Autor Thema: S-Bahn Mitteldeutschland  (Gelesen 1834371 mal)

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Offline Sven

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Re: S-Bahn Mitteldeutschland
« Antwort #6045 am: 20.06.2020, 11:30:57 »
Die sollen einfach mal minimum 100 Fahrzeuge als Kalkulationsgrundlage nehmen (ich meine derzeit sind es 51 Triebwagen MDSB I und 29 MDSB II).

Das wäre in der Tat sinnvoll. Weiterhin würde ich empfehlen, komplett auf Vierteiler umzustellen. Damit ist die Planung auch einfacher, wenn man Traktionen braucht und mal wieder Fahrzeuge sucht.

Grüße
Sven

Offline Tilman

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Re: S-Bahn Mitteldeutschland
« Antwort #6046 am: 20.06.2020, 11:39:49 »
in der Ausschreibung werden noch mehr Zugleistungen enthalten sein, u.a. der RE50 und ein neuer RE11:
https://ausschreibungen-deutschland.de/571420_SPNV-Leistungen_MDSB_2025_2019_Leipzig

Offline Halleipzig

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Re: S-Bahn Mitteldeutschland
« Antwort #6047 am: 20.06.2020, 11:59:00 »
in der Ausschreibung werden noch mehr Zugleistungen enthalten sein, u.a. der RE50 und ein neuer RE11:
https://ausschreibungen-deutschland.de/571420_SPNV-Leistungen_MDSB_2025_2019_Leipzig

Ist das Absicht, dass bei der S11 die Haltpunkt Leipzig HBF (tief) nicht aufgelistet ist, aber bei allen anderen  /S-Bahn?
S 11: Leipzig Miltitzer Allee - Leipzig Stötteritz - Borsdorf - Grimma - Döbeln
Würde ansonsten 2 Fahrten mehr die Stunde durch den Tunnel bedeuten als bislang, wenn man von einem 30min Takt auf allen Linien ausgeht.

Offline MD 612

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Re: S-Bahn Mitteldeutschland
« Antwort #6048 am: 20.06.2020, 12:37:21 »
Mal schauen, wer die Neuausschreibung gewinnt.
Und dann wird alles besser?? Guck mal nach NRW und BaWü, das wird Dir die Augen öffnen...

Die sollen einfach mal minimum 100 Fahrzeuge als Kalkulationsgrundlage nehmen (ich meine derzeit sind es 51 Triebwagen MDSB I und 29 MDSB II).
80 Triebzüge ist richtig, dazu derzeit noch 5 Doppelstockzüge für S7 und S9.

Die Anzahl zukünftiger Züge hängt stark von der Losaufteilung der Ausschreibung ab. S11 und RB113 werden sicher Akku-Hybriden, wenn man in das Los die S1 mit reinpackt, weil Umlaufverknüpfungen in Grünau zwischen S1 und S11 möglich wären, dann stünden die jetzigen Triebzüge, die auf der S1 laufen, für die S3 - S5 zur Verfügung. Dazu kämen noch zwei Triebzüge der heutigen S4, wenn der RE11 ebenfalls in einem anderen Los steckt wie die S-Bahn-Linien. Andererseits steht da auch noch eine S6 Naumburg / Merseburg - Gaschwitz drin. Offen ist, in welches Los die kommt.

in der Ausschreibung werden noch mehr Zugleistungen enthalten sein, u.a. der RE50 und ein neuer RE11
Für den RE50 hat der VVO inzwischen ebenfalls eine Vorankündigung zu einer Ausschreibung veröffentlicht, optional mit einer möglichen Verknüpfung mit dem ebenfalls noch auszuschreibenden jetzigen Elbe-Elster-Netz, der S-Bahn Dresden oder auch dem RE11 Leipzig - Hoywoy. Dass der RE50 in der Vorankündigung des ZVNL zur MDSB2025+ mit drin ist, scheint eher einer versuchten Revierabsteckung der kurfürstlich-heldenstädtischen Eisenbahnverwaltung geschuldet zu sein. Man hörte, der VVO war darüber not amused...

Ist das Absicht, dass bei der S11 die Haltpunkt Leipzig HBF (tief) nicht aufgelistet ist, aber bei allen anderen  /S-Bahn?
Sicher nicht, denn eine andere Linienführung als durch den Tunnel wäre ja nicht sinnvoll möglich.

Würde ansonsten 2 Fahrten mehr die Stunde durch den Tunnel bedeuten als bislang, wenn man von einem 30min Takt auf allen Linien ausgeht.
Theoretisch sollen im Tunnel 13 Fahrten pro Stunde und Richtung (10x S-Bahn, 2x RE, 1x Fernverkehr) möglich sein, dafür war er nach Planfeststellungsbeschlu ss ausgelegt. Entweder glaubt man, die eine FV-Trasse durch zwei S-Bahn-Trassen ersetzen zu können, oder man hofft auch eine Aufrüstung der Signaltechnik im Tunnel, um kürzere Zugfolgen zu ermöglichen. Mit der heutigen Technik gäbe es jedenfalls kaum noch Verspätungspuffer.

Gruß Peter

Das Leben verlangt von den Menschen sehr oft, dass sie Dinge wegstecken, für die sie gar keine Taschen haben.
Hanna Berheide

Offline Sven

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Re: S-Bahn Mitteldeutschland
« Antwort #6049 am: 20.06.2020, 19:02:42 »
Und dann wird alles besser?? Guck mal nach NRW und BaWü, das wird Dir die Augen öffnen...

Kommt doch darauf an, was die Aufgabenträger ausschreiben. Das ist doch immer dein Reden, wenn es klemmt.

Mich interessiert erst mal nicht was anderswo stattfindet. Es geht hier um unsere Region. Daher hoffe ich, dass der ZVNL dazugelernt hat. Im Notfall müssen eben NASA und VBB dem ZVNL auf die Finger hauen. Dort sitzt ja wenigstens Fachpersonal.


Die Anzahl zukünftiger Züge hängt stark von der Losaufteilung der Ausschreibung ab. S11 und RB113 werden sicher Akku-Hybriden, wenn man in das Los die S1 mit reinpackt, weil Umlaufverknüpfungen in Grünau zwischen S1 und S11 möglich wären, dann stünden die jetzigen Triebzüge, die auf der S1 laufen, für die S3 - S5 zur Verfügung. Dazu kämen noch zwei Triebzüge der heutigen S4, wenn der RE11 ebenfalls in einem anderen Los steckt wie die S-Bahn-Linien. Andererseits steht da auch noch eine S6 Naumburg / Merseburg - Gaschwitz drin. Offen ist, in welches Los die kommt.

Hmm. Man könnte die S1, S11, S3 und RB113 in ein Netz packen. Das zweite Los wäre dann S4, S5, S5x, S6 und RE11.

Beim RE50 bin ich auch eher dabei, dass der gemeinsam mit dem VVO ausgeschrieben werden sollte.

Die S2 ist übrigens weiterhin im anderen Netz gebunden.


Theoretisch sollen im Tunnel 13 Fahrten pro Stunde und Richtung (10x S-Bahn, 2x RE, 1x Fernverkehr) möglich sein, dafür war er nach Planfeststellungsbeschlu ss ausgelegt. Entweder glaubt man, die eine FV-Trasse durch zwei S-Bahn-Trassen ersetzen zu können, oder man hofft auch eine Aufrüstung der Signaltechnik im Tunnel, um kürzere Zugfolgen zu ermöglichen. Mit der heutigen Technik gäbe es jedenfalls kaum noch Verspätungspuffer.

Rein theoretisch könnte man heute 14 Züge die Stunde fahren lassen. Das ist aber ohne richtigen Puffer. Bei einer minimalen Taktfolge von 3,5 Minuten ist man mit 4,3 Minuten (14 Züge) am Limit. Die falschen Züge (zu wenige Türen) und schlechte Infrastruktur verhindern eben eine notwendige Verdichtung. Ohne ETCS mit kürzeren Blöcken wird das nichts. Im Geldtopf für den Braunkohleausstieg waren die Millionen zum Ausbau geparkt. Ob da jetzt jemand an dem Thema arbeitet - unbekannt...

Grüße
Sven

Offline Tilman

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Re: S-Bahn Mitteldeutschland
« Antwort #6050 am: 20.06.2020, 19:34:06 »
Das wird auch mit ETCS nix. Das Rettungskonzept sieht vor, dass Züge nicht zwischen Stationen in der Röhre stehenbleiben. Mithin darf also an jeder Station erst abgefahren werden, wenn die jeweils nächste Station vom vorherigen Zug geräumt wurde. Und das kann das Signalsystem schon heute.

Ausnahme ist der Hbf tief Richtung Norden, weil da eine Kurzeinfahrt ins besetzte Gleis möglich ist.

Offline Fahrer

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Re: S-Bahn Mitteldeutschland
« Antwort #6051 am: 20.06.2020, 19:36:01 »
Gibt es einen nachvollziehbaren Grund dafür, dass Züge nicht in der Röhre stehen bleiben? Wenn ja, hätte dieser bei der Planung verhindert werden können?

Offline Tilman

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Re: S-Bahn Mitteldeutschland
« Antwort #6052 am: 20.06.2020, 20:47:23 »
@Fahrer:
ad 1) Ja, wenn ein Zug brennt, soll er in die nächste Station einfahren und die Menschen dort gerettet werden.
ad 2) Auch ja, durch den Bau eines Rettungsstollens als 3. Röhre zwischen den anderen beiden mit regelmäßigen Zugangsstollen aus den beiden Tunnelröhren.

Offline MD 612

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Re: S-Bahn Mitteldeutschland
« Antwort #6053 am: 20.06.2020, 21:16:41 »
Hmm. Man könnte die S1, S11, S3 und RB113 in ein Netz packen. Das zweite Los wäre dann S4, S5, S5x, S6 und RE11.
Man könnte munter weiter spekulieren. Das fängt schon damit an, ob es zwei oder drei Lose werden sollen. Ich vermute eher, dass man S11 und RB113 in ein Los mit Akku-Hybriden packt. Da würde auch noch die S1 dazu passen, wenn man S1 und S11 umlauftechnisch in Grünau verknüpft. Bliebe die Frage, ob man dann den Rest nochmal in zwei Lose teilt, oder ob man ein Los nimmt und den RE11 mit dem RE50 als extra "Netz" zusammen mit dem VVO ausschreibt, oder oder oder...

Mithin darf also an jeder Station erst abgefahren werden, wenn die jeweils nächste Station vom vorherigen Zug geräumt wurde. Und das kann das Signalsystem schon heute.
Theoretisch schon, praktisch fährt man bei einer Vier-Minuten-Zugfolge immer bei Gelb ("Halt erwarten!"), weil bei Vorbeifahrt am Signal der übernächste Abschnitt noch nicht frei ist und damit das Signal am Ende des nächsten Bahnsteiges noch "Halt!" zeigt. Ständig Fahrt auf Gelb heißt aber auch ständig Fahrt im restriktiven Modus der PZB, womit die Fahrzeiten nicht haltbar sind. Dieses Problem gäbe es bei ETCS nicht.

Ausnahme ist der Hbf tief Richtung Norden, weil da eine Kurzeinfahrt ins besetzte Gleis möglich ist.
Kurzeinfahrten sind in beiden Richtungen möglich, aber eben auch nur mit Solo-Wagen und auch nur mit 30km/h.

Gibt es einen nachvollziehbaren Grund dafür, dass Züge nicht in der Röhre stehen bleiben?
Die Züge sollen nicht zwischen den Stationen stehen bleiben, weil eine Evakuierung im Brandfalle am Bahnsteig bedeutend einfacher ist als im Tunnel zwischen den Stationen. Deswegen stehen im Tunnel die Signale immer am Bahnsteigende, weitere Signale im Tunnel gibt es nicht. Und deswegen haben die Triebwagen auch eine Notbremsüberbrückung, um ein Anhalten durch die Notbremse zwischen den Stationen auszuschließen.

durch den Bau eines Rettungsstollens als 3. Röhre zwischen den anderen beiden mit regelmäßigen Zugangsstollen aus den beiden Tunnelröhren.
Auch bei einem dritten Tunnel als Rettungsstollen sollen brennende Züge möglichst nicht im Tunnel halten. Einen Rettungsstollen als Querstollen gibt es zwischen den Stationen Leuschnerplatz und Bayerischer Bf., der geht aber zum anderen Streckentunnel und ist dort notwendig, weil der Abstand zwischen den Stationen und damit zwischen den Rettungswegen sonst zu lang wäre. Denn trotz aller Vorsichtsmaßnahmen ist ja doch nicht hundertprozentig auszuschließen, dass mal ein brennender Zug im Tunnel stehen bleibt. Dafür gibt es Rettungswege neben dem Gleis, die direkt in die Fluchttreppenhäuser jeweils an beiden Bahnsteigenden aller Stationen führen und mit Rauchschutzschleusen den Weg rauchfrei nach oben ermöglichen. Die müssen auch bei der Evakuierung am Bahnsteig genutzt werden, weil die regulären Zugangsbauwerke wie ein Kamin wirken, durch die der Rauch nach oben abzieht, was die Gefahr von Rauchvergiftungen auf den Treppen mit sich bringt. Deswegen gibt es diese Fluchttreppenhäuser. Und eh die Frage kommt, für Versehrte, Rollifahrer und dgl., die die Treppen nicht laufen können, gibt es in den Zugängen zu den Treppen rauchsichere Aufenthaltsräume, aus denen diese Leute dann von Rettungskräften rausgeholt werden können.

Gruß Peter
Das Leben verlangt von den Menschen sehr oft, dass sie Dinge wegstecken, für die sie gar keine Taschen haben.
Hanna Berheide

Offline Zweisystemer

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Re: S-Bahn Mitteldeutschland
« Antwort #6054 am: 21.06.2020, 21:16:55 »
Und dann wird alles besser?? Guck mal nach NRW und BaWü, das wird Dir die Augen öffnen...
Guck mal in andere Ecken von Deutschland, da siehst Du, dass es auch (bei Regio oder Privaten) besser geht.

Offline Fahrer

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Re: S-Bahn Mitteldeutschland
« Antwort #6055 am: 21.06.2020, 21:52:15 »
Ja, sicherlich geht es auch besser, allerdings auch deutlich schlechter. Gerade was auf der Strecke Leipzig-Chemnitz im letzten Herbst abging, da war wegen Lokdefekts SEV leider recht häufig, da waren wir bei der S-Bahn mit dem Ersatzkonzept noch gut bedient.