Autor Thema: Fahrpreiserhöhung MDV zum August  (Gelesen 141373 mal)

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Offline Radler

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Re: Fahrpreiserhöhung MDV zum August 2013
« Antwort #15 am: 24.05.2013, 11:39:09 »
Das Auto punkte nur auf kurzen Strecken, sobald du mehrere Zonen durchfährst, bist du schon bei den Spritkosten um Längen günstiger. Meine Kollegen, die wie ich rund 80km Fahrtweg tgl. haben, zahlen pro Monat rund 100 Euro mehr als die Premium-Abo-Karte kostet...

Doch das ist keine Entschuldigung für mangelhafte Finanzierungsstrukturen.

Gruß
der Radler

WTL

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Re: Fahrpreiserhöhung MDV zum August 2013
« Antwort #16 am: 24.05.2013, 14:27:32 »
Es bleibt dabei:
Bei den heutigen hohen Ansprüchen aller Einwohner (vor allem aber Berufstätigen [sind verständlicherweise stark zeit- und bequemlichkeitsorientier t]) bleibt das aktuelle Leipziger ÖPNV-Netz insbesondere unter den Aspekten der gesamthaften Reise-Geschwindigkeit und der Netzabdeckung für viele Wege nicht oder nur teilweise konkurrenzfähig (wenn sich Start und Ziel an den "richtigen" Stellen in der Stadt befinden und dazu noch die Tageszeit passt). Das wird sich mit dem neuen S-Bahn-Netz zum Glück hier und da ein wenig verbessern.

Auch die Tarifmodelle erachte ich in unserer heutigen stark flexibilisierten Lebens- und Arbeitswelt als zu starr und nicht den individuellen Bedürfnissen potenzieller Fahrgäste entsprechend.

Offline Timotimo

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Re: Fahrpreiserhöhung MDV zum August 2013
« Antwort #17 am: 24.05.2013, 15:03:40 »
Diese Starrheit wird mit Sicherheit gewollt sein. Mit einer 30-Min-Karte könnte ein sehr großer Teil der Spontanfahrer wesentlich günstiger (von mir aus auch 1,50€) viele Wege erledigen, die heute mit 2,30€ zu Buche schlagen. Beispiel: einfache Fahrt in die City zum Einkaufen und wieder raus. Ist aber nicht gewollt... bestimmt zu kompliziert...

Offline Gotha1206

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Re: Fahrpreiserhöhung MDV zum August 2013
« Antwort #18 am: 24.05.2013, 20:00:57 »
Weiß jemand, aus welchen Grund der MDV die Jahreskarte abgeschafft hat? Ich habe meine immer im Juli gekauft und konnte damit die Preissteigerung zumindest um ein Jahr aufschieben. Vermutlich wollte der MDV damit auch dieses letzte "Schlupfloch" dicht machen. Mittlerweile ist aber auch für mich die Schmerzgrenze erreicht und der Umstieg auf das Auto seit der Stilllegung der S-Bahn im Leipziger Osten längst vollzogen.
Also, abgeschafft ist lediglich der Begriff "Jahreskarte". Bei Bezahlung des ABO´s für 12 Monate im voraus gibt es 5% Rabatt und damit ist man wieder beim Preis der Jahreskarte. Eine Nachberechnung bei Tarifanpassung dürfte wohl nicht erfolgen  ;)
Grüße von Stephan


Offline Thomas L.E.

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Re: Fahrpreiserhöhung MDV zum August 2013
« Antwort #19 am: 25.05.2013, 11:33:15 »
@Gotha1206

Das sehe ich etwas anders. Die Jahreskarte hatte einen Festpreis und war für ein Jahr gültig. Mit dem "Abo im Voraus bezahlen" sieht es etwas anders aus. Mal angenommen, ich würde die Karte anfang Juni kaufen, dann müßte ich 2X den aktuellen Preis und 10X den Preis ab August abzüglich 5% Rabatt bezahlen. Gewinn kann man also jetzt nur noch dann machen, wenn die neuen preise noch nicht amtlich sind. Man müßte demnach die Karte z.B. Anfang März kaufen, um ein Jahr zum alten Preis fahren zu können.
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Offline MD 612

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Re: Fahrpreiserhöhung MDV zum August 2013
« Antwort #20 am: 25.05.2013, 15:43:39 »
Mal angenommen, ich würde die Karte anfang Juni kaufen, dann müßte ich 2X den aktuellen Preis und 10X den Preis ab August abzüglich 5% Rabatt bezahlen.

Das ist nicht so. Versuch mal im LVB-Online-Shop eine Abo-Karte mit jährlicher Zahlung beginnend am 1.7.2013 zu bestellen. Grundpreis im Monat (Abo Basis) 48,33€x12=579,96€. Davon 5% Rabatt abgezogen ergibt den für jährliche Zahlung angegeben Preis von 550,96€.

Gruß Peter
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Offline Mitleser

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Re: Fahrpreiserhöhung MDV zum August 2013
« Antwort #21 am: 30.05.2013, 21:46:12 »
In der Tat wurde nur der Name "Jahreskarte" abgeschafft und heißt seit 01.08.2012 "ABO-Einmalzahlung".
Inhaltlich ändert sich bei diesem Tapetenwechsel nichts - aber das Angebot gilt jetzt für fast alle ABO´s.
Somit können jetzt auch Azubi´s, Senioren u.a. die Vorteile der "Einmalzahlung" in Anspruch nehmen.

Offline Tino

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Re: Fahrpreiserhöhung MDV zum August 2013
« Antwort #22 am: 24.07.2013, 10:31:06 »
Zitat
Die Personal-, Strom- und Dieselkosten machen rund 50 Prozent des Aufwands eines Nahverkehrsunternehmens aus. Allein der Aufwand für Fahrstrom ist in den letzten fünf Jahren um etwa 18 Prozent angestiegen - und zwar trotz Vergünstigungen bei der EEG-Umlage.

EU-Prüfung der EEG-Umlage-Vergünstigungen in Deutschland

Offline RudiTram

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Offline Thomas L.E.

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Re: Fahrpreiserhöhung MDV zum August 2013
« Antwort #24 am: 31.07.2013, 18:33:39 »
Auch auf LVZ-Online ist heute ein Beitrag zu den Preiserhöhungen zu finden:

http://www.lvz-online.de/leipzig/citynews/mdv-erhoeht-ticket-preise--240-euro-fuer-eine-fahrt-in-leipzig/r-citynews-a-199266.html

Bislang wurden seit der Gründung des MDV jedes jahr zum 1. August die Preise angehoben und es wird leider immer so weiter gehen.
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Offline XXL_Leo

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Re: Fahrpreiserhöhung MDV zum August 2013
« Antwort #25 am: 31.07.2013, 19:00:46 »
Ja, weil sich alle nur über LVB (MDV) aufregen und diese anschreiben, anstatt mal den eigentlichen Geldgebern Stadtverordneten und Landtagsabgeordneten auf die Füße zu treten.

Offline DAvE LE

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Re: Fahrpreiserhöhung MDV zum August 2013
« Antwort #26 am: 31.07.2013, 19:18:10 »
Kann die LVB denn aus dem MDV austreten und ihr eigenes Tarifsystem machen oder muss man einem Verkehrsverbund angehören?

Offline MD 612

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Re: Fahrpreiserhöhung MDV zum August 2013
« Antwort #27 am: 31.07.2013, 19:52:10 »
Kann die LVB denn aus dem MDV austreten und ihr eigenes Tarifsystem machen oder muss man einem Verkehrsverbund angehören?

Würde es für den Fahrgast dadurch billiger werden?? Willst Du beim Umsteigen doppelt löhnen?? Doch wohl eher nicht.

Die LVB sind bedingt durch ihren Anteil am Gesamtverkehr maßgebend für die Preisgestaltung in der Zone 110. Hier gibt es die teuersten Ein-Zonen-Tickets im gesamten Verbund. Noch Fragen??

Gruß Peter
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WTL

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Re: Fahrpreiserhöhung MDV zum August 2013
« Antwort #28 am: 31.07.2013, 20:59:38 »
^ Und da sind wir genau an dem Punkt angelangt, den ich bereits in einem anderen Strang angesprochen habe.
Wir rühmen uns ja desöfteren für das zweitgrößte Straßenbahnnetz Deutschlands nach Berlin. Aber liegt vielleicht darin nicht auch der entscheidende (Betriebs-)Kostentreiber, der uns die Luft zum Atmen nimmt? Ein Luxus, den wir uns leisten, aber eigentlich nicht leisten können?
Ich mein, wenn den Kosten entsprechende Einnahmen und Fahrgastzahlen gegenüberstehen würden, gäbe es ja nix zu lamentieren, aber dem ist ja im Vergleich z.B. zu Dresden nicht so! Desweiteren kanns ja z.B. an den Löhnen doch eigentlich auch nicht liegen.

Andere Vermutungen für die vergleichsweise hohen Kosten?

Es bleiben daher nur zwei Möglichkeiten: Entweder die aktuellen Leistungen/Ausgaben im Stadtgebiet so umzuverteilen, dass mehr Fahrgäste gewonnen und damit Einnahmen erzielt werden können. Oder aber schmerzvoller: Im bestehenden Netz in den vergleichsweise gering ausgelasteten Bereichen Kapazitäten reduzieren, damit Kosten senken und somit die Fahrpreise senken bzw. nun erstmal ein paar Jahre stabil halten (Wobei ich 2,40 EUR sowie 1,60 für die Kurzstrecke ohnehin dämlich finde. Dann bitteschön gleich 1,50 und 2,50). Ich sehe nämlich die Gefahr, dass die LVB wechselwillige MIVler an den Radverkehr verlieren und somit wichtige Einnahmen flöten gehen, ganz einfach weil die Umstiegshürde zu groß ist. Ich wiederhole es gerne, aber die ganzen Ticket- und ABO-Modelle sind meines Erachtens viel zu starr und entsprechen nicht dem Mobilitätsverhalten der heutigen Arbeitswelt. Keiner bindet sich ein ABO ans Bein, wenn er dann 80% im Jahr Rad oder zu 60% Auto fährt.

Idee: Warum z.B. keine Tagestickets ala "Eigene Wahl". Soll heißen: Man kauft sich ein vergünstigtes "Tagesguthaben" von z.B. 30 Tagestickets, kann diese aber selber täglich vor der Nutzung festlegen/verteilen! Je eher man sich entscheidet, desto größer der Rabatt! Das würde in der Praxis dann so aussehen, dass ich z.B. meine gekauften Tagestickets immer Samstags und Sonntags einsetze, da ich an den WEs ohnehin auch Abends in der Stadt unterwegs bin und ausgehe.
Unter der Woche präferiere ich das Rad für den Weg zur Arbeit an schönen Tagen. Wenn es jedoch morgens regnet, nutze ich mein gekauftes Tagesguthaben und spare im Vergleich zum Einzelticket. Logischerweise sollte ein Jahres-ABO weiterhin die günstigste Variante bleiben.
Jedoch sollten eben die Abstufungen und Wahlmöglichkeiten zwischen Jahres-ABO und Einzelticket stark erweitert und flexibilisiert werden! Dann fühlen sich (potenzielle) Fahrgäste auch nicht so passiv abgezockt, sondern können selber aktiver ihren individuellen Fahrpreis bestimmen.
Ähnlich den Angeboten beim täglichen Lebensmitteleinkauf. Wer die Angebote vergleich und mitdenkt oder gar einen Rabattgutschein einlöst, der kann sparen. Wer sich diesen Aufwand nicht antun will, der zahlt im Schnitt drauf, ist sich dessen aber bewusst.
« Letzte Änderung: 31.07.2013, 21:41:26 von WTL »

Offline TLpz

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Re: Fahrpreiserhöhung MDV zum August 2013
« Antwort #29 am: 01.08.2013, 08:01:46 »
^ Und da sind wir genau an dem Punkt angelangt, den ich bereits in einem anderen Strang angesprochen habe.
Wir rühmen uns ja desöfteren für das zweitgrößte Straßenbahnnetz Deutschlands nach Berlin. Aber liegt vielleicht darin nicht auch der entscheidende (Betriebs-)Kostentreiber, der uns die Luft zum Atmen nimmt? Ein Luxus, den wir uns leisten, aber eigentlich nicht leisten können?
Ich mein, wenn den Kosten entsprechende Einnahmen und Fahrgastzahlen gegenüberstehen würden, gäbe es ja nix zu lamentieren, aber dem ist ja im Vergleich z.B. zu Dresden nicht so! Desweiteren kanns ja z.B. an den Löhnen doch eigentlich auch nicht liegen.

Andere Vermutungen für die vergleichsweise hohen Kosten?

Hast du dafür Beweise?

Zitat
Es bleiben daher nur zwei Möglichkeiten: Entweder die aktuellen Leistungen/Ausgaben im Stadtgebiet so umzuverteilen, dass mehr Fahrgäste gewonnen und damit Einnahmen erzielt werden können. Oder aber schmerzvoller: Im bestehenden Netz in den vergleichsweise gering ausgelasteten Bereichen Kapazitäten reduzieren, damit Kosten senken



Wie sollen Kapazitäten reduziert werden? Das ginge doch nur durch einen geringeren Takt. Wäre ein Rückschritt. Oder spielst du auf deinen Vorschlag an kleinere Wagen auf die Außenäste zu schicken? Da wurde dir ja bereits gesagt das dies Schwachsinn ist. Damit senkt man außerdem nicht wirklich Kosten.

Zitat
und somit die Fahrpreise senken bzw. nun erstmal ein paar Jahre stabil halten (Wobei ich 2,40 EUR sowie 1,60 für die Kurzstrecke ohnehin dämlich finde. Dann bitteschön gleich 1,50 und 2,50). Ich sehe nämlich die Gefahr, dass die LVB wechselwillige MIVler an den Radverkehr verlieren und somit wichtige Einnahmen flöten gehen, ganz einfach weil die Umstiegshürde zu groß ist. Ich wiederhole es gerne, aber die ganzen Ticket- und ABO-Modelle sind meines Erachtens viel zu starr und entsprechen nicht dem Mobilitätsverhalten der heutigen Arbeitswelt. Keiner bindet sich ein ABO ans Bein, wenn er dann 80% im Jahr Rad oder zu 60% Auto fährt.

Idee: Warum z.B. keine Tagestickets ala "Eigene Wahl". Soll heißen: Man kauft sich ein vergünstigtes "Tagesguthaben" von z.B. 30 Tagestickets, kann diese aber selber täglich vor der Nutzung festlegen/verteilen! Je eher man sich entscheidet, desto größer der Rabatt! Das würde in der Praxis dann so aussehen, dass ich z.B. meine gekauften Tagestickets immer Samstags und Sonntags einsetze, da ich an den WEs ohnehin auch Abends in der Stadt unterwegs bin und ausgehe.
Unter der Woche präferiere ich das Rad für den Weg zur Arbeit an schönen Tagen. Wenn es jedoch morgens regnet, nutze ich mein gekauftes Tagesguthaben und spare im Vergleich zum Einzelticket. Logischerweise sollte ein Jahres-ABO weiterhin die günstigste Variante bleiben.
Jedoch sollten eben die Abstufungen und Wahlmöglichkeiten zwischen Jahres-ABO und Einzelticket stark erweitert und flexibilisiert werden! Dann fühlen sich (potenzielle) Fahrgäste auch nicht so passiv abgezockt, sondern können selber aktiver ihren individuellen Fahrpreis bestimmen.
Ähnlich den Angeboten beim täglichen Lebensmitteleinkauf. Wer die Angebote vergleich und mitdenkt oder gar einen Rabattgutschein einlöst, der kann sparen. Wer sich diesen Aufwand nicht antun will, der zahlt im Schnitt drauf, ist sich dessen aber bewusst.

Ob soviel Flexibilität sinnvoll ist weiß ich nicht, das wird dann i.d.R. zu kompliziert. Ich habe jetzt in deinen Vorschlag nicht wirklich durchschaut wie man sich da entscheiden kann und einen Rabatt rausholt. In der Tat gibt es m.E. Defizite in der Tarifstruktur für z. Bsp. Radfahrer. Als es mal einen Monat im Sommer viel geregnet hat bin ich eher mit dem Auto gefahren, da man ja nur tagesaktuell entscheiden kann welches Verkehrsmittel man nimmt. Auf Einzelfahrkarten gerechnet hätte ich sonst mehr bezahlt als eine Monatskarte. Eine Karte, die ich beim Ein- und Aussteigen an den Entwerter halte, wäre schon toll. Dann könnte jeweils der günstigste Tarif abgerechnet werden. fahre ich also am Tag 1x wird eine Einzelfahrt abgebucht, fahre ich 4 Strecken der Preis für ein Tagesticket. Und hab ich z. Bsp. 20 Fahrten wird maximal der Preis für eine Monatskarte abgezogen.