Autor Thema: Wie weiter mit Tram-Linie 14?  (Gelesen 237624 mal)

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Offline Mitleser

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Re: Wie weiter mit Tram-Linie 14?
« Antwort #795 am: 09.02.2018, 17:18:20 »
Es handelt sich um eine kommunale Grundschule! Schüler werden aus einem definierten Grundschulbezirk in dieser Schule beschult, der in der Regel im unmittelbaren Wohnbereich der Kinder liegt. Insofern ist die Anreise zur Schule mit S-Bahn obsolet mit der TRAM max. 2 Haltestellen.

Offline Radler

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Re: Wie weiter mit Tram-Linie 14?
« Antwort #796 am: 09.02.2018, 18:51:40 »
^
aufrund dieser Irrtümer müssen die Leipziger jede Menge Defizite ausbaden!

Der Schulweg selbst mag halbwegs kurz sein. Doch das Problem sind die Elterntaxis derer, die ihre Kinder mit dem Auto bringen. Bei besseren ÖPNV-Anschlüssen kann dieser Weg mit Kind als Teil des Arbeitsweges attraktiver gehalten werden. DANN kann auch in diesem Segment eine Nutzung des ÖPNVs vermittelt werden.

Es geht nicht um das Weiterwurschteln wie bisher sondern um die Steigerung des Marktanteils.

Offline elnbb

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Re: Wie weiter mit Tram-Linie 14?
« Antwort #797 am: 09.02.2018, 21:24:43 »
beschäftigt sich die Lizzy mit der neuen Linie 64 (wieso hat die hier eigentlich noch kein Icon?)
Die neuen S-Bahn-Linien fehlen auch noch - gut Ding will Weile haben.

Zitat
Kurzzusammenfassung:

a) Die Routenführung steht noch nicht fest (als gäbe es beliebig viele Alternativen...)

b) VTA-Jana: „Niiiiemand hat die Absicht, eine Straßenbahnstrecke stillzulegen!“

Mal sehen...
Man kann es doch auch positiv sehen. Die Betriebskosten für den durchgehenden Bus wirken sich äußerst positiv auf das NKV einer Straßenbahnverlängerung zur Lützner Straße aus.

Offline Sascha Claus

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Re: Wie weiter mit Tram-Linie 14?
« Antwort #798 am: 11.02.2018, 10:49:08 »
Tagchen,
Es handelt sich um eine kommunale Grundschule! Schüler werden aus einem definierten Grundschulbezirk in dieser Schule beschult, der in der Regel im unmittelbaren Wohnbereich der Kinder liegt.
aaaach ja, die deutschen Behörden. »beschult«, allein dieses wundervolle (aber real existierende) Wort zeigt doch schon, welch definierten Realitätsbezug jemand hat.

Ich habe zwar auch keine Ahnung, wie die Realität aussieht, aber in dieser Stadt scheint es schon daran zu scheitern, überhaupt genug Grundschulplätze anzubieten. Dass es noch möglich ist, jedem Kind zum richtigen Zeitraum einen Platz in max. 1000m Entfernung vom Wohnort zu bieten, halte ich für frommes Wunschdenken.

Oder werden die Grundschulbezirkszuschni ttsbeamten auch damit beträumt, dass Eltern ausschließlich dort bekindert werden, wo sechs Jahre später ein Grundschulplatz frei wird oder andernfalls beumzugt, um eine der Schulplatzverfügbarkeit entsprechende Bewohnung zu garantieren?

Und was wird nach vier Jahren? Schulgebäude halten bei guter Pflege bestimmt über 100 Jahre, wer soll da zur Schule gehen, wenn die erste Generation Kinder durch ist? Werden dann die Eltern in die Nähe von weiterführenden Schulen beumzugt oder werden in wachsenden Stadtteilen ausreichend Wohnungen/Bauflächen für Jahrzehnte zwangsfreigehalten, um immer einen ausreichenden Zuzug von Eltern zu gewährleisten, bis die erste Generation aus Altersgründen auszieht?

Nein?

Dann müssen früher oder später Kinder von weiter weg gebracht werden!

Offline Radler

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Re: Wie weiter mit Tram-Linie 14?
« Antwort #799 am: 12.02.2018, 08:27:49 »
du kritisierst (etwas zuRecht) die Behördendenke und denkst selbst so!

Hast du Schulkinder? Kennst du die Kopfstände, die Eltern, Verwaltung und Schulen machen, um die Wege im Erträglichen zu halten? Satire ist ja ganz gut und schön, nur angemessen sollte sie sein. Der Standort an der Gießerstraße ist so falsch nicht. Es entscheidet oft genug (Siehe Kita-Debatte) auch die Grundstücksverfügbarkeit mit.

Ein Grund mehr, den Bus 60 aus der Naumburger heraus zu nehmen und via Gießerstraße und Karl-Heine-Str. zu führen. Gemeinsam mit der Tram 14. Die Eltern und Schulkinder werden es danken, der ÖPNV Anteil wird dann höher liegen als ohne diese Verbesserung.

Gruß
der Radler

Offline André Loh-Kliesch

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Re: Wie weiter mit Tram-Linie 14?
« Antwort #800 am: 12.02.2018, 10:45:46 »
Zitat
... Grundschulbezirk ..., der in der Regel im unmittelbaren Wohnbereich der Kinder liegt.

Schön wärs. Der jetzige Bezirk (46. Schule in der Saalfelder Str.) ist 3 Quadratkilometer groß und liegt zwischen Merseburger, Karl-Heine-,  Antonien-, Brünner-, Lützner und Plautstraße. Der wird sicher geteilt (vermutlich entlang der Lützner Str., dann hätte der neue immer noch 1,4 km²). Wahrscheinlich kommen auch die jetzt nach Plagwitz geschulten Bereiche von Lindenau (zwischen Merseburger und Zschocherscher Str., die Schulbezirke sollen ja eigentlich innerhalb EINES Stadtbezirks liegen), vielleicht auch die jetzt zum Adler gehörenden Bereiche in der westlichen Weißenfelser und Naumburger Str. dazu. In jedem Fall wird der neue Bezirk immer noch um ein vielfaches größer als der unmittelbare Wohnbereich der Kinder...

Und das Schulpersonal (Lehrer, Hortner, Hausmeister usw.) wohnt ohnehin oft nicht im Schulbezirk.

Gegenwärtig in Mode: "Gemeinsame Schulbezirke"! Da geht einer z.B. von der Weißenfelser Straße (Plagwitz) über Kleinzschocher, Großzschocher und Windorf bis kurz vor Knautkleeberg. Das sind auf der  /SL.003 satte 11 (!) Haltestellen. Vielleicht legt man dann ja den neuen Schulbezirk mit dem von Plagwitz zusammen, womit das Einzugsgebiet wiederum viel größer wird...

Offline Ingokoer

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Re: Wie weiter mit Tram-Linie 14?
« Antwort #801 am: 14.02.2018, 20:42:31 »
Als ich zur Schule ging, wohnten fast alle Mitschüler in Fußnähe zur Schule. Dass heute Straßenbahnen / Busse derart mit Schülern vollgestopft sind, das selbst ÖPNV Fahrpläne Linien in Schulferien und Nicht-Schulferien eingeteilt werden, ist
ein Armutszeugnis, das aber weniger dem ÖPNV, sondern dem deutschen mangelhaften Bildungssystem samt Infrastruktur anzukreiden ist. Selbiges gilt ja für immer länger werdende Pendelwege zur Arbeitsstätte. Ausbaden muss das der ÖPNV.


Offline Q-terra

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Re: Wie weiter mit Tram-Linie 14?
« Antwort #802 am: 15.02.2018, 09:17:57 »
Selbiges gilt ja für immer länger werdende Pendelwege zur Arbeitsstätte. Ausbaden muss das der ÖPNV.

Vielleicht sollten wir mal überlegen, zu welchem Zweck Straßenbahnen und Busse "erfunden" und eingeführt wurden: Um Menschen die Arbeitswege zu erleichtern.
Klar, nimmt der Schülerverkehr zu, aber Schulbusse gab es vor allem im ländlichen Raum schon immer. Schaut mal rüber in den Bereich Bitterfeld/Köthen, dort findet Linienverkehr meist nur an Schultagen statt.

Offline Laany Toke

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Re: Wie weiter mit Tram-Linie 14?
« Antwort #803 am: 15.02.2018, 10:06:15 »
Ich glaub es ging nicht nur um den innerstädtischen Verkehr. Denn die Bewegungen innerhalb der Stadt gab es immer und wird immer geben. Vielmehr ist es doch wirklich so, dass die Wege immer länger werden, entweder gewollt oder ungewolt.
Das Beispiel mit der Schule kann ich voll unterstreichen. Die ersten beiden Mittelschuljahre bin ich mit dem Fahrrad gefahren. Schule zu, Standorte zusammengefasst und schon wurde ein täglicher Weg mit der Straßenbahn draus. Nicht nur für mich, sondern noch für rund 100 weitere Mitschüler.
Gewollt fahre ich heute auch jeden Tag einmal quer durch die Stadt, andere wieder legen ungewollt die gleichen Wege oder noch weiter zurück, weil es entweder keinen bezahlbaren Wohnraum in der Stadt gibt, die Firma den Standort verlagert hat oder die städtischen/öffentlichen Einrichtungen zwei Stadtteile oder gar Orte weiter zusammengefasst wurden. War es denn im Landkreis nicht so, dass Außenstellen in Borna geschlossen wurden und für die Behördengänge jetzt nach Grimma gefahren werden muss?
Das Schönste an Dresden: Das Ortsausgangsschild.

Offline Radler

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Re: Wie weiter mit Tram-Linie 14?
« Antwort #804 am: 15.02.2018, 11:07:43 »
^ vergiss den Einkaufs- und Freizeitverkehr nicht, der macht immerhin den Großteil aus!

und ja, die Geschwindigkeitsvorteile durch die Platz- und Finanzintensiven Ausbauten (Straße / Schiene) werden dazu genutzt, die Entfernung innert der gleichen üblichen Zeit ansteigen zu lassen. Schöngeredet wird dies gesamtgesellschaftlich mit Flexilität.

Gruß
der Radler

Offline André Loh-Kliesch

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Re: Wie weiter mit Tram-Linie 14?
« Antwort #805 am: 15.02.2018, 13:03:43 »
Zitat
Vielleicht sollten wir mal überlegen, zu welchem Zweck Straßenbahnen und Busse "erfunden" und eingeführt wurden: Um Menschen die Arbeitswege zu erleichtern.

Nö. Die ersten Leipziger Strecken gingen 1872 nach Eutritzsch, Reudnitz, Connewitz und Plagwitz. Da waren das noch richtige Dörfer (erst 1889/1891 eingemeindet), an Industrialisierung und Mietkasernen auf rechtwinkligen Straßenrastern war noch nicht zu denken. Reudnitz hatte 9.400 Einwohner, Connewitz 4.400, Eutritzsch 2.700 Einwohner und Plagwitz immerhin auch schon 2.500.

Wege erleichtern - ja. Berufsverkehr aber sicher nicht.

Offline Tino

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Re: Wie weiter mit Tram-Linie 14?
« Antwort #806 am: 01.03.2018, 09:01:59 »
Man müsste die Nacht-10 mit der Linie 14 verknüpfen. Das wäre perfekt.
Das Dreieck Felsenkeller - /S-Bahn Plagwitz - Adler wird zukünftig in beiden Richtungen durch die N1 und N60 erschlossen.

Offline AG501

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Re: Wie weiter mit Tram-Linie 14?
« Antwort #807 am: 01.03.2018, 11:45:30 »
Das Dreieck Felsenkeller - /S-Bahn Plagwitz - Adler wird zukünftig in beiden Richtungen durch die N1 und N60 erschlossen.

Wobei die  /HS Elsterpassage nur in den Nächten zu Samstag und Sonntag bedient wird, da die N60 an den übrigen Tagen nicht im Einsatz ist.

Offline Tino

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Re: Wie weiter mit Tram-Linie 14?
« Antwort #808 am: 01.03.2018, 11:59:48 »
Ja richtig, die /HS Felsenkeller liegt aber nur 5 Minuten Fußweg entfernt.

Offline Radler

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Re: Wie weiter mit Tram-Linie 14?
« Antwort #809 am: 01.03.2018, 13:12:51 »
wenn man dazu die sehr stark zugenommene Bebauung rechts und links der Zschocherschen Str. in der Tiefe mit betrachtet, dürften die 5 minuten allenfalls zurtreffen, wenn angsterfüllt gerannt wird  ;-)