Autor Thema: Stadtbahnausbau Karl-Liebknecht-Straße  (Gelesen 4978 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline WTL

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 1549
Stadtbahnausbau Karl-Liebknecht-Straße
« am: 17.10.2011, 23:30:26 »
Ich war heute zur ÖPNV-Veranstaltung im List-Haus und dort wurde eine Folie gezeigt, auf der eine neue Haltestelle im Peterssteinweg zwischen Leuschnerplatz und heutiger Haltestelle "Hohe Straße, LVB" dargestellt wurde. Gerüchte bezüglich einer zusätzlichen Haltestelle wurden hier im Forum ja bereits gestreut; diese scheinen sich nun zu bestätigen. Ob diese neue Haltestelle nun "Münzgasse", "Str. d. 17. Juni" oder "Härtelstraße" heißt, konnte ich in der kürze der Zeit leider nicht erkennen. Beide Haltestellen (stadtein- als auch stadtauswärts) sollen sich südlich der Einmündung zur Härtelstraße befinden.
Ob im Zuge dessen die neue Haltestelle "Hohe Straße, LVB" dadurch mehr in südlicher Richtung verschoben wird (näher an die Paul-Gruner-Straße heran) war jedoch nicht in Erfahrung zu bringen. Haltestellenabstände von 250m sind aber eigentlich LVB-untypisch. Zumal der Haltestellenabstand zwischen HS Südplatz und heutiger HS "Hohe Straße, LVB" doch relativ große 600m beträgt.

Offline Lößniger

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 2310
  • Geschlecht: Männlich
  • NGT12 Fan
Re: Stadtbahnausbau Karl-Liebknecht-Straße
« Antwort #1 am: 18.10.2011, 00:02:49 »
Ich wäre für Härtelstrasse :-)))
Im übrigen: Das Kundenzentrum der LVB ist doch jetzt am Leuschnerplatz, wieso trägt dann die Haltestelle Hohe Str., dann noch das "LVB" im Namen?
Muss zu dem sagen das ich schon ewig nicht mehr dort vorne war.

Offline Oliver Wadewitz

  • Administrator
  • *****
  • Beiträge: 2342
  • Geschlecht: Männlich
    • Olivers-Bahnseiten
Re: Stadtbahnausbau Karl-Liebknecht-Straße
« Antwort #2 am: 18.10.2011, 00:35:39 »
Ähm du weist aber schon das die LVB in der Karl-Liebknecht-Straße 12 ihren Firmensitz hat?!?

Und was hat das neue Kundenzentrum damit zu tun? Denkst du die Haltestelle Hohe Straße hat nur wegen des dort ehamals befindlichen Kundenzentrum diesen Zusatz?


Fachbuch über die Grundlagen der Fahrzeugtechnik und Infrastruktur des ÖPNV in Deutschland. Bei Interesse bitte auf das Bild klicken.

Offline DAvE LE

  • Team
  • *****
  • Beiträge: 4821
  • Geschlecht: Männlich
    • Leipziger Stadtverkehr
Re: Stadtbahnausbau Karl-Liebknecht-Straße
« Antwort #3 am: 18.10.2011, 08:23:11 »
Was den Haltestellen-Namen angeht, so könnte "Härtelstraße" bereits vergeben sein. Denn eine Haltestelle mit diesem Namen ist bereits auf der Windmühlenstraße Ecke Grünewaldstraße geplant. Der Name "Straße des 17. Juni" erinnert an ein weiteres, wichtiges Ereignis in der DDR-Geschichte. Käme der Platz- und Haltestellenname "Platz der friedlichen Revolution", hätte man auf den Linien 10 und 11 zwei Haltestellen nacheinander, die an ein geschichtliches DDR-Ereignis erinnern.

Offline DrZott

  • Sr. Member
  • ****
  • Beiträge: 315
Re: Stadtbahnausbau Karl-Liebknecht-Straße
« Antwort #4 am: 18.10.2011, 17:11:14 »
Wurde denn etwas zum zeitlichen Rahmen der geplanten Umbauten gesagt, oder blieb man wie immer nebulös? Zudem wäre die Frage interessant, ob dieses Stück in einem Ritt bis zum Südplatz umgebaut wird, oder ob wie da mit Einzelmaßnahmen wie weiland in der Kö rechnen dürfen.

Offline Linie 17

  • Full Member
  • ***
  • Beiträge: 68
Re: Stadtbahnausbau Karl-Liebknecht-Straße
« Antwort #5 am: 18.04.2018, 08:40:32 »
Heute in der Volkszeitung mal eine verhältnismäßig umfangreiche Analyse zum Thema Verspätung im Süden (Klick zum Vergößern):



Interessant: Man werde wohl über die Jahre immer langsamer. Vor allem als vor dem Ausbau.

Nun, hätte es wohl doch lieber eine Stadtbahn werden sollen …

Offline firefox

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 589
Re: Stadtbahnausbau Karl-Liebknecht-Straße
« Antwort #6 am: 18.04.2018, 09:59:05 »
Die Verlangsamung des ÖPNV in Leipzig ist doch ausschließlich auf die Verlagerung des Autoverkehrs auf die Straßenbahngleise durch Frau Dubraus "Radstreifenwahn" zurückzuführen.
Das an der  /SL.010 in der sanierten Karl-Liebknecht-Straße festzumachen, ist mal wieder die Sichtweise unserer Lokalzeitung.
Gruß Foxi 

Offline DrZott

  • Sr. Member
  • ****
  • Beiträge: 315
Re: Stadtbahnausbau Karl-Liebknecht-Straße
« Antwort #7 am: 18.04.2018, 10:01:58 »
Eine sehr wirkungsvolle Bremse für den ÖPNV sind Ampeln, deren Sinn ich nicht in Frage stelle - bei denen ich mich aber frage, warum sie nicht grundsätzlich den ankommenden Bahnen freie Fahrt gewähren. Meine Lieblingsampel in diesem Kontext ist die an der Kreuszung zur Shakespearestraße.

Dafür ist der Lerneffekt gleich NULL, denn ähnlich bescheuerte Bremsen wurden schon in den neunziger Jahren in der Delitzscher verbaut:
- zum Beispiel zweimal hintereinander in beide Richtungen am Eutritzscher Markt: https://www.google.de/maps/@51.3674974,12.3858146,3a,52.6y,26.36h,79.26t/data=!3m6!1e1!3m4!1sAOKH9SWekbBchwhn1KgGjw!2e0!7i13312!8i6656?hl=de Hier stoppt die Bahn in 90% aller Fälle vor EInfahrt in die Haltestelle
- auch sehr schön ist die Ampel hier: https://www.google.de/maps/@51.3871376,12.3793006,3a,60y,328.57h,89.66t/data=!3m6!1e1!3m4!1sXEDDS-dPSMmFdIulvLAUwQ!2e0!7i13312!8i6656?hl=de Garantierter Zwangshalt auf dem Weg zur Messe im Berufsverkehr.

Wenn man nicht in der Lage ist, diesen seit Jahrzehnten grassierenden Blödsinn einzudämmen, braucht man nicht öffentlich über sinkende Reisegeschwindigkeiten zu darben.

Offline Willy d. Baubieber

  • Full Member
  • ***
  • Beiträge: 172
Re: Stadtbahnausbau Karl-Liebknecht-Straße
« Antwort #8 am: 18.04.2018, 10:20:15 »
Wenn man sich die Übersicht anschaut stellt man auch fest das die Verspätungen ab der Haltestelle am Hauptbahnhof anfangen. Ein nicht unwesentlicher Grund ist die Buslinie 72/73 welche sich eigentlich immer vor die Linie 10 schiebt und dann recht lange am Bahnhof steht. Somit sackt dort fast immer die Linie 10 zwei bis drei Minuten Verspätung. An den folgenden Haltestellen  stehen dann schon Fahrgäste welche eigentlich mit der Linie 11 fahren wollten und somit läppert es sich.

Offline Radler

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 3748
Re: Stadtbahnausbau Karl-Liebknecht-Straße
« Antwort #9 am: 18.04.2018, 11:24:54 »
^ und ^^

Damit kommt man der Problemanalyse schon näher.

Am Hbf ist nicht die Gleismenge oder das Faherzeug "Bus" ein ursächliches Problem. Sondern die nunmehrige interne Signalisierung, welche zusätzlich zum MIV des Rings passend gemacht werden musste. D.h. in der Festzeitensteuerung von 90s Umlauf gibt es nur ganz kleine Zeifenster. Sind diese weg - bei Andrang völlig "normal", ist 1,5 minuten Sofort-Verspätung garantiert. Eine Lösung hier kann nur eine grundsätzlich neue Signalisierung des gesamten Rings bedeuten. Als Doppelanwurf, so heißen zwei kurze Freigaben je 90s Umlauf. Das hilft bei allen Ein- / Ausbiegevorgängen, bei allen Fußgängerquerungen (kleiner Pulks, weniger Rotläufer usw.)  kostet geschätzt 10 bis 20% MIV-Kapazität)

Am Hbf hilft auch die dritte Querung, weil dann der Längsverkähr der Passanten auf dem Bahnsteig entfällt - ebenfalls ein Zeitfresser beim Fahrgastwechsel.

Auf der KarLi (und anderswo) gibt es immer Ampeln, welche unbeabsichtigt Rot zeigen, so diese am Südplatz, wo der Rechner spinnt. Das liegt an Monopolen und offenbar viel zu alter IoT-embedded-PC-Technik.

@firefox
zwei klare Fehler in deiner Hypothese:
Es ist nicht Fr. Dubraus Wahn, sondern der vor ihrer Zeit im Stadtrat beschlossene Radverkehrsentwicklungsp lan, welche diese Maßnahmen konkret beinhaltete.
Zweitens ist diese Verlagerung NICHT die Ursache, insbesondere in der KarLi nicht.

Gruß
der Radler

Offline Tino

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 3347
  • Geschlecht: Männlich
Re: Stadtbahnausbau Karl-Liebknecht-Straße
« Antwort #10 am: 18.04.2018, 11:43:11 »
In der Tat konnte man in der Karl-Liebknecht-Straße die Fahrzeit nach dem Ausbau nur um eine Minute reduzieren.
Und das ist diese eine Minute, welche man auf Grund der Langsamfahrstrecke eingefügt hatte.
Das Thema existiert übrigens schon hier.

Offline Radler

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 3748
Re: Stadtbahnausbau Karl-Liebknecht-Straße
« Antwort #11 am: 18.04.2018, 11:47:35 »
stimmt, an diese erinnert man sich kaum noch, Behelfsgleis und vorher 800 m mit 5km/h...

Die neue Station Münzgasse sollte zeitneutral sein, doch die Ansteuerung an der Windmühlenstraße / Ring sorgt für einen Stopp, das ist anders als vor dem Umbau. Und weiter südlich gibt es noch die LA in der Bornaischen Str..

Offline Tilman

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 754
Re: Stadtbahnausbau Karl-Liebknecht-Straße
« Antwort #12 am: 18.04.2018, 13:00:24 »
Eine sehr wirkungsvolle Bremse für den ÖPNV sind Ampeln, deren Sinn ich nicht in Frage stelle - bei denen ich mich aber frage, warum sie nicht grundsätzlich den ankommenden Bahnen freie Fahrt gewähren.

In der Tat! Es kann echt nicht sein, dass die  /SL.011 nach Abfahrt am WLP an 3 (!!!) roten Ampeln stehen bleibt, bis die die  /HS Münzgasse erreicht...

Offline Passagier

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 3434
Re: Stadtbahnausbau Karl-Liebknecht-Straße
« Antwort #13 am: 18.04.2018, 17:31:21 »
Dafür ist der Lerneffekt gleich NULL, denn ähnlich bescheuerte Bremsen wurden schon in den neunziger Jahren in der Delitzscher verbaut:

Das liegt mE daran, dass bei bestimmten Neubauprojekten gesetzliche Vorschriften existieren, die die Installation einer LSA fordern. Die Folge kann sein, dass man sie zwar baut, ggf. auch mit der Ahnung, dass sie nicht gebraucht würden, um sie dann abzuschalten und auch abgeschaltet zu lassen. Die Stadt baut gerade bei Neubaustrecken Ampeln nicht aus Jux und Dollerei, sondern weil sie muss. Sofern es keine Lösung á la Kreisverkehr gibt. Wobei es auch dort Bestimmungen gibt, die für oder gegen einen Kreisverkehr sprechen.
Wenn bei einer Neubautrasse neben dem MIV und Fußgängerverkehr auch noch Straßenbahn hinzu kommt, wird dir keine Behörde das Projekt genehmigen und Gelder frei geben, wenn nicht entsprechend eine LSA installiert wird. Schon gar nicht, wenn noch eine  /HS hinzu kommt.

Zum LVZ-Artikel: Gut finde ich daran, dass ggf. auch in diesem Blatt darauf sensibilisiert wird, dass sich Rad und ÖPNV nicht kanibalisieren darf.

Offline Linie 17

  • Full Member
  • ***
  • Beiträge: 68
Re: Stadtbahnausbau Karl-Liebknecht-Straße
« Antwort #14 am: 18.04.2018, 17:52:16 »
Zum LVZ-Artikel: Gut finde ich daran, dass ggf. auch in diesem Blatt darauf sensibilisiert wird, dass sich Rad und ÖPNV nicht kanibalisieren darf.

Wobei man sich daran festbeißt, dass die Radfahrer nun im Weg fahren. Und nicht, dass auch einfach die Zahl der PKW gestiegen ist. (Mal ganz abgesehen davon, dass der Großteil der bequemlichen Damen und Herren MIVler wohl auch aufs Wägelchen verzichten könnte. Und mal ganz abgesehen davon, dass die meisten die feste Radspur eh nicht interessiert und sie netterweise munter als Parkplatz zweckentfremdet wird. Und mal ganz abgesehen davon, dass …)