Autor Thema: Vom Eisenbahn-Ostring zum Parkbogen Ost  (Gelesen 22315 mal)

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WTL

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Vom Eisenbahn-Ostring zum Parkbogen Ost
« am: 28.11.2012, 17:32:17 »
In Zusammenhang mit der erfolgten Stilllegung des Eisenbahn-Ostrings (Leipzig Hbf - Leipzig-Connewitz bzw. im engeren Sinne Leipzig-Ost - Leipzig-Stötteritz) nach rund 134 Jahren (1878-2012) am 24.11.2012 und der unterdessen bereits gestarteten Demontage der Oberleitungen sei auf eine von vielen Initativen und Bürgern favorisierte Idee verwiesen, welche mittlerweile als "Parkbogen Ost" bezeichnet wird.

Eine guten Überblick über die einzelnen Stationen geben folgende Videos:

http://vimeo.com/45638962

http://www.youtube.com/watch?v=Ix31KCAPa7Q

sowie entsprechende Websites:

http://www.garten-leipzig.net/stiftung/2012_Stationen_Parkbogen_Ost.asp
bzw.
http://www.buerger-fuer-leipzig.de/stiftung/2012_Stationen_Parkbogen_Ost.asp

und natürlich auf der offiziellen Seite:
http://parkbogen-ost.org/

Bleibt nur zu hoffen, dass die Deutsche Bahn in ihrem Verschrottungswahn nicht die entsprechenden Brücken voreilig entfernt, welche für Belastungen durch Fuß- und Radverkehr noch Jahrzehnte halten dürften und keine teuren und hässlichen Betonneubaubrücken erfordern. Umnutzung statt Abriss eben.

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Re: Vom Eisenbahn-Ostring zum Parkbogen Ost
« Antwort #1 am: 28.11.2012, 18:05:40 »
...also ist das immer noch nur eine Idee...?

Offline Tatra-Fan

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Re: Vom Eisenbahn-Ostring zum Parkbogen Ost
« Antwort #2 am: 28.11.2012, 21:03:06 »
Die Stahlbrücken müssen aber dennoch aufwändig saniert werden, was letzlich wohl teurer als Neubau sein dürfte.

Auf Grund von Feuchtigkeit im Gleisbereich, ist eine Weiterfahrt nicht möglich. Wir bitten um etwas Geduld.
LVB-Ansagen von 1994 "Andere" LVB-Ansagen von 2012
Aufstrebendes Grünau

WTL

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Re: Vom Eisenbahn-Ostring zum Parkbogen Ost
« Antwort #3 am: 29.11.2012, 00:29:15 »
^ Was zu beweisen wäre. Und selbst wenn, sollte die Frage erlaubt sein, ob es uns das nicht wert sein darf?! Zumal der langfristige Nutzen und die städtebauliche und architektonische Ästhethik solch einer historischen Stahlbrücke, zumal sie ja de facto bereits existiert, x-mal höher sein dürfte als eine neu gebaute Stahlbetonbrücke, welche mit ihren hellgrauen Flächen wunderbar zum Beschmieren einlädt (inklusiver teurer und aufwendiger Graffiti-Entfernung) und zudem nach wenigen Jahren durch Moose und andere Wettereinflüsse ordentlich versifft aussehen wird. Siehe alle anderen Neubaubrücken aus Stahlbeton. Schau dir mal die neu gebauten Brücken in der Karl-Heine-Straße und Lützner Straße an. Da kommt einem jetzt schon der Brechreiz.

@Passagier:

Aller Anfang ist schwer. Meines Wissens nach unterstützen auch Mitarbeiter der Stadtverwaltung das Projekt. Wäre ein guter Imagegewinn und eine Aufwertung für die ganzen östlichen Stadtteile, ähnlich wie der Lindenauer Hafen im Westen sowie das Neuseenland im Süden. Jeder kann diesbezüglich seinen Beitrag leisten. Und wenn es nur die Begeisterung und Werbung für das Projekt ist.

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Re: Vom Eisenbahn-Ostring zum Parkbogen Ost
« Antwort #4 am: 29.11.2012, 08:47:36 »
Ich bin ja auch begeistert, wenn es klappt. Evtl. kann man Fördermittel auftreiben...

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Re: Vom Eisenbahn-Ostring zum Parkbogen Ost
« Antwort #5 am: 29.11.2012, 10:33:01 »
Hallo,
eigentlich sollten sich Umbauten der alten Brücken (Bahnkörper/Gleise raus, Weg rein) mit einer entsprechenden Sanierung sinnvoll und bezahlbar verbinden lassen. Wie gesagt, das muß ja hinterher nicht für Streckenklasse D4 reichen.
Aber so wie ich Leipzig kenne, diskutiert man so lange herum, bis die DB durch Verbringung der Überbauten zum Schrotti Tatsachen schafft.
Und dann feiert man sich vielleicht noch über eine mttels Design-Wettbewerb gefundene Neukonstruktion, die nur den Preisrichtern gefällt, und ansonsten gibt es Rampen mit viel Beton (inklusive Gratis-Farbauftrag durch "freischaffende Künstler").
Alles andere würde mich (zugegenenermaßen positiv!) überraschen.
MfG

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Re: Vom Eisenbahn-Ostring zum Parkbogen Ost
« Antwort #6 am: 29.11.2012, 15:03:01 »
...wobei man auch sagen muss, dass die Streckenstilllegung durchaus überraschend gekommen sein könnte ... für die Stadtverwaltung.

WTL

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Re: Vom Eisenbahn-Ostring zum Parkbogen Ost
« Antwort #7 am: 29.11.2012, 16:18:21 »
^ Wieso? Seit dem CTL stand das doch eigentlich fest. Stilllegung heißt ja noch nicht Umwidmung bzw. Rückgabe der Bahnflächen.
Theoretisch könnte die Bahn wohl irgendwann mal wieder darauf zurückgreifen und die Trasse z.B. für eine Ringlinie reaktivieren.

Offline Passagier

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Re: Vom Eisenbahn-Ostring zum Parkbogen Ost
« Antwort #8 am: 29.11.2012, 16:21:20 »
Ich glaub ich hab das hier  ;D vergessen... bei der STadtverwaltung.

Offline Kai-Uwe Arnold

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Re: Vom Eisenbahn-Ostring zum Parkbogen Ost
« Antwort #9 am: 30.11.2012, 10:39:43 »
Theoretisch könnte die Bahn wohl irgendwann mal wieder darauf zurückgreifen und die Trasse z.B. für eine Ringlinie reaktivieren.
Und genau diese Möglichkeit offen zu halten, scheint mir wichtiger, als ein "Parkbogen".
Für eine spätere Erweiterung des S-Bahn-Netztes, welches auch zu einer Zeit sinkender Einwohnerzahlen geplant wurde, muss man Erweiterungsmöglichkeiten auch im städtischen Bereich (und nicht nur nach Naumburg, Markranstädt (über Milititzer Allee) oder Zwenkau haben.
Dazu zählt die Strecke vom Hbf über den Ostring m. E. ebenso wie die Strecke von Plagwitz nach Gaschwitz
über Kleinzschocher.
(Und eigentlich wäre auch der Eilenburger Bf. eine schöne Strecke nach Plagwitz als Ost-West-Tunnel.)
Einen Radweg auf dem "Parkbogen" bekommt man nicht wieder für Gleise weg,
(da sehe ich das selbe Klientel wie an der "Waldbahn"protestieren!) dann lieber einige Jahre als z. Zt. ohne Verkehr liegende Eisenbahnstrecke lassen. Gab es in Berlin auf vielen Strecken auch mindestens 28 Jahre...


Offline Passagier

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Re: Vom Eisenbahn-Ostring zum Parkbogen Ost
« Antwort #10 am: 30.11.2012, 12:21:53 »
Ja! Ost-West-Tunnel! Kreuzungspunkt analog zum Alex die Station Markt.  ;D

Offline Kai-Uwe Arnold

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Re: Vom Eisenbahn-Ostring zum Parkbogen Ost
« Antwort #11 am: 30.11.2012, 12:46:20 »
Ja! Ost-West-Tunnel! Kreuzungspunkt analog zum Alex die Station Markt.  ;D

Da braucht es kein  ;D.
Der Generalverkehsplan der Stadt Leipzig, den ich in den 80er Jahren eingesehen habe,
enthielt tatsächlich diese Linie die bis ab Gerichtsweg unterirdisch unter Johannisplatz-Markt-Westplatz-
Käthe-Kollwitz-Straße-Bf. Plagwitz nach Grünau (Markranstädt) geplant war. Wäre sicher auch nicht realisiert worden, war aber als Trassenfreihaltung geplant. Ebenso bis zum Schluss die Wolfswinkelkurve...

WTL

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Re: Vom Eisenbahn-Ostring zum Parkbogen Ost
« Antwort #12 am: 30.11.2012, 15:10:03 »
Verstehe auch nicht, warum da vom Passagier gelacht wird. Nicht alles was gedacht wird, muss und soll auch ingenieursmäßig gleich geplant oder gar gebaut werden.

Aber ich erwarte von der Stadtverwaltung, dass sie auch unser Verkehrssystem 20-30-40 Jahre vorausdenkt und verschiedene Alternativen aufzeigt. Wohlwissend, dass der einfache Bürger beim Lesen solcher Gedankenspiele in der LVZ leider immer gleich an die Decke geht und von "wahnsinnigen und verschwenderischen Träumereien" spricht.

Aber wie die Kita- und Schulbau-Entwicklung innerhalb von nur 10 Jahren gezeigt hat, darf sich die Politik eben nicht nur von den derzeitigen Gegebenheiten leiten lassen, sondern muss auch positive und negative Alternativszenarien in der Schublade vorhalten.

Zurück zum Verkehr:
Wer bitteschön haftet heute dafür, dass unsere Busse & Bahnen in ein paar Jahren/Jahrzehnten aus allen Nähten platzen, weil der Sprit zu teuer geworden ist, die Einwohnerzahlen weiter gestiegen sind, da diese Stadt einfach eine unheimlich gute Lebensqualität bietet und auf einmal alle mit dem ÖPNV fahren wollen/müssen?

Wo sind die entsprechend kapazitätsmäßig großen Lösungen? Selbst ein verkehrsmäßig überlebenswichtiger Citytunnel wird aktuell immer noch von vielen Kleingeistern verkannt, selbst von einigen grünen Politikern, wo ich wirklich nur den Kopf schütteln kann, angesichts soviel Unwissenheit. Nur wird selbst der CTL nicht komplett die auf uns absehbar zurollenden Verkehrsprobleme im ÖPNV lösen können, welche die Kernstadt Leipzig betreffen.

Geld wird eventuell zweitrangig sein, siehe aktuelle Kita- und Schulneubau-Politik - auf einmal wird und muss die Kohle (von Bund, Land und Kommune) rausgeblasen werden - blöd nur, dass es nun an Architekten, Planern, Bauarbeitern ... und eben Zeit mangelt, was das derzeitige und vergangene Gespare ab absurdum führt.

Warum also nicht über eine U-Bahn, Hochbahn, einen zweiten S-Bahn-Tunnel oder von mir aus auch eine Ringbahn nachdenken?!
Weil wir Angst vor der Zukunft bzw. dem poltischen und medialen Dialog haben, den solche Großprojekte mit sich bringen? Weil wir zu engstirnig, unfähig, ideenlos sind?

Bedenkt die heutigen Planungs- und Bauzeiten von 15 und mehr Jahren! Kann sich ernsthaft einer anmaßen zu wissen, ob sowas dann grundsätzlich nicht gebraucht wird und Unfug/Schwachsinn/Käse ist? Vielleicht wird es für diese Stadt und den Wohlstand jedes einzelnen Bürgers essentiell wichtig sein!

Offline GK

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Re: Vom Eisenbahn-Ostring zum Parkbogen Ost
« Antwort #13 am: 30.11.2012, 15:28:02 »
Ich bin kein Anhänger der Idee, die östliche Bahntrasse Stötteritz-Schönefeld einfach so daliegen zu lassen. Ein breiter Rad- und Fußweg in ordentlichem Zustand mit wenigen Kreuzungen aber vielen Verbindungen zu querenden Straßen ist auf der Strecke mehr als nötig.

Aber man sollte das Viadukt und die Dämme keinesfalls abtragen, sondern eben umnutzen - und bei Bedarf die Möglichkeit haben, dort wieder eine Bahnstrecke langzuführen - wenn der Autoverkehr wirklich einmal deutlich ab- und der ÖPNV-Verkehr zunehmen sollte, kann man den Rad- und Fußweg dann ja auf einige der dann weniger genutzten Hauptstraßen verlagern und diese herabstufen.

Was ich aber noch viel sinnvoller fände, wäre zumindest die Trassenfreihaltung eines Ost-West-Tunnels ab dem ehemaligen Bahnhof. Auch wenn der eher das Areal ums Zentralstadion mit anbinden sollte, dann hätte man auch die dortigen Verkehrsprobleme bei Großveranstaltungen deutlich mehr im Griff.

Und WTL stimme ich in einem Punkt absolut zu: es sollte langfristig für die nächsten 50 Jahre gedacht und Optionen diesbezüglich offen gehalten werden. Ob da jemals etwas kommt oder nicht, man sollte sich nicht alles verbauen. Nur leider wird dies allzu gern vergessen, nicht nur bei der Verkehrs-, Schul- und Städteplanung.

Offline Radler

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Re: Vom Eisenbahn-Ostring zum Parkbogen Ost
« Antwort #14 am: 30.11.2012, 17:02:04 »
Also Jungs, es ehrt euch ja, langfristig und selbst optimistisch in die Zukunft zu schauen. Doch vergesst nicht den Blick auf die Banalität. Damit meine ich nicht mal den Dösbaddel Morlock, sondern den Sellerhäuser Viadukt. Der stammt aus dem Jahr 1875 bis 77 und ist aktuell mehr als fertig, vor allem Nässe zerstört das Bauwerk. Meint ihr, dass das so ohne weiteres 50 Jahre stehen bleibt? Um anschließend wieder dynamisch belastet zu werden? Ich bin ja gerne Idealist, doch in diesen Jahren ist es zigmal sinnvoller, mittels eines Weges der ausschließlich dem Umweltverbund nutzt, wertvolle Stadtreparatur zu leisten. Schon damit Linie 7 und 8 auch zukünftig noch aus guten Gründen dort halten. Wer sich erinnern kann oder will, weiß um die tiefgreifende Wirkung, die der Radweg am Karl-Heine-Kanal ausgelöst hat. Damals gab niemand mehr einen Pfifferling auf das absterbende Plagwitz....

Sollte übrigend das Thema Erweiterung des S-Bahn-Systems anstehen, dann geht mal zu 100% davon aus, dass es sich im Verbindungen handelt, die durch den CTL geführt werden.

Gruß
der Radler