Autor Thema: Bahnverbindungen im Leipziger Südwesten  (Gelesen 6336 mal)

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Offline DAvE LE

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Bahnverbindungen im Leipziger Südwesten
« am: 24.09.2014, 17:41:12 »
Eine Familie aus Großzschocher hat eine Online-Petition gestartet, um künftig den Südwesten der Stadt mit der S-Bahn zu erschließen und das ganze nach Groß Dalzig zu führen. Auf dieser Website gibt es weitere Informationen und aktuelle Feedbacks.

Wir selbst haben hier ja schon öfters über eine S-Bahn-Verbindung im Südwesten, wie beispielsweise mit Halt vorm Cospudener See, diskutiert.

Offline GK

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Re: Bahnverbindungen im Leipziger Südwesten
« Antwort #1 am: 24.09.2014, 18:05:12 »
Ein regelmäßig reaktivierter Halt in Knautnaundorf, ein zusätzlicher Halt in Zitzschen sowie evtl. Hartmannsdorf und eine regelmäßige Regionalbahn bis Pegau, wobei die heutigen EB(x)-Züge dann von Plagwitz bis Pegau durchdüsen würden, hatten wir irgendwo hier schonmal diskutiert. Ich fände es auch gut, sowohl für die Orte als auch die Anbindung des Cossi (von Hartmannsdorf soll doch eine Brücke zu Belantis rüber gebaut werden?!) und des Zwenkauer Sees (in Zitzschen). Den Halt in Knautnaundorf würde ich aber näher an die Ortslage heranrücken (also nach Norden an den Eytraher Weg).
Leider würde das wohl nur dieselbetrieben funktionieren  (oder wer soll dafür die Elektrifizierung der E-Stichstrecke bezahlen?) und an den mangelnden Zuschüssen aus Dresden dürfte es letztendlich auch scheitern. Von einer Taktverdichtung ganz abgesehen :(

Aber es ist millionenfach realistischer als S-Bahn-Herumgegurke über Groitzsch nach Meuselwitz :D

Offline Radler

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Re: Bahnverbindungen im Leipziger Südwesten
« Antwort #2 am: 24.09.2014, 21:54:23 »
Rein von der Fahrzeit ist Plagwitz - Knauthain etwa gleich wie Plagwitz - Miltitzer Allee. Vorausgesetzt, dass Kuppeln und Trennen reibungslos klappt, kann bis Knauthain elektrifiziert und mit 160 durchgedüst werden, ein Halt maximal. Das setzt das Angebot von der Tram 3 ab (Feinerschließung) und sorgt für den Siedlungsschwerpunkt Knauthain für eine schnelle Anbindung. Halte ich für Aufwand-Nutzen noch irgendwie darstellbar.

Ob die Mini-Siedlungen dahinter 30' Taktwürdig sind, mal sehen...

Gruß
der Radler

Offline Sascha Claus

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Re: Bahnverbindungen im Leipziger Südwesten
« Antwort #3 am: 25.09.2014, 01:54:27 »
’n Ahmdchen,
Ein regelmäßig reaktivierter Halt in Knautnaundorf,
wenn man das Ding schon S-Bahn nennt, kann man doch auch wenigstens S-Bahn spielen, oder?
/S-Bahn Plagwitz
/S-Bahn Antonienstraße
/S-Bahn Schwartzestraße/Kleinzschocher (ich weiß, dass Kleinzschocher etwas woanders lag)
/S-Bahn Schönauer/Arthur-Nagel-Str. (Mittelzschocher? ;D)
/S-Bahn G.-Ellrodt-Str./Großzschocher
/S-Bahn Hartmannsdorf

Zitat
ein zusätzlicher Halt in Zitzschen sowie evtl. Hartmannsdorf
Wieso das „evtl.“ bei Hartmannsdorf? In Zitzschen auf alle Fälle halten und in Hmd. nur evtl.?

Zitat
Ich fände es auch gut, sowohl für die Orte als auch die Anbindung des Cossi (von Hartmannsdorf soll doch eine Brücke zu Belantis rüber gebaut werden?!)
Da können wir hier sicher vorzüglich darüber diskutieren, ob der Hp. Hartmannsdorf in Ortsmitte (am BÜ Azaleenstr.) oder brückennah (nahe An der Wendeschleife) gebaut werden soll.

Zitat
und des Zwenkauer Sees (in Zitzschen).
Den Zwenkauer See kann man von Hartmannsdorf mit einer neuen oder Knautnaundorf mit der vorhandenen Brücke doch genauso gut erschließen. (Wobei die Knautnaundorfer B186-Brücke keine Fußwege zu haben scheint. :( )

PS: »Dazu soll die schon jetzt zum  BELANTIS Vergnügungspark Leipzig verkehrende Buslinie 118 aufgewertet und künftig auch die am  Nordufer des Zwenkauer Sees geplanten Freizeiteinrichtungen anfahren. […] letzte Änderung: 02.05.2012« Ob wir das zukünftig noch erleben? Neuseenland-Buslinie (ZV Neue Harth)

[…] kann bis Knauthain elektrifiziert und mit 160 durchgedüst werden, ein Halt maximal.
Das wäre dann IMO Antonienstraße, um den Umstieg von /SL.001 und /SL.002 in den Süd- und Nordosten zu ermöglichen. Allerdings bleibt da nicht viel von /S-Bahn übrig, wenn man so weit ohne Zwischenhalt fährt.

Zitat
Ob die Mini-Siedlungen dahinter 30' Taktwürdig sind, mal sehen...
Hartmannsdorf wäre für die Anbindung des Zwenkis wichtig und in Knautnaundorf ist ein Gewerbegebiet, dass WIMRE immer für viel Berufsverkehr gesorgt hat.

Nimmt man noch Zitzschen und Großdalzig mit, ist man schon fast in PegauZwenkau. Ob das Aufkommen der beiden aber überhaupt eines ÖPNV würdig ist …

Offline Radler

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Re: Bahnverbindungen im Leipziger Südwesten
« Antwort #4 am: 25.09.2014, 08:32:13 »
sicher, irgendwo ein paar km bis Zwenkau Strand bauen, klingt auch toll.

Doch ich habe bewusst Knauthain gewählt
- wegen der bereits ausgebauten Verknüpfung
- weil die Fahrzeit ohne Mehrumlauf reicht (gut, S1 müsste Doppeltraktion fahren, es geht ja ohnehin um Zukunft)
- Elektrifizierung auf einen überschaubaren Abschnitt beschränkt bleibt
- ein Stumpfgleis Platz findet.
- Als einziger wirklich bahnnaher Siedlungsschwerpunkt die Arthur-Nagel-Straße bleibt, dort gibt es einen BÜ für Fuß/Radweg, dorthin sollte der eine Zwischenhalt.
- Fahrgeschwindigkeit von bis zu160 km/h bei Beibehalt der BÜs machbar ist,
- Antonienstraße klingt auch wünschenswert, jedoch kann eine deutlich aufgebohrte Busstrecke ab Plagwitz den Adler genauso gut erreichen.

Das Gewerbegebiet Bösdorf hat "viel Berufsverkehr" angelockt. Waren es mehr als 20 Fg täglich?

Gruß
der Radler


Offline GK

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Re: Bahnverbindungen im Leipziger Südwesten
« Antwort #5 am: 25.09.2014, 11:12:59 »
’n Ahmdchen,wenn man das Ding schon S-Bahn nennt, kann man doch auch wenigstens S-Bahn spielen, oder?
/S-Bahn Plagwitz
/S-Bahn Antonienstraße
/S-Bahn Schwartzestraße/Kleinzschocher (ich weiß, dass Kleinzschocher etwas woanders lag)
/S-Bahn Schönauer/Arthur-Nagel-Str. (Mittelzschocher? ;D)
/S-Bahn G.-Ellrodt-Str./Großzschocher
/S-Bahn Hartmannsdorf
Das mutiert (bis auf den in deiner Auflistung aufgelassenen Halt in Knauthain) ja eher zur Straßenbahn. Wenn dann eher Plagwitz - Schwartzestraße - "Mittelzschocher" (zwischen Schönauer Straße und G.-Ellrodt-Str. gelegen mit Anbindung beider Bahnsteige an beide Straßen) - Knauthain - Hartmannsdorf - Knautnaundorf und dann weiter über Zitzschen - Groß Dalzig nach Pegau.

Da können wir hier sicher vorzüglich darüber diskutieren, ob der Hp. Hartmannsdorf in Ortsmitte (am BÜ Azaleenstr.) oder brückennah (nahe An der Wendeschleife) gebaut werden soll.
Ich würde ihn dazwischen bauen, mit Anbindung beider Bahnsteige in beide Richtungen.
Der größte Haken bei den aktuellen S-Bahn-Haltepunkten Anger-Crottendorf, Völki und MDR ist doch die derzeit nur einseitige Anbindung.

Den Zwenkauer See kann man von Hartmannsdorf mit einer neuen oder Knautnaundorf mit der vorhandenen Brücke doch genauso gut erschließen. (Wobei die Knautnaundorfer B186-Brücke keine Fußwege zu haben scheint. :( )
Diese Brücke traue ich mir schon mit'm Rennrad nur, wenn ich in suizidaler Stimmung bin, als Fußgänger würde ich nie auf die dumme Idee kommen, die zu benutzen, so wie da die Autos langrasen.

Vorausgesetzt, dass Kuppeln und Trennen reibungslos klappt, kann bis Knauthain elektrifiziert und mit 160 durchgedüst werden, ein Halt maximal.
Der S1 genügt oftmals aber schon ein einzeler 3er-Hamster, da dann in Doppeltraktion bis Plagwitz fahren? Und wenn, dann mit zwei Halten: Kleinzschocher (z.B. Höhe Schwartzestraße) und Großzschocher (aber nach Norden verschoben).

Ob die Mini-Siedlungen dahinter 30' Taktwürdig sind, mal sehen...
Frage ich mich auch. Wenn dann eher eine Überlagerung eines stündlichen Express (mit Halten ausschließlich in Pegau und Plagwitz sowie ggf. Knauthain zum Umstieg zur /TRAM) und eines stündlichen Milchkannenzuges bis Pegau.

Knautnaundorf ist ein Gewerbegebiet, dass WIMRE immer für viel Berufsverkehr gesorgt hat.
Wann zuletzt? Denn die Aufgabe des Haltepunktes (bis auf 2 Alibizüge in Tagesrandlage) wurde mit den viel zu geringen Fahrgastzahlen begründet.

Nimmt man noch Zitzschen und Großdalzig mit, ist man schon fast in Zwenkau. Ob das Aufkommen der beiden aber überhaupt eines ÖPNV würdig ist …
Warum gibt es so manchen Zwischenhalt auf der S3 westlich von Schkeuditz? Oder der S4 südöstlich von Borna und nördlich von Taucha? Kleinvieh macht auch Mist, und wenn man diese Halte (und auch einige im Stadtgebiet) als Bedarfshalte ausweist, bringt man zumindest das Potential zusammen ...

Offline Radler

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Re: Bahnverbindungen im Leipziger Südwesten
« Antwort #6 am: 25.09.2014, 12:06:51 »
den allerletzten Gesichtspunkt unterstreiche ich! Insgesamt funktioniert das nur, wenn Trassenentgelte und Stationsentgelte nicht mehr vom EVU bezahlt werden. DANN lohnt sich das Auslasten der Strecken wieder.

Dann genügt auch eine Diesel-S-Bahn analog der Strecke nach Belgershain: Grundtakt stündlich, verstärker auf einer Teilstrecke. Bei 30er Taktungen (oder 20/40, wäre nicht soooo sklavisch) besteht für die Bevölkerung ein Vielfaches an Gründen (Anfangszeiten passen öfter etc...)

Gruß
der Radler

Offline Lutz G.

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Re: Bahnverbindungen im Leipziger Südwesten
« Antwort #7 am: 25.09.2014, 17:08:01 »
Rein von der Fahrzeit ist Plagwitz - Knauthain etwa gleich wie Plagwitz - Miltitzer Allee. Vorausgesetzt, dass Kuppeln und Trennen reibungslos klappt, kann bis Knauthain elektrifiziert und mit 160 durchgedüst werden, ein Halt maximal. Das setzt das Angebot von der Tram 3 ab (Feinerschließung) und sorgt für den Siedlungsschwerpunkt Knauthain für eine schnelle Anbindung. Halte ich für Aufwand-Nutzen noch irgendwie darstellbar.

Ob die Mini-Siedlungen dahinter 30' Taktwürdig sind, mal sehen...

Gruß
der Radler
Das Kuppeln und Trennen klappt, betrachtet auf das gesamte Betriebsjahr mit allen Witterungserscheinungen, niemals reibungslos und benötigt für eine halbwegs stabile Fahrplanlage mind. 6 min Fahrplanaufenthalt. Will das der S-Bahn nach Grünau wirklich jemand auch noch antun?
Daneben wäre der Bahnhof in Plagwitz erneut umzubauen, die derzeitige Bahnsteigsituation mit den vorhandenen Signalstandorten ist für geplantes Kuppeln und Trennen das Gegenteil von optimal.

@Radler, Deine Gedanken "... mit 160 durchgedüst werden ..." sind ja ganz niedlich, m.E. aber blauäugig. Genau diese "Denke" ist geeignet, eigentlich sinnvolle Denkansätze ins lächerliche abgleiten zu lassen, schade drum. Erstens: Die derzeit dort vorhandenen BÜ sind nicht für 160 geeignet (und werden es auch nie sein), m.W. liefen kurz vor der Betriebsaufnahme der Erfurter Bahn gerade teure Umbaumaßnahmen mit der Ertüchtigung von 100 auf 120 km/h ... ? Dort, wo wirklich auf 160 ausgebaut wird, verschwinden alle BÜ und werden teils aufwendige Brücken errichtet.

Zweitens ist die genannte Strecke bis Knauthain (bei selbst nur einem geplanten Zwischenhalt ab Plagwitz) viel zu kurz, um die 160 nur ansatzweise einmal auf dem Tacho zu haben.

Vergleich:
Plagwitz (km 10,8) bis Großzschocher (km 13,7) = ca. 2.900 m, Großzschocher (km 13,7) bis Knauthain (km 16,4) = ca. 2.700 m, vorausgesetzt, alle Fahrwege sind mit v zul = 160 km/h ausfahrbar. Soll in Knauthain tatsächlich in einem Stumpfgleis geendet werden, bedeutet das ab Esig (km 15,7) mit Stumpfgleis- und Frühhaltsignalisierung v max = 40 km/h, hinter der Einfahrweiche liegen dann die 30er GÜ und der 500 Hz-Magnet der PZB. Kam der Zug am Esig zum Stehen bzw. wurde dort gestutzt, bedeutet das praktisch eine Einfahrt mit ca. 20 km/h (vergleiche Situation Stötteritz bei Einfahrt in das Stumpfgleis aus Richtung Völkerschlachtdenkmal).
Der einzige kürzere Stationsabstand (damit lasse ich die Flughafenstrecke und Messe - Bitterfeld bewußt außen vor), wo mit großer Quälerei der Silbertierchen tatsächlich kurzzeitig (unmittelbar vor der Vollbremsung ...) 160 zu sehen sind, ist Machern (km 17,7) - Altenbach (km 21,4) auf der S1 = 3.700 m, und das auch nur bergab in Richtung Muldental, bergauf Richtung Borsdorf sind 145-150 schon Hamsterquälerei (irgendwann wird sich noch der Tierschutzbund melden ...).

Ergo: Die genannten 160 sind gut für die Schönrednerei der Politiker und sonstige "Egsbärden", in der Praxis Augenwischerei. Werden auch noch eine Vielzahl von Stationen mit Abständen wie im Tunnel gefordert, sollte sich auch der Blauäugiste auf Geschwindigkeiten und Fahrzeiten wie im Tunnel einstellen, d.h. max. 60-80 km/h zwischen den Stationen, eher weniger, da die Streckengleise im Gegensatz zum Tunnel ständig den Witterungsunbilden ausgesetzt und garantiert auch nie so griffig eingefahren wie irgendwann die Tunnelgleise mit ihrer Vielzahl von Fahrzeugbewegungen sein werden.

Zur Strecke als S-Bahn allgemein:
Diese würde unter den derzeitigen Bedingungen nie funktionieren. Der Vergleich mit den langsam steigenden Fahrgastzahlen an schwachen Haltepunkten der S3 (Lützschena, Gröbers, Dieskau, auch Halle Messe) ist unseriös, weil diese zwischen zwei Oberzentren (Halle und Leipzig) und einem Mittelzentrum (Schkeuditz) quasi am Weg liegen und daher sinnvollerweise mit bedient werden können. Die Züge sind immer voll, weil beide Endpunkte Aufkommensschwerpunkte darstellen. Niemand hätte eine S-Bahn mit Lützschena oder Gröbers als Endpunkt gebaut, deren Potential ich mal nicht gar so weit von Knauthain oder gar Knautnaundorf sehe (dort zuletzt, als es noch die Bedarfshalte bei allen RB gab, ca. 40 Fahrgäste täglich). Großdalzig, weitab vom Ort gelegen, lag noch darunter. Einzig Pegau wäre ein halbwegs aufkommensstarkes Klein- bis Mittelzentrum, liegt aber als Endpunkt schon recht weit weg (viele Zugkilometer für den Besteller, viele km Fahrdraht bei einer Elektrifizierung), dürfte aber ein weit geringeres Fahrgastpotential als z.B. Wurzen oder Schkeuditz haben und leidet zudem noch daran, daß "unterwegs" auch keine einzige Station ein halbwegs verläßlicher Brüller werden wird (analog z.B. zu Borsdorf und Machern auf der Wurzener Strecke). Blickt man noch weiter nach Zeitz, wird die Strecke noch länger und die Auslastung noch geringer.

Dann genügt auch eine Diesel-S-Bahn analog der Strecke nach Belgershain: Grundtakt stündlich, verstärker auf einer Teilstrecke. Bei 30er Taktungen (oder 20/40, wäre nicht soooo sklavisch) besteht für die Bevölkerung ein Vielfaches an Gründen (Anfangszeiten passen öfter etc...)
Gruß
der Radler
Genau! Daher spricht hier wohl alles für die Beibehaltung der Dieselzüge, allenfalls einer Verdichtung und die Reaktivierung vorhandener Zugangsstellen und im Einzelfall auch die Schaffung neuer Haltepunkte (Belantis?). Wobei zu beachten ist, daß die derzeit dort fahrende Erfurter Bahn nicht nur wegen der Fahrplanlage, sondern auch aus Kostengründen eigentlich nachfragestarke Halte (Möckern/Arbeitsamt, Leutzsch) ausläßt. Alles andere ist Träumerei auf hohem Niveau, da träume ich lieber von einer Stabilisierung des derzeitigen Angebotes (schon das wird schwer genug) und in Stufe zwei von einer Verdichtung eigentlich schon jetzt zu stark nachgefragter Verbindungen. Man wird ja wohl mal träumen dürfen ...

MfG Lutz




Offline Sascha Claus

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Re: Bahnverbindungen im Leipziger Südwesten
« Antwort #8 am: 25.09.2014, 21:47:31 »
Tagchen,
- ein Stumpfgleis Platz findet.
aufgebohrte Busstrecke ab Plagwitz den Adler genauso gut erreichen.
für ein Stumpfgleis sollte sich auch südlich von Knauthain viel Platz finden. Und inwiefern soll eine aufgebohrte /BL.060 jetzt die Verbindung zwischen Ratzel- oder Könneritzstraße und dem Nordwesten verbessern? Und was heißt „aufgebohrt“?

Das mutiert (bis auf den in deiner Auflistung aufgelassenen Halt in Knauthain) ja eher zur Straßenbahn.
Wenn man die stellenweise recht happigen Haltestellenabstände noch weiter vergößert, indem man die Hälfte aller Straßenbahnhaltestellen aufgibt, ja.
Zitat
Wenn dann eher Plagwitz - Schwartzestraße - "Mittelzschocher" (zwischen Schönauer Straße und G.-Ellrodt-Str. gelegen mit Anbindung beider Bahnsteige an beide Straßen) - Knauthain - Hartmannsdorf - Knautnaundorf und dann weiter über Zitzschen - Groß Dalzig nach Pegau.
Ich würde ihn dazwischen bauen, mit Anbindung beider Bahnsteige in beide Richtungen.
Von der Schönauer zur G.-Ellrodt-Straße sind es nach einem bekannten Luftbilddienst π*Daumen 600m, in Hartmannsdorf von der Azaleenstr. bis zur namenlosen Querstichstraße der namenlosen Stichstraße der Erikenstraße ca. 400m. Da passt immerhin ein ICE 1 (oder ein Doppel ICE 2) an den Bahnsteig. :P Aber ein bisschen viel für einen S-Bahn-ET, da geht ja das halbe Einzugsgebiet für den Weg vom Zug zum Bahnsteigende drauf.

Zitat
Der größte Haken bei den aktuellen S-Bahn-Haltepunkten Anger-Crottendorf, Völki und MDR ist doch die derzeit nur einseitige Anbindung.
Soweit ich weiß, hat aber noch niemand vorgeschlagen, den Südausgang von Anger-Crottendorf an die Kurt-Günther-Straße anzubinden oder den Südausgang von Stötteritz an die Prager Straße oder den Südausgang von Völki an die Richard-Lehmann-Str. Das wären jeweils 500–600m Abstand vom jeweiligen Nordausgang.

Zitat
Frage ich mich auch. Wenn dann eher eine Überlagerung eines stündlichen Express (mit Halten ausschließlich in Pegau und Plagwitz sowie ggf. Knauthain zum Umstieg zur /TRAM) und eines stündlichen Milchkannenzuges bis Pegau.
Ironisch, dass der stündliche Express ja ein RE/EBx und eine RB/EB sind, wovon letztere soviele Halte verloren hat, dass sie schon fast zum RE geworden ist. Blöd nur, wenn z.B. Mittelzschocher dann mit einem Stundentakt dasteht. Wer fährt denn da noch mit, wenn gleich nebenan die Straßenbahn alle 10min fährt und genug Platz für das eigene Auto da ist?

Zitat
Warum gibt es so manchen Zwischenhalt auf der S3 westlich von Schkeuditz? Oder der S4 südöstlich von Borna und nördlich von Taucha?
Weil die – sowohl meiner persönlichen Inaugenscheinnahme als auch dem Atlas zufolge – allesamt größer sind als Zitzschen, Mausitz und Großdalzig zusammen.
(Wobei Zitzschen als Bahnhofsansage alleine schon den Halt wert wäre. ;D Nächster Halt Zitzschen, übernächster Halt Großdalzsch!)

Wobei zu beachten ist, daß die derzeit dort fahrende Erfurter Bahn nicht nur wegen der Fahrplanlage, sondern auch aus Kostengründen eigentlich nachfragestarke Halte (Möckern/Arbeitsamt, Leutzsch) ausläßt.
Angesichts der Entfernung nach Gera (und weiter) würde die beiden EB(x)en ohnehin eher als einen stündlichen RE/EBx ansehen (wie den CLEX), dessen Halte im Stadtgebiet sich eher (aber nicht nur) danach richten sollten, den Fahrgästen von/nach außerhalb längere Rückfahrten zu Bahnhöfen zu ersparen, durch die sie eben durchgefahren sind. Gäbe/gab es viel Umsteigeverkehr zwischen Pegau (und südlich) <-> G.-Schumann-Str.?

Offline GK

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Re: Bahnverbindungen im Leipziger Südwesten
« Antwort #9 am: 26.09.2014, 10:47:24 »
Von der Schönauer zur G.-Ellrodt-Straße sind es nach einem bekannten Luftbilddienst π*Daumen 600m, in Hartmannsdorf von der Azaleenstr. bis zur namenlosen Querstichstraße der namenlosen Stichstraße der Erikenstraße ca. 400m. Da passt immerhin ein ICE 1 (oder ein Doppel ICE 2) an den Bahnsteig. :P Aber ein bisschen viel für einen S-Bahn-ET, da geht ja das halbe Einzugsgebiet für den Weg vom Zug zum Bahnsteigende drauf.
Wer sagt denn, dass der Bahnsteig so lang sein muss? Aber zwei Haltepunkte bei dem Abstand sind zu viel des Guten - das konterkariert die Idee der /S-Bahn als solche und macht sie damit unattraktiv, da selbst in der Innenstadt die Abstände der Haltepunkte über 400m - und damit die Fahrstrecke ca. 600m ist. Also am besten Bahnsteig in die Mitte legen und von jeder Seite max. 200m Fußweg bis zur Hauptstraße, oder.

Soweit ich weiß, hat aber noch niemand vorgeschlagen, den Südausgang von Anger-Crottendorf an die Kurt-Günther-Straße anzubinden oder den Südausgang von Stötteritz an die Prager Straße oder den Südausgang von Völki an die Richard-Lehmann-Str.
Das nicht, aber den Südausgang des Völki an die Str. d. 18. Oktober, in Anger-Crottendorf zur Radwegschneise oder vom MDR zur Steinstraße. Und wir reden hier von relativ dicht bevölkerten Stadtgebieten und nicht der absoluten Peripherie.

Blöd nur, wenn z.B. Mittelzschocher dann mit einem Stundentakt dasteht. Wer fährt denn da noch mit, wenn gleich nebenan die Straßenbahn alle 10min fährt und genug Platz für das eigene Auto da ist?
Blöd nur, dass derzeit dort gar nichts mehr hält und fährt und man immer per Straßenbahn in die Stadt zuckeln oder das Auto benutzen muss. Eine /S-Bahn soll die /TRAM nicht ersetzen, sondern auf längeren Relationen ergänzen und umgekehrt (wobei das die Verkehrsunternehmen selbst bisher noch nicht verstanden haben :(). Insofern wäre ein stündlicher Halt schon eine deutliche Verbesserung, und wenn dann eine Nutzungstendenz vorhanden ist, kann man in Dresden ja mal um Geld betteln gehen ...

Weil die – sowohl meiner persönlichen Inaugenscheinnahme als auch dem Atlas zufolge – allesamt größer sind als Zitzschen, Mausitz und Großdalzig zusammen.
Wobei dort derzeit nichts hält (Ausnahme: Großdalzig) und kein brauchbarer Bus fährt (eine Kollegin wohnt selbst dort und hat mir das Elend genauer erzählt) und damit das eigene Auto schon zwangsweise gesetzt ist.

Offline Radler

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Re: Bahnverbindungen im Leipziger Südwesten
« Antwort #10 am: 26.09.2014, 12:22:38 »
Südlich von Plagwitz sehe ich neben Knauthain nur Großzschocher / Nagelstraße als aufkommensrelevante Zugangsstelle. Das Wohngebiet direkt daneben hat ca. 5.000 Einwohner, plus Kleingärten, Siedlung, ein Stück Meyersche Häuse und Kleinzschocher dazu. Die Gewerbebetriebe sorgen nur zwei mal werktags für Aufkommen. Deren modal split liegt bei 5% ? 10%? - aufzuteilen auf Bus 65, Tram 3 und Eisenbahn. So dass dies wieviel ausmacht?

blau: denkbares Einzugsgebiet
rot: außerhalb nennenswerem Aufkommen

violett: Bahnsteige
Grün: Tramstationen

[img=http://abload.de/thumb/gzareajku6a.jpg]

[img=http://abload.de/thumb/gzarea2i6j5s.jpg]

Gruß
der Radler
« Letzte Änderung: 26.09.2014, 12:39:33 von Radler »

Offline WTL

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Re: Bahnverbindungen im Leipziger Südwesten
« Antwort #11 am: 26.09.2014, 13:24:55 »
^ Schöne Visualisierungen!

Der neue Haltepunkt in Großzschocher, wie von Radler eingezeichnet, könnte ganz sinnvoll sein.

Aufgrund des Einwohnerpotenzials sollte jedoch auch zwischen diesem Haltepunkt und dem  /S-Bahn Plagwitz noch einer kommen.
Etwas überrascht bin ich, von Sascha einen Haltepunkt  /S-Bahn Antonienstraße zu lesen.
Wir hatten eine Diskussion ja auch schonmal.

Letztlich sehe ich die Entscheidung von der zukünftigen Führung der Gleise der heutigen /SL.001 und  /SL.002 abhängig.
Bleiben diese doch so wie sie heute  sind, würde ich einen  /S-Bahn Schwartzestraße befürworten, da so ein relativ gutes Umsteigen zwischen  /TRAM und  /S-Bahn möglich ist. Sollte perspektivisch jedoch eine Änderung mit Führung durch die westliche Antonienstraße nach Grünau erfolgen, dann ergäbe ein  /S-Bahn Antonienstraße (oder besser  /S-Bahn Antonienbrücke) imho mehr Sinn.

Offline Radler

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Re: Bahnverbindungen im Leipziger Südwesten
« Antwort #12 am: 26.09.2014, 13:34:07 »
Da @Lutz recht plausibel darlegte, dass auf mittlere Sicht mehr als ein 30er Takt nicht zu erwarten ist, sehe ich den originären Bedarf zwischen Plagwiz und Neu-Großzschocher nicht. Die Tram fährt im 5er Takt, da wird das Potenzial zum Umsteigen kleiner sein als in Plagwitz mit 60'/30'? Takt EB und 4 x je Stunde S1

Gruß
der Radler

Offline WTL

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Re: Bahnverbindungen im Leipziger Südwesten
« Antwort #13 am: 26.09.2014, 13:36:58 »
^ Mag ja sein, trotzdem gäbe es dann nicht die meines Erachtens wichtige und sinnvolle Umstiegsmöglichkeit aus West und Ost, also von  /SL.001 und  /SL.002 zur  /S-Bahn.

Offline Radler

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Re: Bahnverbindungen im Leipziger Südwesten
« Antwort #14 am: 26.09.2014, 13:38:56 »
sollte diese nicht besser im S-Bahn-Bogen liegen und dann im 15er Takt bedient werden (oder im diskutierten 20/10)? Selbst übereck sind andere Systeme schneller.

Gruß
der Radler