Autor Thema: Leipziger Verkehrskonzept: Zoo und Red Bull-Arena  (Gelesen 389763 mal)

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Offline TLpz

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Re: Leipziger Verkehrskonzept: Zoo und Red Bull-Arena
« Antwort #1305 am: 05.12.2018, 13:40:35 »
Als Gelegenheitsradfahrer finde ich Fahrten durch Seitenstraßen immer deutlich angenehmer als über Hauptverkehrsachsen wie die Eisenbahnstr., Jahnallee, G.-Schumann-Str.
Sicher würden eine passionierte Radfahrer jetzt mit "Aber dann haben die Autofahrer ja gewonnen, indem sie uns verdrängen!" argumentieren, das wäre mir als Radfahrer aber persönlich egal, wenn ich dadurch sicherer und stressfreier ans Ziel käme.

Als Gelegenheitsfahrer mag das auch richtig sein. Für die tägliche Nutzung ist z. Bsp. als Weg zur Arbeit aber nicht akzeptabel. Man stelle sich mal vor man würde Autofahrern für den täglichen Arbeitsweg quer durch die Stadt "vorschreiben" nur Nebenstraßen nutzen zu dürfen.

Die G.-Adolf-Str. und die Lessingstr. verlaufen zwar parallel zur Jahnallee, an deren Enden gibt es aber keine sinnvolle und schnelle Weiterführung...

Offline DrZott

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Re: Leipziger Verkehrskonzept: Zoo und Red Bull-Arena
« Antwort #1306 am: 05.12.2018, 17:27:43 »
Eigentlich scheint mir nur die radikalste Lösung sinnvoll: DurchgangsAUTOverkehr raus aus der inneren Jahnallee. An sich gibt es ja schon sinnvolle Umwege für den MIV. Starten könnte man ja mit einer stärkeren Dosierung an den Pforten Waldplatz und Goerdelerring. Mir ist sowieso schleierhaft, warum sowohl vom Waldplatz Richtung Zentrum als auch vom Ranstädter Steinweg stadtauswärts ZWEI Fahrspuren in die innere Jahnallee führen. Dies zu ändern nebst stärkerer Dosierung und WIRKLICHER Bevorrechtigung der  /TRAM als Pulkführer brächten schon sehr viel.
Die Idee, dort das Linksabbiegen generell zu verbieten, hülfe auch einiges.  ::)
« Letzte Änderung: 06.12.2018, 09:14:34 von DrZott »

Offline Tilman

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Re: Leipziger Verkehrskonzept: Zoo und Red Bull-Arena
« Antwort #1307 am: 05.12.2018, 23:33:15 »
Als Gelegenheitsfahrer mag das auch richtig sein. Für die tägliche Nutzung ist z. Bsp. als Weg zur Arbeit aber nicht akzeptabel. Man stelle sich mal vor man würde Autofahrern für den täglichen Arbeitsweg quer durch die Stadt "vorschreiben" nur Nebenstraßen nutzen zu dürfen.

Es geht ja nicht darum, den Radverkehr grundsätzlich in die Nebenstraßen zu verbannen, sondern nur, in dieser einen Situation eine Lösung zu finden.

Offline Fabi

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Re: Leipziger Verkehrskonzept: Zoo und Red Bull-Arena
« Antwort #1308 am: 06.12.2018, 13:22:53 »
Es geht ja nicht darum, den Radverkehr grundsätzlich in die Nebenstraßen zu verbannen, sondern nur, in dieser einen Situation eine Lösung zu finden.

Zudem geht es mir auch nicht darum, die Radfahrer in die Nebenstraßen zu verbannen und den Radverkehr auf den Hauptstraßen zu verbieten!

Mir geht es darum, den Radfahrern durch Nutzung der Nebenstraßen vernünftige Alternativen anzubieten ohne sich mit den Autos durch eine sowieso zu enge Straße quetschen zu müssen.
Zum Beispiel, in dem man geeignete Nebenstraßen zu Fahrradstraßen umwidmet und Verbindungswege zu bisherigen, sicheren*(!) Radwegen herstellt.

Bitte nicht immer alles nur schwarz / weiß sehen...  ::)

* ein aufgepinselter Strich auf einer Bundesstraße ist für mich kein sicherer Radweg

Offline GK

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Re: Leipziger Verkehrskonzept: Zoo und Red Bull-Arena
« Antwort #1309 am: 20.12.2018, 17:11:55 »
Die Forderungen der Radfahrer gehen allerdings in die entgegengesetzte Richtung! Dort verlangt man „protected lanes“, also baulich dauerhaft (Poller, Blumenkübel) abgetrennte Radstreifen.
So wenig ich es mag, so sehr kann ich es verstehen: Radfahrstreifen werden entweder als Halte- oder Parkplatz benutzt (und wenn am Straßenrand noch extra Parkbuchten existieren, sind die meisten Autofahrer nicht in der Lage, vernünftig einzuparken oder die Überbreite ihrer Vehikel zu erkennen) oder als 2. Fahrspur (weil die eigentliche Fahrspur zerfahren ist oder man schnell rechts vorbei will).
Und eine Lösung wie in manch anderen Ländern, dass der Radfahrstreifen nicht nur durch eine farbliche Markierung sondern durch alle 1m oder so stehende Markierungen von 15-20cm Höhe abgetrennt sind, die zwar im Notfall(!) überfahrbar sind (umknicken), aber schon recht unangenehm, scheint man hierzulande nicht zu kennen.

Gleiches gilt übrigens für die abgesenkten Bordsteine in Kreuzungsbereichen von Anwohnerstraßen, die meist perfekt zugeparkt sind. Die Lösung wäre recht einfach: eine Vergrößerung des Fußwegebereiches über den Parkbereich hinaus, so dass nur noch eine dringend nötige Fahrbahn übrig bleibt (wie z.B. an der Kreuzung Kochstraße/Steinstraße zu sehen). Aber gegen die dann aufkommenden Diskussionen würden die aktuellen um die Baumscheiben in der Südvorstadt wohl extrem harmlos sein ...

Was fehlt ist ein Konzept für die Verkehrsführung der Radler! Man sollte endlich davon wegkommen zu Glauben (oder glauben zu machen) dass das alles rücksichtslose und nicht-stvzo-konforme Fahrräder besitzende Hobbyfahrer sind. Sie suchen sich den kürzesten und schnellsten Weg, jeder Umweg kostet Zeit und Kraft. Die Hauptstraßen sind da natürlich auch für Radfahrer erste Wahl. Eine Verdrängung in Parallelstraßen wird nur Erfolg haben wenn Radfahrer dort eine wirkliche Route zum schnellen Fahren vorfinden (schnell meint dabei nicht die Geschwindigkeit...). Solche Routen gibt es in Leipzig nicht... 
Dem kann ich nur zustimmen. In Leipzig gibt es absolut kein Konzept für einen vernünftigen Radverkehr, der über kurze Wege innerhalb eines Quartiers auf genau einer Straße hinaus geht (und selbst die scheint es oft nicht zu geben). Man schafft es ja nicht einmal, bei der "grundhaften" Erneuerung des schmalen Fuß- und Radweges am Völkerschlachtdenkmal, das ganze an die seit den 90ern geltende Rechtslage anzupassen (Weg mit entsprechender Breite und wurzelresistentem Unterbau neu zu bauen oder Schild abzubauen / Radweg auf die Straße zu verlagern).

Was die Jahnallee angeht, so ist es nicht die einzige Hauptstraße, bei der noch zu viel Durchgangsverkehr durchgeht, weil es die meiste Zeit für die Autofahrer viel zu bequem und schnell ist. Parkplätze sind ja auch massenhaft und billig vorhanden, so dass kein Autofahrer freiwillig auf die Idee käme, P&R oder gar andere Verkehrsvarianten zu benutzen. Der ganze Innenstadtring ist ja eine reine Rennpiste mit breiten Anbindungen in alle Richtung, über das bisschen leicht stockenden Verkehr zum Feierabend und Weihnachtsmarkt lachen die meisten vergleichbaren Großstädte ...

Offline thomas15e

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Re: Leipziger Verkehrskonzept: Zoo und Red Bull-Arena
« Antwort #1310 am: 21.12.2018, 17:10:30 »
 Dann  sollen sich mal die Radfahrer an die Kosten  Beteiligen
15E        PROBSTHEIDA
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Offline MD 612

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Re: Leipziger Verkehrskonzept: Zoo und Red Bull-Arena
« Antwort #1311 am: 21.12.2018, 17:14:21 »
Dann  sollen sich mal die Radfahrer an die Kosten  Beteiligen
Zahlen die keine Steuern??
Die Kunst ist, einmal mehr aufzustehen, als man umgeworfen wird.
Winston Churchill

Offline Alph

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Re: Leipziger Verkehrskonzept: Zoo und Red Bull-Arena
« Antwort #1312 am: 23.12.2018, 07:54:05 »
Es gibt genug Untersuchungen, die dem Fahrrad einen gesamtgesellschaftlichen Vorteil ggü. dem Auto einräumen.

Fahrradfahrer leisten im Gegensatz zum Auto keinen Beitrag zum Klimawandel und zur Umweltverschmutzung, wodurch im Allgemeinen die Sozialkosten sinken.
Das Radfahren hat positive Gesundheitseffekte und reduziert damit die Gesundheitskosten der Allgemeinheit.
Lärm, Platzbedarf, günstigere Infrastrastruktur, alles Punkte die für das Fahrrad sprechen und überhaupt keinen Anlass dafür geben die Fahrradfahrer zur Kasse zu bitten, eher im Gegenteil.

Zusätzlicher Fahrradverkehr verringert außerdem den PKW-Verkehr, wodurch die, die wirklich auf ihr Auto angewiesen sind ebenfalls freiere Straßen haben...

Offline André Loh-Kliesch

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Re: Leipziger Verkehrskonzept: Zoo und Red Bull-Arena
« Antwort #1313 am: 03.01.2019, 10:44:51 »
Zitat
Es gibt genug Untersuchungen, die dem Fahrrad einen gesamtgesellschaftlichen Vorteil ggü. dem Auto einräumen.

Fahrradfahrer leisten im Gegensatz zum Auto keinen Beitrag zum Klimawandel und zur Umweltverschmutzung, wodurch im Allgemeinen die Sozialkosten sinken.
Das Radfahren hat positive Gesundheitseffekte und reduziert damit die Gesundheitskosten der Allgemeinheit.
Lärm, Platzbedarf, günstigere Infrastrastruktur, alles Punkte die für das Fahrrad sprechen und überhaupt keinen Anlass dafür geben die Fahrradfahrer zur Kasse zu bitten, eher im Gegenteil.

Zusätzlicher Fahrradverkehr verringert außerdem den PKW-Verkehr, wodurch die, die wirklich auf ihr Auto angewiesen sind ebenfalls freiere Straßen haben...

Sicher alles richtig. Passt nur nicht zum konkreten Fall...

Hier geht es um eine Bundesstraße, die offensichtlich mangels Alternativen unverzichtbar durch dieses Nadelöhr geführt wird, und es geht um Forderungen, den (öffentlichen) Straßenbahnverkehr zugunsten des (privaten) Fahrradverkehrs zu benachteiligen! Wenn der Lieferverkehr wegen „protected lanes“ künftig auf den Gleisen stattfinden wird, kann die LVB die Linien /SL.003, /SL.004, /SL.007 und /SL.015 gleich einstellen.

Offline Radler

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Re: Leipziger Verkehrskonzept: Zoo und Red Bull-Arena
« Antwort #1314 am: 03.01.2019, 10:50:49 »
^
ganz so ist es ja nicht!

Deine These der Straßenbahnbehinderung ist nur zutreffend, wenn Lieferverkehr sich ernsthaft getraut, mitten auf der Straße stehen zu bleiben. Sobald es einen Radstreifen gibt, wird die Bimmel stetiger und auch zügiger durchfahren können, weil dann der Radverkehr nicht mehr langsam vor der Bimmel oder dem MIV auf den Schienen zockelt. Denn heutzutage kann er nicht sicher NEBEN der Bimmel fahren, dort wird ja geparkt.

Gruß
der Radler

Offline André Loh-Kliesch

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Re: Leipziger Verkehrskonzept: Zoo und Red Bull-Arena
« Antwort #1315 am: 03.01.2019, 12:04:19 »
Zitat
wenn Lieferverkehr sich ernsthaft getraut

Was denn sonst? Hattest Du das von mir oben verlinkte Bild mit der vorgeschlagenen Straßenraumgestaltung gesehen? – Wenn der Radstreifen wirklich dauerhaft baulich getrennt wird, MUSS der Lieferverkehr auf den Gleisen stattfinden. Alternative: alle Versorger, die nicht mit Lastenfahrrädern beliefert werden können (z. B. Konsum [Kühlfahrzeuge] oder Sparkasse [Geldtransporter]) müssen weg.

Offline Radler

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Re: Leipziger Verkehrskonzept: Zoo und Red Bull-Arena
« Antwort #1316 am: 03.01.2019, 12:26:31 »
das ist doch Schwarz-Weiß-Malerei!

Die Sackkarre gibt es auch noch, denn nicht jedes Gebäudeensemble weltweit ist bis zum Lager ein DriveIn. Warst du schon mal in Venedig?

Offline Laany Toke

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Re: Leipziger Verkehrskonzept: Zoo und Red Bull-Arena
« Antwort #1317 am: 03.01.2019, 19:19:30 »
Ich weiß nicht ob es noch so ist, aber in der Innenstadt von Graz wurde der morgendliche Lieferverkehr auch über eine Straßenbahnstrecke abgewickelt. In der Zeit fuhr man eingleisig durch den betreffenden Abschnitt.
Das Schönste an Dresden: Das Ortsausgangsschild.

Offline André Loh-Kliesch

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Re: Leipziger Verkehrskonzept: Zoo und Red Bull-Arena
« Antwort #1318 am: 04.01.2019, 11:01:04 »
@Radler: Ja klar, Geldtransporte, Gefriergut und Medikamentenlieferung (die Einhorn-Apotheke hatte ich oben vergessen) mit der Sackkarre.

Und nein, in Venedig war ich noch nicht, kann mir aber auch gar nicht vorstellen, dass es dort neben den Kanälen noch „protected lanes“ gibt. Oder auf den idyllischen, recht schmalen und beidseits steilen Brücken... Kann das sein, dass das am Thema irgendwie vorbei geht?

Offline Radler

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Re: Leipziger Verkehrskonzept: Zoo und Red Bull-Arena
« Antwort #1319 am: 04.01.2019, 11:57:01 »
nein das geht nicht am Thema vorbei. Wenn du Venedig besuchst, wirst du sehen, dass es nur Bootsverkehr gibt (wo sich Wasser befindet) und die restlichen Immobilien nur zu Fuß erreichbar sind. Stufen und Treppen zu tausenden machen alles Rollende obsolet.

Und auch dort gelangt alles Material von den Booten zu Fuß in die Gebäude. Nichts anderes passiert, wenn Geschäfte irgendwas geliefert oder abgeholt bekommen, die vor ihrer Ladentür KEINEN freien Platz haben.

Medikamente sind üblicherweise nicht so schwer, dass sie nicht auch 50 oder 100 m getragen werden können. So "schwer"reich sind auch keine Tageseinnahmen. Alles andere kann spielend innert 1 oder 2 Minuten gerollt werden. So schnell taut auch kein Gefriergut auf. Mit anderen Worten: Die Argumentation ist nicht sachlich, sondern populistisch und der Sinn, nämlich
- überlebensssichere Verkehrsbedingungen
- stetigeren Verkehrsfluss für MIV + Tram
- legale rechtskonforme Verhaltensweisen
umsetzen zu können, wird ins Lächerliche gezogen. Warum?

Gruß
der Radler