Autor Thema: Chemnitz soll ans S-Bahnnetz angeschlossen werden - Elektrifizierung soll kommen  (Gelesen 71056 mal)

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Offline Passagier

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Sachsen will die Strecke Leipzig-Chemnitz elektrifizieren, selbst finanzieren und die ÖPNV-Auftraggeber ins Boot holen. Der Baubeginn ist für 2015/16 geplant. Das schreibt die Freie Presse.

Zitat
Die Ausstattung der Strecke mit Fahrdrähten ist nötig, damit schnelle Fernzüge nach Chemnitz fahren und die südwestsächsische Großstadt zudem in das neue, mitteldeutsche S-Bahn-Netz eingebunden werden kann. Zur Anbindung der 240.000-Einwohner-Stadt Chemnitz an den Schienenknoten Leipzig gibt es laut Morlok keine alternative Schienentrasse.

Kern des Projektes ist das 36 Kilometer lange Teilstück zwischen Geithain und Chemnitz. Dort fehlt die Elektrifizierung komplett. Der Freistaat wird laut Morlok nun mit den Vorplanungen beginnen. 2013 sollen die Papiere vorliegen. Baubeginn ist für 2015/2016 geplant. Drei Jahre dürften die Arbeiten dauern.

Mehr gibt es hier:

http://www.freiepresse.de/NACHRICHTEN/TOP-THEMA/Sachsen-gibt-Geld-fuer-Bahnstrecke-nach-Chemnitz-artikel7888913.php
http://www.freiepresse.de/NACHRICHTEN/TOP-THEMA/Sachsen-gibt-Geld-fuer-Bahnstrecke-nach-Chemnitz-artikel7888913-2.php

Offline Kai-Uwe Arnold

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Zweifellos ein interessantes und wichtiges Projekt.
Fragen bleiben trotzdem:
Was wird mit dem zweiten Gleis?
Warum wird nicht gleich die Strecke über Bad Lausick mit elektrifiziert?
Will man den Verkehr von Leipzig über Bad Lausick in Geithain brechen?
Denn wenn eine S-Bahn von Leipzig nach Chemnitz rollen sollte
(was für überdehntes ein S-Bahn-Netz!), was wird dann aus der "alten" Strecke?

Offline MD 612

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Zweifellos ein interessantes und wichtiges Projekt.

Schon alleine darüber kann man streiten. Ist es volkswirtschaftlich sinnvoll, wegen einem Alibi-IC-Zugpaar in Tagesrandlage eine Bahnstrecke zu elektrifizieren?? Ist es sinnvoll (wenn sich denn ein EVU findet, dass dort einen Fernzug-Taktverkehr anbieten würde), für diesen Fernzug eine im Vergleich zum direkten Weg über Lausebad um etwa 15 Minuten höhere Fahrzeit in Kauf zu nehmen?? Wäre es für die Chemnitzer tatsächlich sinnvoll, den derzeitigen RE durch eine verlängerte S4 zu ersetzen, die dann eine um etwa 20 min längere Fahrzeit zwischen Chemnitz und Leipzig Hbf bietet?? Noch dazu, wo davon auszugehen ist, dass es wohl auch in Zukunft keinen sinnvollen Stundentakt im Fernverkehr zwischen Leipzig und Chemnitz geben wird??

Was wird mit dem zweiten Gleis?

Das wird es wohl kaum geben und wenn, dann nur mit einem relativ hohen Aufwand, der zum einen die Sinnhaftigkeit des Vorhabens noch mehr in Frage stellt und zudem zu weiteren stellenweisen Gechwindigkeitseinbrüchen führen würde, da das zweite Gleis u.U. nur mit engeren Gleisradien realisierbar wäre. Schließlich macht sich das heutige eine Streckengleis auf dem Planum einer früher zweigleisigen Strecke breit, was insbesondere in Kurven unter ständigem Wechsel der Planumsseite zu einem aufgeweiteten Radius führt, der im Falle einer Zweigleisigkeit wieder verengt werden müsste.

Interessant übrigens auch Morloks Aussage:

Zitat von: freieepresse.de
Morlok: "So lange können wir nicht warten." Ohnehin will er neben dem Bund auch die von der Strecke profitierenden Nahverkehrszweckverbände und die umliegenden Kommunen als Geldgeber mit ins Boot holen.

Aha! Nachdem der Autofetischist die durchzureichenden Regionalisierungsmittel weiter gekürzt hat, nachdem er durch die dadurch erfolgten Abbestellungen dafür gesorgt hat, dass Sachsen bei der Neuverteilung der Regionalisierungsmitel zukünftig noch schlechter wegkommt und damit weitere Kürzungen auf die Zweckverbände zukommen, sollen die sich an seinen Träumen finanziell beteiligen?? Das bestätigt wieder einmal die Sachkenntnis dieses "Herren", dem man die Berufsbezeichnung "Minister" schleunigst aberkennen sollte. Der stellt in meinen Augen eine Schande für seinen Berufsstand dar...

Gruß Peter
Nichtstun macht nur dann Spaß, wenn man eigentlich viel zu tun hätte.
Noël Coward

Offline Lonestarr

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Schon alleine darüber kann man streiten. Ist es volkswirtschaftlich sinnvoll, wegen einem Alibi-IC-Zugpaar in Tagesrandlage eine Bahnstrecke zu elektrifizieren?? Ist es sinnvoll (wenn sich denn ein EVU findet, dass dort einen Fernzug-Taktverkehr anbieten würde), für diesen Fernzug eine im Vergleich zum direkten Weg über Lausebad um etwa 15 Minuten höhere Fahrzeit in Kauf zu nehmen?? Wäre es für die Chemnitzer tatsächlich sinnvoll, den derzeitigen RE durch eine verlängerte S4 zu ersetzen, die dann eine um etwa 20 min längere Fahrzeit zwischen Chemnitz und Leipzig Hbf bietet?? Noch dazu, wo davon auszugehen ist, dass es wohl auch in Zukunft keinen sinnvollen Stundentakt im Fernverkehr zwischen Leipzig und Chemnitz geben wird??

Gruß Peter

Daher hoffe ich mal auf die Aussage im Entwurf des Landesentwicklungsplans 2012. Zitat: Die Eisenbahnstrecke zwischen den Oberzentren Chemnitz und Leipzig ist weiter auszubauen und zu elektrifizieren, so dass diese neben hochwertigen Angeboten des Schienenpersonennahverke hrs auch Schienenpersonenfernverk ehr und weiteren Güterverkehr aufnehmen kann. Dazu wird nördlich von Geithain ein Ausbaukorridor sowohl für die Strecke über Bad Lausick als auch die Strecke über Borna und Neukieritzsch festgelegt. Zitat Ende. Dann könnte der gesamte Verkehr auf elektrische Fahrzeuge umgestellt werden. Und wann immer jemand meint, einen ICE oder sonstigen Fernverkehrszug nach Chemnitz fahren zu wollen, fährt der über Bad Lausick in der Fahrplanlage und zu den Tarifkonditionen eines RE.

Offline Reinickendorfer

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Was ist denn das für eine Schnapsidee? In den nächsten zwei Jahren stehen wieder die Verhandlungen zu den Regionalisierungsmittel an. Und der Bund hat jetzt schon einmal durchklingen lassen, dass viele Bundesländer die Mitfinanzierung bzw. die Möglichkeit von Einsparrungen im SPNV noch nicht erkannt haben.

Ergo man wird nicht mit steigenden, sondern eher mit weiterhin sinkenden Regionalisierungsmittel rechnen können. Und der Name Morlock war in letzter Zeit eher für einen Kahlschlag im SPNV bekannt, weil man schwarze Haushaltszahlen haben möchte und nicht Sparmöglichkeiten bzw. Subventionierungen ausloten möchte.

Also sollte man lieber auf die Finanzierung der Elektrifizierung verzichten, weil das nur weitere Einsparungen in anderen SPNV-Bereichen bedeuten dürfte.

Offline Passagier

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Mag sein, nur: Die Strecke LE-Chemnitz dauerhaft mit Diesel zu betreiben ist viell. nicht so günstig? Und eine Einbindung (ob durch S- oder Regionalbahn) in den CTL halte ich grundsätzlich für richtig.
Ein IC könnte theoretisch auch nach C fahren, das wäre dann wohl der, der derzeit nach Zwigge angedacht ist.

Das meine ich jetzt erstmal für sich genommen, ohne die Begleitumstände der Finanzierung.

Andreas M

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Zitat
Was ist denn das für eine Schnapsidee?

Unter "Schnapsidee" würde ich eher die jetzige Sackgassenvariante -Strippe bis Gaithain- bezeichnen. Eine konsequente Weiterführung der Fahrleitung gibt außer dem dann mögichen FV auch dem z.Z. sicher kaum vorhandenen Güterverhkehr eine Chance. Allerdings stelle ich die angedachte finenzielle Beteiligung der Zweckverbände (habe ich das richtig verstanden?) auch kritisch. Nebenbei bemerkt soll Sachsen wohl auch Autobahnen aus der eigenen Tasche bezahlen.

Andreas M

Offline Reinickendorfer

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Unter "Schnapsidee" würde ich eher die jetzige Sackgassenvariante -Strippe bis Gaithain- bezeichnen. Eine konsequente Weiterführung der Fahrleitung gibt außer dem dann mögichen FV auch dem z.Z. sicher kaum vorhandenen Güterverhkehr eine Chance. Allerdings stelle ich die angedachte finenzielle Beteiligung der Zweckverbände (habe ich das richtig verstanden?) auch kritisch. Nebenbei bemerkt soll Sachsen wohl auch Autobahnen aus der eigenen Tasche bezahlen.

Andreas M

Natürlich ist es eine Schnapsidee gewesen. Das ganze Verfahren ist eine. Man fängt doch nicht an eine Strecke zu elektrifizieren oder elektrifizieren zu lassen, wenn man weiß, dass der Fahrdraht in der Wüste enden würde. Die jetzige Schnapsidee ist jetzt nur der Gipfel, dass weder Steuerzahlerbund noch eine andere Institution behaupten kann man hat sinnlos Geld verbuddelt.

Wird die Strippe an sich überhaupt genutzt? Im Regionalverkehr fahren dort doch nur Dieseltriebwagen rum und für den Fern- und Güterverkehr ist es doch nun wirklich eine Wüste.

Offline Lonestarr

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Dass die Strippe, so wie sie jetzt hängt, für die Betriebsaufnahme der S-Bahn in knapp zwei Jahren zwingend notwendig ist, weisst du aber schon? Dass sie bis dahin nicht genutzt wird, ist zwar unschön, aber man kann ja nicht alle Infastruktur erst pünktlich zur Betriebsaufnahme fertigstellen.
« Letzte Änderung: 29.01.2012, 18:07:35 von Lonestarr »

Offline Sascha Claus

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agchen,
Mag sein, nur: Die Strecke LE-Chemnitz dauerhaft mit Diesel zu betreiben ist viell. nicht so günstig?
mag sein. Aber: Batterietriebwagen, Brennstoffzellenantrieb und ähnliches sind vielleicht noch nicht serienreif? Und eine so unbedeutende Strecke elektrifizieren, nur für einen stündlichen Dieseltriebwagen? OK, nördlich von Geithain (über Lausebad) sind es immerhin zwei, aber da steht eine Verstromung gerade nicht zur Debatte.

Zitat
Und eine Einbindung (ob durch S- oder Regionalbahn) in den CTL halte ich grundsätzlich für richtig.
Nun, den Narsdorfern und Burgstädtern wird’s egal sein, ob sie über Lausebad nach 55min in Leipzig Hbf. (oben) oder über Borna nach 66min in Leipzig Hbf. (unten) sind, wenn sie in Geithain umsteigen würden, da sie sowieso nicht umsteigen. Mit dem RE über Lausebad sind sie schließlich in <30min in Leipzig.

Zitat
Ein IC könnte theoretisch auch nach C fahren, das wäre dann wohl der, der derzeit nach Zwigge angedacht ist.
Ja, theoretisch könnte man morgen, am 31.1., den IC-Verkehr nach Chemnitz aufnehmen. Die Strecken über Meerane und Zwickau sind elektrifiziert und eine Linie aus dem Nordwesten endet in Leipzig, die könnte man verlängern.

Es lohnt sich aber anscheinend nicht, und da die DieBahn von Bundestag und Bundesrat dazu verdonnert wurde, Gewinne einzufahren, fährt sie diesen IC nur, wenn jemand dafür bezahlt. Und offenbar will das niemand.

Die ganze Gegend da unten will offenbar grundsätzlich keine gescheite Schienenverbindung nach Norden, sonst würde sie nicht die vorhandene (und unter derzeitigen Umständen bestmögliche!) kaputtzumachen versuchen.

Offline schienenbruch

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Hallo
Also so weit finde ich das doch erst einmal gut, dass die Elektrifizierung kommt. Nach Geithain über Borna rechnen sich nur die 2 vorgesehen Linien wenn der Express bis Chemnitz verlängert wird. Die Kürzung der Regionalisierungsmittel und die damit verbundene Einstellung der MRB 70 und gleichzeitiger Verlängerung der MRB2 bis Geithain hat sich nicht wirklich stark auf die Fahrgastzahlen der MRB auf der Strecke ausgewirkt. Am Morgen reichen immer noch die zwei RegioSchachteln trotz eines weniger verkehrenden Zuges in der Stunde. Der Zug ist nur geringfügig voller als die MRB 2 in der HVZ vor dem Fahrplanwechsel. Die Fahrgäste die von Geithain aus den Zug nutzen, verlassen bis Markkleeberg größtenteils wieder den Zug. Also kriegt man nur mehr Fahrgäste auf die Strecke wenn man den Regionalexpress von Chemnitz aus dort lang schickt, also defacto die Fahrgäste nach Leipzig auf diese Strecke "zwingt". Die Fahrzeiten würden denke ich ungefähr bei reichlich einer Stunde liegen. Dabei rechne ich mit gut einer halben Stunde von Chemnitz bis Geithain wie auch der 612 ohne Neigetechnik sie benötigt ( Mit einem 628 war man auch nicht viel langsamer ). Ab Geithain hatte die MRB 70 bis zum Leipziger Hbf. glaube ich 52 Minuten gebraucht. Da dieser RE dann sowieso schneller als ein RS1 unterwegs sein wird, durch die bessere Beschleunigung, die auszulassenden Halte bis Borna und von Connewitz das Gegurke über Stötteritz gespart wird, würden sich bestimmt weniger als 52 Minuten realisieren lassen. In der Hinsicht sehe ich den Fahrzeitzuwachs von ~10 Minuten, mit gleichzeitiger Führung durch den stärker bewohnten Südraum Leipzigs, nicht wirklich als Nachteil für die Linie. Die Elekrifizierung ist eher der Versuch den Citytunnel besser auszulasten und die Linie attraktiver zu gestalten, durch geeignete Fahrzeuge und einen hoffentlich soliden Fahrplan. Ich glaube nicht dass sich jemand an dem geringfügigen Fahrzeitzuwachs stören wird. Wichtig ist immer noch die Verlässlichkeit auf den Fahrplan. Und ich glaube auch an einen Fahrgastzuwachs zwischen Leipzig und Chemnitz.

Was die Zweigleisigkeit angeht würde sich vielleicht erst einmal eine Ausweitung der zweigleisigen Abschnitte lohnen, um schon einmal mit der Citybahn weniger Konflikte zu erzeugen. Es gibt weiter nördlich von Burgstädt lange Abschnitte wo neben dem zweiten Planum gefahren wird und nicht über das gesamte Breite gependelt wird.
Über Bad Lausick würde eine zweigleisige Streckenführung kaum machbar sein. Zu viele Häuser stehen in den Orten zu eng am Gleis.
Die Strecke ist eigentlich zu anfällig für die zwei Linien die derzeit dort verkehren.
Kleines Beispiel: Der RE aus Chemnitz hat durch irgendwelche Gründe ein paar Verspätungsminuten nach Geithain mitgebracht. Verspätet verlässt er jenen Bahnhof. Erst kurz darauf kann die MRB Richtung Leipzig den Bahnhof ebenfalls mit Verspätung verlassen. Beide Lokführer hängen sich voll rein. 3 Minuten schafft der Lokführer des RE`s  wieder herauszuholen bis Leipzig. Macht dort eine Blitzwende bzw. ist der andere Zug Richtung Chemnitz schon abgefahren. Der ganze Stress bringt allerdings nichts. Die Kreuzung mit der Leipziger MRB ist nach wievor in Liebertwolkwitz. Jene schafft es aber trotz schärfster Fahrweise des TF`s allerhöchstens 2 Minuten abzubauen ( klappt nur wenn mit  RS1 gefahren wird und die Fahrgäste nicht alle in eine Tür reinwollen.... ein Desiro mit 275 kW Motoren schafft es kaum eine Minute herauszuholen). Also kriegt dort der RE die Verspätung der MRB draufgebrummt. Nun kann jeder erahnen wie lange es dauert bis die Verspätung auf der Strecke wieder herausgeholt werden kann, wenn es nicht schon die nächste Unregelmäßigkeit gab. Verspätungsgründe gibt es leider viel zu oft auf der Strecke und sind oft kaum zu erkennen. Kann kaum einer etwas dafür. Die Fahrzeuge danken es indem Motoren abfallen, ATL-Schläuche reißen, Getriebe austeigen, Kühler platzen und und und... 
schönen Sonntag wünsche ich in die Diskussionrunde ;)

Offline Sascha Claus

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Unter "Schnapsidee" würde ich eher die jetzige Sackgassenvariante -Strippe bis Gaithain- bezeichnen.
Unter Schnapsidee würde ich eher deine Sackgassenvariante bezeichnen, einfach Linien auf die Karte zu wünschen ohne Rücksicht aufs vorhandene Bahnnetz oder die Lage der wichtigsten Städte. Geithain ist Verzweigung beider Strecken und damit als Endpunkt prädestiniert, zudem noch eine der größten Städte entlang der Strecke und damit noch mehr als Endpunkt prädestiniert.

Wo würdest du die RB/S/was-auch-immer aus dem Tunnel denn enden lassen? In der Weltmetropole Narsdorf? Oder in Cossen, mit Zubringerbus von/nach Lunzenau? Das wäre immerhin noch halbwegs sinnvoll.

Zitat
Eine konsequente Weiterführung der Fahrleitung gibt außer dem dann mögichen FV
Welcher dann mögliche FV? FV ist seit Jahrzehnten möglich, einfach über Gößnitz. Damit würde man nicht nur eine Kannibalisierung des RE vermeiden, sondern auch Meerane, Glauchau, HOT usw. umsteigefrei an Leipzig anschließen. Anscheinend wirkt das für niemanden überzeugend genug, um den IC etwas zu subventionieren.

Zitat
auch dem z.Z. sicher kaum vorhandenen Güterverhkehr eine Chance.
Was für GV? Willst du die paar Holzwagen für Geithain (wenn da überhaupt was per Bahn angeliefert wird) mit ’ner Ellok liefern? Wir reden hier nicht von einer Modellbahn, die einem möglichst hohen Unterhaltungswert dient. Wir reden hier von einem Unternehmen, dass den Staat möglichst wenig Zuschüsse kosten soll.

Eine Diesellok in Geithain zu stationieren, um einmal die Woche (oder bestenfalls einmal am Tag) ein paar Wagen für den Holzhandel zuzustellen ist damit schwer verträglich, wenn dieselbe Lok die Wagen auch gleich aus dem nächsten großen Bahnhof ranschaffen kann. Natürlich nur, wenn der Holzhandel überhaupt per Bahn beliefert wird. Ansonsten gibt es, soweit ich gesehen habe, an der Bad Lausicker Strecke keinen einzigen Gleisanschluss mehr zwischen dem Tanklager bei Burgstädt und Leipzig. Wo sollen also die Güterzüge herkommen, um die Wäscheleine zu rechtfertigen?

Zitat
Nebenbei bemerkt soll Sachsen wohl auch Autobahnen aus der eigenen Tasche bezahlen.
Mit dem missbrauchten Geld aus dem Bundes-SPNV-Etat?

Offline Lonestarr

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Firma Ladenburger bekommt Holz per Bahn, wenn es auch viel mehr sein könnte. Aber wegen der Zustellung in den Anschluss eignen die sich in der Tat nicht für eine Beförderung mit E-Lok. Startpunkt der Übergabezüge, um sie mal so zu nennen, ist Böhlen oder Espenhain. Ansonsten hat es gegenwärtig täglich bis zu drei Paare Kohlependel von Profen nach Küchwald. Wäre mit E-Lok denkbar, aber dazu müssten sie erst mal von Profen bis Plagwitz kommen. Dazu kommen noch wöchentlich jeweils ein bis zwei Gips- und Kalkzüge von Großkorbetha bzw. Deuna. Da ist Elektrisch natürlich möglich.

Offline MD 612

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Also so weit finde ich das doch erst einmal gut, dass die Elektrifizierung kommt.

Kommen soll, vielleicht, wenn die Kohle dafür vorhanden ist, die ja keiner hat, schon gar nicht unser aller Morlokcar…

Aber es steht ja immerhin im Landesentwicklungsplan, der sowas von unverbindlich ist…

Am Morgen reichen immer noch die zwei RegioSchachteln trotz eines weniger verkehrenden Zuges in der Stunde.

Was natürlich auch daran liegen könnte, dass sich der eine oder andere potenzielle Fahrgast eine Alternative auf der Straße gesucht hat, nachdem der Zug nicht mehr dann fährt, wenn er ihn braucht, sondern eben eine halbe Stunde und mehr später. Mal abgesehen davon, dass die übervollen, weil zu kurzen Züge der Anfangszeit der MRB nachweisbar so manchen Fahrgast vergrault haben. Nicht nur auf dieser Strecke.

Also kriegt man nur mehr Fahrgäste auf die Strecke wenn man den Regionalexpress von Chemnitz aus dort lang schickt, also defacto die Fahrgäste nach Leipzig auf diese Strecke "zwingt".

Also schaukeln wir die Chemnitzer über Borna, nur damit die Statistik stimmt?? Bleibt die Frage, ob die noch alle mitfahren, wenn sie gezwungen werden, statt 59 min dann äußerst knapp gerechnete 80 min (bei einer verlängerten S4) bzw. 70 min (verlegter RE 6) unterwegs zu sein. Dass die Anschlüsse auf den Fernverkehr in Leipzig dann nicht mehr passen, scheint ja sowieso relativ unerheblich zu sein. Dabei stellen die FV-Umsteiger einen nicht unwesentlichen Anteil der Fahrgäste des CLEX.

Und wenn Du auch noch die Variante mit dem zusätzlichen RE über Borna favorisierst, in welcher Fahrplantrasse soll der denn Deiner Meinung nach in den Tunnel fahren?? Der Fahrplan im Tunnel ist nämlich schon mit dem MDSB ausgereizt, also bliebe nur die Variante der verlängerten S4. Abgesehen davon, dass ein zweites Zugpaar je Stunde über Borna eine Zugkreuzung in Frohburg erfordern würde. Inklusive noch nicht eingerechnetem Fahrzeitverlust und einer Fahrplaninstabilität, wie wir sie derzeit schon auf dem Lausebader Ast haben.

Es gibt weiter nördlich von Burgstädt lange Abschnitte wo neben dem zweiten Planum gefahren wird und nicht über das gesamte Breite gependelt wird.

Ach ja, gibt es die?? Gerade mal knapp 4 km verläuft die Strecke nördlich von Burgstädt auf relativ gerader Trasse, danach folgt bis nördlich Narsdorf eine Kurve der nächsten. Und bei den meisten Kurven wechselt das Gleis das Planum, um die Gleisradien möglichst großzügig gestalten zu können. Teilweise verläuft das Gleis auf den geraden Abschnitten in der Mitte des zweigleisigen Planums, dazu kommt, dass das Planum nicht mehr den heute geforderten Gleismittenabständen entspricht. Mit anderen Worten, der Aufbau des zweiten Gleises bedeutet im Wesentlichen einen erneuten Komplettausbau der gesamten Strecke, mitsamt monate- bis jahrelanger Baustellen, Umleitungen, Ersatzverkehre etc.. Und das alles für ein Alibi-IC-Zugpaar bzw. einer fragwürdigen Führung des Durchgangs-SPNV Chemnitz – LE in den Tunnel?? Das alles, nachdem der Ausbau der Strecke mit Bundes-, Landes- und EU-Fördermitteln noch keine acht Jahre her ist?? Was'n langfristiges Konzept...

Die Strecke ist eigentlich zu anfällig für die zwei Linien die derzeit dort verkehren.

Die Strecke ist eigentlich auch nicht für das Betriebsprogramm ausgebaut worden, dass jetzt dort abgewickelt wird. Dem Ausbau zugrunde lag ein Stundentakt des CLEX und ein Zweistundentakt plus einzelner, außerhalb des Taktes fahrender HVZ-Verstärker einer (M)RB LE – Lausebad.

Kleines Beispiel: Der RE aus Chemnitz hat durch irgendwelche Gründe ein paar Verspätungsminuten nach Geithain mitgebracht. […]

Abhilfe hierfür würde schon ein zweigleisiger Ausbau Liebertwolkwitz – Holzhausen (– Mölkau) schaffen. Der wäre ohne riesen Aufwand machbar und würde im Gegensatz zum Ausbau südlich von Geithain keinen Geschwindigkeitseinbruch mit sich bringen. Damit könnte schon mal die zeitfressende Kreuzung RE/MRB in Wolks entschärft und die RE-Fahrzeit auf die ursprünglichen 53 min (LE – Chemnitz) gebracht werden.

Gruß Peter
« Letzte Änderung: 29.01.2012, 22:05:30 von MD 612 »
Nichtstun macht nur dann Spaß, wenn man eigentlich viel zu tun hätte.
Noël Coward

Offline schienenbruch

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Kommen soll, vielleicht, wenn die Kohle dafür vorhanden ist, die ja keiner hat, schon gar nicht unser aller Morlokcar…

Aber es steht ja immerhin im Landesentwicklungsplan, der sowas von unverbindlich ist…


Zu mindest wird vom Beginn der Bauarbeiten 2015/16 gesprochen. Also glaub ich das mal. ( ich weiß: ein Fehler  :-\ ).


Was natürlich auch daran liegen könnte, dass sich der eine oder andere potenzielle Fahrgast eine Alternative auf der Straße gesucht hat, nachdem der Zug nicht mehr dann fährt, wenn er ihn braucht, sondern eben eine halbe Stunde und mehr später. Mal abgesehen davon, dass die übervollen, weil zu kurzen Züge der Anfangszeit der MRB nachweisbar so manchen Fahrgast vergrault haben. Nicht nur auf dieser Strecke.



Das ist sicherlich richtig, vor allem weil die Fahrradmitnahme eingeschränkt worden ist. War aber auch so, dass der MRB 70 auch in der HVZ nie wirklich voll in LE ankam. Das starke Verkehrsaufkommen konzentrierte sich hier auf den Schülerverkehr zwischen Geithain und Borna. Wie sich die Fahrgastzahlen wirklich entwickelt haben nach Inbetriebnahme durch die MRB vermag ich nicht zu einzuschätzen. Klar gabs damals viel Ärger, aber es ist bei der Vergabe auch gehörig getrickst worden. Und Fakt ist: es wird gefahren was bestellt wurde! Und da hat kein Betreiber "xyz" die Fahrgäste vergrault, sondern da legt sich der Zweckverband das Ei wenn unbedingt diverse Interessen bedient werden müssen. Da gibt es so einige Gerüchte und Schuldzuweisungen. Denke mal dass du auch davon gehört hast. Kurze Züge und immer teurer werdende Tickets sind natürlich rein subjektiv nicht zu vertreten. Ganz gleich ob dieser enge Zustand von Engelsdorf bis Leipzig nur ein paar Minuten auszuhalten ist, während andere mit einer übervollen Straßenbahn wohlmöglich länger durch die Stadt fahren, dort sich aber komischerweise keiner darüber aufregt, weil man es so gewöhnt ist. 



Also schaukeln wir die Chemnitzer über Borna, nur damit die Statistik stimmt?? Bleibt die Frage, ob die noch alle mitfahren, wenn sie gezwungen werden, statt 59 min dann äußerst knapp gerechnete 80 min (bei einer verlängerten S4) bzw. 70 min (verlegter RE 6) unterwegs zu sein. Dass die Anschlüsse auf den Fernverkehr in Leipzig dann nicht mehr passen, scheint ja sowieso relativ unerheblich zu sein. Dabei stellen die FV-Umsteiger einen nicht unwesentlichen Anteil der Fahrgäste des CLEX.



Es soll keine Statistik stimmen. Ich denke eher daran potenzialreichere Bahnhöfe anzuschließen. Bad Lausick als einziger Zwischenhalt bringt auch nicht die gigantische Menge an Fahrgästen, die den Desiro der MRB zum platzen bringen würde. Vor der Einführung des CLEX ging es auch. Die Strecke über Borna würde den RE zwar entschleunigen aber an einen Verlust an Fahrgästen würde ich nicht glauben. Schon heute fährt nur der jenige damit der unbedingt muss, der dann auch noch mitfährt selbst wenn er 10 Minuten länger fährt. Die "S4x" sollte wenn dann auch gleich bis zum Flughafen durchgezogen werden, wodurch die Kreuzung in Frohburg wieder im zweigleisigen Bereich rutschen würde. Somit fährt er auf einer Strecke die weniger anfällig für Verspätungen ist, was am Ende den Fahrgast freuen wird weil er vielleicht endlich mal den Anschluss bekommt den er sich ausgesucht hat. Mitten in der Nacht mit dem letzten Zug den Anschluss in Leipzig zu verpassen, weil man bei der viertel Stunde Verspätung beschlossen hat doch erst die pünktliche MRB bis Bad Lausick durchzuschieben und den RE ne halbe Stunde in Lausebad warten zu lassen, ist nicht romantisch (und nach dem vierten Mal verliert sich jedes Verständnis).



Und wenn Du auch noch die Variante mit dem zusätzlichen RE über Borna favorisierst, in welcher Fahrplantrasse soll der denn Deiner Meinung nach in den Tunnel fahren??


Ich habe immer gehört dass er eben nicht genug ausgelastet ist ??? . Und selbst wenn, dann wird eine frei wenn man gemerkt hat, dass der Grünauer Takt viel zu dicht ist ( :P .



Die Strecke ist eigentlich auch nicht für das Betriebsprogramm ausgebaut worden, dass jetzt dort abgewickelt wird. Dem Ausbau zugrunde lag ein Stundentakt des CLEX und ein Zweistundentakt plus einzelner, außerhalb des Taktes fahrender HVZ-Verstärker einer (M)RB LE – Lausebad.



Man hat nicht damit gerechnet, dass die Lausitzbahn die Fahrgastzahlen auf dieser Strecke verdoppeln wird und somit einen fast ganztägigen Stundentakt rechtfertig.



Abhilfe hierfür würde schon ein zweigleisiger Ausbau Liebertwolkwitz – Holzhausen (– Mölkau) schaffen. Der wäre ohne riesen Aufwand machbar und würde im Gegensatz zum Ausbau südlich von Geithain keinen Geschwindigkeitseinbruch mit sich bringen. Damit könnte schon mal die zeitfressende Kreuzung RE/MRB in Wolks entschärft und die RE-Fahrzeit auf die ursprünglichen 53 min (LE – Chemnitz) gebracht werden.




Dann würdest du den zweigleisigen Abschnitt ja genau in die falsche Richtung verlängern und ebenso durchs Wohnzimmer von Familie Zimmer fahren. Also kommst du auch dort nur mit langer Sperrung der Strecke wieder zu einem zweiten Gleis. Eher Richtung Großpösna mit ner breiteren Brücke über die A38.
Aber wir reden nicht von den 53 Minuten die nur bei schönstem Sonntagswetter auch wirklich gehalten werden?  :P
liebe Grüße
« Letzte Änderung: 30.01.2012, 09:41:05 von schienenbruch »