Autor Thema: Leipziger Verkehrskonzept: Zoo und Red Bull-Arena  (Gelesen 412027 mal)

0 Mitglieder und 2 Gäste betrachten dieses Thema.

Offline MD 612

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 2659
Re: Leipziger Verkehrskonzept: Zoo und Red Bull-Arena
« Antwort #795 am: 10.05.2016, 23:25:21 »
Entscheident ist, dass dadurch  Stationbesucher animiert werden, den ÖPNV zu benutzen und nicht das Auto.

Besucher zur Nutzung des ÖPNV zu animieren heißt aber nicht automatisch, dass damit die Zusatzbahnen finanziert werden.

Etwas vergleichbares machen andere Eventveranstalter (siehe Beispielkonzert) nicht, sondern preisen lieber Parkmöglichkeiten direkt vor Ort an.

Dir ist aber schon klar, dass das verlinkte Beispiel ein VIP-Angebot ist. Wie sieht es bei den Tickets für Otto-Normalbesucher aus?? Bei allen von mir besuchten Konzerten in der Arena in den letzten Jahren war das MDV-Ticket jedenfalls mit dabei.

Was man will erreichen? 
a) zusätzliches Geld und Fahrgäste für den ÖPNV

Nochmal die Frage, zahlt der Brauseclub neben dem Fahrgeldausgleich für die kostenfreie ÖPNV-Nutzung weitere Gelder für die Bereitstellung der Zusatzbahnen??

dann einfach weiter mit Parolen, wie "Brause Fans sollen gefälligts laufen".

Auch Du beantwortest meine Frage nicht, warum die Stadionbesucher nicht einfach bis zum Hbf/Leuschnerplatz laufen können. Schade...

Gruß Peter
Wir haben die Erde nicht von unseren Vorfahren geerbt, wir haben sie von unseren Kindern geliehen.
Indianische Weisheit

Offline ralfix

  • Full Member
  • ***
  • Beiträge: 152
  • Geschlecht: Männlich
Re: Leipziger Verkehrskonzept: Zoo und Red Bull-Arena
« Antwort #796 am: 11.05.2016, 00:14:36 »
Besucher zur Nutzung des ÖPNV zu animieren heißt aber nicht automatisch, dass damit die Zusatzbahnen finanziert werden.

Dir ist aber schon klar, dass das verlinkte Beispiel ein VIP-Angebot ist. Wie sieht es bei den Tickets für Otto-Normalbesucher aus?? Bei allen von mir besuchten Konzerten in der Arena in den letzten Jahren war das MDV-Ticket jedenfalls mit dabei.

Da habe ich selber keine Erfahrungswerte. Aktuell habe ich keine Hinweise auf MDV Benutzung bei Arena-Tickets gefunden?
Zitat
Nochmal die Frage, zahlt der Brauseclub neben dem Fahrgeldausgleich für die kostenfreie ÖPNV-Nutzung weitere Gelder für die Bereitstellung der Zusatzbahnen??
Vermutlich nicht. Es sind ja keine exlusiven Sonderfahrten, sondern reguläre öffenltiche Bahnen. Die LVB sollte schon bei (planbaren) Lastspitzen entprechend fahren.
Zitat
Auch Du beantwortest meine Frage nicht, warum die Stadionbesucher nicht einfach bis zum Hbf/Leuschnerplatz laufen können. Schade...
Fußballspiele mit internationaler Beteiligung waren früher das Event des Lebens. Da wäre ich sicher auch 5 oder 10 km dafür gelaufen, um mal eine richtige Mannschaft aus dem Westen live spielen zu sehen. Egal ob Fußballfan oder nicht.

Wenn ich regelmäiger Stadiongänger und RB Fan wäre, und auswärts wohnen würde, wäre die Laufstrecke zum Hbf mit Kumpels  bei akzeptabelem Wetter sicher kein Thema. Aber das Wetter ist nicht immer brauchbar und mit Frau und Kindern ist das auch was anderes.

Offline Alph

  • Full Member
  • ***
  • Beiträge: 103
Re: Leipziger Verkehrskonzept: Zoo und Red Bull-Arena
« Antwort #797 am: 11.05.2016, 00:28:15 »
Vielleicht sollten die Verfechter des Zufußgehens mal erläutern, wie sie die Leute dazu zwingen wollen, das Auto/die Staßenbahn links liegen zu lassen. Ich finde den Fußmarsch vom Hbf zum Stadion auch sehr zumutbar, nur werden den die Wenigsten freiwillig antreten.

Heute herrscht eine Bequemlichkeit vor, die es so vor 30 Jahren noch nicht gab. Das ist aber nun mal die Realität, und mit dieser gilt es sich jetzt auseinanderzusetzen.

Simples Fordern und Lamentieren hilft nicht wirklich. Einem ÖPNV-Interessierten sollte es im übrigen egal sein, wer nun wo in welchem Stadion spielt, zumindest hier im Forum. Ob da nun RB Leipzig, Borussia Leipzig, FC Leipzig oder Bayern Leipzig spielt, solange der Verein sein Stadion regelmäßig mit über 40.000 Zuschauern füllt, muss man sich Gedanken machen wie die Leute mit den heutigen Gegebenheiten und heutigen Gewohnheiten am besten ins Stadion bekommt.

Offline sfn

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 1120
Re: Leipziger Verkehrskonzept: Zoo und Red Bull-Arena
« Antwort #798 am: 11.05.2016, 00:30:05 »
Auch Du beantwortest meine Frage nicht, warum die Stadionbesucher nicht einfach bis zum Hbf/Leuschnerplatz laufen können. Schade...

Hm, also ich glaube nicht, dass die heutigen (  ;) ) Bundesligafans es sich zweimal bieten lassen, vom Hbf zu Fuß und dann wieder zurückzutigern, vor allem inmitten/auf dem Begleitfußweg entlang des normalen Stadtverkehrs.

Was soll dann bitte in der inneren Jahnallee abgehen?  ??? ??? ??? LoveParade à la Leipzig oder was?
Wie soll der gigantische Fußverkehr gelenkt werden? In Duisburg hatte man es mit mannshohen Gittern probiert - das sah noch auf den Fotos gruslig aus.

Ganz offen gesagt: Ich halte es für eine spinnerte Idee, die auswärtigen Fußballfans zu Fuß durch die westliche Vorstadt laufen zu lassen. Das lassen sich weder die Fans noch die Anwohner gefallen.

Beim zweiten oder dritten Mal kommen die Fans halt direkt und nur noch mit dem Auto. Ich glaube, da wird die Firma "Bundesliga" (oder wie die genau heißt, ist ja alles eine private Lizenzveranstaltung) aber noch ein deutliches Wörtchen mit OBM und RB Leipzig reden. Die Fans ostaligisch zum Fußmarsch umzuerziehen, kann (und sollte) man sehr getrost vergessen.

Ich sage mal, dass die meisten BL-Fans "Wessis" sein dürften und grundsätzlich und unhinterfragt davon ausgehen werden, dass es einen organisierten Transport gibt vom Hauptbahnhof (und nicht nur Polizei"schutz") zum Stadion. Gibt es eine westdeutsche Bundesligastadt, in der die Zuwegung ähnlich lang ist? Ich kann mir das angesichts des deutlich besseren Ansehens, den der ÖPNV im Westen genießt, nicht vorstellen. (Kennt hier jemand die Straßenbahnhaltestelle für das Waldstadion in Frankfurt am Main?^^)

Nein, das mit dem Fußmarsch wird nix. Nicht durchsetzbar.

So, das war mein Senf.

Gut, dass ich nicht mehr in der Westvorstadt (war sogar innerhalb des üblichen Absperrkreises) wohne. Ich werde zu einem oder zwei Dosenballspielen gemütlich mit "meiner"  /SL.004 anreisen...  :D

Im LVB-Netz gibt es nur Große oder keine Anschlüsse.

Sinnlosaktionen: zweistündiger Betriebsausfall und tote FKA zur Jahreswende, Hst.-Umbenennungen in plumpe Namen, Werbeansagen, gekaufte Haltestellennamen, Vorneinstieg (gelbe Flecken schon weg), Sitztest (mit vorgeplantem "Ergebnis"),...
Sinnlosmarketing: Fahrzeugtaufen
Dümmliches aus Antwortmails: DFI+IBIS können um Minuten voneinander abweichen; Lösen von mehr als 3 Zonen an den mobilen FKA softwareseitig nicht möglich,...

28. Oktober 2009: Schwarzer Tag für den öffentlichen Stadtverkehr in Leipzig

Offline Passagier

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 3504
Re: Leipziger Verkehrskonzept: Zoo und Red Bull-Arena
« Antwort #799 am: 11.05.2016, 08:27:51 »
Die Gästefans werden sicher weiterhin mit den Bussen vom Hbf zum Stadion gebracht. Oder mischen sich unter das normale Volk.

Ob RB selbst Sonderbahnen bestellt wird sicher vor allem RB oder LVB/ MDV wissen.

Wenn ich mal von 35 000 verkauften Karten ausgehe und davon die Hälfte oder zwei Drittel das Ticket in Anspruch nehmen, dann fällt genug Geld ab, davon Straßenbahnen verkehren zu lassen. Inwiefern außer den Ticketeinnahmen noch zusätzlich Geld überwiesen wird wissen wir auch nicht. Bei der günstigsten Karte (10 Euro?) kann man theoretisch 8 Stunden in mehreren Zonen fahren, den Eintritt noch nicht mit berechnet. Nur werden die billigsten Karten im Fanblock in der Regel sowieso irgendwie vom Verein subventioniert.

Interessant fände ich, ob die Zusatzeinnahmen durch LVB/ MDV bei beiden unter'm Strich ein plus ergeben oder Zusatzleistungen und Einnahmen sich ausgleichen oder...

@ MD:

Keine Ahnung, was du immer mit dem Laufen hast!
Fakt ist: Das Stadion ist in Innenstadtnähe.
Fakt ist: Viele laufen.

Würde ein Stadion auf der grünen Wiese gebaut, was ich nach wie vor nicht glaube, würde das für dieses Verkehrskonzept bedeuten, dass alle Besucher mit ÖPNV oder Auto, viell. noch Fahrrad, wegkommen müssten.

Also: Solltest du mal während eines RB-Spiels in Stadionnähe kommen, so nur aus ÖPNV-Interesse, wirst du feststellen, dass viele laufen.
Dass man daraus ableitet, es brauche keine weiteren Investitionen, ist für mich dennoch weit hergeholt.  ;)
(Offenbar bist du selten in der Nähe des Stadions beim Spiel, weshalb ich vermute, du kannst mangels Erfahrung/ Beobachten der Verkehrsflüsse eigentlich gar nicht so richtig mitreden.)

@sven: Das Durchbinden des Außengleises am Waldplatz fände ich auch sehr günstig. Ich wollte zunächst nur kleinere Brötchen backen, weil "think big" bei den LVB nicht zur Firmenphilosophie gehört.  ;)

Offline DrZott

  • Sr. Member
  • ****
  • Beiträge: 366
Re: Leipziger Verkehrskonzept: Zoo und Red Bull-Arena
« Antwort #800 am: 11.05.2016, 08:55:25 »
Seit wann ist es für die Finanzierung respektive Bereitstellung von ÖPNV-Leistungen relevant, wer oder was der Verursacher ist? Wenn die Leute einkaufen, ist REWE schuld, wenn sie damit zu Schule gehen das Schulamt, wenn sie zur Arbeit fahren, soll der Arbeitgeber zahlen und wenn sie Oma Kasuppke besuchen, darf die blechen? Was ist denn das für ein Quatsch.
ÖPNV ist eine öffentliche Aufgabe, mit der Leute ohne Autos von A nach B kommen sollen und zuviel MIV aus diversen Gründen eingeschränkt werden soll. Dabei gibt es eben Spitzen wie beim Berufsverkehr oder eben bei Großereignissen. Und solche Spitzen muß ein Verkehrssystem bis zu gewissen Grenzen aushalten. Am Ende können wir RB ja auch die erhöhte Fußwegabnutzung in Rechnung stellen .....

Offline Passagier

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 3504
Re: Leipziger Verkehrskonzept: Zoo und Red Bull-Arena
« Antwort #801 am: 11.05.2016, 08:58:41 »
Nicht RB bezahlt sondern die Eintrittskartenkäufer.  ;)
Den ÖPNV an sich bestellen Land, Kreis, Stadt... Sonderverkehre hier glücklicherweise der Veranstalter, was in anderen Städten nicht üblich ist.
Lok Leipzig hat seit geraumer Zeit diese Regelung nicht mehr, dort berechtigt die Eintrittskarte nicht zur Nutzung des ÖPNV.

Insbesondere wenn Zusatzbahnen eingesetzt werden müssen ist es fair, dass dafür auch der Verursacher aufkommt. Das ist übrigens seit Jahren so üblich, auch bei Messen.

Offline 2101

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 1227
Re: Leipziger Verkehrskonzept: Zoo und Red Bull-Arena
« Antwort #802 am: 11.05.2016, 09:00:08 »
Bei der günstigsten Karte (10 Euro?) kann man theoretisch 8 Stunden in mehreren Zonen fahren, den Eintritt noch nicht mit berechnet.

Hallo!

Wenn ich das jetzt richtig verstehe, gehst du davon aus, dass du 8 Stunden lang im MDV-Gebiet umherfahren könntest?
Die Reglung ist meines Wissens so, dass du die Möglichkeit hast, mit deiner Eintrittskarte die Verkehrsmittel innerhalb des MDV ab 4 Stunden vor einem Spiel/Konzert und bis zu 4 Stunden nach dem Ereignis benutzen zu können. Jedoch gilt dies nur von deinen Abfahrtsort zum Stadion und vom Stadion wieder nach Hause. Rundfahrten wie von Böhlen nach Delitzsch und dann mal eben nach Wurzen sind nicht erlaubt.

Online Radler

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 4048
Re: Leipziger Verkehrskonzept: Zoo und Red Bull-Arena
« Antwort #803 am: 11.05.2016, 09:12:27 »
@MD612

Laufen (lassen) ist völlig in Ordnung! Auch wenn heutige Bequemlichkeiten andere sind, so gelten bei Massenverkehr andere Grundsätze:
- Aufkommensschwerpunkte in diesen Dimensionen werden häufig bewusst mit größeren Abständen zum ÖPNV geplant, weil sonst im Abreiseverkehr eine FLutwelle in die Stationen schwappt, die kein System auffangen kann.
- Zumindest beim alten Münchener (Olympiastadion) waren es wohl um die 1,5km bis zur Haltestelle, das entspricht hier fast dem gesamten Weg bis zum Zentrum
- Beim Ziel Zentrum muss durchaus überlegt werden, wie sinnvoll es ist, ca. 15 Minuten zur Haltestelle zu laufen, weitere xyz-Minuten im Gedränge auf die richtige Seite zu kommen und dann nochmal warten bis eine aufnahmefähige Bahn vorbei kommt. Für 3 Haltestellen!
- Ziele außerhalb des Zentrums (P+R, übriges Stadtgebiet) sollen und müssen sehr wohl in den ÖPNV passen

In Summe ist die Kapazität je Stunde begrenzt, sowohl bei MIV als auch bei der Bimmel, ohne Fußgänger funktioniert es gar nicht!

Deshalb nochmals das Plädoyer, kein Weitdraußenstadion zu wünschen, dann müssen alle fahren, die Systeme kollabieren.

@Alph
auch du hast Recht - Fußgänger zu sein gehört in vielen Regionen nicht mehr zum Normalen. Zu Fuß gehen ist auch eine Kultur, eine Fähigkeit, die nicht verlernt werden sollte. Leipzig bietet die Annehmlichkeit, dass es zum Zentrum durchweg verschiedene und schöne Fußwege gibt. Letztens beim Heimspiel war die ganze Waldstraße voller Zuschauer, die noch schwofen waren.

Zur Entlastung trüge also bei, wenn in Stadionnähe Möglichkeiten geschaffen werden, noch ein wenig zu verweilen ("Festzelte?")

@MD612
Die Finanzierung ist ein Taschenspielertrick. Weil die Fragestellung entscheidet, was heraus kommt.

Der ÖPNV (fiktiv) ohne jede Fußballaktivität ist so finanziert wie er finanziert ist (Ausgangsbasis). Rein rechnerisch trägt jede Bimmelfahrt einen Anteil am Investprogramm und Instandhaltung mit (man könnte die Kosten umlegen, so wie die Nebenkosten daheim bei der Miete)
Kommen Bahnen hinzu ist es Ermessenssache, ob diese rechnerisch ihren Anteil umgelegt bekommt, oder ob die Grundfinanzierung aller anderen Bahnen rechnerisch beibehalten wird und somit nur geringe Sprungkosten anfallen (Energie, Personal, Verschleiß nur im Falle von Zerstörung). Dann ist Bimmel fahren lassen "billig"
Die letzten Infos die ich habe, liefen darauf hinaus, dass auf den Eintrittskarten ÖV-Anteile von ca. 1,x Euro sind. Die Debatte schwappte mal bei Gewandhaus+Oper hoch. Bei ausverkauftem Stadion kämen dann rund 50.000 Euro zusammen, die sich LVB, DB Regio, Abellio, HAVAG und Krümelkram teilen müssen. Wohl gemerkt, dass außer LVB niemand Extra-Kosten hat.

Fraglich ist auch, ob der Stadioneigentümer (Kölmel) oder der Nutzer / Veranstalter zahlt.

@ Dr. Zott
wohl wahr! Die Alltagsleistungen sind eben der ÖV, den die öffentliche Hand zahlen muss. Bei besonderen Punkten (Events mit Extra-Verkehr, weit abseits liegende Schwerpunkte wie BMW) muss die Kostenbeteiligung schon thematisiert werden, weil das Solidarprinzip über Gebühr beansprucht wird.

Gruß
der Radler



Offline Passagier

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 3504
Re: Leipziger Verkehrskonzept: Zoo und Red Bull-Arena
« Antwort #804 am: 11.05.2016, 09:28:06 »
Fraglich ist auch, ob der Stadioneigentümer (Kölmel) oder der Nutzer / Veranstalter zahlt.
Das ist die Frage. Ich gehe davon aus, dass der Veranstalter, also RB, die Kosten trägt und das evtl.! in den Eintrittskarten einpreist. ZSL hat damit nix zu tun, die sind nicht Veranstalter. Dass Lok keine ÖPNV-Nutzung mehr anbietet lag damals darin begründet, dass Lok mal wieder Liquiditätsprobleme hatte und dem MDV Geld schuldete und in beiderseitigem Einvernehmen die ÖPNV-Nutzung ad hoc, also mitten in der Saison, beendet wurde. Somit scheint also der Veranstalter aufzukommen. Inwiefern er allerdings das dann bei den Tickets einpreist ist sicher seine Sache.
Gestern oder vorgestern wurde in der LVZ ein Leserbrief veröffentlicht, in dem der Schreiber sich beklagte, dass die WGT-Karten sprunghaft teurer geworden sind und nun am Donnerstag keine ÖPNV-Nutzung vorgesehen ist. Vermittelte Antwort des Veranstalters: Am Donnerstag findet ja auch nur das Eröffnungskonzert im Kohlrabizirkus statt. Dennoch müssen die Besucher mit ihrem 120 Euro-Ticket vom Hbf nach Dölitz fahren, zumindest die, die dort übernachten. Und das dann mit einem Einzelticket.

Offline Fabi

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 806
  • Geschlecht: Männlich
Re: Leipziger Verkehrskonzept: Zoo und Red Bull-Arena
« Antwort #805 am: 11.05.2016, 09:40:48 »
Vielleicht wäre es ein interessanter Ansatz, dass ein gewisser Betrag aus den Erlösen der Parkgebühren gleichzeitig in die Bewerbung und den Ausbau des ÖPNV im Stadiongebiet (bzw. im Gebiet des Veranstaltungsort) gehen muss? Beispiel: Pro Auto im anliegenden Parkhaus fleißt ein fester Betrag an DB / LVB / MDV / Stadtverwaltung / wenauchimmer?

Hinsichtlich der rechtlichen Möglichkeiten kenne ich mich nicht ausreichend aus, aber das wäre zumindest eine Möglichkeit die Veranstalter dazu zu bringen, die ÖPNV-Nutzung stärker publik zu machen - das muss jetzt auch nicht zwingend nur bei RB-Spielen der Fall sein sondern kann bspw. auch für Veranstaltungen in der Arena etc. angewendet werden.

Offline GK

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 1362
Re: Leipziger Verkehrskonzept: Zoo und Red Bull-Arena
« Antwort #806 am: 11.05.2016, 10:39:49 »
An die Freunde des Spazierengehens: hat mal jemand überlegt, was passiert, wenn auch nur 10.000 Besucher nach dem Spiel geballt vom Stadium zum Hauptbahnhof zu Fuß unterwegs sind? Das ist mehr als bei allen Demos der letzten Jahre, da kann der gesamte nördliche Innenstadtring für Autos und ggf. Bahnen getrost gesperrt werden, die Jahnallee sowieso ...

Online Radler

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 4048
Re: Leipziger Verkehrskonzept: Zoo und Red Bull-Arena
« Antwort #807 am: 11.05.2016, 11:30:30 »
Ja, das Spazierengehen in diesen Größenordnungen ist nicht das Riesending! Der Abtransport verteilt sich locker auf 1,5 Stunden, das sind also 10.000 / 6 = 1.666 rund 1.700 Leute aller Viertelstunde, verteilt auf Zentrum, Verweilen an Cafés und Ebertstraße und Marschnerstraße und Rest in andere Himmelsrichtungen. 1.000 Leute in 15 Minuten = 400 Leute in 5 Minuten ist kein Ding.

Gruß
der Radler

Offline GK

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 1362
Re: Leipziger Verkehrskonzept: Zoo und Red Bull-Arena
« Antwort #808 am: 11.05.2016, 12:00:18 »
Naja, wenn ich die 2-3 Mal sehe, die ich während des Konzert-Rückverkehrs durch diese Ecke musste, dann wurde der Ranstädter Steinweg schon dadurch quasi lahmgelegt. Und das waren nach meiner Beobachtung derzeit primär Besucher, die zu einem der Parkhäuser am westlichen Innenstadtrand oder in die Kneipenecken der Innenstadt bzw. Gottschedstraße wollten, so viele dürften insbesondere letztere aber auch nicht sein (zumal die Verweilkapazitäten in entsprechenden Etablissements viel zu gering sind, um nennenswert Einfluss zu haben). Die Hauptmasse Richtung Hauptbahnhof hat eher brav die Straßenbahn benutzt, teils über Sportforum/Waldplatz und teils per Fußmarsch zur Marschnerstraße/Westplatz. Das mit den 1,5 Stunden ist übrigens auch sehr situations- und wetterabhängig (die meisten wollen, wie ich von einigen RB-Besuchern im Umfeld höre, eher deutlich schneller dort weg, und würden das bei einem Fußmarsch wohl tun), und die 10.000 sind ja auch nur eine Ecke des Stadions, insgesamt fasst es über 40.000, die in der nächsten Saison wohl gut gefüllt sein dürften.

Wenn das offizielle Verkehrskonzept wirklich "Massenspaziergänge" wie anno dazumal sein/werden sollten, und die Leute dazu forciert werden (z.B. mangels Kapazitäten bei den LVB), dann dürften wir da noch ein paar unangenehme Überraschungen erleben. Und als Bestandteil der Visitenkarte der Stadt taugt sowas dann gleich gar nicht.

Aus meiner Sicht muss dringend ein brauchbares Verkehrskonzept her, das organisatorische wie auch bauliche Änderungen beinhaltet. Und dann soll man ruhig auch per Auflage den Veranstalter daran beteiligen (zahlt RB außer der Ticketumlage wirklich nichts, oder ist das nur Spekulatius hier?).

Offline Passagier

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 3504
Re: Leipziger Verkehrskonzept: Zoo und Red Bull-Arena
« Antwort #809 am: 11.05.2016, 12:21:10 »
Aus meiner Sicht muss dringend ein brauchbares Verkehrskonzept her, das organisatorische wie auch bauliche Änderungen beinhaltet. Und dann soll man ruhig auch per Auflage den Veranstalter daran beteiligen (zahlt RB außer der Ticketumlage wirklich nichts, oder ist das nur Spekulatius hier?).
Was für eine Auflage? Wobei?Wie willst du das anstellen?
Was RB zahlt und was nicht (an die Stadt) glaube ich wissen wir nicht. Ich meine nur in Erinnerung zu haben, dass sich RB mindestens am Bau eines Parkhauses beteiligen wird, das vor allem für die Waldstraßenbewohner gebaut werden soll.
Aber RB zahlt Steuern. Firmen die für RB arbeiten zahlen Steuern. Und bei diversen Baumaßnahmen (Traingszentrum) werden und wurden vorwiegend Baufirmen aus der Region beauftragt. Und mit Aufstieg werden es noch mehr Steuereinnahmen. Direkt oder indirekt. Und die Gewerbesteuer bspw. geht direkt an die Stadt.
Dann zahlt die ZSL ebenfalls Steuern.

Fakt ist doch eins: Zur Fußball-WM floss viel Geld nach Leipzig für ein Verkehrskonzept zum neu gebauten Stadion. Davon wurde die Straße am Sportforum bezahlt, der Umbau des Strbf. Angerbrücke, der Bau elektronischer Anzeigetafeln an den Autobahnen... Sonst nichts. Bedarf war quasi keiner da, mangels Perspektive für das Stadion.
Außerdem war das Stadion städtisch, bis Kölmel der Stadt den Brocken abkaufte und ihr, der Stadt, einen riesen Gefallen tat.

Wenn sich ein mittelständisches Unternehmen ansiedelt, dann bezahlt es teilweise die Infrastrukturanbindung. Ähnlich könnte es bei RB auch der Fall sein.

Ob aber irgendjemand auf den Gedanken käme, Lok oder Chemie würden, sofern sie dauerhaft einer gut ausgelasteten Schüssel spielten, sich an den Kosten für ein Verkehrskonzept und dessen Umsetzung beteiligen? Die müssten sehen, wie sie selbst finanziell über die Runden kämen.

Das in den Überlegungen eine Rolle spielt, dass RB oder die ZSL sich an dem ein oder anderen finanziell beteiligen könnten liegt doch vor allem daran, dass das ein Verein mit dem großen Geldkoffer ist, der unbegrenzte Möglichkeiten hat.

Das darf doch aber nicht darüber hinweg täuschen, dass die Stadt gefragt ist, auf geänderte Bedarfe zu reagieren. Wie teuer das letzten Endes werden würde können doch alle erst sagen, wenn es überhaupt ein Konzept gibt, das mehr sagt als: Parkhaus und mehr Fahrradständer (Dubrau).

Sperrung der Jahnallee vor und nach dem Spiel: Kosten dürften überschaubar sein. Beschilderung so aufstellen, dass die Schilder bei Bedarf aus- und wieder eingeklappt werden.

Weicheneinbau an der (H) Westplatz: Dürften viele wissen, wie teuer das ist. Dazu noch ein extra Veranstaltungs-Programm für die Ampelkreuzung Waldplatz - einmalige Kosten.

Einbau einer elektronischen Weichensteuerung zur Einfahrt Feuerbachstr.: Dürfte sich in Grenzen halten.

Installation einer dauerhaften Lautsprecheranlage an den (H) Waldplatz/ Arena und Sportforum: Einmalige Investition, die Höhe dürfte überschaubar sein. Ziel dieser Investition ist es, die Haltestellenabfertigung zu beschleunigen.

Inwiefern dann noch die Erweiterung von Haltestellenanlagen und Umbau Feuerbachstr. (hatte Rosenthal mal mit "Ertüchtigung" benannt) dazu kommen und wie teuer das werden würde - keine Ahnung. Da ist doch aber die Frage, ob die Schleife Feuerbachstr. nur saniert oder auch umgebaut werden sollte.

Bei der (H) Sportforum sehe ich wenig Möglichkeiten, die Kapazität zu erweitern durch mehr Gleise. Außer, die Bäume sollten weg, was ich aber nicht gut finden würde. Für andere Lösungen dürfte der Bogen zur Einfahrt in den Tunnel nicht hinhauen. Da gilt es doch viel eher, die vorhandene Kapazität durch Doppelbahnsteig besser zu nutzen, was auch durch die Haltestellenabfertigung optimiert werden kann. Es steht dort dann eben nicht nur eine Bahn sondern es stehen zwei Bahnen hintereinander. Dazu müsste dann aber zuverlässig angesagt werden, an welcher Position welche Bahn zum Stehen kommen wird.

Ansonsten führt kein Weg daran vorbei, die P&R-Parkplätze zu nutzen, für Auswärtige. Oder die S-Bahn.