Autor Thema: ÖPNV-Nachrichten aus der Region  (Gelesen 81348 mal)

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Offline sfn

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Re: ÖPNV-Nachrichten aus der Region
« Antwort #180 am: 13.02.2020, 08:18:23 »
Wir soll das anders gelöst werden, als die Kapazitäten an der Lastspitze zu bemessen?
Wenn Du 100% der Lastspitze meinst: Willkommen in der Wirklichkeit.

Eher werden die Kapazitäten an einer durchschnittlichen Last ausgerichtet als an einer Lastspitze, die (hier vermutlich nur) 1x morgens früh für eine Stunde auftritt.

Zitat
Ist letztlich bei vielen Linien bei LVBs, Bahnsens und allen anderen Verkehrsunternehmen genau auch so und betriebswirtschaftlich nicht anders lösbar.
Ja, nee, überhaupt alles ganz klar. Diese Selbstsicherheit ist schon irritierend.

Der BWLer nimmt nicht neun Stunden Transport heißer Luft in Großfahrzeugen "in Kauf", nur um eine Stunde Lastspitze aufzufangen.

Er rechnet allenfalls auf, wie teuer es ist, für die eine Stunde Lastspitze ein größeres Fahrzeug verkehren zu lassen. Oder wie teuer es ist, dass potentielle Kunden wieder abgeschreckt werden, weil sie nicht mehr in den Frühbus reinpassen (was ich für kleine Stadtverkehre am ehesten vermuten würde).

Man könnte ja auch zwei Busse derselben Linie in kurzem Zeitabstand hintereinander fahren lassen. Die LVB machen es mit E-Fahrten von Fahrzeugen derselben Größe.

Die Deutsche Bahn allerdings fährt mittlerweile kaum noch Verstärkerzüge wie die berühmten zusätzlichen D-Züge ohne Bewirtschaftung bis noch in die Nullerjahre hinein. Die Durchschnittsauslastung im Fernverkehr soll irgendwo bei 50-60% liegen - nicht überragend viel, aber jedenfalls mehr als "heiße Luft".

Wie sehr sich die Deutsche Bahn an Lastspitzen "orientiert", sieht man sehr schön an den regelmäßig aufkommenden Berichten von Zugräumungen durch die Bundespolizei...  ::)
Im LVB-Netz gibt es nur Große oder keine Anschlüsse.

Sinnvollaktion: Bestellung E-Busse
Sinnlosaktionen: Betriebsausfall 2h lang und tote FKA zur Jahreswende, Hst.-Umbenennungen in plumpe Namen, Werbeansagen, gekaufte Hst.-Namen, Vorneinstieg (gelbe Flecken schon weg), Sitztest (mit vorgeplantem "Ergebnis"),...
Sinnlosmarketing: Fahrzeugtaufen
Dümmliches aus Antwortmails: DFI+IBIS können um Minuten voneinander abweichen; Lösen von mehr als 3 Zonen an den mobilen FKA softwareseitig nicht möglich,...

28. Oktober 2009: Schwarzer Tag für den öffentlichen Stadtverkehr in Leipzig

Offline Jörg.L.E.

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Re: ÖPNV-Nachrichten aus der Region
« Antwort #181 am: 13.02.2020, 19:52:16 »
Na klar ist das so. Wir soll das anders gelöst werden, als die Kapazitäten an der Lastspitze zu bemessen? Ist letztlich bei vielen Linien bei LVBs, Bahnsens und allen anderen Verkehrsunternehmen genau auch so und betriebswirtschaftlich nicht anders lösbar.

Was fehlt ist ein Fuhrparkmix mit ner Mischung aus Schülerbussen und Midibussen, so wie damals auf der Buslinie 68. Midibusse würden in DZ zu 90% vollkommen ausreichen.

Die S9 ist auch so ein typisches Beispiel. Selbst die 3er-Hamster sind bis auf die 2-3 HVZ-Fahrten viel zu groß. Ideal wäre hier was im Format der BR426.
Gegen ReDesignte ICE`s !!!

Příští stanice: Jídelní a lůžkové vozy.

Offline Radler

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Re: ÖPNV-Nachrichten aus der Region
« Antwort #182 am: 13.02.2020, 20:07:31 »
in einer Stadt wie Delitzsch fehlt es weniger an Fahrzeuggrößenvielfalt als viel mehr an:

- rascher Erkennbarkeit für am Bf ankommende (potenzielle) Fahrgäste über Fahrstrecke und damit erreichbare Ziele
- passgenauer Anschluss (in so einer Stadtgröße sind 15 bis 20 minuten nicht sinnvoll, da bin ich zu Fuß auch da)
- Haltestellen und Fahrtroute im Stadtgebiet visibel machen
- Berufsverkehrsziele anbinden (Ausbesserungswerk)
- touristische Ziele in --> beide Richtungen anbinden (Tierpark)
- Umlandgemeinden cleverer einbeziehen
- DZ o.Bf. + Elberitzbad anbinden

Das verbessern, dann sind die normalen Busse völlig i.O.

Gruß
der Radler

Offline 772-506-8

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Re: ÖPNV-Nachrichten aus der Region
« Antwort #183 am: 14.02.2020, 00:00:40 »

Die S9 ist auch so ein typisches Beispiel. Selbst die 3er-Hamster sind bis auf die 2-3 HVZ-Fahrten viel zu groß. Ideal wäre hier was im Format der BR426.

Was fehlt ist endlich mal eine Entscheidung, dass es eine solche Tangentiale zu Leipzig nicht braucht. Nach Halle gibt es von Delitzsch kaum Bedarf, der Umweg über Leipzig und Bitterfeld ist auch nicht groß. Statt dessen sollten NASA und ZVNL endlich die S 5 zu einem Viertelstundentakt verdichten, die ständig überläuft.

Offline Radler

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Re: ÖPNV-Nachrichten aus der Region
« Antwort #184 am: 14.02.2020, 08:31:56 »
das ist falsch!

Gerade Delitzsch hat Verflechtungen nach Halle, das zeigen auch die Reisendenzahlen. Dass die Orte dazwischen mau sind, darf gern an der Struktur mit Fußwegen / Radwegen / Busanschlüssen in die Wohn- und Gewerbegebiete abgeglichen werden. Für die Relationen östlich davon ist es von Halle aus eine ernorme zeitliche Verkürzung.

Der Umweg via Messe (mit BLickanschluss? und lange Wartezeit) ist u.a. auch tariflich keine echte Alternative.

Ein Viertelstundentakt auf der S5/5x wäre sicher hübsch, doch da musste du den vielen ICEs erklären, wo die dann wie langsam herum fahren sollen.

Die Halle - Sorau - Gubener - Eisenbahn wird v.a. als Gütermagistrale bestehen bleiben, Einsparungen aus Netzeffekten treten also nicht auf.


Bitte solche Gedanken schnell wieder beerdigen!
Danke
Der Radler

Offline Jörg.L.E.

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Re: ÖPNV-Nachrichten aus der Region
« Antwort #185 am: 15.02.2020, 22:18:16 »
Nach Halle gibt es von Delitzsch kaum Bedarf, der Umweg über Leipzig und Bitterfeld ist auch nicht groß.

DZ <> HAL ist jedensfalls besser frequentiert als DZ <> EB. Der Umweg via Messe oder BTF wäre sicherlich für die Delitzscher machbar, aber preislich nicht interessant. Im übrigen gibts zwischen DZ <>HAL auch einige Ein-/Aussteiger.

Leider hat man es in den 90zigern in DZ verpasst einen echten Turmbahnhof zwischen Untererm und Obereren Bahnhof zu errichten.
Je nachdem wie sich Delitzsch entwickelt könnte man im Norden noch über einen Hp nachdenken. Die Unteroffizierschule platzt jetzt schon aus allen Nähten und soll noch erweitert werden.

Und wie Radler bereits schrieb: Der Personenverkehr auf der KBS 501.9 ist nur ein Nebenprodukt.
Gegen ReDesignte ICE`s !!!

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Offline Linie 22

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Re: ÖPNV-Nachrichten aus der Region
« Antwort #186 am: 16.02.2020, 12:08:50 »
Die Strecke Halle - Delitzsch- Eilenburg bringt auch im West - Ost Verkehr enorme Vorteile wenn man sie für RE/IC- Linien nutzen würde, beispielsweise: Kassel - Nordhausen - Halle/Saale - Delitzsch - Eilenburg - Torgau - Cottbus - Zielona Gora .
Leider hat man sich vom Interregio-Konzepten bei der Großen Bahn erstmal nach der Bahnreform und ihrer Ausrichtung auf "Regionalisierung" verabschiedet, wenngleich allmählich im IC-Bereich wieder ein Umdenken zu erkennen ist (IC-Linie Rostock - Dresden).
Die in den letzten Jahren entstandenen Fernbus-Linien können das fehlen derartiger Fernverbindungen nur unzureichend ersetzen.
Bequemer und schneller können selbst Bahnverbindung sein wo größtenteils nur Vmax 120km/h gefahren werden können.
Die Politik muss endlich für die Bahnunternehmen wieder Anreize schaffen um umsteigearme Fernverkehrsanbindungen zwischen kleineren/mittleren Großstädten national und europäisch zu ermöglichen!

Offline frank_le

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Re: ÖPNV-Nachrichten aus der Region
« Antwort #187 am: 16.02.2020, 13:42:40 »
Die Strecke Halle - Delitzsch- Eilenburg bringt auch im West - Ost Verkehr enorme Vorteile wenn man sie für RE/IC- Linien nutzen würde, beispielsweise: Kassel - Nordhausen - Halle/Saale - Delitzsch - Eilenburg - Torgau - Cottbus - Zielona Gora .
Leider hat man sich vom Interregio-Konzepten bei der Großen Bahn erstmal nach der Bahnreform und ihrer Ausrichtung auf "Regionalisierung" verabschiedet, wenngleich allmählich im IC-Bereich wieder ein Umdenken zu erkennen ist (IC-Linie Rostock - Dresden).
Die in den letzten Jahren entstandenen Fernbus-Linien können das fehlen derartiger Fernverbindungen nur unzureichend ersetzen.
Bequemer und schneller können selbst Bahnverbindung sein wo größtenteils nur Vmax 120km/h gefahren werden können.
Die Politik muss endlich für die Bahnunternehmen wieder Anreize schaffen um umsteigearme Fernverkehrsanbindungen zwischen kleineren/mittleren Großstädten national und europäisch zu ermöglichen!

Einfach an allen Zentren vorbeifahren - das ist mal ein neues Konzept!

Damit füllt man einen Bus aber nicht mal einen Desiro ...

Offline Linie 22

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Re: ÖPNV-Nachrichten aus der Region
« Antwort #188 am: 16.02.2020, 14:20:53 »
@frank_le: Zerhäckselung von Fernverbindungen auf Bus, RB bestenfalls RE-Niveau oder schlimmstenfalls nur halbwegs brauchbar mit MIV zu erreichen, das ist das Konzept seit der Bahnreform 1994! Ist doch prima aufgegangen (Achtung,Ironie)!Per Bahn derzeit: Ende in Halle/Saale,Ende in Eilenburg(nicht mal Eilenburg-Ost!),Ende in Cottbus, entweder endgültig Ende in Guben oder Umweg über Frankfurt/Oder! Weltreisen sind mit der Bahn auch in Deutschland möglich! Oder wie sieht noch gleich mal derzeit die Erreichbarkeit im Fernverkehr für Städte wie Chemnitz aus...?! Wird nicht immer gejammert das ganze Regionen vom Bahnverkehr abgekoppelt werden? Veröden nicht gerade in Deutschland die Städte und Gemeinden außerhalb der großen Ballungszentren und wählen merkwürdige Parteien? Ist Europa nicht wieder mal von Misstrauen und Abschottungsgedanken der  EU - Länder geprägt? Was man auf einer kleineren Ebene nicht erreicht wird man auf einer Größeren erst recht nicht hin bekommen!
Als Fernverbindung die JETZT schon mit entsprechenden Mehrsystem-Elektroloks/triebwagen zwischen größeren Ballungszentren machbar wäre, hatte ich auch schon einmal hier im Forum vorgeschlagen: Leipzig - Wroclaw/Breslau über Hoy/Woy.
Ist sicherlich auch für manche im Forum illusorischer als der Traum vom Leipziger Ost-West-Tunnel oder der Aufbau von Marskolonien,  allerdings, sagen wir mal relativ preiswert, und kann zum Wirtschaftswachstum und dem freundschaftlichen Miteinander wesentlich beitragen! Aber gut, dahin baut man lieber Autobahnen auf denen dann die besagten Busse ihren unnachahmlichen Reisekomfort versprühen... ::)

Offline MD 612

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Re: ÖPNV-Nachrichten aus der Region
« Antwort #189 am: 16.02.2020, 15:19:20 »
@frank_le: Zerhäckselung von Fernverbindungen auf Bus, RB bestenfalls RE-Niveau oder schlimmstenfalls nur halbwegs brauchbar mit MIV zu erreichen, das ist das Konzept seit der Bahnreform 1994!
Blöd nur, dass das auf die von Dir erträumte Verbindung Kassel - Halle - Eilenburg - Cottbus nun so überhaupt nicht zutrifft. Denn selbst zu DDR-Zeiten gab es keine umsteigefreien Verbindungen von Nordhausen Richtung Eilenburg und umgekehrt. Und der einzige durchlaufende Zug Halle - Cottbus war ein Personenzug in Tagesrandlage mit knapp fünf Stunden Fahrzeit, da war man schon damals mit Umsteigen über Leipzig rund anderthalb Stunden schneller unterwegs...

Nicht jede Verbindung, auf der durchgehend Gleise liegen, eignen sich nunmal für ein eigenwirtschaftliches Fernverkehrsangebot.

Gruß Peter
Menschen ohne Rückgrat sind anfällig fürs Gehen krummer Wege.
Ernst Ferstl, österreichischer Schriftsteller

Offline Jo Hey

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Re: ÖPNV-Nachrichten aus der Region
« Antwort #190 am: 17.02.2020, 09:52:29 »
Dass auf der Linie HAL<->EB Potential liegen gelassen wird, steht außer Zweifel. Die immer schwächere Frequentierung hat für meine Begriffe in erster Linie diese Ursachen:

1. An den Unterwegshalten fehlen Abstellmöglichkeiten für Auto und Fahrrad sowie ÖPNV-Umsteigemöglichkeiten. Für potentielle Nutzer ist das per se abschreckend. Man sieht wenn überhaupt Eltern-/Privat-Taxen, die die wenigen Ein-/Aussteiger am Bf absetzen/abholen. Klar ist da die Hürde sehr gering, gleich für den ganze Weg das Auto zu nehmen, sofern man über ein solches verfügt.
2. In Delitzsch fehlt eine sinnvolle Verknüpfung mit dem restlichen öffentlichen Verkehr. Der Haltepunkt mag von der Innenstadt nicht weit sein, der Weg in die großen Wohngebiete Nord und Ost ist jeweils weit und unattraktiv ohne ÖPNV-Verbindung. Der Pendel-Bus Ob Bf<->Unt Bf musste floppen, da ein Umstieg auf 5-10 min Fahrzeit aus nachvollziehbaren Gründen keine Akzeptanz findet. Umstiege zum Unt. Bf sind mögl. (die Fahrplanlage des RE nach MD passt) ist aber aus genannten Gründen unkomfortabel.
3. Die Anschlüsse in Halle sind nicht besonders gewinnbringend. Die S9 kommt zur Minute xx:24 an, der Anschluss nach Berlin xx:40 oder xx:45 passt noch halbwegs, derjenige nach München xx:52 ist mit ner halben Stunde Wartezeit schon unattraktiv und der wirklich nützliche Anschluss gen Westen (FFM oder HH) funtioniert nicht (jeweils ab Minute xx:06 oder xx:16).
4. Die Linie war in der Vergangenheit sehr unzuverlässig. In letzter Zeit lief der Verkehr zwar anscheinend wieder stabil, aber die Fahrgäste wurden nachhaltig abgeschreckt. Stiegen früher aus Richtung Cottbus gut und gerne 20-30 FG in Eilenburg auf den Halleschen Zug um, sind es heute vllt noch 5, selten bis zu 10. An den Unterwegshalten gibt es keine Alternativen bei Zugausfällen. Wer dort einmal versetzt wurde, plant in Zukunft um. Die Informationspolitik bei Zugausfällen war stets sehr frustrierend ("Zug fällt aus", mehr gabs nicht zu erfahren).
5. Da sowohl S9 wie auch RE 10 nur alle 120 min fahren, ergibt sich nur in eine Richtung diese Umsteigeverbindung in Eilenburg. Da man heute ohne Kursbuch und dank Taktfahrplan regelmäßige Strecken eher intuitiv reist, nutzt man lieber die Verbindungen, die immer klappen, auch wenn die mglw. zeitlich nachteilig sind.
6. Tariflich ist der Umweg über Leipzig mittlerweile bei vielen Fahrscheinmodellen kein Nachteil mehr.

Der Landkreis Nordsachsen, der sich bei der letzten Vergaberunde noch für die Linie einsetzte, hat gerade den Bus für sich entdeckt. Ob da noch langfristiges Interesse an der Bahnverbindung besteht, ist zumindest in Zweifel zu ziehen. Ich unterstelle jetzt mal, dass beim Aufgabenträger kein großes Interesse an der Strecke besteht. Bei der nächsten Vergaberunde lässt sich mit schwachen Fahrgastzahlen gut für eine Einstellung argumentieren.

Was Durchbindungen nach Ost oder West angeht, möchte ich daran erinnern, dass die Strecke als Halle-(Cottbus)-Gubener Eisenbahn errichtet wurde, nach Leipzig ging es erst später über die Stichstrecke ab Eilenburg. Noch in den 70ern gab es ein D-Zug-Paar CB-EB-HAL-L. Heute scheinen solche Linienläufe undenkbar (Landes- und Zweckverbandsgrenzen wirken).

Gruß
Jo Hey

Offline Radler

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Re: ÖPNV-Nachrichten aus der Region
« Antwort #191 am: 17.02.2020, 12:25:22 »
Kopa nebst Papierfabrik könnten auch einen Haltepunkt vertragen. 

Ansonsten sollte man keine Weltwunder erwarten, die Zeitersparnis von Durchbindungen westlich von Halle aus können bis Eilenburg gut Anschlüsse auf S4 oder RE10 liefern.

Gruß
der Radler

Offline frank_le

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Re: ÖPNV-Nachrichten aus der Region
« Antwort #192 am: 17.02.2020, 12:35:26 »
@frank_le: Zerhäckselung von Fernverbindungen auf Bus, RB bestenfalls RE-Niveau oder schlimmstenfalls nur halbwegs brauchbar mit MIV zu erreichen, das ist das Konzept seit der Bahnreform 1994! Ist doch prima aufgegangen (Achtung,Ironie)!Per Bahn derzeit: Ende in Halle/Saale,Ende in Eilenburg(nicht mal Eilenburg-Ost!),Ende in Cottbus, entweder endgültig Ende in Guben oder Umweg über Frankfurt/Oder! Weltreisen sind mit der Bahn auch in Deutschland möglich! Oder wie sieht noch gleich mal derzeit die Erreichbarkeit im Fernverkehr für Städte wie Chemnitz aus...?! Wird nicht immer gejammert das ganze Regionen vom Bahnverkehr abgekoppelt werden? Veröden nicht gerade in Deutschland die Städte und Gemeinden außerhalb der großen Ballungszentren und wählen merkwürdige Parteien? Ist Europa nicht wieder mal von Misstrauen und Abschottungsgedanken der  EU - Länder geprägt? Was man auf einer kleineren Ebene nicht erreicht wird man auf einer Größeren erst recht nicht hin bekommen!
Als Fernverbindung die JETZT schon mit entsprechenden Mehrsystem-Elektroloks/triebwagen zwischen größeren Ballungszentren machbar wäre, hatte ich auch schon einmal hier im Forum vorgeschlagen: Leipzig - Wroclaw/Breslau über Hoy/Woy.
Ist sicherlich auch für manche im Forum illusorischer als der Traum vom Leipziger Ost-West-Tunnel oder der Aufbau von Marskolonien,  allerdings, sagen wir mal relativ preiswert, und kann zum Wirtschaftswachstum und dem freundschaftlichen Miteinander wesentlich beitragen! Aber gut, dahin baut man lieber Autobahnen auf denen dann die besagten Busse ihren unnachahmlichen Reisekomfort versprühen... ::)

Kann ich nicht nachvollziehen. Von Leipzig aus komme ich in alle Richtungen stündlich mit dem Fernverkehr. Von Delitzsch oder Eilenburg ist man in wenigen Minuten in Leipzig und kann umsteigen.

Leipzig - Breslau über Hoyerswerda ist ein riesen Umweg. Man sollte lieber endlich die Strippe zwischen Dresden und Görlitz hängen (da bewegt sich ja endlich was) und den Polen genehmigen die Strippe bis nach Görlitz zu legen. Fernzüge gab es auf der Strecke bis vor einigen Jahren und diese fuhren fast ohne Fahrgäste durch die Gegend ... Manchmal reicht es die Anschlüsse zu optimieren um die Fahrgäste zu befriedigen.

Chemnitz wird seinen zweistündlichen Fernverkehrkehrsanschlus s bekommen wenn die Strecke ausgebaut wird. Wichtiger ist jedoch der halbstündliche RE nach Leipzig als der Fernverkehr.

Was die merkwürdigen Parteien angeht: Ich wundere mich auch wieviel Leute geschichtsvergessen die Linke wählen.

Offline MD 612

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Re: ÖPNV-Nachrichten aus der Region
« Antwort #193 am: 17.02.2020, 17:51:54 »
Was Durchbindungen nach Ost oder West angeht, möchte ich daran erinnern, dass die Strecke als Halle-(Cottbus)-Gubener Eisenbahn errichtet wurde, nach Leipzig ging es erst später über die Stichstrecke ab Eilenburg.
Das hatte ja wohl eher historische Gründe als solche, die in den damaligen Verkehrströmen begründet waren. Und selbst wenn, Verkehrsströme ändern sich. Und nicht umsonst liegt die Hauptlast der Fahrgastströme aus/in Richtung Eilenburg - Falkenberg - Cottbus in Richtung Leipzig und nicht Richtung Halle.

Noch in den 70ern gab es ein D-Zug-Paar CB-EB-HAL-L.
Wir wissen nicht, wie lange es diese Verbindung gegeben haben soll. Aber Anfang der 80er gab es die definitiv nicht mehr. Der Fahrplan 1981/82 weist weder eine schnelle Verbindung (E- oder D-Zug) noch ansonsten durchlaufende Züge Cottbus - Halle - Cottbus auf. Einzige Ausnahme war das von mir schon erwähnte Personenzugpaar in Tagesrandlage mit z.T. langen Aufenthaltszeiten auf Unterwegsbahnhöfen, wodurch der Zug knapp fünf Stunden unterwegs war. Zum Vergleich, die Umsteigeverbindung über Leipzig lag schon damals bei etwas über drei Stunden.

Heute scheinen solche Linienläufe undenkbar (Landes- und Zweckverbandsgrenzen wirken).
Komisch, dass es gerade zwischen Cottbus und Leipzig und ebenso zwischen Leipzig und Halle Landes- und Zweckverbandsgrenzen gibt und dort trotzdem Züge fahren...

Es wäre also nett, wenn Ihr bei allem Engagement und Ehrgeiz für die Strecke trotzdem bei den Fakten bleiben könntet.

Gruß Peter
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Offline Jo Hey

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Re: ÖPNV-Nachrichten aus der Region
« Antwort #194 am: 17.02.2020, 21:33:14 »
Das hatte ja wohl eher historische Gründe als solche, die in den damaligen Verkehrströmen begründet waren. Und selbst wenn, Verkehrsströme ändern sich. Und nicht umsonst liegt die Hauptlast der Fahrgastströme aus/in Richtung Eilenburg - Falkenberg - Cottbus in Richtung Leipzig und nicht Richtung Halle.
Das ist schon klar. Der Grenzverlauf war damals entscheidend für die Streckenführung. Nichtsdestotrotz war der Bau mit ebendiesem Verlauf damals ein privatwirtschaftliches Unterfangen und somit gab es sicher auch ein nennenswertes Verkehrsbedürfnis. Dass sich Verkehrsströme ändern, geschenkt, das hat auch niemand streitig gestellt. Die Hauptlast geht heute klar Richtung Leipzig, aber wenn trotz im allgemeinen Trend steigender FG-Zahlen auf dieser Linie die FG-Zahlen kontinuierlich sinken, kann man sich über die Ursachen schon mal Gedanken machen.

Wir wissen nicht, wie lange es diese Verbindung gegeben haben soll. Aber Anfang der 80er gab es die definitiv nicht mehr.
Es gab sie zumindest im Sommerfahrplan 1970, vormittags in Cottbus los, nachmittags zurück.


Komisch, dass es gerade zwischen Cottbus und Leipzig und ebenso zwischen Leipzig und Halle Landes- und Zweckverbandsgrenzen gibt und dort trotzdem Züge fahren...
Gut, die Polemik nehm ich hin. Das Thema hinreichend zu erörtern sprengt den Strang.

Danke, dass du mir Ehrgeiz unterstellst. Mir ist die Strecke persönlich ziemlich egal, da ich sie selbst nicht brauche. Interessant ist die Entwicklung der Verbindung allemal. Denn in den letzten Jahren ging es stetig bergab. Da kann man schon mal nach den Gründen fragen.

Gruß
Jo Hey