019, 20:23:25 »
huch....  Das ist ja schon ein Hornissennest!  Mich ärgert nicht, dass es sehr unterschiedliche Meinungen gibt, sondern der rüde  Tonfall. Das war in dem Forum mal besser.  Bald beginnt 2020, das wäre durchaus mal was für Vorsätze etc.

Tarifsysteme, welche sehr gerecht sind, sind irre komplex, weil natürlich sehr feingliedrig geregelt werden muss
Tarissysteme, welche sehr einfach gehalten sind, bergen meistens pauschale "Ungerechtigkeiten"

Beide Extreme werden nicht praxistauglich sein.

Leipzig hat ein angenehm einfaches System, weil die gesamte Stadt eine einzige Zone ist und frei und beliebig gefahren werden darf. Dafür muss eben für das Bereitstellen des ÖPNV im gesamten Stadtgebiet bezahlt werden. Die Kurzstrecke hat einen Anteil von 1,7% an den Tickets, das ist streng genommen vernachlässigbar.

Man fing mit vor ca. 20 Jahren mit 15 Minuten Gültigkeit an, das war Hbf - Messe mit Stadtbahn 16. Das wurde, weil nun wahrlich keine Kurzstrecke mehr, auf 10 Minuten limitiert und irgendwann später auf 4 / 2 / 1 Haltestelle (Tram / Regiobus / Zug), inklusive einer Doppelseite Ausnahmen für Zug/S-Bahn. In der öffentlichen Wahrnehmung arbeitet sich die "Gesellschaft" an Verschwörungsdenken ab, die neuen Stationen würden nur zum Abzocken eingefügt werden o.ä., Mathematik ist eben nicht jedermanns Ding. Dafür ruiniert sich der Ruf des ÖPNV unnötig. Das wiederum kostet auch Geld.

Was wären Auswege?
Vorgeschlagen hatte ich mal eine Dreiteilung:
- 1km - Ticket für 1 Euro
- Stadtteil-Ticket für 2 Euro (gültig in den jeweiligen amtlichen Stadtbezirken, das müssten 6 sein, zzgl Zentrum bei jedem)
- Stadt Leipzig gesamt wie bisher für 3 Euro, max. 1,5h
- Preisstabil über viele Jahre
wichtig:
- das 365 Euro-Ticket muss forciert dazu dienen, die derzeitige Abo-Quote der Vollzahler/Berufstätigen zu erhöhen. Schüler/Studies/Lehrlinge sind ja abgedeckt, Rentner haben auch ein Sonder-Abo. Doch der gesamte Rest sollte angehalten werden, sich das Ein-Euro-Am-Tag-Ticket zu ziehen, egal, wie oft es genutzt wird, als Mobilitätsgrundlage für die Westentasche.
Leider wurde kürzlich eine "Bettensteuer" für Touris eingeführt. Für den ÖPNV und vor allem für die Aufenthaltszufriedenheit der Gäste (Business+Touris) wäre eine MDV-Netzkarte besser. Tageskarten für diese große Menge (> 4 Mio. im Jahr) wären mit einem Spezialpreis eine ähnliche "Belastung" wie jetzt die Abgabe, dafür wäre der Nutzen enorm größer.

Der Zonenzuschnitt im MDV ist feingliedrig, das bringt oft die unangenehmen Preissprünge ein, doch diese müssen/müssten nicht so hoch ausfallen. Im VVO beispielsweise gibt es wenige Zonen, dafür springen die Kosten höher. Am Ende wird das Preislevel relativ ähnlich sein, da bei allen Betrieben ähnliche Kostenstrukturen herrschen und ähnliche Förderungen erfolgen.

Gruß
der Radler