Autor Thema: S-Bahn Mitteldeutschland  (Gelesen 1573234 mal)

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Offline MD 612

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Re: S-Bahn Mitteldeutschland
« Antwort #5460 am: 12.05.2019, 21:15:58 »
Ja, und auch der Güterverkehr findet seine Fahrplantrassen. Zwischen Abzw. Stünz und Stötteritz muss er ohnehin eine zukünftig stärkere SPNV-Belegung verkraften
Das stimmt zwar, aber in L.-Schönefeld kommt ja noch der Verkehr aus Richtung Engelsdorf dazu, der Teil der Magistrale SO-Europa - Elbtal - weiter Richtung Norden und Westen ist. Wer aufmerksam S4 fährt, bekommt die gelegentlichen Behinderungen im Bereich Engelsdorf mit, wenn einer dieser Züge den Weg der S4 kreuzt.

Auch ohne Turmbahnhof kann man günstig umsteigen. Weniger der Weg in Metern ist entscheidend, sondern das Fahrplanangebot, damit der Anschluss auch bei den üblichen Abweichungen funktioniert.
Bei einer Linie im 30er Takt (wie Deine Wunsch-S-Bahn Stötteritz - Taucha) kannst Du schonmal 10-25 Minuten warten, bis der passende Zug kommt, da ja auch die anderen Strecken nur stündlich bzw. halbstündlich bedient werden. Ansonsten haben wir das Thema Stünzer Kreuz schon ausreichend diskutiert, das werde ich hier bestimmt nicht noch einmal auswalzen.

Ohne Umbau Chemnitz-Leipzig kann dort weder ein 30er SPNV-Takt angeboten werden (bis Belgershain wäre das echt eine schlüssige Sache) noch kann ein zukünftiger schneller Zug besser in den Hbf gelangen. Also ist es so logisch wie naheliegend, dass gebaut wird. Dann kann auch an anderen Stellen gebaut werden, sollte dies irgendwie erforderlich sein.
Ein Umbau der Chemnitzer Schiene liegt viel zu weit weg, als das in einem Abwasch mit dem Bahnhof L.-Schönefeld zu sehen, zumal bei der Chemnitzer Schiene nur von einem abschnittsweisen zweigleisigen Ausbau die Rede ist, in dem der Abschnitt Hbf. - Paunsdorf nicht inbegriffenen ist. Und das was Dir beim Stünzer Kreuz vorschwebt, ist auch nicht nur ein paar Schottersteine von links nach rechts zu bewegen, sondern ein Komplettumbau auf zwei Mal mindestens rund zwei Kilometern Streckenlänge.

Kannst du in ein Luftbild die kritische Situation Permoser Str. hineinskizzieren? Das wäre hilfreich. Danke sehr.
Meine grafischen Fähigkeiten halten sich stark in Grenzen, aber das Luftbild zeigt auch so sehr deutlich die Zwangspunkte an der Permoserstraße.
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Verfasser unbekannt

Offline AntenneKL

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Re: S-Bahn Mitteldeutschland
« Antwort #5461 am: 13.05.2019, 09:09:27 »
Hallo,

ein Stünzer Kreuz brauchen wir tatsächlich nicht. Wichtig jedoch wäre, dass wenigstens der eigentlich angedachte S-Bahn-Haltepunkt Paunsdorf endlich mal konkrete Züge annimmt. Schade eben auch, dass ja offenbar durch die Bauplanungen ein Haltepunkt Stünz, trotz dortigem Bevölkerungszuwachs nicht mehr möglich scheint. Aber leider siehen ja auch die Leipziger Stadtverantwortlichen in der S-Bahn keine Potential für den Stadt-Nahverkehr, abgesehen von einem dringend nötigem West-Ost-Tunnel ...

Beste Grüße

Offline Radler

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Re: S-Bahn Mitteldeutschland
« Antwort #5462 am: 13.05.2019, 10:00:19 »
du widersprichst dich inhaltlich:

Zum einen bedauerst du das (vermeintliche) Verbauen eines S- Bf Stünz und gleichzeitig schreibst du, ein Stünzer Kreuz braucht es nicht. Ja was nun? Braucht man einen S-Bahn Halt oder nicht?

Ein S-Paunsdorf an der Wurzener Schiene wird mangels Umsteigequalität und Entfernung zur Bimmel und zur Wohnbebauung nicht sehr üppig genutzt werden, dafür baulichen Aufwand treiben, übersteht keine Nutzen-Kosten-Prüfung. Warum also nicht den Halt qualitativ aufwerten und mit allen Verkehrsträgern UND Wohnbebauung auf drei der vier Quadranten kombinieren? Das soll plötzlich falsch sein??

Auch kann der Knoten Stückweise gebaut werden und in Betrieb gehen, ein großer Vorteil, nicht bis zum St. Nimmerleinstag warten zu müssen.

Gruß
der Radler

Offline AntenneKL

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Re: S-Bahn Mitteldeutschland
« Antwort #5463 am: 13.05.2019, 16:53:44 »
 Hallo Radler, ich schrieb von einem Haltepunkt zwischen Anger Crottendorf und Paunsdorf (neu). Von einem Kreuz war keine Rede ...

Freundliche Grüße

Offline Radler

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Re: S-Bahn Mitteldeutschland
« Antwort #5464 am: 13.05.2019, 17:20:48 »
Das war ja deutlich zu lesen. Nur was ist an einem Haltepunkt besser als an einer Station, an der ungleich mehr Öffentliche Verkehrsmittel und -träger halten? 

Gruß
der Radler

Offline MD 612

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Re: S-Bahn Mitteldeutschland
« Antwort #5465 am: 13.05.2019, 21:10:27 »
Nur was ist an einem Haltepunkt besser als an einer Station, an der ungleich mehr Öffentliche Verkehrsmittel und -träger halten?
Ein Hp. Stünz mit Bahnsteigzugängen an der Zweenfuhrter sowie Cunnersdorfer Straße würde den zahlreichen Einwohnern des recht gut ausgelasteten Wohngebietes mit seinem Umfeld nützen und so einiges an Potenzial erschließen. Das sollte sogar Dir aufgefallen sein. Ein Stünzer Kreuz nach Deinen Wünschen ist dagegen nicht nur utopisch, es steht und fällt mit Deiner Wunsch-S-Bahn Stötteritz - Taucha, deren Potenzial Du Dir aber auch nur schön rechnest. Und es lässt das Potenzial von Sellerhausen-Stünz links liegen, dessen Bedeutung Du sicher gleich abstreiten wirst, obwohl es auf dem Luftbild augenfällig ist...

Gruß Peter
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Verfasser unbekannt

Offline Sven

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Re: S-Bahn Mitteldeutschland
« Antwort #5466 am: 13.05.2019, 21:29:35 »
Dieses Stünzer Kreuz geht mir auch auf den Keks. Ideen sollt man ja immer diskutieren, aber diese finde ich nicht zielführend.

Wichtig wäre wie von Peter und AntenneKL der genannte HP Stünz als direkter ÖPNV-Zugang für das Gebiet. Wenn man dann noch eine Buslinie über die Geithainer Str. schickt, kann man dort auch die Gewerbegebiete besser anbinden (Achtung: ich weiß das die Stadt die Brücke über die Chemnitzer Linie gesperrt hat)

Ein neuer Bahnhof Paunsdorf an den Chemnitzer Gleisen würde die RB und S-Bahn verknüpfen und könnte eine Übereckbeziehung Borsdorf / Liebertwolkwitz ermöglichen. Eine solche Verknüpfung gibt es aktuell überhaupt nicht. Wie sowas aussehen kann, habe ich mal vor Jahren hier gezeigt.

Das hat auch den Vorteil, dass man den Güterbahnhof noch als Puffer nutzen kann. Bisher ist DB Cargo mit Halle ordentlich auf die Nase gefallen. Die geplante Leistung wird nicht erreicht. Im Rahmen der TEN-Korridore liegt Leipzig an genau zweien und wenn die Elektrifizierung Richtung Rrgensburg steht, dann werden sich einige hier umgucken, was dann wieder los sein wird. Auch das Elbtal ist bereits wieder an der Kapagrenze.

Wenn die Strecke Richtung Geithain / Chemnitz ertüchtigt wird, kann man für ein paar zusätzliche Taler sowas umsetzen.

Eine Verknüpfung von  /SL.007 und  /SL.008 mit der S-Bahn halte ich nicht für sinnvoll. Einzig vielleicht eine Verlängerung in Richtung Engelsdorf.

Grüße
Sven

Offline Jörg.L.E.

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Re: S-Bahn Mitteldeutschland
« Antwort #5467 am: 13.05.2019, 21:31:31 »
Solltest Du Chinese und damit ein kreativer Mensch sein, kannst Du ja gerne Vorschläge zur Lösung des Bahnsteigproblems an der Permoserstraße machen...

Die Chinesen haben in den letzten Jahren wieviele Kilometer an HGV-Strecken gebaut? Wer hat die Strecke auf über 5.000m Höhe ins Tibet vewirklicht? Aber hey, nichts gegen ein paar Weichen im Leipziger Osten. Was für ein unlösbäres Problem. Oder ein 140m langer Mittelbahnsteig. Das geht ja mal gar nicht. Ist das hier Realsatire?

MfG
dor Jörsch

P.S. Anbei ein paar Bilder von realgewordenen Visionen:








« Letzte Änderung: 13.05.2019, 21:48:25 von Jörg.L.E. »
Gegen ReDesignte ICE`s !!!

Příští stanice: Jídelní a lůžkové vozy.

Offline MD 612

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Re: S-Bahn Mitteldeutschland
« Antwort #5468 am: 13.05.2019, 21:59:16 »
Die Chinesen haben in den letzten Jahren wieviele Kilometer an HGV-Strecken gebaut?
So kann man sich auch um die Beantwortung konkreter Fragen drücken... ::)

Gruß Peter
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Offline Radler

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Re: S-Bahn Mitteldeutschland
« Antwort #5469 am: 14.05.2019, 07:33:54 »
Zitat
Eine Verknüpfung von  /SL.007 und  /SL.008 mit der S-Bahn halte ich nicht für sinnvoll. Einzig vielleicht eine Verlängerung in Richtung Engelsdorf.

Wirklich?  Die ganzen Gebiete wie Paunsdorf (v.a. das DDR-Neubaugebiet) und den Bereich Sellerhausen willst du a) - vom schnellen ÖPNV abgekoppelt belassen   und b) - insbesondere von schnellen Fahrbeziehungen in den Süden und Südosten?  Bei allem Für und Wider ist das ein seltsames Verständnis, wie es mit der Nutzung der Öffentlichen Verkehrsmittel in Leipzig voran gehen soll.

Gruß
der Radler

Offline André Loh-Kliesch

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Re: S-Bahn Mitteldeutschland
« Antwort #5470 am: 14.05.2019, 11:11:03 »
Ob ein „Stünzer Kreuz“ sinnvoll ist oder nicht, mag ich nicht entscheiden.

Aber die Voraussetzung, nämlich ein Personenverkehr Anger-Crottendorf – Taucha ist so utopisch nun nicht; was manche jetzt als Güterring bezeichnen, ist eigentlich die alte Eilenburger Eisenbahn, die seit 1874 vom Eilenburger Bahnhof (Gerichtsweg, Höhe Lene-Voigt-Park) entlang des jetzigen Parks nach Anger-Crottendorf und dann genau im Verlauf dieses "Güterrings" nach Schönefeld und dann nach Heiterblick und Taucha führte. Hier fand 68 Jahre lang Nahverkehr statt! Ab 1915 wurde immerhin der Fernverkehr ab Taucha auf dem neuen Güterring (!) über Thekla zur Berliner Eisenbahn und zum Hauptbahnhof geführt (jetziger Verlauf der S-Bahn), der Nahverkehr erst 1942. – Mangels Eilenburger Bahnhof müsste ein solcher Nord-Süd-Verkehr östlich des City-Tunnels jetzt natürlich von Stötteritz kommen.

Spätestens, wenn die von manchen neuerdings geforderte Ringbahn kommen sollte, wird es auf dieser Strecke wieder Personenverkehr geben.

Ein „Stünzer Kreuz“ wäre auch nichts völlig Neues, es würde lediglich das 2012 geschlossene, etwas zentrumsnäher gelegene „Sellerhäuser Kreuz“ ersetzen, wo auch nur zwischen Zügen umgestiegen werden konnte, die vom/zum Hauptbahnhof kamen bzw. führten. Nur dass jetzt an den „Armen“ in Richtung Hbf mehr Stationen (= mehr Reisezeit) liegen, so dass ein Umsteigen außerhalb des Bahnhofs von/zu Stationen der anderen (nicht-Richtung-Hbf-) Arme durchaus interessant sein könnte.

Und ganz generell (gilt nicht nur für die Straßenbahn, sondern auch für die S-Bahn): Ein Netz ohne Nebenknoten ist kein Netz! Eine Spinne, die ihr Netz nur als Stern (ohne Tangenten und Knoten zwischen Radialen und Tangenten) bauen würde, müsste verhungern...

Offline MD 612

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Re: S-Bahn Mitteldeutschland
« Antwort #5471 am: 14.05.2019, 18:32:09 »
Wirklich?  Die ganzen Gebiete wie Paunsdorf (v.a. das DDR-Neubaugebiet) und den Bereich Sellerhausen willst du a) - vom schnellen ÖPNV abgekoppelt belassen
Die Möglichkeit vom Hp. Engelsdorf schneller ins Neubaugebiet zu kommen, zählt für Dich nicht??

Aber die Voraussetzung, nämlich ein Personenverkehr Anger-Crottendorf – Taucha ist so utopisch nun nicht; was manche jetzt als Güterring bezeichnen, ist eigentlich die alte Eilenburger Eisenbahn, die seit 1874 vom Eilenburger Bahnhof (Gerichtsweg, Höhe Lene-Voigt-Park) entlang des jetzigen Parks nach Anger-Crottendorf und dann genau im Verlauf dieses "Güterrings" nach Schönefeld und dann nach Heiterblick und Taucha führte. Hier fand 68 Jahre lang Nahverkehr statt!
Der Eilenburger Bahnhof ist ebenso tot wie der Kaiser. Und nur weil dort vor 70 Jahren ein paar NV-Züge zum Eilenburger Bahnhof fuhren, heißt das ja nicht, dass dort heute eine S-Bahn ohne Eilenburger Bahnhof sinnvoll ist. Der Abschnitt ist heute Teil des Güterrings, auch wenn er einst nicht als solcher gebaut wurde.

Spätestens, wenn die von manchen neuerdings geforderte Ringbahn kommen sollte, wird es auf dieser Strecke wieder Personenverkehr geben.
Diese Ringbahn ist genauso eine substanzlose Utopie wie das Stünzer Kreuz.

Gruß Peter
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Offline Radler

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Re: S-Bahn Mitteldeutschland
« Antwort #5472 am: 14.05.2019, 19:29:00 »
Zitat
Die Möglichkeit vom Hp. Engelsdorf schneller ins Neubaugebiet zu kommen, zählt für Dich nicht??

Diese Option bietet nur eine Linie an (Tram 7) und der Fußweg von der Endstation Sommerfeld ist weniger attraktiv als ein kompakter Umsteigeknoten. Ich hatte mal mehrere Termine in besagtem Plattenbaugebiet - gruselig, mit dem ÖPNV spontan in den Süden zu kommen. Und genau diese Destination ist die Ursache für den KfZ-Bedarf, welcher im unsäglichen Mittleren Ring Südost gipfelt.

Zitat
Diese Ringbahn ist genauso eine substanzlose Utopie wie das Stünzer Kreuz.

Moment mal!  Hier plauzt du nur dein Bauchgefühl heraus. Ohne Fakten, ohne Zahlen! Ich verbitte mir, das Stünzer Kreuz mit der unnötigen Ringbahn gleichzusetzen! Letztere ist in der Tat ein Bedarf weniger als ein halber Zweiachser, also heiße Luft. Doch ein Umsteigepunkt mit vielen takthäufigen Linien ist das Gegenteil der Ringbahnidee, nämlich Vernetzung von Radialen.

Achso, warum ist das so wichtig, dass ich immer wieder darauf zurück komme: Die Bimmel ist im zentralen Stadtgebiet auf ihren Radialen so ziemlich am Kapazitätslimit. Großartig Wachstum ist nicht mehr. Ausbauen dauert und kostet. Deshalb bietet sich das Ableiten an starke tangential laufende Verkehrsträger an, damit ein Teil des radialen Bedarfs nicht mehr die Bimmel braucht und Platz schafft für Fahrgäste der zahllosen laufenden und fertigen Wohnungsbauprojekte. Neben dem Stünzer Kreuz sind es vor allem ein mehrfach zu stärkendes Busbündel im Süden, welche neben der Bimmel auch den S-Bf MDR verbindet.

Gruß
der Radler

Offline Linie 22

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Re: S-Bahn Mitteldeutschland
« Antwort #5473 am: 14.05.2019, 22:34:44 »
Derzeitig Priorität beim Ausbau des  /S-Bahn-Bahnnetz im Leipziger Stadtgebiet hat eher die Erhöhung der Durchlassfähigkeit des Citytunnels und die Beschaffung von neuen Zügen um die Kapazitätsengpässe in den Griff zu kriegen. Von einer trassenseitig weitgehenden Entmischung von  /S-Bahn-Bahngleisen und anderen Zügen mit jeweils einem Richtungsgleis können wir hier noch lange träumen! Das wäre auch im Bereich des "Stünzer Kreuzes" notwendig um sich nicht ins Gehege zu kommen und höchstwahrscheinlich eine äußerst kostspielige Angelegenheit. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich ein derartiger Aufwand lohnt. Selbst beim jetzigen Umbau des Haltepunktes Anger- Crottendorf kriegt man keine separate Gütertrasse hin! So bremst man sich gegenseitig aus, die Verlängerung von mehr  /S-Bahn-Bahnen über Stötteritz hinaus nach Osten bleibt störanfällig und die zukünftige Gütermagistrale wird trotz neuer Gleise weiterhin zum Problemfall!

Offline Radler

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Re: S-Bahn Mitteldeutschland
« Antwort #5474 am: 14.05.2019, 23:27:40 »
das ist wohl wahr!

Ein Krebsschaden des Leipziger Netzes bleibt der Mischverkehr auf HGV Trassen (bis Gröbers), ABS bis 200km/h (Wittenberg / Oschatz) und die Zugdichte auf anderen Abschnitten. Entweder lauter Zwänge und Zwangspunkte oder die Verkehrsarten müssen allesamt zurück stecken. Allein zwischen Bitterfeld und Leipzig sollte perspektivisch ein halbstündiger ICE fahren und eine halbstündige S-Bahn zuzüglich stündlichem RE sind letztlich doch nur ein minimalistisches Angebot... Für Güterzüge bleibt da sehr wenig Spielraum. Somit werden die Kapazitätssorgen im gesamten mitteldeutschen Raum spürbar, unabhängig ob dann nördlich von Stötteritz mehr S-Bahnen fahren (welche dann immerhin nicht durchgehende Gleise während der Wendezeit blockieren)...

Einen Vorteil sehe ich im stufenweisen Ausbau: Außenbahnsteige an der Wurzener Schiene sind kein Hexenwerk. Sobald eine S1 oder S2 bis Taucha gezogen wird (DB Netz ist angesichts der geplanten halbstündigen Führung der S4 von Leipzig via Taucha bis Eileburg froh, die dritte Bahnsteigkante in Taucha irgendwie rechtfertigen zu können...), kann ein Außenbahnsteig auch an dieses Gleispaar kommen. Abgänge zu zukünftigen Bahnsteigen an einem Geithainer / Borsdorfer SPNV-Gleispaar lassen sich gewiss konstruktiv freihalten, dito zur Tram. Alles weitere kann schrittweise hinzu treten. Gleisbau sollte vorerst nicht nötig sein.

In gewisser Weise ist es eine Leipzg-typische "Planungsweise": Es muss theoretisch alles ins perfekte vergoldete idealistische vorbereitet sein, bis es grundsätzlich einen Schritt weiter geht. Dummerweise gibt es diese idealen Zustände in der Realität kaum. Da ist es - wie in der echten privaten Wirtschaft - ratsamer, anzufangen und stufenweise vorwärts zu kommen.

Gruß
der Radler