Autor Thema: Abbau stillgelegter Strecken  (Gelesen 50540 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline Sven

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 1496
  • Geschlecht: Männlich
Re: Abbau stillgelegter Strecken
« Antwort #195 am: 23.08.2019, 09:40:13 »
Und ich bin mir sicher: auch die Arno-Nitzsche-Straße wird aufgegeben! Spätestens, wenn dort die beiden Brücken gebaut werden müssen, ist mit der nächsten Querverbindung Schluss. Den Studentenverkehr Lößnig – Südvorstadt wird man mit Bussen abwickeln, und das (durch eine vielleicht etwas geänderte Linienführung) auch noch als Fortschritt verkaufen. Die /SL.010 wird in der /SL.011 E aufgehen.

Und ich vermute: intern bedauern die LVB, dass es in der Kohlgartenstraße oder Wittenberger Straße keine Brücken gibt, die mit Kosten-/Nutzen-Erwägungen bei Reparaturen auch hier endgültige Stilllegungen rechtfertigen könnten.

Warum sollte man das tun? Noch mal zur Verdeutlichung: in der Richard-Lehmann-Str. fuhr nur einmal im Jahr die  /SL.31S Ausserdem besteht keine Aussicht, dass dort jemals wieder Linienverkehr stattfinden wird. Die LVB müssen schauen, wo die begrenzten Mittel eingesetzt werden können. Nur die Stadt kann da etwas verändern. Die Aufgabe des 45 Mio. € Moratoriums war ja ein erster Schritt.

Eine Stilllegung der Nitzsche-Str. sehe ich überhaupt nicht und wüsste auch kein Grund dafür.

Die Wittenberger wird bleiben wegen Messeverkehr. Über die Kohlgartenstr. brauchen wir nicht wirklich reden.

Grüße
Sven


Offline André Loh-Kliesch

  • Sr. Member
  • ****
  • Beiträge: 330
  • Geschlecht: Männlich
    • Leipzig-Lexikon
Re: Abbau stillgelegter Strecken
« Antwort #196 am: 23.08.2019, 11:12:49 »
Zitat
Eine Stilllegung der Nitzsche-Str. sehe ich überhaupt nicht und wüsste auch kein Grund dafür.

Musst Du auch nicht sehen; ich habe geschrieben, was ICH sehe. Den Grund habe ich gleich dazu genannt: die beiden namenlosen Brücken, die im schlimmsten Fall Baujahr 1931 1967 sind und irgendwann auch mal wieder "dran" sind. Und dann kann man ja wieder abwägen...

Hinzu kommt, dass die /SL.010 wohl neuerdings auch in die Kategorie der „Opferlinien“ eingestuft wurde, die einen Ferienfahrplan auch in der Schulzeit spendiert bekamen – also bei der LVB offensichtlich (analog /SL.002 und /SL.008) als weniger wichtig betrachtet werden. Begründung: auf über 90% der Linie „nur“ Verstärker der /SL.011 oder /SL.016. Von der Verzweigung /HS Triftweg braucht die /SL.016 ja nur 16 Minuten bis zur Heiligen Kuh Hauptbahnhof, die umwegige /SL.010 aber satte 21 Minuten, das sind 30% mehr! – Der mögliche Vorteil eines „Ersatz“busses: die u. a. von Radler gewünschte Bedienung der Straße „An der Tabaksmühle“. Vielleicht wird ja einfach die /BL.070 der Ersatzbus. Hast ja gelesen: die Richard-Lehmann-Straße ist „eben eine öde Scheißgegend“. Also: die /BL.070 auf die Arno-Nitzsche-Straße und An der Tabaksmühle legen und schon kann man auch noch die /SL.010 sparen. Bei einer solchen Angebotsverbesserung muss man nicht einmal auf marode Brücken warten. Braucht man da noch Argumente?

Nur zur Sicherheit: das alles befürchte, aber wünsche ich nicht. Ich bin der Meinung, dass selbst in der „Scheißgegend“ eine Straßenbahn Berechtigung hat. Solche Anrainer wie in der „Öde“ (u. a. HTWK, Bundesbankfiliale, äußere Südvorstadt, MDR, Panometer, Alte Messe, Südfriedhof, Völkerschlachtdenkmal) sowie vier Umsteigepunkte in radiale Straßenbahnlinien auf gerade mal 2 Kilometer Länge würde sich manch andere Strecke wünschen. Da würde ich sogar der Richard-Lehmann- gegenüber der Arno-Nitzsche-Straße den Vorzug geben, die Relation Südvorstadt – Lößnig bliebe ja erhalten. Und @Radler, wenn man die Einstellung der (22) mit der drohenden 400.000er Marke rechtfertigt; worüber müsste man dann nachdenken, wenn nun die 700.000er Marke lockt? Wirklich nur über die Verlegung einer Buslinie in die Parallelstraße?

Edit: Jahreszahl geändert.
« Letzte Änderung: 23.08.2019, 11:24:53 von André Loh-Kliesch »

Offline Radler

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 4224
Re: Abbau stillgelegter Strecken
« Antwort #197 am: 23.08.2019, 11:33:24 »
Argumentiere ohne Nostalgie zur Tram22 und dann wird es seriöser:

Tangential muss man Fahrgäste anlocken, trotz Einwohnerzuwachs quetschen die sich lieber in die Radialen.

eine Querverbindung tut Not. Sehr sogar. Aber: Bislang gibt es Bus 74 (10er Takt), mehrere S-Bahnen (5/10/15er Takt), Bus 70 (10er Takt) Bus 79 (20er Takt) weiter draußen lass ich vergleichend weg (anderes Verkehrsbedürfnis)

Was fehlt:
Semmelweisstr, hat zwar 10er Takt, aber Umsteigen zur S-Bahn (5er Takt) sorgt für Lauf- statt Fahrwege, Abbringerwartezeit zu lang. Potenzial: Irre hoch, Umsteiger heute ca. 300 / Tag, Baugebiet mit mehreren 1000 Einwohnern, Schulen usw. in Planung 

Lehmannstr. Baupotenzial liegt nur noch in Sporthalle mit gelegentlichem Stoßaufkommen weniger Stunden. Völkerschlachtdenkmal radial anbinden, Panometer radial (Fußweg durch das L-eigene Gelände zur Tram 10 wäre ja easy, aber dazu muss man sich geistig bewegen, Fußweg zum S MDR genauso kurz) Ab Bebauung übernimmt Tram 9, die Bedarfe untereinander sind nicht Tramwürdig (Kleingarten - HTWK oder Bebauung - Südfriedhof), das nimmt der Vorschlag der verlegten 70 mit auf. Kein Umsteigepotenzial unterwegs

Nitzschestr. / Tabaksmühle  = Betriebshof-Ein/Ausrückestrecke, also ohnehin wichtig, Binnenverkehr zu Schulen bzw. umgekehrt Wohnheim - HTWK, Von Marienbrunn gen Osten = Netzlücke, Umsteigen zur Tram 16 sinnvoller als Bündelung Tram 10 + Bus 70, da mehr Takte = kürzere Wartezeit. Wohnpotenzial hoch, Gartenvorstadt allein hat 300 WE, gegenüber nochmal so viel, 2 Stück 16Geschosser ebenso. Station am Flugzeug / Wohnheim sinnvoll für die Tiefe des Quartiers, Station Am Bogen sinnvoll wegen Kita.

Bus 79  fehlt Taktverdichter, dann mit Einkaufsverkehr MoritzHof nutzbar, bzw. Probstheida, und als Zubringer zum S Connewitz (auch Tram 9 und 11).

Wennschon dennschon vertragen alle drei anderen Tangenten eine Angebotsverbesserung. Eine Bimmel am ehesten in der Tabaksmühle oder Semmelweisstra. Mindestens dort ein taktdichtes Linienbündel als Zubringer S- MDR (Umsteigepotenzial stiege von 300 / Tag auf mehrere 1000 / Tag). Die Aufwändungen wären ja gleich, bzw. egal wo man lang fährt, dafür ist überall mehr zu holen als in der Lehmannstr. DORT lohnt sich eine Aufstaustrecke für den MIV, damit dessen Rückstau nicht andere Straßen belastet.

Gruß
der Radler

Offline DAvE LE

  • Team
  • *****
  • Beiträge: 5090
  • Geschlecht: Männlich
    • Leipziger Stadtverkehr
Re: Abbau stillgelegter Strecken
« Antwort #198 am: 14.09.2019, 09:21:23 »

Offline Kai-Uwe Arnold

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 585
  • Geschlecht: Männlich
Re: Abbau stillgelegter Strecken
« Antwort #199 am: 10.10.2019, 18:04:26 »
Die Linke in Leipzig setzt sich für die Strecke in der R.-Lehmann-Straße ein und beantragt die Sanierung der Brücke mit Gleisen:
https://ratsinfo.leipzig.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=1014275
Andere Fraktionen werden dem hoffentlich zustimmen.
Ihr Abstimmungsverhalten wird m. E. über deren Glaubwürdigkeit in der Verkehrswende entscheiden.
Eine betriebsfähige Straßenbahnstrecke einzustellen, ist für mich nicht vermittelbar.
Erinnert sei, dass nur die Fraktionen der Linken und der AfD gegen die Stilllegung der Strecke nach Markkleeberg-West waren.


Offline Jörg.L.E.

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 1037
Re: Abbau stillgelegter Strecken
« Antwort #200 am: 10.10.2019, 19:52:52 »
Erinnert sei, dass nur die Fraktionen der Linken und der AfD gegen die Stilllegung der Strecke nach Markkleeberg-West waren.

Und die Grünen für die Stilllegung gestimmt haben.
Gegen ReDesignte ICE`s !!!

Příští stanice: Jídelní a lůžkové vozy.

Offline Sven

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 1496
  • Geschlecht: Männlich
Re: Abbau stillgelegter Strecken
« Antwort #201 am: 10.10.2019, 20:48:37 »
Interessant.

Ich würde wenigstens erwarten, dass die Antragstellerin sagt, aus welchem Topf die Gelder kommen sollen? Einfach nur Forderungen stellen und dann nicht sagen, wie es gemacht werden soll ist einfach. Das ist man ja von einigen Parteien gewohnt. Die Antragstellerin zähle ich explizit dazu.

Grüße
Sven

Offline Kai-Uwe Arnold

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 585
  • Geschlecht: Männlich
Re: Abbau stillgelegter Strecken
« Antwort #202 am: 10.10.2019, 21:16:50 »
Aus dem selben Topf aus dem die Instandhaltung der anderen Umleitungsstrecken finanziert werden.
Oder willst Du die auch bei Verschleiß stilllegen?

Offline T4D-Fan

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 1228
Re: Abbau stillgelegter Strecken
« Antwort #203 am: 10.10.2019, 22:10:19 »
Aus dem selben Topf aus dem die Instandhaltung der anderen Umleitungsstrecken finanziert werden.

Dann wäre der Topf aber auf Jahre geleert und damit praktisch alle Umleitungsstrecken akut gefährdet.
Wenn die Schlachthofbrücke nach dem Neubau weiterhin Straßenbahnen tragen soll, muss diese statisch und konstruktiv stärker bemessen und gebaut werden. Die Mehrkosten muss dann die LVB komplett tragen, da es vom Land nur Fördergelder für Strecken mit Linienverkehr gibt. Und gering werden die Kosten nicht sein.
Man hat bei der LVB auf jeden Fall eine Kosten-Nutzen-Analyse durchgeführt. Das Ergebnis muss man leider akzeptieren. Auch die LVB muss mit ihrem Geld vernünftig wirtschaften.

Grüße T4D-Fan


Offline Passagier

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 3616
Re: Abbau stillgelegter Strecken
« Antwort #204 am: 11.10.2019, 07:08:19 »
Nun gut. Ist es aber nicht so, dass Stadt und LVB die gewählten Volksvertreter mit ihren Planungen, bei der Sanierung etwas wegzulassen, vor vollendete Tatsachen stellen? Ist das so richtig? Oder wäre es nicht seriös, zwei Planungen mit zwei Varianten vorzustellen und zu sagen: So lieber Stadtrat: Wir können die Brücke unter Beibehaltung des Ist-Zustands sanieren, das kostet xx Mio. Euro. Wir können aber auch die Tram-Strecke weglassen aus folgenden Gründen, das kostet dann so und so viel weniger Euro? Finanzierung wäre bei Variante A so, bei Variante B so? Ich gehe davon aus, dass Fördermittel für beide Varianten fließen. Vielleicht sogar wäre eine Stilllegung dieser Strecke zu verschmerzen, dann aber könnte im gleichen Atemzug der Vorschlag kommen, in der A-Hofmann-Str. einen Abzweig nach links in die Zwickauer Str. zu bauen. Dass darüber diskutiert wird, ist doch von Stadt und LVB gar nicht gewollt. Wie so oft.

Wenn unter Trick 17 seitens Stadt und LVB schon wieder eine Netzreduzierung angepeilt wird, dann läuft das genauso wie es bspw. bei der  /SL.014 hätte laufen sollen, wenn der Stadtrat nicht noch sein Veto eingelegt hätte.

Wir wissen, die Linke weiß es und die anderen Parteien sollten es auch wissen, dass außer Haltestellensanierung und Streckenreduzierung in Sachen Straßenbahn in den vergangenen Jahren nur kam, das Netz zu reduzieren. Eine Netzerweiterung? Na ihr wisst schon.

Aus welchem Topf das Beibehalten des Ist-Zustands bezahlt werden soll, das könnt ihr gern dem Antragsteller in die Schuhe schieben, der dem Antrag der Stadt und LVB nicht zustimmen will. Seriös wäre es seitens der Antragsteller, also Stadt und LVB, zu sagen, wie beide Varianten finanziert werden könnten.

Wenn also die Linke als eine/einzige Partei überhaupt darüber diskutieren will, dann ist es schon mE link, der Linken Populismus o.ä. anzulasten.
« Letzte Änderung: 11.10.2019, 07:13:37 von Passagier »

Offline opi

  • Full Member
  • ***
  • Beiträge: 147
Re: Abbau stillgelegter Strecken
« Antwort #205 am: 11.10.2019, 09:34:13 »
Man hat bei der LVB auf jeden Fall eine Kosten-Nutzen-Analyse durchgeführt. Das Ergebnis muss man leider akzeptieren. Auch die LVB muss mit ihrem Geld vernünftig wirtschaften.

Ich habe auch mal eine Kosten-Nutzen Analyse durchgeführt und habe festgestellt, ÖPNV kostet ein Haufen Geld im Jahr, aber, wenn man gar keine Bahn & Busse mehr fahren lässt, dann kostet das nichts extra. Wir sollten also aufhören überhaupt ÖPNV anzubieten, das spart echt eine Menge Geld.

Und Nebenbei, diese Fördertopfpolitik ist zum Kotzen, sie treibt Stilblüten am Bedarf vorbei nur damit etwas bezahlt wird, was sonst nie nötig gewesen wäre oder eigentlich ganz anders benötigt werden würde. Warum reisen wir nicht alles ab, warten ein Jahr und lassen uns dann aus den Investitionstöpfen einen Neubau finanzieren?

Offline DrZott

  • Sr. Member
  • ****
  • Beiträge: 387
Re: Abbau stillgelegter Strecken
« Antwort #206 am: 11.10.2019, 12:18:13 »
^ Läuft doch schon: die Straßenbahn für die Zweinaundorfer Straße steht im NVP, nachdem dort die Gleise abgebaut worden.  ;D

Offline T4D-Fan

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 1228
Re: Abbau stillgelegter Strecken
« Antwort #207 am: 11.10.2019, 13:58:51 »
Nun gut. Ist es aber nicht so, dass Stadt und LVB die gewählten Volksvertreter mit ihren Planungen, bei der Sanierung etwas wegzulassen, vor vollendete Tatsachen stellen? Ist das so richtig?
So funktioniert es aber! Dafür gibt es in der Stadtverwaltung die entsprechenden Fachabteilung. Diese Erarbeiten die Varianten und legen am Ende dem Stadtrat die Vorzugsvariante zur Abstimmung vor. Der Rat hat die Möglichkeit, den Bau- und Finanzierungsbeschluss abzulehnen, dass ist aber glaube ich noch nie passiert.

Wie es abläuft kann ich gerne mal schildern:
Die Stadt ist für die Brücke der Baulastträger. Sie ist damit für alles notwendigen Arbeiten bis hin zum Neubau zuständig. Alle fünf Jahre muss jede Brücke nach DIN 1076 einer Hauptprüfung unterzogen werden. Dabei werden alle Schäden aufgenommen und Empfehlungen zu deren Beseitigung erarbeitet. Auch der Neubau kann empfohlen werden.
Also wird in der Stadt mit den Planungen begonnen, bzw. ein geeignetes Ingenieurbüro gesucht. Dieses muss im Rahmen der Vorplanung bzw. Entwurf (Leistungsphase 1 nach HOAI) sämtliche Träger öffentlicher Belange Anfragen, ob sie im Rahmen des Neubaues gleichzeitig mitbauen wollen.
Und so ein Brief landet dann bei der LVB, welche dann in ihren Fachabteilungen nachfragen, ob Bedarf besteht. Bei der Schlachthofbrücke hat man an das Ing.-Büro zurückgemeldet: kein Bedarf des Neubaues, wir bauen nur zurück.
Damit ist die Sache durch. Punkt.

Oder wäre es nicht seriös, zwei Planungen mit zwei Varianten vorzustellen und zu sagen: So lieber Stadtrat: Wir können die Brücke unter Beibehaltung des Ist-Zustands sanieren, das kostet xx Mio. Euro. Wir können aber auch die Tram-Strecke weglassen aus folgenden Gründen, das kostet dann so und so viel weniger Euro? Finanzierung wäre bei Variante A so, bei Variante B so?

Und wie soll es dann ablaufen? Damit der Stadtrat so entscheiden könnte, müssten beide Varianten komplett durchgeplant sein. Also zwei komplette Brückenplanungen, die jeweils min. 1 Mio. Euro kosten, nur damit man eine Variante für den Mülleimer plant? So kann man auch Steuergelder verschwenden!

Ich gehe davon aus, dass Fördermittel für beide Varianten fließen.

Nein, für Umleitungsstrecken gibt es keine Fördermittel. Nur wenn täglicher Linienverkehr stattfindet.

Grüße T4D-Fan

Offline Passagier

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 3616
Re: Abbau stillgelegter Strecken
« Antwort #208 am: 11.10.2019, 14:24:27 »
So funktioniert es aber! Dafür gibt es in der Stadtverwaltung die entsprechenden Fachabteilung. Diese Erarbeiten die Varianten und legen am Ende dem Stadtrat die Vorzugsvariante zur Abstimmung vor. Der Rat hat die Möglichkeit, den Bau- und Finanzierungsbeschluss abzulehnen, dass ist aber glaube ich noch nie passiert.
Wessen Vorzugsvariante? Die des Büros oder die eigene? Man folgt den Ausführungen einer Firma, ohne andere Möglichkeiten prüfen zu können?
Abgesehen davon, dass die Stadt und LVB ein Interesse haben könnten, die Strecke beizubehalten, was sie offenbar eben nicht haben. Stichwort Verkehrskonzept, Stadtentwicklung.


Also wird in der Stadt mit den Planungen begonnen, bzw. ein geeignetes Ingenieurbüro gesucht. Dieses muss im Rahmen der Vorplanung bzw. Entwurf (Leistungsphase 1 nach HOAI) sämtliche Träger öffentlicher Belange Anfragen, ob sie im Rahmen des Neubaues gleichzeitig mitbauen wollen.
Und so ein Brief landet dann bei der LVB, welche dann in ihren Fachabteilungen nachfragen, ob Bedarf besteht. Bei der Schlachthofbrücke hat man an das Ing.-Büro zurückgemeldet: kein Bedarf des Neubaues, wir bauen nur zurück.
Damit ist die Sache durch. Punkt.
Das ist doch der Punkt: Es wird seitens der Träger nichts gemeldet. Also auch nicht von den LVB!
Das ist doch der Skandal!

Und wie soll es dann ablaufen? Damit der Stadtrat so entscheiden könnte, müssten beide Varianten komplett durchgeplant sein. Also zwei komplette Brückenplanungen, die jeweils min. 1 Mio. Euro kosten, nur damit man eine Variante für den Mülleimer plant? So kann man auch Steuergelder verschwenden!
Keine Ahnung, wie viel die Planung kostet. Eine Machbarkeitsstudie o.ä. sollte doch aber gewollt sein seitens des Auftraggebers?! Friss oder stirb, lieber Stadtrat? Das kann doch nicht Sinn der Sache sein wenn es darum geht, dass ein Verkehrsträger ersatzlos weg fällt.

Man stelle sich vor, es wäre umgekehrt: Die Brücke würde lediglich für Radfahrer und Straßenbahn geplant - den MIV lassen wir mal geflissentlich außen vor.

Ach in der Vorlage wird als Begründung u.a. angegeben:
Zitat
Hinzu kommt, dass die perspektivisch geplante Straßenbahnneubaustrecke über die Semmelweisstraße die heutige Betriebsstrecke in der Richard-Lehmann-Straße adäquat ersetzen kann und dass mit der Straßenbahnstrecke in der Arno-Nitzsche-Straße eine weitere Ost-West-Verbindung im Leipziger Süden vorhanden ist. Insofern galt es für die LVB in erster Linie abzuschätzen, ob vor dem Hintergrund der wachsenden Stadt und dem Ziel der Verdichtung des Straßenbahnnetzes, es bereits heute richtig ist, ohne den Neubau über die Semmelweisstraße in Betrieb zu haben, die Gleise zurück zu bauen.

 

Der Erhalt oder der Rückbau von Betriebsstrecken der LVB ist kein Bestandteil des Nahverkehrsplans der Stadt Leipzig und damit eine betriebswirtschaftliche Entscheidung der LVB. Ein Stadtratsbeschluss ist dafür nicht erforderlich.
https://ratsinfo.leipzig.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=1013162
Wäre zu fragen: Wie konkret sind die Planungen zum Streckenbau in der Semmelweisstr.? Gibt es ein avisiertes Datum des Baubeginns bzw. der Inbetriebnahme?
« Letzte Änderung: 11.10.2019, 15:07:42 von Passagier »

Offline Minol-Pirol

  • Full Member
  • ***
  • Beiträge: 125
Re: Abbau stillgelegter Strecken
« Antwort #209 am: 11.10.2019, 15:45:52 »
Wäre zu fragen: Wie konkret sind die Planungen zum Streckenbau in der Semmelweisstr.? Gibt es ein avisiertes Datum des Baubeginns bzw. der Inbetriebnahme?

Der war gut. ;D