Autor Thema: Diskussionen rund um die Fortschreibung Nahverkehrsplan  (Gelesen 27747 mal)

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Online Radler

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Re: Diskussionen rund um die Fortschreibung Nahverkehrsplan
« Antwort #15 am: 08.07.2016, 09:48:50 »
Ab Seite 9 in der Endfassung der Evaluierung stehen einige Zahlen drin....

Textlich ist es eine Nebelkerze, die im Rechtfertigungsmodus sich an alle Verbesserungen (die es natürlich gibt) wie ein Strohhalm klammert. Ich befürchte, dass daraus KEINE brauchbaren Handlungsstränge entwickelt werden, um die gesteckten Ziele zu erreichen.

Gruß
der Radler

Offline firefox

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Re: Diskussionen rund um die Fortschreibung Nahverkehrsplan
« Antwort #16 am: 08.07.2016, 11:47:45 »
Frau Dubrau hat vergessen, dass sie selbst (Abmarkierung von Fahrradwegen auf Straßen) den KFZ-Verkehr auf die Schienen der Straßenbahn verlagert und damit zur weiteren "Verlangsamung" beigetragen hat.
Gruß Foxi

Online Radler

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Re: Diskussionen rund um die Fortschreibung Nahverkehrsplan
« Antwort #17 am: 08.07.2016, 13:12:37 »
^ Das wiederum ist fatal, weil es kaum zu ernstlichen Problemen beiträgt, dafür (vermutlich weil es naheliegend scheint) überdimensioniert als Thema Aufmerksamkeit bekommt. Die dann den wirklich erfolgbringenden Lösungen fehlt. Zumal an 99% im Vorher-Zustand auch PKWs die Gleise befahren durften, mithin behinderten.

In der KarLi ist der neue Abschnitt mit Mitbenutzung der mit Abstand am schnellsten befahrbare, Verspätungen sammeln die Bahnen an den Ampeln ein. Dieser weitaus schlimmere Umstand geht völlig unter.

Gruß
der Radler

Offline sfn

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Re: Diskussionen rund um die Fortschreibung Nahverkehrsplan
« Antwort #18 am: 08.07.2016, 13:20:34 »
Ich habe es immer noch nicht durchge"blättert" (bin heute dauernd unterwegs).
Aber  das:
Textlich ist es eine Nebelkerze, die im Rechtfertigungsmodus sich an alle Verbesserungen (die es natürlich gibt) wie ein Strohhalm klammert. Ich befürchte, dass daraus KEINE brauchbaren Handlungsstränge entwickelt werden, um die gesteckten Ziele zu erreichen.
befürchte ich schon die ganze Zeit.  Die Entscheider in Leipzig halten sich also weiterhin hinter dem Mond des zeitgenössischen ÖPNV versteckt.

Gut, dann brauche ich mir auf meiner langen Zugfahrt heute nachmittag keine Hoffnungen auf ein futuristisches Lesevergnügen zu machen...  :-\

Im LVB-Netz gibt es nur Große oder Keine Anschlüsse.

Sinnlosaktionen: Hst.-Umbenennungen in plumpe Namen, Werbeansagen, gekaufte Haltestellennamen, Vorneinstieg (gelbe Flecken schon weg), Sitztest (mit vorgeplantem "Ergebnis"),...
Sinnlosmarketing: Fahrzeugtaufen
Dümmliches aus Antwortmails: DFI+IBIS können um Minuten voneinander abweichen; Lösen von mehr als 3 Zonen an den mobilen FKA softwareseitig nicht möglich,...

28. Oktober 2009: Schwarzer Tag für den öffentlichen Stadtverkehr in Leipzig

Offline Tino

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Re: Diskussionen rund um die Fortschreibung Nahverkehrsplan
« Antwort #19 am: 08.07.2016, 13:23:09 »
Den Grund der Zusatzkurse sollte man allerdings etwas genauer betrachten. Die /SL.016 z.B. zählte mit zu den pünktlichsten Linien im Netz oder überhaupt die pünktlichste. Dementsprechend knapp hatte man die Wendezeiten kalkuliert. Das heißt, es reichen auf Dauer schon kleinere Verspätungen innerhalb des Toleranzbereiches, welche einen Zusatzkurs notwendig machen.
Mit dazu beigetragen hat natürlich auch eine zusätzliche Haltestelle, welche auf dieser Linie eingefügt wurde.

Auf der /SL.007 ergibt sich da ein ganz anderes Bild. Zahlreiche Langsamfahrstrecken - welche zum Teil schon beseitigt wurden oder noch in diesem Jahr beseitigt werden - oft ungünstige Ampelschaltungen und natürlich das teilen des Verkehrsraumes an vielen Stellen mit dem übrigen Verkehr, welcher ja nicht weniger wird.

Offline Passagier

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Re: Diskussionen rund um die Fortschreibung Nahverkehrsplan
« Antwort #20 am: 08.07.2016, 13:40:01 »
"Lustig" ist ja, dass die Stadt laut Artikel mehr Geld für den ÖPNV von Land und Bund fordert, selbst allerdings die Verantwortung für ein Mehr an Geld abschiebt, weil man mit Kita-, Schulbau und Integration genug zu bewältigen habe. Nicht dass das nicht stimmen würde, aber mit der Begründung kann man alles abwehren. Dass also die Stadt überlegt, dass sie selbst mehr tun müsste, scheint abwegig.

Offline Kai-Uwe Arnold

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Re: Diskussionen rund um die Fortschreibung Nahverkehrsplan
« Antwort #21 am: 08.07.2016, 13:42:27 »
^ Das wiederum ist fatal, weil es kaum zu ernstlichen Problemen beiträgt, dafür (vermutlich weil es naheliegend scheint) überdimensioniert als Thema Aufmerksamkeit bekommt. Die dann den wirklich erfolgbringenden Lösungen fehlt. Zumal an 99% im Vorher-Zustand auch PKWs die Gleise befahren durften, mithin behinderten.
In der KarLi ist der neue Abschnitt mit Mitbenutzung der mit Abstand am schnellsten befahrbare, Verspätungen sammeln die Bahnen an den Ampeln ein.

Bei dem Ampeln sehe ich das auch so. Doch warum stellt man dieses nicht ab? Das wäre doch m. E. am schnellsten zu realisieren.
Der Verzicht auf eigene Gleise z. B. in der Wurzner Straße oder G.-Schumann-Straße, obwohl baulich möglich, ist eben für mich politisch gewollt und Ausdruck dogmatischer Verkehrspolitik, in der dem ÖPNV eine zu geringe Rolle beigemessen wird.
Der Gipfel ist, dass man beim Umbau nach 2030 wohl allen Ernstes daran denkt, den extra Gleiskörper zwischen Lindenthaler Straße und Wiederitzscher Straße aufzugeben!
Auch in der Dresdner Straße zwischen Gerichtsweg und Koehlerstraße wird wieder kein separates Gleis entstehen!

Und wo es gebaut wird, wie vsl. 2017 in der Prager Straße zwischen Plattstraße und Johannisplatz wird durch eine neue Ampel an der Stephanstraße eine zusätzliche Staufalle eingebaut, anstatt die Linksabbieger durch die Platostraße zu leiten!

Die Ampeln sind sicher eine Ursache, andere hausgemachte, vermeidbare Probleme sind m. E. genauso schuld an der Misere.
Und an alle, die dies vielleicht wissen, warum ändert man die Ampelschaltungen nicht?

Offline Tino

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Re: Diskussionen rund um die Fortschreibung Nahverkehrsplan
« Antwort #22 am: 08.07.2016, 13:49:22 »
. Zumal an 99% im Vorher-Zustand auch PKWs die Gleise befahren durften, mithin behinderten.

Gruß
der Radler

Das kann man auch nicht verallgemeinern. Siehe Haltestelle Sellerhausen stadteinwärts. Im Haltestellenbereich noch vor der Ampel wurde die rechte Geradeausspur zu Gunsten des Radweges nach der Kreuzung beginnend weggenommen.
Dort wo sich früher der Verkehr geradeaus auf zwei Fahrspuren verteilte und entsprechend schnell abfließen konnte, wird jetzt alles auf die Schiene gelenkt. Die Bahnen der  /SL.007 /SL.008 benötigen nun nicht selten mehrere Ampelphasen, um überhaupt erst mal die Haltestelle zu erreichen.
« Letzte Änderung: 09.07.2016, 12:12:31 von Tino »

Offline WTL

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Re: Diskussionen rund um die Fortschreibung Nahverkehrsplan
« Antwort #23 am: 08.07.2016, 15:04:45 »
Ich hab die "Evaluation" noch nicht komplett durch, aber all zu viele ÖPNV-Nutzer mit realer und 24h-Praxiserfahrung scheinen an diesem Theorie- und Statistik-Werk nicht beteiligt gewesen zu sein.

Wenn ich auf Seite 21 in der Tabelle "Einhaltung der Mindestbedienungsstandar ds auf Tangentialrelationen" lesen muss, dass es in der Schwachverkehrszeit (SVZ)/ Wochenende seit 2014 angeblich 0 % schwere Defizite und nur 25 % leichte Defizite geben soll und der Mindeststandard "deutlich überschritten" wird, frag ich mich wie der Nachts völlig eingestellte Tangentenverkehr zwischen stark bewohnten, direkt nebeneinander liegenden Stadtgebieten wie Plagwitz, Südvorstadt und Reudnitz zu erklären ist und man stattdessen gefühlt 10 mal soviel Zeit braucht und übern Hauptbahnhof kurven muss inkl. Warterei?
Das soll kein schweres Defizit sein?
« Letzte Änderung: 08.07.2016, 19:38:29 von WTL »

Offline 2101

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Re: Diskussionen rund um die Fortschreibung Nahverkehrsplan
« Antwort #24 am: 08.07.2016, 15:40:32 »
Ich setzt mal einen link aus der LVZ hier mit rein. Da geht es inhaltlich um das gleiche.

http://www.lvz.de/Leipzig/Lokales/Busse-und-Bahnen-in-Leipzig-immer-langsamer-und-unpuenktlicher

Online Radler

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Re: Diskussionen rund um die Fortschreibung Nahverkehrsplan
« Antwort #25 am: 08.07.2016, 15:54:10 »
@Tino

So explizit steht bei der Tram 16 die Verlängerungsursache zusätzliche Haltestelle nicht drin. Genau genommen wird dieser "Grund" an keiner einzigen Stelle als solcher erwähnt. Seltsam, oder?

Das Beispiel Sellerhausen mit Einfahrverzögerung in Haltstelle wegen Rückstau liegt weniger an fehlenden separaten Gleisen, sondern an fehlender Dosierung des MIV und ungünstiger Ampelschaltung. Klar, Mit Bahnkörper und Insel wäre die Bimmel schnell. Dafür die ein-/aussteigenden Fahrgäste langsam, weil diese erst mal warten dürfen, bis die ungedrosselte MIV-Schlange durch ist. Und weniger aufstrebenden Sanierungen an Magistralen, weil bei Bahnkörpern kein Platz zum legalen Parken besteht und weniger Radverkehr, der flächendeckend zwar auch Prozentpunkte beim ÖPNV kostet, dafür aber eine riesige Menge MIV vermeidet und Lebensqualität sichert. Kurzum: Leipzig wäre nicht das aufstrebende Leipzig, wenn die Welt aus betonösen Bahnkörpern, fehlenden Radstreifen und fehlenden Parkmöglichkeiten bestünde.

Gruß
der Radler

Offline Benedikt

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Re: Diskussionen rund um die Fortschreibung Nahverkehrsplan
« Antwort #26 am: 08.07.2016, 16:59:47 »
Ist das eigentlich der LVB-Plan oder der Nahverkehrsplan? Zwar wird auf die besondere Bedeutung der S-Bahn hingewiesen und mit ihr der Rückgang der LVB-Zahlen erklärt, aber Fahrgastzahlen der S-Bahn habe ich nicht gefunden. Auch die Buslinien, die aus den Landkreisen nach Leipzig reinfahren, werden nicht erwähnt. Habe ich da was übersehen?

Offline Tino

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Re: Diskussionen rund um die Fortschreibung Nahverkehrsplan
« Antwort #27 am: 08.07.2016, 19:16:39 »
Das Beispiel Sellerhausen mit Einfahrverzögerung in Haltstelle wegen Rückstau liegt weniger an fehlenden separaten Gleisen, sondern an fehlender Dosierung des MIV und ungünstiger Ampelschaltung. ...
Gruß
der Radler

Was sich am zuletzt ausgebauten Abschnitt der Wurzner Str. fortsetzen lässt.
Die Bahnen benötigen zwischen Edlichstr. und Dresdner Str. nach Umbau mehr Fahrzeit als zuvor. :o

Offline ralfix

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Re: Diskussionen rund um die Fortschreibung Nahverkehrsplan
« Antwort #28 am: 08.07.2016, 21:10:44 »
Gibt es im neuen Plan eigentlich irgendwelche neuen Ziele, Visionen, Maßnahmen für die nächsten Jahre?
Oder hab ich nur keine gefunden?
Ein paar Ideen, was was tun könnte, wenn man mehr Geld hätte, sollten schon auf den Tisch.
Muss ja nicht gleich alles realisiert werden. 

Offline sfn

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Re: Diskussionen rund um die Fortschreibung Nahverkehrsplan
« Antwort #29 am: 08.07.2016, 21:31:26 »
Ist das eigentlich der LVB-Plan oder der Nahverkehrsplan?
Weder noch. Es ist eine Evaluation des Ist-Zustands, allerdings mit teilweise sehr smarten Worten schöngeschrieben. Die Endfassung scheint von einem speziellen Dienstleister aus einem an Sachsen  nicht einmal angrenzenden Bundesland zu stammen (was man vor allem an der penetranten Verwendung von "LVB" als Singular merkt [auch wenn das mit dem Abkürzungsverzeichnis letztlich kompatibel ist]), was nämlich etwas erklären würde, dass manche Hämmer (wie die verfrühten Abfahrten) so deutlich beschrieben werden ohne Rücksicht auf lokalpolitische Befindlichkeiten.

Zitat
Zwar wird auf die besondere Bedeutung der S-Bahn hingewiesen und mit ihr der Rückgang der LVB-Zahlen erklärt, aber Fahrgastzahlen der S-Bahn habe ich nicht gefunden. Auch die Buslinien, die aus den Landkreisen nach Leipzig reinfahren, werden nicht erwähnt. Habe ich da was übersehen?

Zahlen zur S-Bahn gibt es zugegebenermaßen nicht viele, aber etwas habe ich auf S. 9 gefunden.
@Radler: Passen die 81400 Ein/Aussteiger pro Tag zu Deiner Erhebung? An Hbf (tief) sollen es 37100 sein.

Die Regionalbusse werden marginal erwähnt, so S. 15 ungefähr.

Ich persönlich bin jetzt recht angetan von dem Evaluationsbericht. Ist halt lästig, hinter das Schönsprech zu steigen, aber einige Negativpunkte bleiben sehr deutlich. Zähle ich jetzt nicht alle auf.

Wohltuend, dass hier die LVB anscheinend nicht mehr den inhaltlichen Einfluss auf verkehrspolitische Dokumente zu haben scheinen, den ich ihnen für die Nullerjahre schlankwegs unterstelle. Es gibt hier und da deutliche Watschen.

Ich wusste z.B. gar nicht, dass im alten NVP 2007 Verfrühungen als grundsätzlich unzulässig bezeichnet wurden (S. 22) Die Watsche findet sich ein paar Zeilen tiefer.  ;D

Das Beste sind die 86% Fahrgaststeigerung bei der Linie  /SL.014 (S. 11)! Mit großer Süffisanz erinnere ich daran, dass die LVB diese Linie bis zuletzt noch gänzlich abmurksen wollten, ehe vom Stadtrat die Ringfahrt durchgesetzt wurde.

Und was den fehlenden Verbundgedanken (z.B. die Nicht-Mehr-Ansage der Buslinien, die abgegeben wurden) angeht: Die LVB mögen mal das Ziel 5 in 48-Punkte-Schrift in ihrer Kantine aufhängen, und die Geschäftsführung möchte es als tägliches Tischgebet sprechen.



« Letzte Änderung: 08.07.2016, 21:38:10 von sfn »
Im LVB-Netz gibt es nur Große oder Keine Anschlüsse.

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28. Oktober 2009: Schwarzer Tag für den öffentlichen Stadtverkehr in Leipzig