Autor Thema: Chemnitz soll ans S-Bahnnetz angeschlossen werden - Elektrifizierung soll kommen  (Gelesen 71057 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline MD 612

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 2736
War aber auch so, dass der MRB 70 auch in der HVZ nie wirklich voll in LE ankam.

Also zu Zeiten eines RE 70 war das kurz nach 7 in Leipzig ankommende Desiro-Doppelpack immer gut gefüllt. Dass da jetzt trotz Wegfall einer Linie (die damals auch zwei gut gefüllte Dostos hatte) zwei RS 1 reichen, spricht doch schon alleine Bände…

Und da hat kein Betreiber "xyz" die Fahrgäste vergrault, sondern da legt sich der Zweckverband das Ei wenn unbedingt diverse Interessen bedient werden müssen.

Wer daran schuld ist, ist doch eher zweitrangig. Fakt ist, dass die Kapazitätsminderung auf den Strecken der MRB zu Fahrgastverlusten geführt hat, die mit Inbetriebnahme des MDSB nur sehr mühsam und mit vielen Anstrengungen rückgängig gemacht werden können.

Ich denke eher daran potenzialreichere Bahnhöfe anzuschließen.

Welche wären das denn?? Frohburg, was noch weniger Potenzial wie Bad Lausick hat?? Borna, welches mit einem Halbstundentakt der S4 schon gut bedient ist und wo ein zusätzlicher RE nur zur Abwanderung von Fahrgästen der S4, wohl aber kaum zur Gewinnung neuer Kunden führen würde?? Oder gar Böhlen, welches auch kaum potenzialreicher wie Bad Lausick ist und sowieso schon über zwei Halbstundentakte (S4, S5/S5X) verfügen wird??

Schon heute fährt nur der jenige damit der unbedingt muss, der dann auch noch mitfährt selbst wenn er 10 Minuten länger fährt.

Nicht wenige der heutigen Fahrgäste werden dann aber nicht mehr mitfahren, da die in Leipzig ihre Anschlüsse zum Fernverkehr verlieren werden. Die blendest Du nämlich immer noch aus.

Die "S4x" sollte wenn dann auch gleich bis zum Flughafen durchgezogen werden, wodurch die Kreuzung in Frohburg wieder im zweigleisigen Bereich rutschen würde.

Ich bin mir jetzt nicht ganz im Klaren, wie eine Verlängerung einer „S4x“ zum Flughafen eine Kreuzung in Frohburg verhindern könnte. Eine zusätzliche Linie zwischen Borna und Geithain bedeutet dann vier Züge je Stunde auf der eingleisigen Strecke. Die S4 steht mit ca. 16 min Fahrzeit zu Buche, eine „S4x“ wäre mit ca. 12 min realistisch. Unter Berücksichtigung von Fahrstraßenausschluss- sowie Wendezeiten bleibt da nicht wirklich viel Raum für einen stabilen Betrieb inklusive einiger der heute schon auf dem Lausebader Ast schmerzlich vermissten Reserveminuten. Vergiss bitte auch nicht, dass das gesamte Mitteldeutsche S-Bahn-Netz in sich vertaktet ist. Da ist nicht viel Spielraum für Wunschtrassen, nur um zusätzliche Linien in einem eingleisigen Abschnitt konfliktfrei unterzubringen.

Das dann drei Zugpaare je Stunde am Flughafen (gelinde gesagt) sehr reichlich bemessen sind, noch dazu im Humpeltakt, dürfte doch unbestritten sein. Denn auch dort fährt die S-Bahn nicht alleine, ab 2017 soll der gesamte Fernverkehr Richtung Hannover, Frankfurt und Nürnberg unterm Flughafenterminal durchrollen.

Man hat nicht damit gerechnet, dass die Lausitzbahn die Fahrgastzahlen auf dieser Strecke verdoppeln wird und somit einen fast ganztägigen Stundentakt rechtfertig.

Die damalige Lausitzbahn (bzw. deren Mutter) hat sich nach Inbetriebnahme des CLEX für eine Beibehaltung bzw. Wiedereinführung ihres Stundentaktes stark gemacht, das war in meinen Augen auch ein richtiger Schritt. Ob die Fahrgastzahlen damit verdoppelt wurden, sei dahin gestellt. Unstrittig sind sie gegenüber der Zeit vor dem Streckenausbau stark gestiegen, auf dem Abschnitt Lausebad – LE sowohl in der heutigen MRB 113 als auch im RE 6, der ja vor dem Streckenausbau auch nur alle zwei Stunden fuhr. Allerdings hat die Angebotsausweitung eben auch zu einer übermäßigen Auslastung der Strecke (inklusive einem kaum möglichen Verspätungsabbau) gesorgt, die für dieses Angebot so nicht wirklich ausgelegt ist.

Dann würdest du den zweigleisigen Abschnitt ja genau in die falsche Richtung verlängern und ebenso durchs Wohnzimmer von Familie Zimmer fahren.

Ich weiß ja nicht, wo Familie Zimmer wohnt. Aber m.E. ist auf der gesamten Strecke zwischen Wolks und E-Werkstätten Platz für ein zweites Gleis. Natürlich würde ein zweigleisiger Ausbau auch hier für Sperrungen sorgen, allerdings dürften die bei weitem nicht so umfangreich sein wie bei einem Ausbau Narsdorf – Wittgensdorf.

Die Lage des zweigleisigen Abschnittes wäre schon passend, sie würde auf alle Fälle zu einer Fahrzeitkürzung des CLEX führen. Der fährt ja bei der Kreuzung in Wolks heute erst zwei Minuten nach Ankunft der MRB weiter Richtung Geithain, inklusive Beschleunigungszeit könnte er so gut und gerne drei Minuten nach der Ankunft der MRB in Wolks durchfahren. Da wäre die MRB dann schon fast in Holzhausen.

Aber wir reden nicht von den 53 Minuten die nur bei schönstem Sonntagswetter auch wirklich gehalten werden?

Die erste Zeit nach der Inbetriebnahme des CLEX sind wir die 53 Minuten locker gefahren. Und da gab es noch die La-Stelle auf dem Bahratalviadukt (40 km/h) sowie die langsame Einfahrt in den Chemnitzer Hbf. Mit Neigetechnik stellen die 53 min so heute kein Problem dar, außer vielleicht bei extremen Schmuddelwetter.

Gruß Peter
Nichtstun macht nur dann Spaß, wenn man eigentlich viel zu tun hätte.
Noël Coward

204 005-0

  • Gast
Hallo,
wenn ich den Titel dieses Threads so lese ( "Chemnitz soll ans S-Bahnnetz angeschlossen werden" ), komme ich hier nicht mehr mit... Einmal schreit man nach dem Fernverkehr (ICE-Anschluß), und jetzt nach der S-Bahn inklusive Elektrifizierung... Ja was will man denn nun?
Egal, welche Maßnahmen man auf der Strecke über Geithain (und dann Borna oder Lausebad) anpackt - bis da irgendwas dirch die Planungs- und Finanzierungsinstanzen durch ist, ist die A72 Leipzig-Chemnitz fertig und wird für viele Pendler eine gegenüber der aktuellen B95 deutlich schnellere und teilweise auch flexiblere Alternative zu einer dann wegen Bastelei gesperrten und im SEV betriebenen Bahnstrecke sein. Diese Leute gewinnt man nicht so ohne weiteres zurück.
Anstatt noch mehr Geld in diese Strecke für so oder so nicht ganz ausgegorene Alibi-Pläne (ellenlange S-Bahn und/oder Möchtegern-FV) zu stecken, sollte man endlich mal die Strecke über Altenburg-Werdau nach Zwickau/Plauen auf zeitgemäße 160 km/h ertüchtigen. Davon hätten wesentlich mehr Leute etwas.
MfG

Offline Sascha Claus

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 638
Tagchen,
Bad Lausick als einziger Zwischenhalt bringt auch nicht die gigantische Menge an Fahrgästen, die den Desiro der MRB zum platzen bringen würde.
aber wie man hier im Forum hörte, würden Weltmetropolen wie Tautenhain, Belgershain oder Lauterbach-Steinbach den Desiro in der HVZ zum Platzen bringen.

Und wie man mancherorts liest, wäre die Strecke ohne den CLEX nicht mehr überlebensfähig, da kein Politiker viel Geld für eine Strecke ausgeben würde, auf der dann nur zwei kleine Triebwagen im Stundentakt hin und her gondeln.

Vor allem, wenn nur Alte, Arbeitslose und Auszubildende mitfahren, weil man keinen Wert auf konkurrenzfähige Fahrzeiten mehr legt.

Zitat
Schon heute fährt nur der jenige damit der unbedingt muss, der dann auch noch mitfährt selbst wenn er 10 Minuten länger fährt.
Und das ist ein erstrebens- und erhaltenswerter Zustand? Sch*** auf die Fahrgäste, wir wollen nur die armen Schlucker, die keine Alternative haben? Hoffentlich erwartest du dann nicht, dass ein solcher AAAV nennenswerte Steuergelder bekommt.

Zitat
Dann würdest du den zweigleisigen Abschnitt ja genau in die falsche Richtung verlängern […]
Dann verlegen wir die Kreuzung halt ans Nordende (Bf. Mölkau), dann liegt er wieder richtig.

Offline Sascha Claus

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 638
Aber m.E. ist auf der gesamten Strecke zwischen Wolks und E-Werkstätten Platz für ein zweites Gleis.
Die Brücke über die S79 (Engelsdorfer Str., wo die /BL.072 überquert wird) ist eingleisig und ein Neubau wäre teuer. Dito für die Brücke gleich am Nordkopf des Bf. Wolks. … *hm … In Wolks ist gefühlt genug Platz für zwei eingleisige Brücken nebeneinander, kann man den Brückenträger aus Engelsdorf/Mölkau dort wiederverwenden? Würde das nennenswert Geld sparen?

Da wir grade bei Verbesserungen sind: Zusätzliche Blocksignale zwischen Lausebad und Geithain würden Wunder tun! Ich habe im Vorbeifahren nie welche gesehen (sind natürlich aus dem Seitenfenster des Zugs leicht zu übersehen), und der Fahrplan deutet ebenso wie meine Erlebnisse darauf hin, dass der CLEX erst aus Bad Lausick raus kann, wenn der Bummelzug in Geithain angekommen ist, bzw. umgekehrt.

Da wären doch mindestens 5min Luft möglich, wenn die (M)RB erst wenige Minuten vor dem CLEX in Geithain ankommen müsste.

Zitat
Natürlich würde ein zweigleisiger Ausbau auch hier für Sperrungen sorgen, allerdings dürften die bei weitem nicht so umfangreich sein wie bei einem Ausbau Narsdorf – Wittgensdorf.
Außerdem kann man die REs über Borna umleiten und die (M)RBs ab Wolks im SEV fahren, für die Bauphase wäre das akzeptabel. Geithain – Chemnitz im SEV-Bus? Nun gut, bis dahin wird die Autobahn als Alternative bereit stehen.

Zitat
Mit Neigetechnik stellen die 53 min so heute kein Problem dar, außer vielleicht bei extremen Schmuddelwetter.
Stellt da nicht eher die Neigetechnik ein Problem dar, wenn sie ausfällt? Oder eine fehlende Mg-Bremse? Oder woran liegt’s?

Offline Lonestarr

  • Full Member
  • ***
  • Beiträge: 239
Da wir grade bei Verbesserungen sind: Zusätzliche Blocksignale zwischen Lausebad und Geithain würden Wunder tun! Ich habe im Vorbeifahren nie welche gesehen (sind natürlich aus dem Seitenfenster des Zugs leicht zu übersehen), und der Fahrplan deutet ebenso wie meine Erlebnisse darauf hin, dass der CLEX erst aus Bad Lausick raus kann, wenn der Bummelzug in Geithain angekommen ist, bzw. umgekehrt. Da wären doch mindestens 5min Luft möglich, wenn die (M)RB erst wenige Minuten vor dem CLEX in Geithain ankommen müsste.

Du bist schon lange nicht mehr mitgefahren, stimmts? Die Blocksignale sind seit über einem Jahr schon in Betrieb. Und mit genau dem von dir gewünschten Effekt. Schafft etwa 4 Minuten Puffer in beide Richtungen. Im Schnitt kann man jetzt pro Stunde 6 bis 7 Verspätungsminuten abbauen, so sie denn überhaupt mal noch entstehen.

Offline T4D-Fan

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 1219
Vorplanung abgeschlossen
« Antwort #20 am: 20.08.2014, 10:17:48 »
Hallo,

ich hole mal das Thema aus der Vertiefung, da es aktuelle Informationen gibt.

Verkehrsminister Morlok hat kurz vor seinem Abschied die Ergebnisse der Vorplanung zur Elektrifizierung der Strecke Leipzig-Chemnitz vorgestellt.

Hier einige Eckdaten:
- geplante Baukosten (nach Stand Vorplanung) ca. 250 Millionen €uro
- Spurplananpassungen an folgenden Stationen: L.-Paunsdorf, Engelsdorf-Werkstätten, L.-Liebertwolkwitz, Geithain, Narsdorf, Burgstädt, Wittgensdorf ob. Bf. und Küchwald
- Wiederherstellung Zweigleisigkeit zwischen Engelsdorf-Werkstätten und Liebertwolkwitz
- Streckenverlegung zwischen Lauterbach-Steinbach und Bad Lausick
- geschwindigkeitserhöhende Maßnahmen zwischen L-Paunsdorf und Engeldorf-Werkstätten (von 70 auf 80 km/h), zwischen Liebertwolkwitz und Großpösna (von 100 auf 150 km/h), in der Streckenverlegung bei Lauterbach-Steinbach (von derzeit 90 auf 150 km/h) und vor Geithain (von 60 auf 80 km/h)
- Neubau von Bahnsteigen in Engelsdorf-Werkstätten (nur Gleis 1) und Holzhausen
- Ersatzneubau Straßenüberführung Geithainer Straße
- Erweiterung Eisenbahnüberführung Engelsdorfer Straße und Holzhausener Straße

MfG T4D-Fan

Offline Radler

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 4172
Ist es nicht irre, wie unser aller Geld verbrannt wird?

Gruß
der Radler

Offline GK

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 1362
^ Die Idee des weiteren Streckenausbaus unabhängig von der Elektrifizierung finde ich sinnvoll. Wenn man dann z.B. in Liebertwolkwitz wieder ein 3. Gleis als Stumpfgleis aufbauen würde, könnte man sogar zum Berufsverkehr Verstärkerzüge fahren lassen, welche eine Diesel-S-Bahn-ähnliche Anbindung an das Stadtzentrum ermöglichen. Dass allerdings, wenn ich das so lese, an einigen der zweigleisig auszubauenden Abschnitte nur ein Bahnsteig an einem Gleis gebaut werden soll, ist totaler Blödsinn - in Belgershain wurde nicht ohne Grund nachträglich der zweite Bahnsteig gebaut.
Ob man allerdings die Strecke zwingend elektrifizieren und alles so komplett umbauen muss, oder mit Teilmaßnahmen auskommt, ist eine andere Frage. Interessant ist auf jeden Fall, dass zumindest Geld da zu sein scheint ...

Offline Radler

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 4172
^ich meinte auch die unsinnige Elektrifizierung.

Gruß
der Radler

Offline Thomas L.E.

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 763
  • Geschlecht: Männlich
ich meinte auch die unsinnige Elektrifizierung.
Elektrifizierung ist in Zeiten der Energiewende keinesfalls unsinnig. Unsinnig ist dagegen der zweigleisige Ausbau zwischen Engelsdorf und Liebertwolkwitz. Dieser würde nur dann Sinn machen, wenn auch zwischen Hbf. und Engelsdorf die Strecke noch zweigleisig wäre. Hier hat man jedoch Ende der 90er alles gründlich versaut.
Die (Service-) Wüste lebt!

Offline Radler

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 4172
angesichts der Bedienungshäufigkeit und nicht gegebenen CTL Einbindung ist die Elektrifizierung zwar hübsch anzusehen, aber überflüssig.

- Leistungsmäßig nicht nötig
- Beschleunigen können heutige Dieselzüge auch gut
- Komfort ist bei passenden Parametern auch gegeben
- Güterverkehr findet nennenswert nicht statt
- Steigungsreich ist die Strecke auch nicht
- für die Fahrgäste ist es irrelevant, wie der Zug angetrieben wird
- Dieselfahrzeuge sind marktmäßig besser verfügbar
- "Produktionskosten" der Dieseltriebwagen liegt sehr sehr deutlich unter dem der E-Fahrzeuge
- Fernverkehr wird sowieso nicht kommen, zumindest nicht eigenwirtschaftlich, und ohne diese Prämisse ist es staatsgewollter Schwachsinn

Der Gesamtaufwand für die Herrichtung der Oberleitung übersteigt bei den wenigen Triebwägelchen jedes Maß an Notwendigkeit.

Die 250 Millionen sind anderswo dringend nötiger.

Offline 2198

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 1356
Ich finde den zweigleisigen Ausbau zwischen Engelsdorf Werkstätten und Liebertwolkwitz gar nicht so unsinnig.

So kann man auf diesem Abschnitt fliegende Kreuzungen durchführen und überträgt in diesem Bereich nicht mehr jede Verspätung unmittelbar auf den Gegenzug.

2198

Anton75

  • Gast
Die Elektrifizierung ist keineswegs unsinnig. Erstens, ist die Ausweitung der elektrischen Traktion unter dem ökologischen Gesichtspunkt stets wünschenswert. Zweitens, geht es auch um die überfällige Anbindung von Chemnitz an das Fernverkehrsnetz.

Offline GK

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 1362
Den zweigleisigen Ausbau zwischen Engelsdorf und Liebertwolkwitz sehe ich auch als wichtig an, sofern Bahnsteige an beiden Gleisen entstehen, derzeit überträgt sich ja jede Verspätung sofort auf den Gegenzug und damit den gesamten Zugverkehr auf der Strecke.

Ob die Elektrifizierung Sinn macht, ist dagegen aus meiner Sicht sehr diskussionswürdig. Fernverkehr wird bis auf vielleicht einen vom Freistaat bezahlten Quoten-ICE nicht kommen, für den schnellen Nahverkehr sind derzeit Dieseltriebwagen besser verfügbar. Und bis das umgesetzt ist (vor 2020 keinesfalls, wann danach bin ich gespannt, immerhin ist es nur eine Vorplanung, also weder vom Bund/Bahn bestätigt noch finanzierungsmäßig geklärt - man denke nur an das Theater München-Lindau, wo sogar die Schweiz einen Teil bezahlen wollte, und selbst heute nach 8 Jahren über eine Umsetzung bis frühestens 2020 diskutiert wird) gibt es wahrscheinlich auch eisenbahntaugliche Alternativen, bei denen man keine Dieselmotoren benötigt und nicht ganze Strecken elektrifizieren muss.

Offline Radler

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 4172
Bei dem Sächsischen Betreiben muss doch genau hingesehen werden:

- Fernverkehr ist doch die Alibi-Begründung, denn jahrelang hat man das Dresden - Nürnberg - Siechtum auch mitgetragen
- Der Laufweg über Leipzig stammt aus der kasperigen sächsischen Macke, den durch den CTL schleusen zu wollen
- Erst vor kurzem wurde (immerhin!) heraus gearbeitet, dass über Lausick wennschondennschon sinnvoll ist
- Nun sagt Sachsen B, weil das A nie aufgegeben wurde
- es wird ignoriert, dass VDE8 jegliche Zeitwahrnehmung ad absurdum führt
- es wird ignoriert, dass Fernverkehr (systematisch teurer als Nahverkehr) im Armutsland nicht für breite Massen erschwinglich sein wird
- es wird verschwiegen, dass dafür Nahverkehr geopfert werden würde (macht man gern, Mittel werden eh zweckfremd vergeudet)
- es wird verschwiegen, dass die Landesregierung rechtlich gar keinen Einfluss auf das FV Angebot hätte, sie ist nur so doof und zahlt freiwillig vorab
- nur der Fernverkehr bräuchte den Fahrdraht, damit halbwegs sinnvolle Laufwege zustande kommen

Und nur für ein, zwei steuerfinanzierte Alibizüge eine Viertelmilliarde verdonnern - Leute: das ist NIEMALS sinnvoll!

@ Anton: ökologisch mag es stimmen, doch die Systematik der Finanzierung sorgt dann für eine noch bessere Ökobilanz: Totaler Entfall = Null Emissionen

Die Zweigleisigkeit hier wie anderswo abschnittsweise ist generell ein geeignetes Instrument, um SPNV (der mit Diesel genauso flott ist) zu fördern.

Gruß
der Radler