Autor Thema: Chemnitz soll ans S-Bahnnetz angeschlossen werden - Elektrifizierung soll kommen  (Gelesen 59697 mal)

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Offline Lonestarr

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Den zweigleisigen Ausbau zwischen Engelsdorf und Liebertwolkwitz sehe ich auch als wichtig an, sofern Bahnsteige an beiden Gleisen entstehen, derzeit überträgt sich ja jede Verspätung sofort auf den Gegenzug und damit den gesamten Zugverkehr auf der Strecke.

Ich denke, Du hast den Sinn dieser Idee, die ich durchaus pfiffig finde, noch nicht ganz verstanden. Der Abschnitt Engelsdorf - Liebertwolkwitz soll dann gewissermaßen wie zwei eingleisige Strecken betrieben werden mit einem 'Vorortgleis' und einem 'Ferngleis'. Der Vorteil ist, dass die schnellen Züge ohne Geschwindigkeitseinbruch über den jeweils geraden Weichenstrang fahren können. Sollte es bei einer Verspätungslage erforderlich sein, spricht nichts dagegen, einen 'Fernzug' auch über das 'Vorortgleis' zu leiten. Für die 'Vorortzüge' entsteht kein Nachteil, weil die sich, außer vielleicht in Tagesrandlage, in diesem Abschnitt sowieso nicht begegnen, der Kreuzungsbahnhof wird weiterhin Belgershain sein. Auch bleibt Liebertwolkwitz ein Bahnhof mit allen denkbaren Fahrmöglichkeiten. Die Züge könnten auch dort kreuzen, mithin würde sich im Vergleich zur gegenwärtigen Situation für diese nichts ändern. Mit dem Zeithorizont für den Ausbau rechne mal eher mit der ersten Hälfte der 2020er Jahre.

Gruß Thomas

Offline GK

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^ Die Intention habe ich schon verstanden, nur den Sinn nicht. Betrieblich kann man das ja dann so betreiben, aber warum gleich baulich eine Begegnung von Nahverkehrszügen auf dem Abschnitt und damit jegliche Flexibilität bei der Fahrplangestaltung und im Störungsfall verhindern? Im Vergleich zu den gesamten Ausbaukosten dürften die Kosten für eine zusätzliche Bahnsteigkante in Engelsdorf-Werkstätten, Mölkau und Holzhausen eher wenig ins Gewicht fallen.

Offline MD 612

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Ist es nicht irre, wie unser aller Geld verbrannt wird?

Und was mit dem sinnlos verbratenen Geld alles machen könnte.

Wie viele Jahre könnte von den viertelmilliarden Euronen ein SPNV im Stundentakt zwischen Döbeln und Meißen finanziert werden?? Wie viel Kohle wäre dabei noch übrig, um davon sinnvolle Infrastrukutergänzungen (zusätzliche Haltepunkte) auf besagtem Abschnitt durchzuführen?? Oder...

Welche dringend notwendigen S-Bahn-Haltepunkte (Stünz, Paunsdorf, Althen...) oder sonstigen Infrastrukturmaßnahmen (siehe die gerade laufende Diskussion im Fred S-Bahn MD) wären damit machbar??

Erstens, ist die Ausweitung der elektrischen Traktion unter dem ökologischen Gesichtspunkt stets wünschenswert.

Weil der Strom aus der Sterckdose bzw. dem Fahrdraht kommt?? Aber wer schiebt den Strom da hinein?? Das Braunkohlekraftwerk?, Das Atomkraftwerk? Oder die Windräder, die nachts wegen Windstille stillstehen, wenn auch die Sonnenkraftwerke nutzlos sind??

Zweitens, geht es auch um die überfällige Anbindung von Chemnitz an das Fernverkehrsnetz.

Und wer fährt dann den Zug, der sich offensichtlich genauso wenig wirtschaftlich betreiben lässt, wie die längst eingestellte FV-Verbindung Dresden - Chemnitz - Nürnberg??

Gruß Peter
Die Welt ist nicht schlechter geworden. Wir haben nur ein besseres Kommunikationsnetz.
Kin Hubbard (1868–1930), US-amerikanischer Humorist

Offline Lonestarr

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@GK: Was soll denn dann am Aushangfahrplan angeschrieben werden, an welchem Bahnsteig der Zug zu erwarten ist? Oder soll ich als Fdl jedesmal erst ausrufen, wo der Zug heute ankommt? Bei dem durch die Infrastruktur vorgegebenen Fahrplangefüge ist der Fall einfach zu unwahrscheinlich, dass sich dort zwei 'Vorortzüge' begegnen. Und wenn doch, dann ist der Fahrplan so sehr aus den Fugen geraten, dass es auf fünf Minuten auch nicht mehr ankommt.

Offline GK

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@GK: Was soll denn dann am Aushangfahrplan angeschrieben werden, an welchem Bahnsteig der Zug zu erwarten ist? Oder soll ich als Fdl jedesmal erst ausrufen, wo der Zug heute ankommt? Bei dem durch die Infrastruktur vorgegebenen Fahrplangefüge ist der Fall einfach zu unwahrscheinlich, dass sich dort zwei 'Vorortzüge' begegnen. Und wenn doch, dann ist der Fahrplan so sehr aus den Fugen geraten, dass es auf fünf Minuten auch nicht mehr ankommt.
Standardmäßig gibt es einen festen Bahnsteig für jeden Zug abhängig vom Fahrplan, wenn davon abgewichen wird (wäre nicht das erste Mal in der Geschichte der Eisenbahn!) gibt es genau dafür die schönen Leuchtschriftanzeiger mitsamt Durchsagemöglichkeit.
Wird umgekehrt die Bahnsteigkante nicht gebaut, zementiert man den Zustand auf Jahrzehnte, samt dauerhaft genommener Fahrplananpassungsmöglichkeiten (z.B. wenn doch mal ein Fernzug mit anderer Fahrplanlage als der aktuelle RE dort entlang fahren sollte) oder Verdichtungsmöglichkeiten für den Regionalverkehr.

Offline Lonestarr

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In Belgershain wurde der zweite Bahnsteig nachträglich gebaut, als der Bedarf dafür offensichtlich war. Auch in Grimma hat man sich kurzfristig für einen zweiten Bahnsteig entschieden, der seither auch hin und wieder genutzt wurde, weil dort eine außerplanmäßige Reisezugkreuzung nicht ganz so unwahrscheinlich ist. Der hat übrigens eine knappe halbe Million gekostet. Entscheide selbst, ob dir das die drei 'Soda'- Bahnsteige wert sind. Gut, den Holzhäuser Bahnsteig könnte man weiter nutzen, das mildert die Kosten etwas. Ich halte es aber dennoch für unnötig.
« Letzte Änderung: 20.08.2014, 18:23:37 von Lonestarr »

Offline coppy

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...angesichts der Bedienungshäufigkeit und nicht gegebenen CTL Einbindung ist die Elektrifizierung zwar hübsch anzusehen, aber überflüssig.
...Der Laufweg über Leipzig stammt aus der kasperigen sächsischen Macke, den durch den CTL schleusen zu wollen..
Wie jetzt? Das musst Du genauer Erklären.

Offline Radler

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Chemnitz war lange Jahre gen Süden angebunden. Richtung Leipzig gab es schon lange keinen Fernverkehr mehr. Berlin lieg über Riesa.

Dass der Politik-Fernzug im CTL (also nicht der aktuelle Baustellenflüchtling nach DD) gen Süden nicht weit kommt, ließ Chemnitz als Ausweichziel aufkommen. Anders war das ja nicht plausibel. Nun hat sich gezeigt, dass über Borna eben doch nicht so pralle wäre und muss die Ausbaustrecke über Lausick erneut anfassen.

Gruß
der Radler

Offline coppy

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Ja, aber Du scheinst ja selber die Führung über Bad-Lausig zu bevorzugen.
Es ist letztlich auch egal, wie das Kind heißt. Wichtig ist doch eine schnelle Verbindung von auf der Strecke.
Ich brauche keinen ICE im Tunnel, der stört dort eher nur. Und wenn die östlichen und südöslichen Teile von Leipzig (Mölkau, Liebertwolkwitz) auf diese Weise an das S-Bahnnetz angeschlossen werden, warum denn nicht. Es muss nicht jede S-Bahn durch den Tunnel, das wäre auch nur ein Prestigedenken, wie der ICE im Tunnel.

Online Laany Toke

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Hallo

Wie teilen sich denn die Kosten auf? Die genannten 250 Millionen beziehen sich ja nicht nur auf die Elektrifizierung, sondern auch um die Streckenverlegungen und Umbauten.
Deswegen gleich die Elektrifizierung in Frage zu stellen ist Käse, die Elektrifizierung der Strecke ist längst überfällig und erhöht die Flexibilität des Systems, die Umweltfreundlichkeit* und den Komfort ungemein.

*Und wo kommt der Diesel her? Wir drehen den Wasser hahn auf? Der Vergleich hinkt kräftig, der Gesamtwirkungsgrad elektrischer Antriebe ist um Welten besser als der von Verbrennungsmotoren.
Das Schönste an Dresden: Das Ortsausgangsschild.

Offline Radler

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Grund meiner Kritik ist nicht ein Ausbau oder Verbesserungen an der Strecke.

Der Freistaat als einzige ( ! ) treibende Kraft verfolgt aber nicht das Ziel der Verbesserung im Nahverkehr, der Flexibilität usw. Dessen EINZIGES Ziel ist die politische Durchsetzung des Fernverkehrs. Dieser wäre genauso schnell wie der RE im Nahverkehr (gleicher Effekt zwischen Halle und Leipzig über Flughafen). Für die Bürger verbessert sich bahnmäßig nichts, außer dass Monatskarten nur noch in jedem zweiten Zug gelten, Verspätungen chaotischer aussehen und jeder zweite Zug weiß statt rot lackiert ist. Tolle Wurst!

Wenn der Freistaat echte Verbesserungen wollte, würde er nicht 1/3 der Regmittel zweckfremd zur Haushaltsschonung verbraten sondern für eine stärkere Eisenbahn sorgen. Macht er aber nicht. Stattdessen wolkenkuckucksheim, Elbsandsteingebirge-Basistunnel nach Prag und so ein Schnulli...

Gruß
der Radler

Offline DAvE LE

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Der Ausbau der Strecke würde 11 Jahre dauern, siehe Bild. Da sagt der Chef des Maschinenbauers Niles-Simmons, Hans J. Naumann, zurecht: „China hat sein Hochgeschwindigkeitsnetz in sechs Jahren um 6000 Kilometer erweitert. Und wir brauchen für 80 Kilometer elf Jahre?“ Ich frage mich echt "erneut" - wieso so lange? Wie macht es China?

Offline Radler

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In China wird nicht diskutiert, was richtig oder falsch ist und auch keine Bürger gefragt, ob sie ihre Grundstücke gern hergeben - dort wird befohlen. Klar, das geht schneller. Doch jeder weiß, dass Menschen irren. Deshalb gibts bei uns das Korrektiv durch die Interessensausgleiche.

Der Blick in den Bundesverkehrswegeplan zeigt das schlimmere Problem: Auf Jahrzehnte hin reicht das Geld für angemeldete Projekte nicht. Da muss gestreckt und ausgedünnt werden.

Gruß
der Radler

Offline Lonestarr

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Der Ausbau der Strecke würde 11 Jahre dauern, siehe Bild.

Wieder mal typisch Bild. Es würde nicht elf Jahre gebaut werden, sondern (nach jetziger Planung) in elf Jahren fertig sein. Bauzeit mit Vor- und Nachlauf etwa vier Jahre mit knapp zwei Jahren 'heißer Phase' mittendrin.

Offline T4D-Fan

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^Tja, weil die Bild auch nicht begreift, dass man grade mal die 2. Leistungsphase nach HOAI geschafft hat. Und der Weg bis zum Ende ist noch lang. Am längsten wird die Genehmigungsplanung (LP 4) dauern, weil man ja alle Interessen unter einen Hut bringen muss.

MfG T4D-Fan