Autor Thema: Abbau stillgelegter Strecken  (Gelesen 45952 mal)

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Offline Sven

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Re: Abbau stillgelegter Strecken
« Antwort #195 am: 23.08.2019, 09:40:13 »
Und ich bin mir sicher: auch die Arno-Nitzsche-Straße wird aufgegeben! Spätestens, wenn dort die beiden Brücken gebaut werden müssen, ist mit der nächsten Querverbindung Schluss. Den Studentenverkehr Lößnig – Südvorstadt wird man mit Bussen abwickeln, und das (durch eine vielleicht etwas geänderte Linienführung) auch noch als Fortschritt verkaufen. Die /SL.010 wird in der /SL.011 E aufgehen.

Und ich vermute: intern bedauern die LVB, dass es in der Kohlgartenstraße oder Wittenberger Straße keine Brücken gibt, die mit Kosten-/Nutzen-Erwägungen bei Reparaturen auch hier endgültige Stilllegungen rechtfertigen könnten.

Warum sollte man das tun? Noch mal zur Verdeutlichung: in der Richard-Lehmann-Str. fuhr nur einmal im Jahr die  /SL.31S Ausserdem besteht keine Aussicht, dass dort jemals wieder Linienverkehr stattfinden wird. Die LVB müssen schauen, wo die begrenzten Mittel eingesetzt werden können. Nur die Stadt kann da etwas verändern. Die Aufgabe des 45 Mio. € Moratoriums war ja ein erster Schritt.

Eine Stilllegung der Nitzsche-Str. sehe ich überhaupt nicht und wüsste auch kein Grund dafür.

Die Wittenberger wird bleiben wegen Messeverkehr. Über die Kohlgartenstr. brauchen wir nicht wirklich reden.

Grüße
Sven


Offline André Loh-Kliesch

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Re: Abbau stillgelegter Strecken
« Antwort #196 am: 23.08.2019, 11:12:49 »
Zitat
Eine Stilllegung der Nitzsche-Str. sehe ich überhaupt nicht und wüsste auch kein Grund dafür.

Musst Du auch nicht sehen; ich habe geschrieben, was ICH sehe. Den Grund habe ich gleich dazu genannt: die beiden namenlosen Brücken, die im schlimmsten Fall Baujahr 1931 1967 sind und irgendwann auch mal wieder "dran" sind. Und dann kann man ja wieder abwägen...

Hinzu kommt, dass die /SL.010 wohl neuerdings auch in die Kategorie der „Opferlinien“ eingestuft wurde, die einen Ferienfahrplan auch in der Schulzeit spendiert bekamen – also bei der LVB offensichtlich (analog /SL.002 und /SL.008) als weniger wichtig betrachtet werden. Begründung: auf über 90% der Linie „nur“ Verstärker der /SL.011 oder /SL.016. Von der Verzweigung /HS Triftweg braucht die /SL.016 ja nur 16 Minuten bis zur Heiligen Kuh Hauptbahnhof, die umwegige /SL.010 aber satte 21 Minuten, das sind 30% mehr! – Der mögliche Vorteil eines „Ersatz“busses: die u. a. von Radler gewünschte Bedienung der Straße „An der Tabaksmühle“. Vielleicht wird ja einfach die /BL.070 der Ersatzbus. Hast ja gelesen: die Richard-Lehmann-Straße ist „eben eine öde Scheißgegend“. Also: die /BL.070 auf die Arno-Nitzsche-Straße und An der Tabaksmühle legen und schon kann man auch noch die /SL.010 sparen. Bei einer solchen Angebotsverbesserung muss man nicht einmal auf marode Brücken warten. Braucht man da noch Argumente?

Nur zur Sicherheit: das alles befürchte, aber wünsche ich nicht. Ich bin der Meinung, dass selbst in der „Scheißgegend“ eine Straßenbahn Berechtigung hat. Solche Anrainer wie in der „Öde“ (u. a. HTWK, Bundesbankfiliale, äußere Südvorstadt, MDR, Panometer, Alte Messe, Südfriedhof, Völkerschlachtdenkmal) sowie vier Umsteigepunkte in radiale Straßenbahnlinien auf gerade mal 2 Kilometer Länge würde sich manch andere Strecke wünschen. Da würde ich sogar der Richard-Lehmann- gegenüber der Arno-Nitzsche-Straße den Vorzug geben, die Relation Südvorstadt – Lößnig bliebe ja erhalten. Und @Radler, wenn man die Einstellung der (22) mit der drohenden 400.000er Marke rechtfertigt; worüber müsste man dann nachdenken, wenn nun die 700.000er Marke lockt? Wirklich nur über die Verlegung einer Buslinie in die Parallelstraße?

Edit: Jahreszahl geändert.
« Letzte Änderung: 23.08.2019, 11:24:53 von André Loh-Kliesch »

Offline Radler

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Re: Abbau stillgelegter Strecken
« Antwort #197 am: 23.08.2019, 11:33:24 »
Argumentiere ohne Nostalgie zur Tram22 und dann wird es seriöser:

Tangential muss man Fahrgäste anlocken, trotz Einwohnerzuwachs quetschen die sich lieber in die Radialen.

eine Querverbindung tut Not. Sehr sogar. Aber: Bislang gibt es Bus 74 (10er Takt), mehrere S-Bahnen (5/10/15er Takt), Bus 70 (10er Takt) Bus 79 (20er Takt) weiter draußen lass ich vergleichend weg (anderes Verkehrsbedürfnis)

Was fehlt:
Semmelweisstr, hat zwar 10er Takt, aber Umsteigen zur S-Bahn (5er Takt) sorgt für Lauf- statt Fahrwege, Abbringerwartezeit zu lang. Potenzial: Irre hoch, Umsteiger heute ca. 300 / Tag, Baugebiet mit mehreren 1000 Einwohnern, Schulen usw. in Planung 

Lehmannstr. Baupotenzial liegt nur noch in Sporthalle mit gelegentlichem Stoßaufkommen weniger Stunden. Völkerschlachtdenkmal radial anbinden, Panometer radial (Fußweg durch das L-eigene Gelände zur Tram 10 wäre ja easy, aber dazu muss man sich geistig bewegen, Fußweg zum S MDR genauso kurz) Ab Bebauung übernimmt Tram 9, die Bedarfe untereinander sind nicht Tramwürdig (Kleingarten - HTWK oder Bebauung - Südfriedhof), das nimmt der Vorschlag der verlegten 70 mit auf. Kein Umsteigepotenzial unterwegs

Nitzschestr. / Tabaksmühle  = Betriebshof-Ein/Ausrückestrecke, also ohnehin wichtig, Binnenverkehr zu Schulen bzw. umgekehrt Wohnheim - HTWK, Von Marienbrunn gen Osten = Netzlücke, Umsteigen zur Tram 16 sinnvoller als Bündelung Tram 10 + Bus 70, da mehr Takte = kürzere Wartezeit. Wohnpotenzial hoch, Gartenvorstadt allein hat 300 WE, gegenüber nochmal so viel, 2 Stück 16Geschosser ebenso. Station am Flugzeug / Wohnheim sinnvoll für die Tiefe des Quartiers, Station Am Bogen sinnvoll wegen Kita.

Bus 79  fehlt Taktverdichter, dann mit Einkaufsverkehr MoritzHof nutzbar, bzw. Probstheida, und als Zubringer zum S Connewitz (auch Tram 9 und 11).

Wennschon dennschon vertragen alle drei anderen Tangenten eine Angebotsverbesserung. Eine Bimmel am ehesten in der Tabaksmühle oder Semmelweisstra. Mindestens dort ein taktdichtes Linienbündel als Zubringer S- MDR (Umsteigepotenzial stiege von 300 / Tag auf mehrere 1000 / Tag). Die Aufwändungen wären ja gleich, bzw. egal wo man lang fährt, dafür ist überall mehr zu holen als in der Lehmannstr. DORT lohnt sich eine Aufstaustrecke für den MIV, damit dessen Rückstau nicht andere Straßen belastet.

Gruß
der Radler

Offline DAvE LE

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Re: Abbau stillgelegter Strecken
« Antwort #198 am: 14.09.2019, 09:21:23 »